Columbo Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Informationsgehalt:  durchschnittlich
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaß:  viel
  • Spannung:  sehr viel
  • Romantik:  wenig

Erfahrungsbericht von fenikso

Krimi, einmal anders herum

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Folge mit David Rasche, besser bekannt als Sledge Hammer aus der gleichnamigen Polizeiserie, hat mich dazu ermutigt, mal was über meine Lieblingskrimiserie (nebenbei bemerkt: die Einzige, die ich regelmäßig verfolgte und vollständig auf Video besitze) niederzutippen.

Columbo kam um 20.15, also zur von den Sendern selbst gekürten "Prime Time", auf RTL - jetzt dreht man gerade eine neue Folge. Das zeigt schon das Standvermögen dieser Krimiserie...


Zur Person:
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Columbo ist verheiratet, fährt eine uralte, rostige Karre, und hat einen Hund. Anscheinend reicht das Gehalt als Inspektor bei der Mordkommission nicht, um sich wenigstens neue Klamotten zu kaufen. Er trägt nämlich immer den gleichen zerknitterten Trenchcoat, die gleichen Hosen, und die gleichen Hemden samt Krawatte. Nicht zu vergessen: die obligatorische, halb geruachte Zigarre.

Eine Folge:
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Hier kommt etwas zum Vorschein, was sonst keine Krimiserie bietet: Zuerst bekommt der Zuschauer die Planung und Durchführung des Mordes gezeigt; er weiss also die ganze Zeit über, wer der Bösewicht oder die Bösewichtin ist.
Ist das dann nicht schrecklich öde? - NEIN!
Genau das hebt "Columbo" von den üblichen Krimis "von der Stange" ab. Man rätselt nicht stundenlang herum, "Wer ist der Mörder?", "Was ist sein Motiv?", "Wie hat er es gemacht?"..., sondern nur eine Frage stellt man sich : "Wo war der Fehler?" Schließlich deckt Columbo alle seine Fälle auf, soviel sei verraten ;) Und das tut er auf eine Art und Weise, die dem Zuschauer manches Grinsen über das Gesicht huschen lässt, und die Täter an seinem Geisteszustand...
Durch das Äußere von Columbo (siehe oben) lässt sich ebensowenig auf das Genie darin schließen, wie durch sein Verhalten. Er wirkt schusselig, vergesslich, und oft mit sich selbst beschäftigt. Das aber ist nur die raffinierte Tatik des besten Fernsehschnüfflers aller Zeiten. Hercule Poirot, Agatha Christie, und wie sie alle heißen mögen, zieht eure Hüte. Denn Columbo verbindet alles, was euch ausmacht, in einer einzigen Person: Scharfsinn, Humor, Rafinesse, Mut, Gewieftheit, und eine Portion Selbstvertrauen.

Wie genau geht er vor?
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Zum einen arbeitet er immer eng mit dem Mörder/den Mördern zusammen. Er empfindet meist Sympathie für sie, ehe er sie entlarvt. Vielleicht, weil er sie für z.T. "würdige Gegner" hält, wer weiss?
Weiter kommen immer seine konfusen Notizen zum Einsatz. In irgendwelchen Taschen seinen Trenchcoats gräbt er nach einigem Suchen immer einen halb zerknüllten Zettel heraus, durch den er wieder eine wichtige Frage zu stellen vermag.

-"Die Frage danach"
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Kaum wähnen sich die Mörder in Sicherheit, und Columbo macht sich auf, sie zu verlassen, erinnert er sich an eine Frage, mit denen die lieben Bösen gar nicht gerechnet haben. Eingeleitet mit "Eine Frage hab ich da noch" beginnt der Untergang der Schurken und Schurkinnen.

-Der Fehler
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Den perfekten Mord gibt es nicht, das hat uns Columbo in etlichen, aber trotzdem zu wenigen Fällen bewiesen. An Kleinigkeiten stößt sich der knuffige Ermittler, die er zu einem Mosaik aus anscheinend unendlich vielen Puzzleteilen zusammensetzt, dass man selbst erst kurz vor Ende den Fehler bemerkt, auch wenn man nach etwa 1000000000 Folgen langsam ein Auge dafür bekommt. Bissspuren in Käsestückchen dienen ebenso als Aufhängepunkt für oben erwähntes Mosaik wie Schnittarten von Zigarren oder eingesperrte Haustiere. Dann fängt der glasäugige (in Wirklichkeit, nicht als Bild gemeint) Ermittler an, Alles zu einem Ganzen zusammen zu tüftlen, was ihm immer wieder gelingt...

-Die Bösen
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Sie sind ein Highlight. Oft nur in Amerika bekannte Stars geben hier ihr Bestes, um Columbo hinters Licht zu führen - allerdings IMMER vergeblich. Selbst seine eigene Frau (im echten Leben) ist an ihm gescheitert (im Film)

-Peter Falk
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Was soll ich zu dem Mann noch sagen? Wer ihn kennt, liebt ihn. Wer ihn kennenlernt, fürchtet ihn. Stets behält er die Fassung, gibt sich immer von der freundlichen Seite, auch wenn er manch fiese Tricks auf Lager hat, wie erfundene Aussagen oder fiktivste Beweise. Mit einem Glasauge sieht der Mann mehr als 1000 Mörder mit zwei "normalen" Augen. Das Haar, zu Beginn, irgendwann in den 70ern, 80ern, noch braun, bekam langsam aber sicher einen Graustich, was den Eindruck von Erfahrung noch vertieft. Mehr Falten verleihen ihm ein noch sympathischeres Äußeres. Was sich nie verändern wird, ist sein altes, himmelblaues Auto, das ihn seit gut 25 Jahren begleitet


Sollte es noch irgendwelche Zweifel geben: "Columbo" ist die mit Abstand beste Krimiserie, die durch einen überragenden Peter Falk, ausgeklügelte Handlungen und viele Stars glänzt. Auch wenn das Strickmuster sich fast nicht verändert, jede Folge ist ein absolutes Highlight

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • SVoigt3000

    20.03.2002, 17:02 Uhr von SVoigt3000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Jepp, ich sehe auch sehr gern Columbo. Eine der wenigen guten Sendungen auf RTL...