Daydream - Mariah Carey Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Stepnwolf

MARIAH CAREY PART V

Pro:

noch immer Mariahs Stimme, "One sweet day"

Kontra:

für manch einen zu verträumt, sprich sehr ruhig

Empfehlung:

Ja

>>> MARIAH CAREY - DAYDREAM <<<



Liebe Leserin, lieber Leser
diese Meinung ist Teil einer laufenden Bio- und Discografie über die Künstlerin Mariah Carey. Sämtliche biografische Daten umreißen lediglich den Zeitraum des Erscheinungsjahres des jeweiligen Albums.
Für die komplette Biografie ist es daher ratsam alle Meinungen in Reihenfolge der veröffentlichten Alben zu lesen. Aber natürlich keine Bedingung ;-)
Danke fürs Lesen!



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VORGESCHICHTE
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„The Voice“ erorbert die Welt und bekommt auch 1994/95 eine Fülle an Auszeichnungen, die ihr das wohl beste Album „Music Box“ bescherte. Darunter zwei „Rockefeller Center Awards“, den „MTV European Music Award“, drei „World Music Awards“, den „ECHO-Preis“ (beste internationale Künstlerin) und die wohl größte Auszeichnung für jeden Künstler: den „Goldenen BRAVO-Otto“ :) ...

Im Spätsommer 1994 erschien ihr erstes „offizielles“ Duett mit Soultrain Luther Vandross. Der Titel „Endless Love“ (eine Coverversion der damaligen Interpreten Diana Ross und Lionel Richie) erreichte Platz 2 in den USA (sowie Gold) und Platz 14 in Deutschland. Es erschien nur als Single und auf Luther‘s Album „Songs“ (1994), ist aber 2001 auch auf dem „Greatest Hits“ Album von Mariah veröffentlicht worden.
Außerdem brachte Mariah ihr mittlerweile drittes Video auf den Markt (mit dem simplen Namen „Mariah Carey“), das ein Konzert im Proctor’s Theatre in Upstate New York enthält.

Viel Streß, oder? Dafür konnte sich Mariah aber auch für manch ruhige Minute auf ihr bescheidenes Domizil in den Catskill Mountains zurückziehen und in einem der 12 Schlafzimmer entspannen. Oder in einem der 6 Badezimmer duschen gehen – in einem der zwei Swimming Pools ne Runde schwimmen – im Ballsaal tanzen und last but not least auf dem Schießstand die Treffsicherheit verbessern (wer weiß, wozu das noch gut sein würde...). Das Märchenschloß kostete bescheidene 20 Millionen Dollar (mehr oder weniger).
Und falls Ms. Carey dann doch noch etwas arbeiten wollte (zusammen mit Ehemann Tommy Mottola) tat man dies im eigens dafür vorhandenen Aufnahmestudio. Dort kam auch die Idee im Dezember ein etwas anderes Album herauszubringen. Die Rede ist natürlich von einer Weihnachts-CD mit dem treffenden Namen „Merry Christmas“. Da wir aber heut noch nicht Weihnachten haben (und morgen auch nicht), lasse ich dieses Album einmal „aussen vor“.

Und springe ins Jahr 1995.
Das beginnt mit einem Schicksalsschlag. Zwar nicht für Mariah, aber für ihre Schwester Alison, die sich nach der Geburt ihres Kindes durch eine verseuchte Blutkonserve mit dem HI-Virus ansteckte. Ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse, die sich auf diese Nachricht wie die Geier stürzten, um dadurch vielleicht eine dunklere Seite im Leben von Mariah zu finden. Die reagierte verständlicherweise mit Ablehnung der Presse gegenüber, und mit Zuwendung der Schwester gegenüber. „It’s difficult to have public family dramas, especially if someone have real problems and it’s treated like a gossip item.“ In solchen Momenten ist ein Star wirklich nicht zu beneiden.

Apropos Star... Dieses Image sollte natürlich aufrecht erhalten werden und deshalb verkroch sich Mariah zusammen mit Walter Afanasieff ins Aufnahmestudio und arbeitete im Verlauf des Jahres am 6ten Album „Daydream“, das Ende Oktober 1995 in den deutschen Plattenläden stehen sollte...


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DAS ALBUM
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„Daydream“ knüpfte nahtlos an den Erfolg von „Music Box“ an. Es verkaufte sich bis dato ca. 22 Millionen Mal weltweit und allein in den USA über 10 Millionen Mal (was natürlich wieder einmal 10 Platin-Ehrungen und eine Diamant-Ehrung nach sich zog). Die Singleauskopplung „One sweet day“ hielt sich 16 Wochen lang auf Platz 1 der US-Billboard-Charts, was Mariah einen einsamen Rekord bescherte.

Also, nicht träumen, sondern zuhören und träumen...

