Das Kartell (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von catmother

Eine nicht existente Armee zieht in den Phantom-Krieg

  • Action:  viel
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  andere Version

Pro:

spannend, furios, gute Darsteller

Kontra:

vorhersehbar, sehr moralisch, Selbstdarstellung der Amis

Empfehlung:

Ja

Heute gibt es schon wieder einen heißen Filmtip von mir für die Nachtschwärmer oder Spätaufsteher unter euch. Da sowieso schlechtes Wetter für den Abend angesagt ist, kann es sich also lohnen, die Glotze anzumachen und diesen durchaus sehenswerten Thriller zu genießen.
Er wird um 22.15 auf dem ZDF ausgestrahlt.


** Story **
Die Luxus-Yacht Enchanter wird in der Karibik von der US-amerikanischen Küstenwache aufgegriffen, und damit setzt sich eine politische Lawine in Gang.
Offensichtlich hat es auf der Yacht ein Blutbad gegeben. Die Familie Hardin wurde von kolumbianischen Männern ermordet, die in Verdacht stehen, Verbindungen zum Kali-Kartell zu haben. Dummerweise ist aber Hardin ein Freund des Präsidenten gewesen.

Der CIA-Mitarbeiter Jack Ryan (Harrison Ford), wird von seinem Chef James Grear (James Earl Jones) beauftragt, die Sache zu untersuchen. Diskret versteht sich. Denn Jack weiß noch nicht, in welches Wespennest er gleich stechen wird.

Natürlich ist der Präsident (Donald Moffat) erbost über den Mord an seinem Busenfreund, und er hat ein Gespräch mit seinem NSA-Berater James Cutter (Harris Yulin), das sehr seltsam abläuft.
Präsident Bennett: \"Die Maßnahmen, die ich vorschlagen würde, sind die Maßnahmen, die ich nicht vorschlagen darf.\"
Cutter: \"Ich bin nicht sicher, ob ich sie richtig verstehe.\"
Der Präsident: \" Die Drogenkartelle sind eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der vereinigten Staaten.\"
Alles klar? Alles und nichts gesagt. Und beide verstehen nur das, was sie verstehen wollen.

Robert Ritter (Henry Czerny), einer der CIA-Stellvertreter, der die Vergeltung in die Weg leiten soll, verlangt von Cutter natürlich eine Autorisierung über diese angeblich vom Präsidenten genehmigte Operation. Zwar hat der Präsident offiziell garnichts genehmigt, aber das macht nichts. Cutter stellt doch einfach mal eine Bestätigung darüber aus.

Als Admiral Grear plötzlich mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in die Klinik muß, wird Jack Ryan zum stellvertretenden CIA-Direktor ernannt und muß sich nun allein mit den dringendsten Angelegenheiten herumschlagen. Auch mit der Drogenkartell-Sache, denn als nächstes soll er vor dem Untersuchungsausschuß eine Aufstockung der Gelder für das Hilfsprogramm für die kolumbianische Regierung im Kampf gegen die Drogenkartelle rechtfertigen.

Inzwischen stellt sich heraus, daß Hardin doch nicht so ein ehrenwerter amerikanischer Geschäftsmann war. Wie es scheint, hat er für das Kartell von Kolumbiens Drogen-König Escobedo Geld gewaschen und wurde ermordet, weil er einen Teil des Geldes veruntreute.

Währenddessen hat der ehemalige Marineoffizier Clark (Willem Defoe) gemäß Ritters Anweisungen seine Guerilla-Truppe ausgewählt und beginnt mit Anschlägen auf Ziele der kolumbianischen Drogenunternehmen und schädigt sie empfindlich. Das läßt sich Ernesto Escobedo (Miguel Sandoval) natürlich nicht gefallen. Als dann noch eine Versammlung der Kartellchefs auf einem einsamen Landsitz von einer Bombe in die Luft gejagt wird, bei der nur Escobedo überlebt, schlagen die Kolumbianer unerbittlich zurück. Die Gruppe um den FBI-Chef Dan Jacobs, die nach Bogota kommt, um mit der Regierung um die Hardin-Gelder zu verhandeln, wird Opfer eines grausamen Anschlags, bei dem nur Ryan überlebt.

Ryan geht allmählich ein Licht auf, als auch Jacobs\' Sekretärin Moira Wolfsen ermordet wird. Sie hatte zuletzt von einem südamerikanischen Freund geschwärmt und Ryan ahnt einen Zusammenhang, denn der Freund stellt sich bald als Felix Cortez (Joaquim de Almeida) heraus, ein ehemaliger Colonel im kubanischen Geheimdienst von Castro und jetziger Sicherheitsbeaufragter des Kartell-Chefs Escobedo.
Und der hat seine eigenen Pläne.


