Lautloses Duell (Taschenbuch) / Jeffrey Deaver Testbericht


ab 9,77 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von winterspiegel
Der Tod lauert auf der Festplatte
Pro:
Wendungsreiche und überraschende Handlung, fesselnd und lehrreich
Kontra:
Nicht viel
Empfehlung:
Ja
Es könnte gut sein, dass man nach der Lektüre dieses Buches bei der nächsten Online-Sitzung, seinen Computer mit etwas anderen Augen sieht. Oder ihm zumindest mit zwiespältigeren Gefühlen gegenübersitzt.
Natürlich muss nicht der Teufel an die Wand gemalt werden, wenn man sich mal wieder in diversen Chat-Rooms herumtreibt. Bei Ebay nach einem Schnäppchen suchend sich durchklickt. Oder aber seinen - wieder mal in den unterirdischen Bereichen befindlichen Kontostand abfragen will.
Dennoch, es wäre durchaus vorstellbar, dass jemand bei diesen anfallenden Computertätigkeiten einem unbemerkt über die Schulter schaut. Und damit ist sicher nicht der Partner oder die Eltern gemeint, die einem beim herunterladen von nicht ganz jugendfreien Bildchen aus dem Internet ertappen könnten. Nein, die Angelegenheit könnte um einiges gefährlicher werden… viel gefährlicher.
Handlung
Detective Andy Anderson, Einsatzleiter für Computerverbrechen im kalifornischen Silicon Valley ist einem außerordentlich fähigen Hacker auf der Spur, der sich mit Hilfe eines raffinierten Programms in die Privatsphäre seiner Opfer einschleicht, ihnen auflauert und tötet.
Anderson sieht sich gezwungen, dem in der Haftanstalt einsitzenden Hacker-Genie Wyatt Gillette die Umstände zu schildern, und um sein Mitwirken zu bitten. Gillette stimmt zu. Unter strengen Sicherheitsauflagen kommen sie im bestens- mit modernster Technik ausgestattetem Hauptquartier der Rechnerspezialisten an. Dort gibt es schließlich unter den Beamten allerlei Gerangel um die Kompetenzen, als Detective Frank Bishop von der State Police Mordkommission und sein Partner Bob Shelton sich einzumischen beginnen.
Nichtsdestotrotz kommt die Abteilung dem Computereindringling und Mörder der sich Phate nennt, mit der tatkräftigen Unterstützung von Gillette bald auf die Spur. Doch Phate ist dem Polizeiteam immer einen Schritt voraus. Und eines Tages, als Anderson eine verdächtige Person stellen will, tappt der Beamte in die Falle des Mörders und wird sein nächstes Opfer.
Bishop, der – wie Gillette erstaunt feststellen muss - sich als gar nicht mal so übler Bulle herausstellt, bewahrt nämlich den Hacker davor gleich wieder ins Gefängnis zu müssen. Doch noch belauern sich die beiden Männer misstrauisch. Wyatt Gillette nimmt Kontakt zu anderen Hackern auf, die sich mit Phate Online getroffen haben. Danach wird schnell klar, dass der Mörder ein dämonisches Programm entwickelt hat, dass es ihm ermöglicht in jeden x-beliebigen Rechner einzudringen und alles darauf Gespeicherte in Erfahrung zu bringen. Irgendwann muss Bishop feststellen, dass Gillette und Phate früher zusammen in einer Cyber-Gang waren, und in so manches bombensicher geglaubte Sicherheitsnetz eingedrungen sind.
Gillette flieht, doch Bishop greift ihn schließlich bei seiner Ex-Frau auf, die aber ihrerseits anscheinend nichts mehr vom Hacker wissen will. Als Gillette wieder einmal auf halbem Weg wieder zurück in den Knast ist, bittet er Bishop um eine allerletzte Chance. Der Detective entscheidet gegen alle Einwände seiner Einsatzleitung, weil er zu begreifen beginnt, dass Gillette der einzige ist, mit dessen Hilfe er den Verbrecher tatsächlich dingfest machen kann...
