Lautloses Duell (Taschenbuch) / Jeffrey Deaver Testbericht


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Erfahrungsbericht von Cuchulainn1981
Das blaue Nichts
Pro:
Ein einfach geniales Buch
Kontra:
Ich sagte schon: Genial. Welches Kontras soll es da geben?
Empfehlung:
Ja
Inhalt:
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Ein Mörder geht in Silicon Valley um, dem Tal der Computer und des Internets. Der Mörder nennt sich im Internet Phate. Er hackt sich in die Computer seiner potentiellen Opfer ein und bringt alles über sie in Erfahrung. So kann er sie in eine tödliche Falle locken. Phate ist brutal und gnadenlos – und nicht zu erwischen. Die Polizei ist verzweifelt.
Detective Anderson von der CCU (der Einheit für Computerkriminalität) schlägt einen ungewöhnlichen Weg ein, um Phate das Handwerk zu legen. Er möchte den Hacker Wyatt Gillette engagieren. Das Problem ist nur, dass Gillette derzeit im Gefängnis sitzt. Anderson lässt seine Beziehungen spielen, so dass er mit Gilette einen Handel abschließen kann: Der Hacker hilft der Polizei bei der Jagd auf den Mörder und bekommt dafür einen Rechner in seine Zelle. Wyatt ist einverstanden und wird zur CCU gebracht.
Schon bald stellt sich heraus, dass Phate das Online-Spiel „Access“ in der Realität nachspielt. In diesem Spiel geht es darum, so viele Menschen wie möglich aus nächster Nähe umzubringen. Je besser der Mord, desto mehr Punkte gibt es. Offensichtlich sieht Phate auch die Realität nur als ein Spiel an, und die Toten bedeuten ihm nicht mehr als Spielfiguren.
Während Gillette den Verbrecher im Internet, dem blauen Nichts wie er es nennt, jagt, ermittelt die Polizei auf ihre Art gegen den Mörder. Doch Phate ist nicht das einzige Problem. Die Regierung möchte Wyatt wieder im Gefängnis gehen, und es scheint ihr egal zu sein, dass nur der Hacker grausamen einen Mörder stoppen kann. Die Polizisten der CCU muss an zwei Fronten kämpfen: Einerseits gegen den brutalen Phate, andererseits gegen die Kräfte, die Gillette unbedingt wieder hinter Gitter haben wollen.
Doch auch für Gillette gibt es noch eine andere Sorge: Er will seine kurze Zeit in Freiheit nutzen, um wieder Kontakt zu seiner Ex-Frau aufzunehmen, die er noch immer liebt.
Aber Phate schläft nicht. Die Polizei muss zusehen wie er immer mehr Morde begeht. Und immer scheint er seinen Häschern um einen Schritt voraus zu sein. Hat er eventuell einen Informanten bei der CCU? Und wer ist sein geheimnisvoller Helfer Shawn?
Zwischen Gillette und Phate entwickelt sich ein nervenzerreißendes lautloses Duell in den unendlichen Weiten des Internets ...
Meinung:
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Ich habe selten etwas so spannendes gelesen. Jeffrey Deaver hat sich mit diesem Roman bei mir direkt in die Riege der besten Autoren katapultiert. Wenn die anderen Bücher genauso sind, werde ich sie ebenfalls lieben.
Aber erst einmal zu \"Lautloses Duell\".
Das für mich Besondere an diesem Buch ist, dass es mal eine Geschichte aus meinem Fachbereich ist. Sonst geht es um Anwälte, Gerichtsmediziner, usw. Das ist natürlich auch ganz schön und interessant, aber in diesem Buch spielen endlichen mal Internet und Computer die Hauptrolle. Es wird von so schönen Dingen gesprochen wie Programmierung mit C++, Betriebssysteme, Hacken, ... Klar, es gibt einige Geschichten über Hacker, vor allem Filme, aber die, die ich vor diesem Buch gekannt habe, waren eigentlich mehr Science-Fiction als wirklich realistisch. Anders \"Lautloses Duell\".
