Das Fest (DVD) Testbericht

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ab 72,32
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Erfahrungsbericht von chrisipfen

Das Fest - Eine Orgie aus Gewalt und Verrat

Pro:

Intensive Handlung.

Kontra:

Leider spricht dieser Film nur ein begrenzt gefächteres Publikum an.

Empfehlung:

Ja

Das Fest – Beklemmend und überzeugend.

Eigentlich hat alles so gut angefangen:
Ein Familienvater möchte seinen 60. Geburtstag im Kreise der Familie feiern und lädt diese schließlich ein.
Langsam trudeln sie dann alle ein und man bekommt einen Einblick in die Charaktere der Hauptdarsteller.

Charaktere und Handlung

Der Vater:
Der Veranstalter des Festes. Wie auch der Rest der Charaktere zu Beginn leicht in eine Schublade zu stecken:
Ein Vater, der sich freut seine Kinder zu sehen, der generell sehr glücklich wirkt und fast zu Tränen gerührt eine Eröffnungsrede hält. Er begrüßt seine Kinder, empfängt seine Gäste, erzählt Witze und wirkt einfach sorglos. Später jedoch zeigt er, dass er durch Racheakte gegen Christian auch agressive Züge hat.

Die Mutter:
Auch die Mutter wirkt sorglos, einfach „mutterhaft“ und unparteiisch. Ihre intregante Seite zeigt sie erst als sie versucht Christians Geschwister und die restlichen Gäste gegen denselben aufzuhetzen. Als sie zu guter Letzt noch einmal die Fronten wechselt und somit dem Vater in den Rücken fällt ist der Film auch schon wieder vorbei.

Michael:
Dann haben wir da den jüngsten Sohn, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern via Auto zu der Villa, in der die besagte Feier stattfindet, fährt und unterwegs seinen Bruder Christian, der zu Fuß unterwegs ist,"über den Weg fährt", woraufhin er seine Frau inklusive Kinder aussteigen lässt um mit ihm ugestört reden zu können. Somit hätten wir auch schon einen egoistischen Charakterzug gefolgt von einem cholerischen, da der Urheber jeglichen Wutausbruches sogleich seine Frau anschreit, da sie vergaß, ein bestimmtes Paar Schuhe einzupacken.
Bei diesen Eigenschaften wundert es Niemanden wenn Michael, der unter anderem nich einmal auf der Beerdigung seiner Schwester Linda war, beim Einchecken erfährt, dass er garnicht eingeladen ist...

Helene:
Helene ist die Tochter die noch lebt. Die Tochter, die keinen Selbstmord beging. Sie scheint zu Beginn die „normalste“ im Bunde, entwickelt sich jedoch im Laufe des Films sehr nervös und gestresst, was wohl daran liegt, dass sie ein paar Szenen vorher einen Abschiedsbrief der Schwester fand. Sie möchte auch nicht wahrhaben, dass ihre Familie ein schreckliches Geheimnis hütet, das unter keinen Umständen „rauskommen“ darf.

Christian:
Christian ist sozusagen der Geheimnishüter der Familie. Er wirkt anfangs sehr phlegmatisch und verstört und taut auch nicht wirklich auch, als er auf seine Geschwister trifft. Ab dem Zeitpunkt zu dem er bei seiner Rede dem Vater vorwirft, dass dieser ihn und seine Schwester Linda vergewaltigt haben soll wird er zunehmend aufgeregter und kämpferischer. Als er bei seiner zweiten Rede auch noch offenbart, dass der Verursacher des Selbstmordes Linda’s auch noch der Vater selbst war, erreicht diese Orgie an Gemeinheiten und Intrigen ihren Höhepunkt.

Allgemein:

Nun, da all diese unterschiedlichen Menschen endlich wieder und nach so langer Zeit zusammentreffen, versuchen ein fröhliches Familienfest zu feiern, wobei sich alle auseinander gelebt haben und eigentlich von Anfang an eine gewisse Spannung herrscht, entwickelt sich dieses kollektive Zelebrieren eines Mannes langsam zu einem Drama, einer Tragödie deren Fokus hauptsächlich auf den Vater gerichtet ist, der ,wie es scheint, ein düsteres Kapitel der Familie zu verantworten hat. Auch die restlichen Familienmitglieder bombadieren sich gegenseitig mit Bosheiten, was auch ein Grund für die Implosion der letztendlich aufgesetzten Fröhlichkeit ist.

Dogma:

„Das Fest“ ist der erste Versuch, das von „Lars von Trier“("Idioten") und „Thomas Vinterberg“ ("Das Fest") in die Welt gerufene Manifest „Dogma 95“ (www.dogme95.dk) durchzusetzen, was eine Askese zu den Produktionsweisen eines Mainstreamfilmes darstellen.
Hier die 10 Dogmaregeln:
1. Du sollst "on location" drehen. Weder Requisiten, noch Szenenbilder dürfen genutzt werden. Wenn eine bestimmte Ausstattung notwendig ist, so muss ein Drehort gefunden werden, an dem diese schon vorhanden ist.
2. Du sollst den Ton nicht separat von den Bildern produzieren. Schauspieler darf man nur im O-Ton hören. Musik darf man nur verwenden, wenn sie am Drehort live während der Filmaufnahme gespielt wird.
3. Du sollst nur mit der Handkamera drehen. Jede Bewegung oder Ruhestellung, die mit der Handkamera machbar ist, sei erlaubt. Schienen, Steadicam etc. sind verboten. Die Kamera soll dorthin gebracht werden, wo auch der Film stattfindet.
4. Du sollst nur in Farbe filmen. Eine besondere Ausleuchtung ist verboten. Falls zu wenig Licht am Drehort ist, darf maximal eine Lampe an der Kamera befestigt werden.
5. Du sollst den Film nicht optisch bearbeiten und keine Filter nutzen.
6. Du sollst keine überdramatische Action in den Film einbauen. Künstliche Reize durch Schießereien oder Mordszenen sind untersagt.
7. Du sollst weder zeitliche noch geographische Verfremdungen vornehmen. Also keine historischen Sujets, alles hier und jetzt.
8. Genre-Filme werden nicht akzeptiert.
9. Du sollst im Format Academy 35 mm drehen. Das entspricht 1:1,37, etwa dem heutigen TV Format.
10. Du sollst nicht nennen deinen Namen! Der Regisseur soll weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.



Die DVD

Die DVD gibt es für 19.95 bei amazon.de zu erwerben jedoch bei eBay viel günstiger zu ersteigern.
Sie beeinhaltet den 101-minütigen Film auf dänisch und auf deutsch. U.a. auch eine Option für einen dt. Untertitel für Gehörlose.
Ebenso ist das Dogma-Dokument als Texttafel und Trailer weiterer Filme (nat. auch von „Das Fest“) auf der Polycarbonat-Scheibe verewigt.

Persönliche Meinung

Der Film wirkt auf mich sehr verstörend, da er die Handlung durch das Kameragewackel viel intensiver „herüberkommen“ lässt. Gut... ich weiß nun auch nicht was ich dazu noch sagen kann. Er war für mich auf jeden Fall sehenswert, wird jedoch nicht jeden ansprechen. Ich finde es schade, dass sich viele nur für Filme begeistern, die den Zuschauer mit Special Effects berieseln ohne wirklich Handlung zu haben.

*wink*

So, ich hoffe, dass euch der Artikel gefiel und ich euch auch auf weitere Dogmafilme neugierig gemacht habe.

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