Kritik
Es ist schon ganze Menge, was dem Krimifreund da aus dem Bereich des Cyberspace und der verschworenen Gemeinde der Computer-Freaks, die sich in den Dimensionen des weltumspannenden Netzes bewegen, geboten wird. Deaver hat sich nicht gescheut viele Fachbegriffe und Insider-Kauderwelsch zu verwenden, um seinen Thriller die nötige Glaubwürdigkeit und Atmosphäre zu geben. Des weiteren hat der Autor es genauso wenig versäumt, die weniger versierten auf dem Gebiet der Bits und Bytes ausreichend aufzuklären, sodass einem nahezu ungetrübtem Mitverfolgen der fesselnden Handlung praktisch nichts mehr im Wege steht.
Und Packend ist die Story insgesamt gesehen von Anfang bis zum Ende.Trotz kleineren, nicht allzu sehr ins Gewicht fallenden Längen vor allem im Anfangsdrittel. Es braucht halt doch ein wenig Zeit, bis der Ganze Sachverhalt von Deaver geschildert wird, und der immer wieder Hacken schlagende Plot richtig zündet. Aber nachdem die Handlung erst einmal ins Rollen gekommen ist, und sich der Leser mit den Spielregeln vertraut gemacht hat, die Deaver ziemlich ausgeklügelt entwarf, beginnt ein Abenteuer das spannende Unterhaltung pur verspricht.
Der Autor hat sich auch die Zeit genommen seine Protagonisten relativ ausführlich vorzustellen, was sich bei seinen anderen Büchern die ich von ihm kenne, lange nicht so deutlich herauskristallisiert hatte. Wenn dann – was schon das eine oder andere Mal im Buch passiert – eine Figur vorzeitig den Löffel abgibt, lässt das den Leser deshalb auch nicht unbedingt kalt. Das Schlussdrittel ist ein durchweg wendungsreiches Kriminalstück, bei dem so gut wie alle Register gezogen werden, die dieses Genre so faszinierend machen. Deaver lässt seine Darsteller (und natürlich auch den Leser) in der fintenreichen Handlung in so manche Falle stolpern, die sich mal als harmlos und ein anderes Mal wiederum als absolut tödlich herausstellt. Wie in einer guten alten Sherlock Homes oder Agatha Christie Geschichte, kann man seine eigenen Schlüsse ziehen und hat viel Gelegenheit selbst kräftig mitzuspekulieren. Ein guter Anreiz, der mich durch die 500 Seiten voller interessanter und atemberaubender Geschehnisse geradezu mitfiebern ließ.
Jeffery Deaver schreibt trotz aller eingebauten Feinheiten und Überraschungen jederzeit verständlich, auch wenn das komplizierte Thema sicher nicht gerade einfach aufzubereiten war. Und wenn im Finale ähnlich wie in einem Computerspiel in dem so gut wie alles passieren kann, der Handlungsverlauf Bürzelbäume schlägt und seinen Höhepunkt erreicht, da möchte ich den Leser sehen, der noch im Stande ist das Buch für längere Zeit aus der Hand zu legen.
Fazit
Im Roman „Lautloses Duell“ org. „The Blue Nowhere“ macht der ehemalige Anwalt Jeffery Deaver etwas, was vor ihm schon einige bekannte Autoren versucht haben: Kriminal-Story mit der Welt der Computer und des Cyberspace zu verbinden. Was nur wenigen Schriftstellern wirklich gut gelang, ist bei Deaver zu einer fesselnden Einheit zusammengewachsen. Die spannende und mit unzähligen Überraschungsmomenten gespickte Polizeigeschichte, in Verbindung mit der Hackerszene gibt außerdem einen sehr interessanten Hintergrund ab.