Deavers Personen benutzen selbstverständlich viele Begriffe aus der Computerwelt, das bringt das Thema einfach mit sich. Aber auch die Polizisten kennen sich nicht gut in dem Bereich aus, so dass Gillette ihnen vieles erklären muss. So bleibt die Geschichte trotz der Computertermini auch für den Leser nachvollziehbar. Denn alles wird erklärt. So weit ich das sehen konnte, sind die Erklärungen korrekt. Teilweise hat Deaver sie ein wenig vereinfacht, aber nur, weil weitere Erklärungen den Rahmen gesprengt hätten. Es handelt sich um einen Thriller, nicht um ein Buch über Computer. Einige Dinge erscheinen mir vielleicht etwas weit her geholt, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass es nicht funktioniert.
So ist es zum Beispiel mit dem Programm Trapdoor, das Phate geschrieben hat. Mir ist nicht bekannt, dass es ein solches Programm geben kann. Allerdings sagt Gillette selbst, dass es vor Phate noch nie jemand geschafft, eine Anwendung wie Trapdoor zu programmieren. Aber nur weil es noch niemand geschafft hat, heißt das nicht, dass es unmöglich ist. Möglicherweise sitzt gerade in diesem Moment irgendwo ein fleißiger Programmierer, der ein solches Programm entwickelt. Und wir alle denken, es sei nicht möglich.
Sogar ich habe bei diesem Buch noch einiges hinzugelernt. Später habe ich in anderen Büchern einige Dinge nachgelesen, und ich muss sagen, dass Deaver sich im Großen und Ganzen wirklich an Tatsachen hält.
\"Lautloses Duell\" stellt schonungslos die Gefahren unserer modernen Welt dar mit Computern und Internet. Es ist eine schöne und aufregende Welt, doch das Leben ist auch gefährlicher geworden. Der Autor zeigt wie sich Cracker in unsere Leben hacken und es ändern können. Unter Umständen sind die intimsten Geheimnisse nicht mehr sicher. Die Gefahren durch Viren und Trojaner wird gezeigt. Und die Welt hinter dem Internet der Normalbenutzer, denn diese sehen nur die Oberfläche. Wie das Raumschiff Enterprise kann man im Internet in unerforschte Welten vordringen, die mit den gewöhnlichen Mitteln nicht zu erreichen sind.
So räumt Deaver beispielsweise mit dem Begriff \"Hacker\" auf. Unter \"Hacker\" verstehen wir im Allgemeinen die Menschen, die Viren programmieren, in Bankrechner eindringen und auf elektronischem Wege Geld stehlen oder sonstige Schäden anrichten. Doch diese Personen werden als \"Cracker\" bezeichnet. Hacker richten keinen Schaden an, sondern wollen nur ihr Wissen vergrößern und es weitergeben. Außerdem wollen viele mit ihrem Wissen Crackern das Handwerk legen und decken oft beispielsweise Sicherheitslücken in Unternehmen auf. Im Gegensatz dazu sind die Cracker die wirklichen Kriminellen.
Die Figuren sind äußerst interessant. An erster Stelle stehen natürlich Wyatt Gillette und Phate. Gillette wird teilweise als der typische Hacker geschildert. Er ist computer- und internetsüchtig, seine Finger tippen in der Luft herum wie auf einer Tastatur und er ist ein absolutes Genie, das sich im Internet zurecht wie zu Hause. Er ist beinahe besessen davon, Phate das Handwerk zu legen, denn zu Gillettes Kodex als Hacker gehört es, keinem \"Zivilisten\" (Menschen, die kein Computerprofis sind) Schaden zuzufügen.
Doch Gillette hat auch ein Leben neben den Computern. Er trauert immer noch seiner Ex-Frau nach. Die Beziehung ist praktisch durch die Rechner zerstört worden, und Wyatt hat ein schlechtes Gewissen. Während seiner kurzen Zeit der Freiheit will er um jeden Preis Kontakt zu ihr aufnehmen und versuchen, die Beziehung zu retten. Außerdem beweist er unerwartetes Talent darin, einen Jungen zu trösten, der mit ansehen musste wie Phate seinen Schuldirektor tötet und der sich die Schuld gibt. Denn der Junge hat es Phate unbeabsichtigt ermöglicht, in die Schule zu gelangen. Hinter der Schale des Freaks scheint sich doch ein Mensch zu verstecken.
