Brandherd (Taschenbuch) / Patricia Cornwell Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von MONETIX

Es ist angerichtet !

Pro:

unterhaltender forensicher Krimi

Kontra:

Apettitlosigkeit nach dem Lesen

Empfehlung:

Ja

Da ich mich momentan in einer Diät-Phase befinde, dachte ich mir ich lese mal wieder ein Buch das mit Gerichtsmedizin zu tun hat.
Diese Bücher eignen sich hervorragend um jemandem den Apettit zu verderben, aber dazu komme ich dann im Verlauf des Berichtes.

Ich bin ein Fan von Patricia Cornwell und habe, glaube ich zumindest, alle Bücher von ihr gelesen.
Heute geht es um den Thriller „BRANDHERD“, Original-Titel „Point of Origin“.

Patricia Cornwell arbeitete als Gerichtsreporterin und Computerspezialistin in der forensischen Medizin, bevor sie sich mit der Schriftstellerei befasste.
Mittlerweile hat sie mehrere hohe, literarische Auszeichnungen für ihre Thriller bekommen.
Die Autorin lebt in Richmond, Virginia und Malibu.
Dies ist nur deshalb erwähnenswert, weil die Krimis alle in und um Richmond, Virgina spielen.

Doch kommen wir nun zu dem Roman.

Eigentlich hatte Dr. Kay Scarpetta, oberste Gerichtsmedizinerin Virginias, sich auf ein paar erholsame Urlaubstage mit ihrem Freund Benton Wesley gefreut.
Benton Wesley ist einer der besten Profiler des FBI und unterrichtet an der FBI-Akademie in Quantico.

Bevor sie jedoch ihren Urlaub antreten kann, wird sie zum Schauplatz eines Brandanschlages gerufen.
Grausiger Fund: die verkohlte Leiche einer unbekannten, jungen Frau und 20 verkohlte Vollblutpferde. Der Schauplatz war die Ranch des reichen Zeitungs-Tycoons Kenneth Sparks mit hohem Einfluss in Washington D.C.

Doch nicht nur dieser Fall bereitet ihr Kopfzerbrechen.

Carrie Grethen, für deren Verhaftung sie fünf Jahre zuvor verantwortlich war, gelingt die Flucht aus der psychiatrischen Anstalt.

Scarpetta fürchtet um ihr Leben – und um das ihrer Nichte Lucy, die mit der Serienmörderin mehr als nur Freundschaft verband.

Natürlich ist auch wieder Captain Pete Marino mit von der Partie. Er bildet den Gegenpart zu Dr. Scarpetta und ist der typische qualmende, sarkastische, Donut-Essende, rauhbeinige Cop.

Ohne die Rolle des Captain Marino könnte der Roman nicht so gut funktionieren, wie er es in meinen Augen tut.
Allein die Dialoge der Beiden sind wunderbar sarkastisch und die beschriebenen Szene entbehren nicht einer gewissen Situationskomik.

Hier nun einige kurze Leseproben, damit man auch sieht wie apettitlich Patricia Cornwell zu schreiben vermag: (Zartbesaitete dürfen hier weiter scrollen).

Kapitel 6, S. 126:
„Um vier Uhr war mein Stab im Autopsiesaal immer noch an der Arbeit, und ich ging hinein und hielt Ausschau nach Chuck. Er und zwei meiner Assistenzärzte arbeiteten an der Leiche der verbrannten Frau, entbeinten sie so gut es ging mit Hilfe von Kunststoffspateln, denn alles härtere hätte die Knochen verletzen können.
Chuck schwitze unter der OP-Kappe und –maske, während er Gewebe vom Kopf kratzte.
....................................................... Er hörte auf zu schaben und blickte verunsichert zu mir empor. Der Gestank wurde mit jeder Minute schlimmer, da das unterkühlte Fleisch verweste, und ich freute mich nicht auf das, was ich als Nächstes zu tun hatte.“
ENDE

Kapitel 7 S. 156:
„Das einsame Geschäft geduldigen Arbeitens an Gebeinen war eine willkommene Erlösung, denn ich wollte nicht, dass meine Mitarbeiter meine Niedergeschlagenheit und Angst bemerkten. Ich knipste die Lampen an und schloss die Tür hinter mir. Ich zog mir einen Kittel und zwei Paar Latex-Handschuhe über, schaltete den Elektrokocher ein und nahm den Topfdeckel ab.
Der Garprozess war, seit ich die Knochen gestern verlassen hatte, weiter fortgeschritten, und ich prüfte ihren Zustand, indem ich mit einem Holzlöffel draufdrückte. Dann breitete ich ein plastikbeschichtetes Tuch über einem Tisch aus. Der Schädel war während der Autopsie zersägt worden, und behutsam hob ich nun das tropfende Schädeldach und die Gesichtsknochen mit den kalzinierten Zähnen aus dem lauwarmen, fettigem Wasser.
Ich zog hölzerne Spatel Kunststoffspateln vor, um Gewebe vom Knochen zu kratzen. Metallinstrumente kamen nicht in Frage, weil sie Schäden anrichten konnten, die uns hindern würden, echte Spuren von Gewaltanwendung zu finden. Ich arbeitete sehr sorgfältig, löste und entfernte Fleisch, während die anderen Skelettreste still in ihrem dampfenden Topf vor sich hin köchelten. Zwei Stunden lang säuberte und wässerte ich, bis mir die Handgelenke und Finger schmerzten.
Ich liess das Mittagessen ausfallen, ich hatte nicht einmal daran gedacht“
....ENDE

Ein sehr sinniger Satz nachdem Ende dieser ans Kochen erinnernden Tätigkeit.

Somit komme ich nochmals auf die Eingangs erwähnte Diät –sie muss nicht sein, wegen diesem Buch –aber sie ist sicherlich nicht hinderlich.

Ich habe sehr selten Gerichtsmedizin-Thriller gelesen, die die Tätigkeit der Rechtsmediziner so detailliert beschreiben.
Auch wenn ich nur zwei Zitat-Stellen rausgeschrieben habe, es gibt weit mehr davon in diesem Roman.

Der Nachteil der Romane um Dr. Kay Scarpetta ist allerdings, dass sie in chronologischer Reihenfolge handeln.
Der Vorgänger von „BRANDHERD“ war „Die Tote ohne Namen“, wo auch der Bezug zu der Serienmörderin Carrie Grethen herkommt.
Es ist allerdings nicht zwingend notwendig alle Bücher zu lesen, da jedes Buch in sich abgeschlossen ist.

Wer sich für Gerichtsmedizin und Krimi-Thriller interessiert, kommt bei diesem Buch voll auf seine Kosten, auch wenn es Cornwell-Fans etwas nervt, das Scarpetta in diesem Roman etwas zu hysterisch handelt.

BRANDHERD “Point of Origin”, Patricia Cornwell
CLUB-Taschenbuch
Buch-Nummer: 004582
Preis: D= 8,95 €; A= 9,20 €; CH= 15,50 Fr.
www.derclub.de
www.donauland.at

Ich bedanke mich fürs lesen, bewerten und kommentieren –Günter “Hobby-Pathologe”

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75 Bewertungen, 2 Kommentare

  • indra

    30.01.2007, 15:29 Uhr von indra
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°°Sh°°° Liebe Grüße, Indra

  • morla

    24.11.2005, 13:24 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich