DAB Pilsener Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von katze35

Ein Pils für den Düsseldorfer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Dortmunder Aktienbrauerei ist für den Nichtruhrpottler der Inbegriff für Pils und Export. Und deshalb gehört nun bei Beitrag hierhin.

„Ruhrpott-Plörre“ ? – nein, goldiger Genuss !!!

So schwarz der Ruhrpott auch sein mag, so goldig gelb ist sein Bier, das Pils und sein Ableger das Export.

Das Pils, dessen Nordrhein-Westfälische Hochburg sich vom Gebiet Duisburg in Richtung Osten bis Dortmund erstreckt und im Nordosten an Bielefeld grenzt, ist ein helles, untergäriges Vollbier. Ursprünglich wurde es nur in der Gegend um die Stadt Pilsen (heutige Tschechische Republik) gebraut. Die Stammwürze liegt etwa 1 % höher als beim Altbier oder Kölsch, nämlich bei 12 % . Den gleichen Stammwürzegehalt hat auch das um 1700 im Dortmunder Raum entstandene Export, das sich nur durch den geringeren Hopfenanteil unterscheidet. Das besondere Charisma verdankt das Pils der hell-goldenen Farbe, dem vorherrschendem Hopfengeschmack und dem besonders feinsahnigem Schaum.

Das typische Pils ist noch gar nicht so alt. Das Bier Pilsener Brauart wurde vor rund rund 150 Jahre von dem bayerischen Braumeister Josef Groll am Martinstag 1842 in Pilsen erstmals ausgeschenkt, ist also deutlich jünger als das Export. Vorher waren die Braukünste aus dieser Region nicht als umwerfend zu bezeichnen. Die Qualität war so schlecht, dass der Pilsner Magistrat im Februar 1838 sogar verfügte, 36 Fässer Bier vor dem Rathaus öffentlich auslaufen zu lassen. Um diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen, beschloss noch im selben Jahr eine Gruppe \"brauberechtigter Bürger\" den gemeinschaftlichen Bau eines \"Bürgerlichen Brauhauses\". Am 15. September 1838 erfolgte der erste Spatenstich.

Auch bei der Bierart wollten die Pilsner neue Wege gehen. In Böhmen wurde nach alter Art obergäriges Bier gebraut. Aber der Geschmack hatte sich gewandelt. Untergäriges Bier, auch bayerisches Bier genannt, war in Mode gekommen, und so brauchte man für das neue Brauhaus auch einen neuen Braumeister. Die Wahl fiel auf den 29 Jahre alten Josef Groll aus dem bayerischen Vilshofen. Dessen Vater war Brauereibesitzer und Bierbrauer und hatte lange an der Rezeptur eines untergärigen Biers getüftelt.

Der Alkoholgehalt des Pilses liegt zwischen 4 und 5 %. Durch die untergärige Brauart erfolgt die Gärung erst bei Temperaturen von 4 bis 9 Grad Celsius, Hauptgärung dauert etwa eine knappe Woche. Dies ist der Hauptgrund, warum das Exportbier im 18.Jahrhundert nur in den kühleren Monaten hergestellt werden konnte. (Tja hier waren die Düsseldorfer und selbst die Kölner doch cleverer mit Ihrem Bier, dem obergärigen, dessen Gärung auch bei 18 bis 20 Grad erfolgt und man dieses Bier auch im Sommer herstellen konnte).

Für jeden Düsseldorfer erstaunlich ist die Tatsache, dass mit einem Marktanteil von rund 60 % , das Pils das meistgetrunkene Bier überhaupt in Deutschland ist. Seine vielen Freunde findet es im Norden, Westen und Osten der Bundesrepublik. Im Süden, wo es die meisten Brauereien in Deutschland gibt, greift man noch eher zu den anderen Biersorten. Zugegeben; ein edles Pils kann sich überall sehen lassen und wird ganz selbstverständlich auch als Getränk zu einem Fünf-Sterne-Menü bestellt. Dieses wird dem Kölsch sicher auf alle Ewigkeit verwehrt bleiben.

Ein Wort noch zu seiner Darreichung. Hier ist man doch sehr viel Fantasievoller als im Altbier - und Kölsch – Raum. Manigfaltige Tulpen- und Bauchformen dienen den Wirten zum kredenzen des süffigen Gebräus. Auch ist das Zapfen eine Kulthandlung und lässt nur wenig Spielraum. Drei Minuten braucht der Zapfvorgang für ein richtiges Pils, ein Zeitraum indem jeder D´dorfer oder Kölner bereits elendiglich verdurstet ist.

Prost

Eure Katze

29 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Jakini

    12.06.2002, 16:53 Uhr von Jakini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Und nun bist du auch grün :-) Gruß Anja