Das magische Schwert - Die Legende von Camelot (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von starfax
Wir habens halt mal probiert...
Pro:
--
Kontra:
schlecht erzählt, lieblos gezeichnet, Musik
Empfehlung:
Nein
Neulich stand ich wieder mal in der Videothek auf der Suche nach einem Film, der mir den Ausklang des Abends etwas versüßen sollte. Nachdem ich „The Ring“ entdeckt hatte, habe ich gleich zugegriffen, aber dann dachte ich, so müde und abgespannt, wie ich war, wollte ich doch eher etwas beruhigendes, schönes und nichts allzu aufregendes und entdeckte in der Kinderfilmecke „Das magische Schwert – Die Legende von Excalibur“ – einen Film, von dem ich hin – und wieder etwas gehört hatte, aber nie soviel um ihn entweder toll oder belanglos zu finden – und flugs, tauschte ich die beiden Filme aus…ein Fehler!
DER INHALT:
Kayleys Vater, Sir Lionel, ist ein treuer Ritter am Hofe des sagenumwobenen Königs Artus in Camelot. Als sein Ritterkollege Ruber, getrieben von der Gier nach Land und Macht, die Gefolgschaft verweigert und einen Aufstand wagt, stirbt Lionel.
Seine kleine Tochter hegt von da an den Wunsch, selbst Ritter zu werden, immer im Andenken an ihren wunderbaren Vater.
Nach etwa zehn Jahren erhält sie die Gelegenheit, sich zu beweisen, denn Sir Ruber, dem damals schon die Flucht gelungen war, kehrt zurück und zwar in das Haus von Kayley und ihrer Mutter. Sie sollen ihm ermöglichen, auf die trojanische Methode in Camelot einzufallen, denn Kayleys Mutter ist ja als ehrwürdige Witwe bekannt. Diese aber schickt Kayley los, um Camelot zu warnen, während Ruber seine Männer und einen tollpatschigen Hahn in Eisenmänner mit eingebauten tödlichen Waffen verwandelt.
Zur gleichen Zeit versucht Rubers Greif Griffin, Excalibur, Artus’ magisches Schwert zu erbeuten, aber da ihm ein kleiner Falke mit silbernen Flügeln dazwischenkommt, verliert er es just über dem verbotenen Wald, einem furchtbaren Ort mit verwunschenen, lebenden und gefährlichen Pflanzen und allerlei Gruselwesen.
Genau dahin macht sich auch Kayley auf, in der Hoffnung, Excalibur zu finden und Camelot zu retten.
Dort trifft sie auf Garrett, einen blinden Einsiedler, der zunächst höchst unfreundlich ist, sie aber dann doch auf ihrer Suche begleitet.
Gemeinsam treffen sie dann noch auf Flamme und Feuer, ein siamesisches Drachenduo, und die einzige wirklich originelle Figur des Films, aber wer hier noch nicht eingeschlafen ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen…
DER FILM:
Aus meiner Vorliebe für Disney – Filme kann ich ja nun nach diversen Berichten kein Hehl mehr machen – u nd daß ich von daher gewisse Ansprüche an einen Film habe, dürfte inzwischen auch bekannt sein. Umso bitterer ist es nun einen Film zu finden, der gegen jeden dieser Qualitätsmerkmale verstößt und das so zielsicher, dass es schon wieder witzig wäre, wenn’s nicht so traurig wäre…
Der Film entstand zu jener Zeit, als Disney mit seinen Zeichentrickfilmen noch wahre Goldgruben auftat und unter den anderen Studios langsam Begehrlichkeiten und eine wahre Goldgräberstimmung erwachte. Alle großen Studios legten sich eigene Animationsabteilungen an, 20thCentury Fox zB. Verpflichtete Don Bluth, den Schöpfer von Feivel dem Mauswanderer und „In einem Land vor unserer Zeit“ , Dreamworks begann mit seinem großangelegten Angriff auf Disneys ureigenstes Metier und auch die Warner Brothers wollten nicht zurückstehen.
Mit „The Iron Giant“ legten sie sogar einen zwar kommerziell unerfolgreichen, dafür künstlerisch sehr sorgfältig und liebevoll gemachten Zeichentrick film vor, der vielleicht eine Spur zu altmodisch und in seiner Thematik zu 50ies war.