** Darsteller **
In erster Linie ist da natürlich Harrison Ford (Schatten der Wahrheit, Air Force One) zu nennen. Dies ist seit \"Die Stunde der Patrioten\" bereits sein zweiter Auftritt als CIA-Mann Jack Ryan. Und was für eine saubere Figur er hier abgibt: solide, ehrlich, integer und loyal - ein Pfadfinder eben, wie sein Kontrahent Ritter ihn bezeichnet. Ein wenig zu sauber, um wahr zu sein, aber für diese Figurenzeichnung kann Ford nun mal nichts. Jedenfalls ist an seinem Spiel nichts auszusetzen, selbst bei den stuntähnlichen Szenen gibt er alles.

Wieder mit dabei ist auch Ann Archer (12 Stunden Angst) als seine Frau Cathy - doch groß ist ihre Rolle nicht. Sie fungiert eher als besorgt liebende, moderne Ehefrau.

Henry Czerny (Mission Impossible, Die Opfer von St. Vincent) scheint auf recht fiese Rollen festgelegt zu sein. Allerdings ist er darin auch gut - intrigant, arrogant und selbstherrlich. Man fragt sich unwillkürlich, warum solche Typen aber auch immer wieder ihren Kopf aus der Schlinge bekommen.

Zu nennen sind noch Raymond Cruz (Alien - die Wiedergeburt, Collateral Damage) als Soldat Chavez, Willem Defoe (Platoon, Spider Man) als Clark. Übrigens auch dabei Greg Germann, jener bissige Richard aus der Serie Ally McBeal, spielt hier einen Horch-und-Guck-Mitarbeiter des FBI.


** Filmkritik **
Actionfilm oder Politthriller, das ist hier die Frage? Ich würde sagen, eine gute Mischung aus beidem.
Schauen wir uns die Konstellationen und Problempunkte an: Geldwäsche in höchsten Kreisen, übereifrige Mitarbeiter, die glauben zu wissen, was der Vorgesetzte will und ihr eigenes Süppchen kochen, Verrat in den eigenen Reihen, Loyalität gegen Intrigantentum, guter Mann gegen bösen Mann, und einer rettet wieder mal die Welt.
Wieso fallen mir bei diesen Stichpunkten eigentlich immer nur die Amerikaner ein? Zu viele Thriller und Politfilme gesehen, würde ich sagen, denn der Plot ähnelt einem Dutzend anderer Filme der gleichen Machart.

Der Reihe nach: Der Film \"Das Kartell\" entstand nach dem gleichnamigen Roman von Tom Clancy. Daß sich ein recht unbekannter Regisseur dieser Vorlage angenommen hat, muß man nicht unbedingt negativ sehen. Eine hochkarätige Besetzungsliste spricht immerhin schon mal für sich. Zunächst einmal halte ich \"Das Kartell\" im Grund genommen für eine Art Actionfilm mit politischem Hintergrund. Denn für meine Begriffe wird ein wenig zu viel Wert gelegt auf Explosionen, Stunts, Kampfszenen.
Wie so oft ist das natürlich vordergründig eine grandiose Selbstbeweihräucherung der USA, wo saubere Politiker und Beamte des Geheimdienstes alles dafür tun, die guten Soldaten des Geheimkommandos herauszupauken, natürlich auf Kosten der Steuerzahler. Es ist eigentlich immer das gleiche Szenario und so vorhersehbar. Aber es ist zugegeben gut gemacht.

Für den Zuschauer ist alles sehr packend inszeniert, und er wird schnell auf die Seite der Wahrheit und der Sauberkeit gezogen. Jack Ryan verkörpert doch alles, was man im Grunde selbst immer für die Politiker des eigenen Landes wünscht: stets loyal dem Volk gegenüber und den Menschen, die ihn gewählt haben, unter Einsatz seines Lebens für die Wahrheit und selbst für den kleinsten Soldaten zu kämpfen.
Bedenkt man es mal nüchtern, ist das natürlich ganz unrealistisch, aber es macht sich immer gut in einem Film, in dem das Gute siegen soll.


** Fazit **
Ein wirklich spannender Politthriller voller Action und amerikatypischer Moralbilder, der jedoch gut inszeniert ist und einen atemlos in den Sessel drückt. Und schließlich sind wir doch alle froh, wenn die Geschichte ein gutes Ende nimmt.


** Daten **
USA 1994
Genre: Thriller
Originaltitel: Cartell
Regie: Phillip Noyce
Musik James Horner
FSK 16

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