Dede Testbericht

Dede
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Erfahrungsbericht von fussballfreak

Im Wohnzimmer ging alles los...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seine ersten Erfahrungen mit dem Spiel, das sein Leben so sehr bereichern sollte, machte Leonardo de Deus Santos, der 1978 in der brasilianischen Arbeiterstadt Minero geboren wurde, im heimischen Wohnzimmer seiner Eltern, wo er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern des Öfteren drei gegen drei spielte und so das Spiel auf engen Raum förmlich von zu Hause mit auf dem Platz nahm, denn im Wohnzimmer sollte die Karriere des gebürtigen Brasilianers nicht enden.

Seine ersten Fussballschuhe schnürte Dede, wie ihn nicht nur die Fans der Einfachheit halber nennen, bei Atlethic Minero, seinem Heimatverein wo er vorwiegend auf der linken Außenbahn zum Einsatz kam. Dort spielte er bis 1998 und gewann unter anderem den silbernen Schuh als zweitbester Abwehrspieler der Brasilianischen Liga und mit diesem in der Tasche wagte Dede den Sprung über den großen Teich hinüber nach Dortmund, wo er von da an trainieren und natürlich auch spielen sollte.

In Dortmund bildet er gemeinsam mit dem Mitbrasilianer Evanilson die so genannte Flügelzange. Das bedeutet nicht mehr, als das beide über die Flügel Druck nach vorne machen sollen. Evanilson auf der rechten, Dede auf der gewohnten linken Seite. So ist es nicht weiter verwunderlich, das Santos der Spieler bei den Borussen ist, der in der letzten Saison der Spieler war, der die meisten flanken schlug, ohne allerdings dadurch ein Tor direkt vorzubereiten. Obwohl Abwehrspieler schaltet sich regelmäßig in die Offensive ein und so ist auch regelmäßig mit einem Torschuss, hier und da auch mit einem erfolgreichen, zu rechnen. Überbewerten sollte man die Offensivqualitäten des jungen Brasilianers aber nicht. Quirlig und unermüdlich rackert er zwar nach vorne und ist hier und da sicherlich belebend für das Angriffsspiel der Schwarz-Gelben, die Hauptaufgabe bleibt aber immer noch das verteidigen des eigenen Sechzehners. Und so ist Dede außergewöhnlich Zweikampfstark. In der Offensive, wo er dreimal so viele Zweikämpfe bestritt wie Flügelflitzer Evanilson, gewann er 2001/2002 sehr gute 62 % und auch in der Defensive ist sein Wert bei 61 % mehr als zufrieden stellend. Gemeinsam mit, wieder einmal Evanilson, fing er die meisten Flanken im Team der Borussia ab.

Darüber hinaus ist Dede einer der Sympathieträger in Dortmund, denn der Brasilianer glänzt durch enormen Einsatzwillen (so hatte er insgesamt die meisten Ballkontakte der letzten Saison) und keiner fiebert auf dem Platz so sehr mit, keiner leidet so schön wie Leonardo. Was ihn, neben seinen fußballerischen Stärken, bei den Fans so beliebt macht, scheint seinen Gegnern eher zu missfallen und so war Dede der am meisten gefoulte Spieler bei den Borussen.

Auch bei mir steht die Nummer 17 der Borussen hoch in der Gunst, denn Dede wirkt auf mich sehr sympathisch und verzichtet nicht etwa auf seine Brasilianischen Fähigkeiten, sondern auf eher störende Eigenheiten wie zu Spät kommen oder ganz einfaches verschwinden, mit der die Liga ja hin und wieder zu kämpfen hat.

In die Nationalmannschaft hat es de Santos bislang nicht geschafft. Lediglich 1998 wurde er in die Olympiaauswahl berufen, musste dort aber auf Grund einer Verletzung passen. An den Leistungen, die der Deutsche Meister aus dem Jahre 2002 bringt, liegt dies nicht unbedingt. Vielmehr an dem übermächtigen Konkurrenten auf der linken Seite der Selecao, denn mit Roberto Carlos hat Dede den brasilianischen Verteidiger schlecht hin vor der Nase. Vielleicht wird er es dennoch in den nächsten Jahren in die Nationalmannschaft schaffen, denn das Potential dazu hat der Jungspund allemal.

Wenn ich einem Verein eine Empfehlung geben sollte, so könnte ich den Spaßmacher, der unterdessen auch für die Steigerung des Mannschaftsklima zu gebrauchen ist, ohne Bedenken weiter empfehlen, denn die spielerische Klasse, steht bei ihm ganz außer Frage. Er wird nicht nur Borussia Dortmund in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge Freude bereiten…


© fussballfreak / yopi-exclusiv am Dreikönigstag 2003

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