Mit „The Quest for Camelot“ dagegen beendeten sie schon wieder überwiegend ihren Ausflug ins Animationsgenre – und das aus gutem Grund!
Eigentlich hat der Film schon am Anfang verspielt. Gleich nach dem Titel sieht man eine dreiköpfige Familie daherreiten, eben die des guten Sir Lionel. Vater muß nach Camelot zu einer wichtigen Sitzung der Ritterschaft – es wird der Tag seines Todes sein. Und hier offenbart sich gleich die schlampige und unoriginelle Erzählweise des Films, die eher eine Unart ist: Nach einiger Herumtollerei verlangt Kayley noch mal zu erfahren , warum Lionel Ritter geworden ist. Kurz wird ein Rückblick auf vergangene Tage, das Schwert im Stein, das nur der junge Stallknecht Artus herausziehen konnte usw. geworfen. Die Notwendigkeit dessen will ich gar nicht in Frage stellen, was aber ungeheuer schmerzlich ist, ist die fadenscheinige Motivation und Platzierung desselben, die die Handlung aufhält und in einer Szene erscheint, in der die Charaktere noch gar nicht eingeführt sind.
Sinnvoller wäre gewesen, ihn dem Film völlig voranzustellen.
Was hier wie ein kleinliches Erbsenzählen aussieht, ist der vielleicht vergeblich Versuch ein Beispiel zu geben für Rhythmusgefühl und Timing, das dem Film völlig abgeht.
Auch später werden durch mangelndes Gespür für Rhythmus ganze Szenen und Gags verhunzt, alles wirkt unlustig – mehr noch, man merkt dem Film das Bemühen um Gags an, und das ist peinlich.
Der tollpatschige Hahn, der schließlich zum Axthahn verwandelt wird, erhält viel zuviel Aufmerksamkeit, obwohl er ungeschickt eingeführt wird. Auch nachher bleibt er als Figur zwiespältig, denn ab jetzt dient er dem bösen Ruber gegen seine ehemalige Herrin, was völlig unbeleuchtet bleibt.
Kayley selbst bleibt äußerst flach und will nur eins, Ritter werden. Das wird eher uncharmant erzählt und da sie den Betrachter nicht berührt – immerhin ist sie die Hauptperson, bleibt auch die Geschichte kalt und leblos.
Die an sich hübsche Idee des blinden Einsiedlers, der von dem Silberfalken so zielsicher durch den gefährlichen Wald gelotst wird, bleibt auf diese Art auch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Die einzige(n) interessante(n) Figur(en) sind Feuer und Flamme – hier kommt endlich etwas Bewegung in den betulichen Film und eine Spur Anachronismus, leider auch hier so unlustig erzählt, dass man jeder verschenkten Pointe nachweinen möchte.
Ruber bleibt ungeheuer peinlich, er entspricht jedem Klischee, das man vom Filmbösewicht nur haben kann – auf höchst negative Weise.
Sein einziger Antrieb ist die Gier nach Land, so fadenscheinig und plakativ auf böse gemacht, dass man nur lachen kann. Ein kleiner Vergleich: Scar aus Disneys „König der Löwen“ hatte eine geradezu shakespearsche Motivation, die jedem verständlich war: Als hässlicher, ungeliebter Bruder kam er fast um vor Neid und Rachegelüsten…das war aber so hintergründig erzählt, dass man ihm alles abnahm, die Tragik, den zynischen Humor und die Boshaftigkeit. Und das war acht Jahre vor diesem Filmbösewicht!
Und wieder einmal die Musik: Mit Patrick Doyle („Sinn und Sinnlichkeit“, „Viel Lärm um Nichts“) hatte man ja einen erfahrenen Komponisten aufzubieten, aber die zahlreichen Lieder sind an Einfachheit (oder auch Dümmlichkeit) und gewolltem Schmalz kaum zu übertreffen.
Gesungen werden sie in der deutschen Fassung immerhin von Hartmut Engler und Nena, das reißt aber auch nichts raus.
Noch ein Wort zur Geschichte:
Einfallslos auch diese – sie erinnert mehr an ein Sequel, denn an einen Originalfilm, so konstruiert erscheint sie. Darüberhinaus wird sie lieblos abgespult, keine Spur von Bemühen um Atmosphäre oder Charakterisierungen. Der Film wirkt wie eine Ansammlung von einigen halbgaren Witzen und zeichnerischen Ideen, die man einfach zusammengewürfelt hat, um zu sehen, was daraus wird.