DIE TITEL

„Fantasy“ (4:04 min)

Das Lied beginnt mit einer ruhigen Einleitung, um sich dann in eine tanzbare Mid-Tempo-Nummer zu verwandeln. Im Hintergrund brummt ein monotoner Bass und mehrere elektronische Samples bilden die locker flockige Melodie. Mariah windet sich in hohen Tonlagen und erhält im Refrain zusätzliche Backgroundchor-Unterstützung. Beides zusammen erzeugt ein Gute-Laune-Lied zum mitsingen und mittanzen. Aber auch nicht mehr.
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„Underneath the stars“ (3:32 min)

Eine langsame Keyboardmelodie und ein sonorer Bass erzeugen eine entspannte Stimmung. Mariahs fröhlicher Gesang wechselt sich mit dem Chor ab oder wird von ihm unterstützt. Im Slow-Tempo erzählt sie von der ersten Liebe und den Schmetterlingen im Bauch: „As we drifted to another place in time and the feeling was so heady and sublime. As I lost my heart to you there in the dark. Underneath the stars...“ Das Lied klingt sehr verträumt und leise, während Mariahs Stimme im Vordergrund steht, halten sich die Instrumente dezent zurück. Ach ja ... *seufz*
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„One sweet day“ (4:40 min)

Und da ist sie, die schon erwähnte Single mit den Schmusesängern von Boyz II Men (ja, die vom Ende der Strasse! *g*). Wir hören eine langsame, klagende und emotionale Ballade der besten Sorte. Die Instrumentierung ist leise (ein Schlagzeug und vereinzelte Keyboardklänge). Boyz II Men beginnen mit dem Gesang, werden von Mariah abgelöst, und harmonieren im Refrain zusammen mit dem Chor. Das Lied wird lauter und steigert sich durch das Zusammenwirken aller Instrumente und Stimmen zum Ende zu einer bombastischen Ballade. Ich sag nur: „Sorry, I never told you, all I wanted to say...“ und deshalb am besten selbst anhören...
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„Open arms“ (3:29 min)

Mariah beginnt leise zu singen... Eine Pianomelodie begleitet sie... Das Lied klingt sehr traurig und nachdenklich, was der Text nur noch unterstreicht: „Living without you, living alone, this empty house seems so cold...“ Das Schlagzeug setzt ein und ein Chor summt im Hintergrund. Mariahs Gesang wird lauter und emotionaler, sie freut sich auf die Rückkehr des Geliebten: „So now I come to you with open arms...“, macht aber auch klar, das er für sie der einzige ist. Und so leise, wie es begann, endet das Lied auch wieder. Zurück bleibt das Gefühl geliebt zu werden... *seufz*
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„Always be my baby“ (4:17 min)

Ein beschwingter Rhythmus durchzieht das Lied, das Keyboard schwankt zwischen der Entscheidung Melodie spielen oder nur vereinzelte Klangfetzen... und endet irgendwo dazwischen. Genauso wechselhaft sind die Tonlagen von Mariah, die einfach mal jede Tonhöhe ausprobiert. Das wirkt aber doch ziemlich monoton, da sonst keine andere Abwechslung im Gesang entsteht. Das macht auch der immer wieder aufflammende Backgroundchor nicht mehr besser. Bleibt die Erkenntnis: es gibt besseres, viel besseres...
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„I am free“ (3:08 min)

Zum Beispiel das hier! Ein wunderschönes Lied im R&B-Style, Tendenz Soul. Wir vernehmen eine Pianomelodie und von fern sind Hammondklänge hörbar. Diese steigern sich im Verlauf des Liedes zusehends (oder –hörends) und bekommen Unterstützung vom Schlagzeug. Mariah redet von ihm, derjenige, der sie befreit hat, ihr zeigt, was frei sein bedeutet und der Chor macht diese Freiheit noch intensiver: „Free to live, free to laugh, free to soar, free to shine, free to give, free to love, free enough to fly“ hören wir und hoffen nur das sie auch einen Fallschirm hat, denn sonst wird die Landung ziemlich hart...
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„When I saw you“ (4:23 min)

Auch dieses Lied beginnt sehr leise und langsam (wie sollte es auch anders sein *g*). Die sparsame Instrumentierung (nur Drum und Keyboard) steigert sich aber immer mehr. Mariahs melancholischer Gesang wird lauter und der Einsatz von Streichern läßt eine verträumte Stimmung aufkommen. Sie singt von dem Moment als sie sich zum ersten Mal trafen...der Moment, der ihr Leben veränderte... den sie nie vergessen wird. Und das macht sie unmissverständlich klar: „When I saw you I could not breathe, I fell so deep – when I saw you I’d never be, I’d never be the same...“
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„Long ago“ (4:28 min)

Was ist das? Ein tief brummendes Bassdrum im HipHop-Style. Ganz ungewohnt und anders kommt dieses Lied daher. Verschiedene elektronische Elemente und der vereinzelte Keyboardeinsatz bringen uns in groovende Stimmung. Let’s smooth it, Baby. Mariahs Gesang wechselt sich mit dem Backgroundchor ab und von irgendwoher flüstert jemand „so long ago...“, um wieder zu verschwinden. Wohl genauso wie die Liebe, denn die ist auch schon weg. Nun ja, suchen wir uns halt eine Neue...
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„Melt away“ (3:40 min)