Empfehlenswert für Freunde der Spannung die keine Aversionen zu Computern haben, ist dieses Buch ganz sicher. Denn von den drei Werken die ich von Jeffery Deaver schon lesen durfte, gehört dieses sicher zu dem Besten. Es versteht ausgezeichnet mit seinen Lesern und ihren Erwartungen zu spielen. In nur zwei Tagen hatte ich diesen Thriller durch, dies sollte eigentlich allein schon für sich selber sprechen.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
Jeffery Deaver
Lautloses Duell
Roman
Goldmann-Verlag
Preis: 9 Euro
Natürlich muss nicht der Teufel an die Wand gemalt werden, wenn man sich mal wieder in diversen Chat-Rooms herumtreibt. Bei Ebay nach einem Schnäppchen suchend sich durchklickt. Oder aber seinen - wieder mal in den unterirdischen Bereichen befindlichen Kontostand abfragen will.
Dennoch, es wäre durchaus vorstellbar, dass jemand bei diesen anfallenden Computertätigkeiten einem unbemerkt über die Schulter schaut. Und damit ist sicher nicht der Partner oder die Eltern gemeint, die einem beim herunterladen von nicht ganz jugendfreien Bildchen aus dem Internet ertappen könnten. Nein, die Angelegenheit könnte um einiges gefährlicher werden… viel gefährlicher.
Handlung
Detective Andy Anderson, Einsatzleiter für Computerverbrechen im kalifornischen Silicon Valley ist einem außerordentlich fähigen Hacker auf der Spur, der sich mit Hilfe eines raffinierten Programms in die Privatsphäre seiner Opfer einschleicht, ihnen auflauert und tötet.
Anderson sieht sich gezwungen, dem in der Haftanstalt einsitzenden Hacker-Genie Wyatt Gillette die Umstände zu schildern, und um sein Mitwirken zu bitten. Gillette stimmt zu. Unter strengen Sicherheitsauflagen kommen sie im bestens- mit modernster Technik ausgestattetem Hauptquartier der Rechnerspezialisten an. Dort gibt es schließlich unter den Beamten allerlei Gerangel um die Kompetenzen, als Detective Frank Bishop von der State Police Mordkommission und sein Partner Bob Shelton sich einzumischen beginnen.
Nichtsdestotrotz kommt die Abteilung dem Computereindringling und Mörder der sich Phate nennt, mit der tatkräftigen Unterstützung von Gillette bald auf die Spur. Doch Phate ist dem Polizeiteam immer einen Schritt voraus. Und eines Tages, als Anderson eine verdächtige Person stellen will, tappt der Beamte in die Falle des Mörders und wird sein nächstes Opfer.
Bishop, der – wie Gillette erstaunt feststellen muss - sich als gar nicht mal so übler Bulle herausstellt, bewahrt nämlich den Hacker davor gleich wieder ins Gefängnis zu müssen. Doch noch belauern sich die beiden Männer misstrauisch. Wyatt Gillette nimmt Kontakt zu anderen Hackern auf, die sich mit Phate Online getroffen haben. Danach wird schnell klar, dass der Mörder ein dämonisches Programm entwickelt hat, dass es ihm ermöglicht in jeden x-beliebigen Rechner einzudringen und alles darauf Gespeicherte in Erfahrung zu bringen. Irgendwann muss Bishop feststellen, dass Gillette und Phate früher zusammen in einer Cyber-Gang waren, und in so manches bombensicher geglaubte Sicherheitsnetz eingedrungen sind.
Gillette flieht, doch Bishop greift ihn schließlich bei seiner Ex-Frau auf, die aber ihrerseits anscheinend nichts mehr vom Hacker wissen will. Als Gillette wieder einmal auf halbem Weg wieder zurück in den Knast ist, bittet er Bishop um eine allerletzte Chance. Der Detective entscheidet gegen alle Einwände seiner Einsatzleitung, weil er zu begreifen beginnt, dass Gillette der einzige ist, mit dessen Hilfe er den Verbrecher tatsächlich dingfest machen kann...
