Das Gesicht des Drachen (Taschenbuch) / Jeffrey Deaver Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gering

Thrill-Thriller-Deaver

Pro:

alles

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Die meisten Leseratten werden mittlerweile einmal einen Deaver in der Hand gehalten haben. Den Thrillerautor, der in den letzten Jahren die Nr. 1 weltweit in diesem Genre ist. Und wenn nicht, so werden die anderen durchaus die Romanverfilmung DER KNOCHENJÄGER kennen, der der erste Thriller mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs darstellte.
Mit DAS GESICHT DES DRACHEN liegt nun der vierte Band rundum Rhyme und Sachs im Hardcover vor.


++++++INHALT++++++

Dass die Amerikaner ein Einwanderungsproblem haben bzw. ein Problem mit Einwanderung, ist bekannt. Besser ausgedrückt: Sie haben heute ein Problem damit, denn sie selbst sind ja bis auf die Ureinwohner, fälschlicherweise Indianer genannt, auch alle eingewandert. Zwei große Gruppen versuchen, in den Staaten ihr Glück zu machen: Menschen aus dem Süden, aus Mexiko und den Lateinamerikanischen Staaten, und Flüchtlinge aus Asien, China vor allem.
Die letzte Gruppe wurde zum Leitbild des Thrillers DAS GESICHT DES DRACHEN.
Rhymes und Sachs als Spezialisten für die Tatortuntersuchung und forensische Experten wurden von der Einwanderungsbehörde und dem FBI gebeten, sie bei dem Aufspüren eines gefährlichen Schlangenkopfes zu helfen, der allgemein nur DER GEIST genannt wird. Von ihm gibt es keine Fotos und kein Wissen über die Person, weshalb die Suche sich als Recht schwierig erweist. Dennoch gelingt es Rhyme festzustellen, dass der Geist sich gerade auf einem Schiff auf dem Atlantik befindet und versuchen wird, sich nach New York durchzumogeln, vermutlich, um weitere Geschäfte zu tätigen. Schlangenköpfe werden nämlich die Initiatoren des Menschenhandels genannt.
Doch läuft fast alles schief was schief laufen kann: Als der Geist merkt, dass ihm die Polizei auf hoher See eine Falle stellen will, versenkt er das Schiff, nicht aber, ohne vorher die Ferkel, so bezeichnet er die Menschliche Fracht, im Laderaum eingesperrt zu haben.
Dem Geist gelingt die Flucht, leider aber auch einigen der Ferkel, und so muss der Geist versuchen, diese auszuschalten. Rhyme und sein Team sind geschockt, hatten mit dem Ausgang nicht gerechnet.
Für Lincoln und Amelia beginnt die Jagd auf den wohl skrupellosesten Menschenhändler, der seinerseits auch den Mord an Polizisten problemlos durchführen lässt.
Dem Team um Rhyme und Sachs kommt Sonny Li zu Hilfe, der sich als Ferkel ausgegeben hat, um auf dem Schiff mitfahren zu können, in der Tat aber ein verdeckter Ermittler ist.
Zunächst misstrauisch beäugt, hilft er den Ermittlungen auf der Suche nach dem Geist ein großes Stück weiter – bis auch er ein Opfer des Geistes wird.
Dieser hat nämlich seine Identität geändert, und zwar soweit, dass niemand in ihm einen ruchlosen Mörder sehen würde……


++++++MEINUNG++++++

Zweifelsohne hat Deaver mit diesem vierten Band der Rhyme – Figur erneut einen hochklassigen Thriller hingelegt, der in seiner Fangemeinde mal wieder zu Kauforgien fürhen wird.
Wie bei jeder bekannteren Romanfigur bzw. Romanfiguren lebt das Team Rhyme und Sachs vor allem durch die vermittelte Authenzität. Nun mag der eine oder andere Leser bei der ersten Lektüre eines der Bücher ein wenig überfordert sein, wenn es um das forensische Fachvokabular geht, aber das erliest sich relativ schnell und sollte keine größeren Probleme darstellen. Wichtiger hingegen ist, dass die Personen glaubwürdig sind bzw. Kraft ausstrahlen. Der gelähmte Rhymes wirkt nach außen hin harsch, ist in seinem Ton oft verletzend und es bedarf schon eine gewisse Geduld seines Umfeldes, nicht beleidigt zu sein. Unter der Schale aber nagen Sehnsüchte nach dem alten Leben an ihm, sich bewegen zu können, und so klammert er, ausgenommen der Phasen, in denen er an Selbstmord denkt, alle Hoffnung an neue Operationsmethoden, die ihm Linderung verschaffen können.
Er ist der rationale Teil des Teams, der Logos, der durch rein kognitive Operation ein Problem zu lösen sucht.
Amelia Sachs hingegen ist eine gutaussehende Rothaarige, die an den Nägeln kaut und fahren kann wie der Teufel, die weinen kann, sich Kinder wünscht, sich nach einer Familie sehnt – und das mit Rhymes.
Nicht nur, dass mit diesem Buch ein aktuelles Thema aufgegriffen wird, bei dem die Rolle der Politik in Hinblick auf das grausame Schicksal vieler Flüchtlinge sehr kritisch dargelegt wird. Es sind die Menschen selbst, die von sich aus dem Leser die Meinung des Autors über diesen Sachverhalt ausdrücken..

Thriller, Krimis, alle Genres lassen ein Buch nur dann erfolgreich werden, wenn dem Autor eine Mischung aus Spannung, Glaubwürdigkeit, innere Folgerichtigkeit der Handlung und überzeugenden Figuren gelingt. Das alles schafft Deaver in jedem seiner Bücher
Glaubwürdigkeit der Personen, die sich ergibt durch eine inhaltlich gerade, nachvollziehbare Linie ihres Verhaltens, und ein interessant – kritisch geschilderter Inhalt, verbunden mit der Kunst, dem Leser in immer kleinen Spannungsschüben das Weglegen des Buches fast unmöglich zu machen.
Das ist nicht nur die Stärke dieses vierten Bandes über Rhymes und Sachs.

Für alle Deaver – Fans ein „muss“, für alle anderen ein „muss sein“.


Michael

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Striker1981

    10.07.2008, 14:39 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • catmother

    09.08.2004, 19:41 Uhr von catmother
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich staune schon, welche Berichte ich alles von dir verpaßt habe.