Was man von Phate nicht behaupten kann. Er lebt in einer Scheinwelt, denn er kann nicht mehr unterscheiden zwischen Realität und Spiel. Phate möchte das brutale Spiel Access in die Realität legen und sieht seine Opfer nur als Spielfiguren an, nicht als lebende Menschen. Phate ist genial. Er ist der Polizei und seinem Feind Gillette immer einen Schritt voraus, legt Fallen, schlägt seine Verfolger mit ihren eigenen Waffen.
Eine weitere wichtige Rolle spielt Patricia Nolan, die von einem großen Internet-Provider zur CCU geschickt wurde, um die Polizei ein wenig zu unterstützen. Sie gibt sich Mühe, doch sie ist lange nicht so gut wie Wyatt und Phate. Nolan ist einsam und auf der Suche nach einem Partner. Sie scheint den Hacker auserkoren zu haben. Doch vielleicht steckt hinter dieser Frau noch mehr.
Die Detectives haben eigentlich alle keine Ahnung von Computern. Detective Anderson, der Wyatt aus dem Gefängnis holt, steht auf Gillettes Seite, ebenso Detective Bishop. Doch der dritte Detective im Bunde, Shelton, würde Gillette gerne wieder im Gefängnis sehen und traut dem Hacker nicht über den Weg. Das gleiche gilt für den Geheimdienst, der alles versucht, um einen Grund zu finden, den Hacker wieder hinter schwedische Gardinen zu stecken. Dabei ist es gleichgültig, ob außer Wyatt niemand den Tod weiterer Menschen verhindern kann. Der Geheimdienst glaubt, dass es Wyatt gelungen sei, einen geheimen Code zu knacken. Deswegen stellt der Hacker eine Gefahr dar. Alles andere ist nebensächlich.
Mir als Fachinformatiker hat etwas noch besonders gut gefallen: Die Kapitelnummern sind in Binärzahlen angegeben, also in Zahlen, die nur aus 0 und 1 bestehen. Mit diesem System arbeiten Computer. Allerdings ist bei Kapitel 32 ein Fehler passiert. Dort ist eine Stelle untergegangen und danach stimmen die Binärzahlen nicht mehr. Aber darauf achten sowieso nur so Chaoten wie ich ;) Aber keine Angst, die Kapitelnummern stehen noch als Dezimalzahl dabei.
Am Ende des Buches gibt es ein vierseitiges Glossar, in denen wichtige Begriffe noch einmal erklärt werden. Es könnte ein wenig vollständiger sein, aber es ist auf jeden Fall eine Hilfe.
Dieses Buch habe ich wirklich quasi auf einmal gelesen. Ich lese viel im Zug auf dem Weg zur Arbeit. Noch nie habe ich mir gewünscht, dass die Zugfahrt einige Stunden dauert wie bei der Lektüre dieses Buches, so sehr hat es mich in seinen Bann geschlagen.
\"Lautloses Duell\" sorgt für unglaublichen Nervenkitzel und Schweißausbrüche. Deswegen kann ich es jedem Thrillerfan nur ans Herz legen. Und durch Deaver Schreibstil ist es auch für \"Zivilisten\" ein lesbares Buch.
Ich danke euch fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und wünsche viel Erfolg bei der Jagd auf Phate.
Titel: Lautloses Duell
Originaltitel: The blue nowhere
Autor. Jeffrey Deaver
ISBN: 3-442-45145-0
Preis: 9 Euro
Verlag: Goldmann
512 Seiten
27 Bewertungen, 6 Kommentare
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07.07.2009, 13:52 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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04.07.2009, 16:58 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir einen angenehmen Start ins Wochenende. Lg Anja PS: Freue mich über Gegenlesungen
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18.06.2009, 04:44 Uhr von sandieheinrich
Bewertung: sehr hilfreichGrüßle aus der Hauptstadt
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10.06.2009, 00:53 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht. LG
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15.08.2006, 00:07 Uhr von ShortBrini
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht...brini
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01.08.2004, 21:08 Uhr von skloiber13
Bewertung: sehr hilfreichSuper Klasse Bericht mit Style!!! Ich glaube meine Berichte würden dir auch gefallen ;-) mach weiter so!!! mfg skloiber13
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