Der Insektensammler (Taschenbuch) / Jeffrey Deaver Testbericht

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Erfahrungsbericht von orlan

Duell in den Sümpfen

Pro:

Spannung, Spannung, Spannung

Kontra:

Nicht so packend wie seine Vorgänger

Empfehlung:

Ja

"Der Insektensammler" ist ein Roman von Jeffery Deaver. Er ist im Jahre 2003 als Taschenbuchausgabe im Goldmann Verlag erschienen. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Hans-Peter Kraft.
Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Jahr 2000 unter dem Titel "The Empty Chair".

Inhalt
*****
Lincoln Rhyme, der geniale forensische Kriminalist aus New York, der nach einem Anschlag nahezu vollständig gelähmt ist, sieht endlich eine Chance, seine Bewegungsfähigkeit zumindest teilweise wiederzuerlangen. Dazu begibt er sich gemeinsam mit seiner Assistentin und Freundin Amelia Sachs in eine Spezialklinik nach North Carolina, um sich dort operieren zu lassen.
Doch kurz vor dem riskanten Eingriff bittet ihn Jim Bell, der örtliche Sheriff, um seine Hilfe. Die junge Mary Beth McConnell ist entführt und in die Sümpfe verschleppt worden.
Bei der Tat wurde ein Mann erschlagen. Täter ist der 16jährige Garrett Hanlon, der seitdem spurlos verschwunden ist. Angeblich soll Garrett in der Gegend schon einige weitere Morde begangen haben. Die Leute nennen ihn nur den "Insektensammler", weil er sich beinahe besessen für Insekten aller Art interessiert.
Bald schon wird mit Lydia Johansson noch eine weitere Frau entführt und ein Polizist kommt ums Leben - durch die Stiche hunderter Hornissen.
Ab nun wird die Jagd auf den Täter für die Polizisten von Paquenoke County zu einer persönlichen Angelegenheit. Insbesondere Deputy Mason Germain scheint vieles daran zu liegen, den Jungen zur Strecke zu bringen, sei es nun tot oder lebendig. Auch drei junge Männer, die sich die ausgesetzte Belohnung verdienen wollen, kommen den Ermittlern immer wieder in die Quere.
Dank der brillanten Ermittlungsarbeit von Lyncoln Rhyme und seiner Assistentin Amelia Sachs gelingt es schließlich, Garrett zu fassen und Lydia Johansson zu befreien. Doch Mary Beth McConnell bleibt weiter verschwunden.
Die Verhöre des "Insektensammler" bleiben ohne Erfolg. Er beteuert, die Frauen nur entführt zu haben, um sie zu schützen, mit den Morden habe er nichts zu tun.
Trotz seiner erst 16 Jahren drohen ihm viele Jahre Haft in einem der härtesten Gefängnisse des Landes. Doch Amelia Sachs glaubt ihm und verhilft ihm schließlich sogar zur Flucht.
Verzweifelt versuchen Rhyme und die örtlichen Polizisten, die beiden zu finden. Doch in Amelia Sachs und dem gewitzten Garrett Hanlon hat Lyncoln Rhyme zwei würdige Gegner gefunden. Schließlich droht das Geschehen endgültig zu eskalieren, als Sachs auf der Flucht aus Versehen den jungen Polizisten Jesse Corn erschießt.
Zum großen Showdown kommt es schließlich, als Sachs und Garrett, Rhyme und die Polizisten beim Versteck Mary Beth McConnells aufeinandertreffen. Doch alle erleben eine böse Überraschung, als sie in einen Hinterhalt geraten und von anderer Seite beschossen werden...
Zu guter Letzt gelingt es ihnen jedoch, die Angreifer zu überwältigen, doch es hat viele Tote gegeben.
Rhyme erfährt fast zu spät, dass er sich während seiner Ermittlungen mehrere Male geirrt hat. In Wirklichkeit geht es um viel Größeres. Er muss erkennen, dass er in ein wahres Hornissennest gestoßen ist und niemandem - wirklich niemandem - mehr trauen kann...