Kritik
Es ist schon ganze Menge, was dem Krimifreund da aus dem Bereich des Cyberspace und der verschworenen Gemeinde der Computer-Freaks, die sich in den Dimensionen des weltumspannenden Netzes bewegen, geboten wird. Deaver hat sich nicht gescheut viele Fachbegriffe und Insider-Kauderwelsch zu verwenden, um seinen Thriller die nötige Glaubwürdigkeit und Atmosphäre zu geben. Des weiteren hat der Autor es genauso wenig versäumt, die weniger versierten auf dem Gebiet der Bits und Bytes ausreichend aufzuklären, sodass einem nahezu ungetrübtem Mitverfolgen der fesselnden Handlung praktisch nichts mehr im Wege steht.
Und Packend ist die Story insgesamt gesehen von Anfang bis zum Ende.Trotz kleineren, nicht allzu sehr ins Gewicht fallenden Längen vor allem im Anfangsdrittel. Es braucht halt doch ein wenig Zeit, bis der Ganze Sachverhalt von Deaver geschildert wird, und der immer wieder Hacken schlagende Plot richtig zündet. Aber nachdem die Handlung erst einmal ins Rollen gekommen ist, und sich der Leser mit den Spielregeln vertraut gemacht hat, die Deaver ziemlich ausgeklügelt entwarf, beginnt ein Abenteuer das spannende Unterhaltung pur verspricht.
Der Autor hat sich auch die Zeit genommen seine Protagonisten relativ ausführlich vorzustellen, was sich bei seinen anderen Büchern die ich von ihm kenne, lange nicht so deutlich herauskristallisiert hatte. Wenn dann – was schon das eine oder andere Mal im Buch passiert – eine Figur vorzeitig den Löffel abgibt, lässt das den Leser deshalb auch nicht unbedingt kalt. Das Schlussdrittel ist ein durchweg wendungsreiches Kriminalstück, bei dem so gut wie alle Register gezogen werden, die dieses Genre so faszinierend machen. Deaver lässt seine Darsteller (und natürlich auch den Leser) in der fintenreichen Handlung in so manche Falle stolpern, die sich mal als harmlos und ein anderes Mal wiederum als absolut tödlich herausstellt. Wie in einer guten alten Sherlock Homes oder Agatha Christie Geschichte, kann man seine eigenen Schlüsse ziehen und hat viel Gelegenheit selbst kräftig mitzuspekulieren. Ein guter Anreiz, der mich durch die 500 Seiten voller interessanter und atemberaubender Geschehnisse geradezu mitfiebern ließ.
Jeffery Deaver schreibt trotz aller eingebauten Feinheiten und Überraschungen jederzeit verständlich, auch wenn das komplizierte Thema sicher nicht gerade einfach aufzubereiten war. Und wenn im Finale ähnlich wie in einem Computerspiel in dem so gut wie alles passieren kann, der Handlungsverlauf Bürzelbäume schlägt und seinen Höhepunkt erreicht, da möchte ich den Leser sehen, der noch im Stande ist das Buch für längere Zeit aus der Hand zu legen.
Fazit
Im Roman „Lautloses Duell“ org. „The Blue Nowhere“ macht der ehemalige Anwalt Jeffery Deaver etwas, was vor ihm schon einige bekannte Autoren versucht haben: Kriminal-Story mit der Welt der Computer und des Cyberspace zu verbinden. Was nur wenigen Schriftstellern wirklich gut gelang, ist bei Deaver zu einer fesselnden Einheit zusammengewachsen. Die spannende und mit unzähligen Überraschungsmomenten gespickte Polizeigeschichte, in Verbindung mit der Hackerszene gibt außerdem einen sehr interessanten Hintergrund ab.
Empfehlenswert für Freunde der Spannung die keine Aversionen zu Computern haben, ist dieses Buch ganz sicher. Denn von den drei Werken die ich von Jeffery Deaver schon lesen durfte, gehört dieses sicher zu dem Besten. Es versteht ausgezeichnet mit seinen Lesern und ihren Erwartungen zu spielen. In nur zwei Tagen hatte ich diesen Thriller durch, dies sollte eigentlich allein schon für sich selber sprechen.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
Jeffery Deaver
Lautloses Duell
Roman
Goldmann-Verlag
Preis: 9 Euro
Bewerten / Kommentar schreiben