Das ist eine Slow-Tempo-Nummer, die nur so dahinfliesst (passend zum Titel). Eine langsame und helle Keyboardmelodie umspielt den ruhigen und gefühlvollen Gesang. Der steigert sich im Refrain, um am Ende in Schreien überzugehen. Zum Glück ist der Chor zur Stelle und übernimmt den Part des Refrains. Wieder eine richtige Herz-Schmerz-Ballade, die Mariah zusammen mit Babyface geschrieben hat (womit alles klar ist, was den Stil betrifft).
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„Forever“ (3:57 min)

Und weiter geht’s mit den langsamen Melodien... Das Piano klimpert im Hintergrund und begleitet sogar gelegentlich den Gesang. Bass und Schlagzeug kommen hinzu und von fern sind Streicher zu hören. Und dann der Choreinsatz: „schuwabduwa-schuwabduwa...“ Dieser Takt verleitet ungewollt zum Schunkeln. Mariah wird lauter und eins ist sofort klar: „Forever and ever my darling, forever you will always be the only one“ Na da hat er ja noch mal Glück gehabt...
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„Daydream interlude (Fantasy sweet dub mix)“ (3:02 min)

Wie der Titel vermuten lässt, ist das eine Zwischenspiel. Es beginnt sehr träumerisch und ruhig, wird dann aber tanzbar. Das kommt durch den Einsatz von Bassdrum, Percussions und diversen elektronischen Klängen – tja und ein wenig wohl auch durch David Morales, der die Fantasy-Melodie zu einem eingängigen Dance-Sound verarbeitet. Schön und gut, nur leider relativ überflüssig auf diesem Album. Sowas kann man auf die Maxi-CD packen, da hat es dann wenigstens seine Berechtigung.
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„Looking in“ (3:35 min)

Zum Schluss bietet uns Mariah noch einmal eines der besten Lieder. Ein Piano begleitet den (ich weiß, ich wiederhole mich...) ruhigen und melancholischen Gesang. Ab und an spielt eine Gitarre und im Hintergrund erklingen leise einzelne Streicher. Wie eine Welle wird Gesang und Instrumentierung lauter, um sogleich wieder abzuklingen. Der Text handelt von ihr und dem Gefühl, alle würden in sie hineinschauen und genau wissen, was in ihr vorgeht. Aber: „ They can’t take my heart from me and they can’t bring me to my knees, they’ll never know the real me.“
Das Stück ist sehr verträumt und nach nunmehr zwölf Titeln wird mir endlich klar, warum das Album „Daydream“ heisst. Wurde ja auch langsam Zeit ...
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CD-INFOS

Das Album „Daydream“ ist erschienen bei Columbia Records und hat eine Spiellänge von 46:45 Minuten.
Neben Dave Hall, Babyface und natürlich W. Afanasieff wurden 2 Songs von Jermaine Dupri mitproduziert, der in den nächsten Jahren desöfteren Mariahs Weg kreuzen wird und sie wohl auch das erste Mal mit HipHop-Elementen in Berührung bringt.
Boyz II Men‘s (bekannt durch „End of the road“, der schmalzigen Ballade aus dem Soundtrack zu „Boomerang“ mit Eddie Murphy, 1992) Duett (oder Quintett?) bildet den Höhepunkt des Albums, ohne Frage. Der Track „Open arms“ ist, was man vielleicht nicht unbedingt weiß, eine Coverversion. Das Original ist von Jonathan Caine aus dem Jahre 1982 (erschienen auf dem Album „For a lifetime“).
Ansonsten das Übliche: abgedruckte Texte, Titelliste und Danksagungen im Booklet. Nicht mehr und nicht weniger.


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FAZIT
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„One sweet day“ (Platz 1 in den US-Billboard-Charts) und „Fantasy“ (Platz 1) erhielten beide in den USA Doppel-Platin. „Always be my baby“ (Platz 1) schaffte „nur“ Platin.
Diese drei Titel wurden auch in Deutschland ausgekoppelt (Platz 25 für „One sweet day“, Platz 17 für „Fantasy“ und Platz 76 für „Always be my baby“). Zusätzlich erschien bei uns das schon erwähnte „Open arms“, das allerdings nur bis auf Platz 72 kam.

Bleibt festzustellen: Kommerzmäßig sind beide Alben „Daydream“ und „Music box“ ähnlich gut. Für meinen Geschmack ist aber „Daydream“ musikalisch nicht so gut wie der Vorgänger und erhält von mir daher nur 4 Sterne.
Der Titel ist aber durchaus passend zum Inhalt des Albums. Denn lassen wir „Fantasy“, „Always be my baby“ und das überflüssige „Daydream interlude“ weg, haben wir wieder ein einwandfreies Balladenalbum – sehr verträumt und ruhig, mit viel Herz-Schmerz. Allerdings eben nicht durchweg auf so hohem Niveau wie noch bei „Music box“, das damit also die Spitzenposition der besten Alben von Mariah Carey behaupten kann ...

... und auch wird??? Oder doch nicht???



... to be continued ...



( >>Copyright by Stepnwolf << )

(Quellen für Teile der Biografie: www.mariah-carey-fan.de und „Mariah Carey-A tear-out photo-book“)

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