Meine Meinung
*************
Mit "Der Insektensammler" ist Jefferey Deaver ein weiterer hervorragender Kriminalroman gelungen, den ich von Anfang bis zum Ende nahezu in einem Rutsch begeistert durchgelesen habe.
Allerdings fand ich diesen Roman nicht ganz so packend und fesselnd wie beispielsweise "Der Knochenjäger" oder "Die Tränen des Teufels", zwei weitere Romane Deavers, die ich bereits gelesen habe. Im Gegensatz zu diesen Romanen spielt nicht die Jagd nach einem einzigen, überaus intelligenten und gerissenen Killer die Hauptrolle. In "Der Insektensammler" gibt es vielmehr mehrere Täter, von denen einer - nämlich Garrett Hanlon - ja sogar von Anfang an bekannt ist. Auch hat man - zumindest gegen Ende - nicht unbedingt den Eindruck, dass sich beispielsweise Mary Beth McConnell in einer derartigen Gefahr befindet, dass die Ermittlungsarbeit unter derartigem Zeitdruck steht, dass jeder noch so kleine Fehler ihr Verderben bedeuten kann.
Dennoch ist der Roman spannend bis zum Schluss. Kaum glaubt man, der Täter wäre endlich geschnappt, geschehen neue und unvorhersehbare Dinge, die sämtliche Vermutungen, die die Ermittler angestellt haben (und natürlich auch man selbst als Leser) wieder über den Haufen werfen. Selbst nachdem zu guter Letzt alle Geheimnisse gelüftet zu sein scheinen, als Amelia Sachs wieder frei ist und Lyncoln Rhyme sich endlich der ersehnten Operation unterziehen kann, setzt Deaver noch einen drauf, und Rhyme muss wieder von ganz unvorhergesehener Seite um sein Leben fürchten.
Dank der beiden zu Beginn des Buches abgedruckten Karten von Paquenoke County kann man sich als Leser auch ein ganz gutes Bild von der Gegend und dem Gelände machen, wo Garrett seine Opfer versteckt hält und versucht, seine Verfolger abzuschütteln. Man hat dazu genau die Karte zur Verfügung, die auch Lincoln Rhyme bei seinen Ermittlungen verwendet

Der Autor
*********
Jeffery Wilds Deaver, Jahrgang 1950, wuchs in dem kleinen Ort Glen Ellyn in der Nähe von Chicago auf. Nach einigen Jahren, in denen er als Folksänger arbeitete, studierte er Journalismus und Jura. Nach seinem Studium arbeitete er acht Jahre als Anwalt, bevor 1988 sein erster Kriminalroman veröffentlich wurde.
Nach einer Weile war er in der Lage, von der Schriftstellerei zu leben und gab seinen Beruf als Anwalt auf.
1997 erschien mit "Die Assistentin" sein bisher wohl erfolgreichster Roman, der unter dem Titel "Der Knochenjäger" mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen verfilmt wurde.
Heute lebt und arbeitet Jeffery Deaver abwechselnd in Clifton, Virginia und Kalifornien.

Wer sich näher für Jeffery Deaver und seine Werke interessiert, sollte mal im Internet bei http://www.krimi-couch.de/krimis/jeffery-deaver.html vorbeischauen. Dieser Seite sind auch die Informationen der obigen kurzen Biographie entnommen.

Fazit
****
"Der Insektensammler" von Jefferey Deaver erreicht zwar nicht ganz die Spannung und die Qualität seiner Vorgänger, ist aber dennoch ein hervorragender Kriminalroman, den ich allen Freunden spannender Unterhaltung und packender Thriller nur empfehlen kann.
Unter Berücksichtigung der Vorgängerwerke gibt es "nur" fünf Sterne.

Daten
*****
Der Insektensammler / Deaver, Jeffery
Blanvalet/Goldmann Verlag, 2003
Taschenbuch, 478 Seiten
ISBN: 3-442-35905-8
Preis: 8,90 Euro

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