Die Jahre, in denen Zeichentrick mit konstruierten Stories, Schmalz und hölzernen Gags gleichgesetzt werden konnte, sollten langsam vorbei sein.
FAZIT:
Absolut nicht empfehlenswert. Daß gute Geschichten nicht unbedingt perfekte Zeichnungen und Gags brauchen, bewies schon „Das letzte Einhorn“.
Aber sie müssen eben gut sein.
DER INHALT:
Kayleys Vater, Sir Lionel, ist ein treuer Ritter am Hofe des sagenumwobenen Königs Artus in Camelot. Als sein Ritterkollege Ruber, getrieben von der Gier nach Land und Macht, die Gefolgschaft verweigert und einen Aufstand wagt, stirbt Lionel.
Seine kleine Tochter hegt von da an den Wunsch, selbst Ritter zu werden, immer im Andenken an ihren wunderbaren Vater.
Nach etwa zehn Jahren erhält sie die Gelegenheit, sich zu beweisen, denn Sir Ruber, dem damals schon die Flucht gelungen war, kehrt zurück und zwar in das Haus von Kayley und ihrer Mutter. Sie sollen ihm ermöglichen, auf die trojanische Methode in Camelot einzufallen, denn Kayleys Mutter ist ja als ehrwürdige Witwe bekannt. Diese aber schickt Kayley los, um Camelot zu warnen, während Ruber seine Männer und einen tollpatschigen Hahn in Eisenmänner mit eingebauten tödlichen Waffen verwandelt.
Zur gleichen Zeit versucht Rubers Greif Griffin, Excalibur, Artus’ magisches Schwert zu erbeuten, aber da ihm ein kleiner Falke mit silbernen Flügeln dazwischenkommt, verliert er es just über dem verbotenen Wald, einem furchtbaren Ort mit verwunschenen, lebenden und gefährlichen Pflanzen und allerlei Gruselwesen.
Genau dahin macht sich auch Kayley auf, in der Hoffnung, Excalibur zu finden und Camelot zu retten.
Dort trifft sie auf Garrett, einen blinden Einsiedler, der zunächst höchst unfreundlich ist, sie aber dann doch auf ihrer Suche begleitet.
Gemeinsam treffen sie dann noch auf Flamme und Feuer, ein siamesisches Drachenduo, und die einzige wirklich originelle Figur des Films, aber wer hier noch nicht eingeschlafen ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen…
DER FILM:
Aus meiner Vorliebe für Disney – Filme kann ich ja nun nach diversen Berichten kein Hehl mehr machen – u nd daß ich von daher gewisse Ansprüche an einen Film habe, dürfte inzwischen auch bekannt sein. Umso bitterer ist es nun einen Film zu finden, der gegen jeden dieser Qualitätsmerkmale verstößt und das so zielsicher, dass es schon wieder witzig wäre, wenn’s nicht so traurig wäre…
Der Film entstand zu jener Zeit, als Disney mit seinen Zeichentrickfilmen noch wahre Goldgruben auftat und unter den anderen Studios langsam Begehrlichkeiten und eine wahre Goldgräberstimmung erwachte. Alle großen Studios legten sich eigene Animationsabteilungen an, 20thCentury Fox zB. Verpflichtete Don Bluth, den Schöpfer von Feivel dem Mauswanderer und „In einem Land vor unserer Zeit“ , Dreamworks begann mit seinem großangelegten Angriff auf Disneys ureigenstes Metier und auch die Warner Brothers wollten nicht zurückstehen.
Mit „The Iron Giant“ legten sie sogar einen zwar kommerziell unerfolgreichen, dafür künstlerisch sehr sorgfältig und liebevoll gemachten Zeichentrick film vor, der vielleicht eine Spur zu altmodisch und in seiner Thematik zu 50ies war.
Mit „The Quest for Camelot“ dagegen beendeten sie schon wieder überwiegend ihren Ausflug ins Animationsgenre – und das aus gutem Grund!
