Das Gesicht des Drachen (Taschenbuch) / Jeffrey Deaver Testbericht

Blanvalet-taschenbuchverl-das-gesicht-des-drachen-taschenbuch
ab 6,20
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(3)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von BjoernS

Von chinesischen Ferkeln und Geistern

Pro:

Spannend, gut gezeichnete Figuren, ein solider Krimi

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Gute gemachte Krimis mit einem Hang zur Ausführung der forensischen Arbeit haben mich schon immer fasziniert und so bin ich schon recht früh auf den Autor Jeffrey Deaver gestoßen. Dabei kamen mir natürlich auch die Figuren Amelia Sachs und Lincoln Rhyme unter die Augen. Einen ihrer Fälle möchte ich hier vorstellen ... „das Gesicht des Drachen“


<<<<<<<<<<<<<<
Storyline
<<<<<<<<<<<<<<

Die ganze Welt sucht nach einem chinesischen Menschenschmuggler, der durch seine besondere Brutalität berüchtigt wurde und im Allgemeinen nur als „der Geist“ bekannt ist. Niemand kennt seine wahre Identität. Doch dies soll sich nun ändern, denn dem gelähmten Ermittler Lincoln Rhyme ist es gelungen, heraus zu finden, dass der Geist mit einer Ladung von illegalen Einwanderern auf dem Weg in die USA ist.

Als auf dem Schiff mit dem die Menschen geschmuggelt werden, die Küstenwache der USA bemerkt wird, versperrt der Geist den Flüchtligen den Weg aus den Laderäumen und sprengt das Boot in die Luft. Er will, dass niemand überlebt, denn sonst könnte seine Identität ans Licht kommen. Einigen Flüchtlingen gelingt jedoch die Flucht mit einem kleinen Schlauchboot und sie erreichen den rettenden Strand – und machen sich sofort auf in Richtung New York, um dort in Chinatown unter zu tauchen. Der Geist ist ihnen auf den Fersen und setzt alles dran, die Flüchtlinge (die er nur als Ferkel bezeichnet) zu finden und aus zu löschen ...

Kurz nach den Flüchtlingen gelangt Rhymes Partnerin Amelia Sachs an den Strand und beginnt mit ihren Ermittlungen – auch wenn forensische Arbeit an einem Strand sehr schwierig ist. Sie rettet einen der Flüchtlinge schwer verletzt aus dem Wasser und hat damit einen ersten Anhaltspunkt. Diese Zeichen zeigen nach Chinatown und für Rhyme, Sache und das gesamte Team beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – ihnen ist klar, dass sie die Illegalen vor dem Geist finden müssen, denn nur so haben sie eine Chance, die Menschen zu retten und die Identität vom Geist zu ermitteln ...


<<<<<<<<<<<<<<
Meine Meinung
<<<<<<<<<<<<<<

Wie bereits in seinen anderen Werken setzt Deaver auch hier auf solide Krimiarbeit und erreicht damit einen Volltreffer. Zwar sind die eingesetzten Effekte durchweg nichts neues, aber das stört beim Lesen nicht wirklich. Mit geschickten Wechseln in den verschiedenen Handlungssträngen (mal liest man von Sachs, mal vom Geist, mal von den Flüchtlingen) und dem sogenannten Cliffhanger-Effekt (am Ende des Kapitels bleibt eine Frage offen), führt Deaver den Leser immer wieder aufs Glatteis und steigert peramanet die Spannung. Ab Mitte des Buches kann man das Werk schon fast nicht mehr aus der Hand legen ...

In der Zeichnung der Personen geht Deaver genau den richtigen Weg. Für die Handlung wichtige Personen werden detailliert und liebevoll beschrieben – über unwichtige Personen wird nur das nötigste gesagt. Das vereinfacht die Verfolgung der Story ein wenig, denn es kommen doch sehr viele Personen innerhalb der Handlung vor. Unübersichtlich wird es dabei übrigens nicht. Ein wenig detaillierter als sonst, geht Deaver auf der Verhältnis zwischen Sachs und Rhyme ein – hier ist es von Vorteil, wenn man die anderen Geschichten des Ermittlerteams kennt. Unbedingt notwendig ist das aber nicht.

Interessant fand ich nicht nur die Einblicke in die forensische Arbeit, die zwar gut beschrieben und ausreichend erklärt werden, sondern auch die Einblicke in die Vorgänge um die illegale Einwanderung und das Leben in Chinatown. Hier zeichnet Deaver ein sehr realistisch wirkendes Bild und man kann sich durchaus vorstellen, dass es wirklich so abläuft. Dabei haben diese Zusammenhänge keine unlogischen Punkte und gliedern sich nahtlos in die fiktive Geschichte ein – was die Glaubwürdigkeit steigert.

Apropro nahtlos – das gilt für die gesamte Story. Es gibt keine Lücken und Dinge, die im ersten Moment keinen Sinn zu machen scheinen, werden später in die Geschichte integriert und passen hervorragend ins Bild. Genauso ist es mit der Spannung: es beginnt auf recht hohem Niveau und lässt dann nicht mehr nach, wird nach und nach sogar gesteigert. Echte Länge gibt es nicht.


<<<<<<<<<<<<
Fakten
<<<<<<<<<<<<

„Das Gesicht des Drachen“ von Jeffrey Deaver ist Oktober 2004 bei Blanvet als broschierte Ausgabe erschienen (Sondereinband im gleichen Verlag von Januar 2003) und wurde von Thomas Haufschild ins Deutsche übersetzt. Die ISBN lautet 3442360919 und das Werk kostet bei amazon derzeit 8,95 Euro.


<<<<<<<<<<<<
Fazit
<<<<<<<<<<<<

Ein sehr sehr guter Krimi, den ich durchweg empfehlen kann. Das Thema der illegalen Einwanderung ist ziemlich aktuell, an Spannung ist das Buch kaum zu überbieten und der Stil ist liebevoll, detailliert und gut zu lesen. Was will man mehr?


Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
Cu easywk