Eigentlich hat der Film schon am Anfang verspielt. Gleich nach dem Titel sieht man eine dreiköpfige Familie daherreiten, eben die des guten Sir Lionel. Vater muß nach Camelot zu einer wichtigen Sitzung der Ritterschaft – es wird der Tag seines Todes sein. Und hier offenbart sich gleich die schlampige und unoriginelle Erzählweise des Films, die eher eine Unart ist: Nach einiger Herumtollerei verlangt Kayley noch mal zu erfahren , warum Lionel Ritter geworden ist. Kurz wird ein Rückblick auf vergangene Tage, das Schwert im Stein, das nur der junge Stallknecht Artus herausziehen konnte usw. geworfen. Die Notwendigkeit dessen will ich gar nicht in Frage stellen, was aber ungeheuer schmerzlich ist, ist die fadenscheinige Motivation und Platzierung desselben, die die Handlung aufhält und in einer Szene erscheint, in der die Charaktere noch gar nicht eingeführt sind.
Sinnvoller wäre gewesen, ihn dem Film völlig voranzustellen.
Was hier wie ein kleinliches Erbsenzählen aussieht, ist der vielleicht vergeblich Versuch ein Beispiel zu geben für Rhythmusgefühl und Timing, das dem Film völlig abgeht.
Auch später werden durch mangelndes Gespür für Rhythmus ganze Szenen und Gags verhunzt, alles wirkt unlustig – mehr noch, man merkt dem Film das Bemühen um Gags an, und das ist peinlich.
Der tollpatschige Hahn, der schließlich zum Axthahn verwandelt wird, erhält viel zuviel Aufmerksamkeit, obwohl er ungeschickt eingeführt wird. Auch nachher bleibt er als Figur zwiespältig, denn ab jetzt dient er dem bösen Ruber gegen seine ehemalige Herrin, was völlig unbeleuchtet bleibt.
Kayley selbst bleibt äußerst flach und will nur eins, Ritter werden. Das wird eher uncharmant erzählt und da sie den Betrachter nicht berührt – immerhin ist sie die Hauptperson, bleibt auch die Geschichte kalt und leblos.
Die an sich hübsche Idee des blinden Einsiedlers, der von dem Silberfalken so zielsicher durch den gefährlichen Wald gelotst wird, bleibt auf diese Art auch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Die einzige(n) interessante(n) Figur(en) sind Feuer und Flamme – hier kommt endlich etwas Bewegung in den betulichen Film und eine Spur Anachronismus, leider auch hier so unlustig erzählt, dass man jeder verschenkten Pointe nachweinen möchte.
Ruber bleibt ungeheuer peinlich, er entspricht jedem Klischee, das man vom Filmbösewicht nur haben kann – auf höchst negative Weise.
Sein einziger Antrieb ist die Gier nach Land, so fadenscheinig und plakativ auf böse gemacht, dass man nur lachen kann. Ein kleiner Vergleich: Scar aus Disneys „König der Löwen“ hatte eine geradezu shakespearsche Motivation, die jedem verständlich war: Als hässlicher, ungeliebter Bruder kam er fast um vor Neid und Rachegelüsten…das war aber so hintergründig erzählt, dass man ihm alles abnahm, die Tragik, den zynischen Humor und die Boshaftigkeit. Und das war acht Jahre vor diesem Filmbösewicht!
Und wieder einmal die Musik: Mit Patrick Doyle („Sinn und Sinnlichkeit“, „Viel Lärm um Nichts“) hatte man ja einen erfahrenen Komponisten aufzubieten, aber die zahlreichen Lieder sind an Einfachheit (oder auch Dümmlichkeit) und gewolltem Schmalz kaum zu übertreffen.
Gesungen werden sie in der deutschen Fassung immerhin von Hartmut Engler und Nena, das reißt aber auch nichts raus.
Noch ein Wort zur Geschichte:
Einfallslos auch diese – sie erinnert mehr an ein Sequel, denn an einen Originalfilm, so konstruiert erscheint sie. Darüberhinaus wird sie lieblos abgespult, keine Spur von Bemühen um Atmosphäre oder Charakterisierungen. Der Film wirkt wie eine Ansammlung von einigen halbgaren Witzen und zeichnerischen Ideen, die man einfach zusammengewürfelt hat, um zu sehen, was daraus wird.
Die Jahre, in denen Zeichentrick mit konstruierten Stories, Schmalz und hölzernen Gags gleichgesetzt werden konnte, sollten langsam vorbei sein.
FAZIT:
Absolut nicht empfehlenswert. Daß gute Geschichten nicht unbedingt perfekte Zeichnungen und Gags brauchen, bewies schon „Das letzte Einhorn“.
Aber sie müssen eben gut sein.
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