Degus Testbericht

Degus
ab 25,16
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Summe aller Bewertungen
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich
  • Spielbereitschaft:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Talianna

Liebenswert und Intelligent

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich habe selber keine Degus, jedoch besitzt eine Bekannte stolze 4 Stück. Ich helfe ihr des öfteren bei der Pflege und kann diese putzigen Tiere nur weiterempfehlen:


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Domestikation
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Der Degu, auch genannt \"Trugratte\", ist ein chilenisches Nagetier, das gerade in letzter Zeit sehr beliebt geworden ist (wurde mir berichtet :o) ).
Die Nager mit ihrem braunen Fell und ihrem körperlangen, behaarten Schwanz mit dunkler Quaste gelangten erstmals um 1975 nach Deutschland. Da ihre Heimtiergeschichte noch sehr jung ist, gibt es bis jetzt keine besonderen Zuchtvarianten.



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Art/Wesen/Herkunft
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Der Degu ist ein Verwandter des Meerschweinchens. Sie leben normalerweise in den offenen Gebieten von Nord- und Zentralchile, dort hausen sie in selbstgegrabenen Erdbauten. Familiengruppen von bis zu zehn Tieren, die ihr eigenes Territorium beanspruchen, bilden eine Kolonie, welche mehrere hundert Degus zählen kann. Rangordnungskämpfe sind bei den Männchen an der Tagesordnung. Ranghohe Männchen errichten sich neben ihrer Erdhöhle einen \"Aussichtsturm\" aus Holz- und Rindenstücken. Je höher der Turm, desto höher der Platz in der Rangordnung. Verlieren die Männchen ihren Rang so wird der Turm wieder abgebaut. Hierzu habe ich allerdings bisher keine Erfahrungen machen können (und da bin ich eigentlich ganz glücklich drüber), da meine Bekannte nur weibliche Tiere besitzt.
Jeder Familienverband stellt während der Futtersuche einen eigenen Wächter auf, der durch einen Ruf und mit hoch aufgerichtetem Schwanz die Artgenossen vor Gefahr warnt (dasselbe tut \"Puschel\", wenn ich ihrem Futter zu nahe komme :-) ).

In freier Natur verschwinden die Tiere, sobald sie Gefahr vermuten, mit großem Gezeter in ihren Erdhöhlen. Sie schauen aber kurz darauf wieder aus ihren Löchern heraus, um zu sehen, was genau den Alarm ausgelöst hat. Degus sind durchaus intelligente und furchtbar neugierige Tiere.

Sie ernähren sich von meist von trockenen Gräsern, Zwiebeln und Knollen, von Rinde, Kakteen, Samen und Früchten. Das Revier markieren sie, wie fast jedes Tier, mit Urinduft an Steinen, Büschen und Holzstücken. Fremde Artgenossen werden sofort und unwiderruflich vertrieben.
Degus sind tagaktive Nager. Sie klettern gern auf niedrige Büsche und haben einen sehr ausgeprägten Nagetrieb.



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Haltung und Pflege
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Degus sollten nie alleine gehalten werden, da sie sehr gesellige Tiere sind. In dem Terrarium auf keinen Fall Kunststoff oder Plexiglas als Baustoff verwenden (auf Grund des Nagetriebs). Am besten sind hier zweckmäßige Wände aus Glas (Silikonkleber verwenden, keinen bleihaltigen Kitt! Vergiftungsgefahr!).
Für zwei bis drei erwachsene Tiere wären eine Grundfläche von ca. 80 x 40 cm und eine Höhe von 40 cm, um Äste zum Klettern anbringen zu können, ratsam.
\"Linda\" und ihre Freundinnen können sich auf einer Grundfläche von 160 x 80 cm richtig austoben.

Außerdem muss das Terrarium genügend Versteckmöglichkeiten bieten, damit sich die Degus verkriechen können, wenn \"Gefahr\" im Anzug ist...oder besser gesagt: Wenn ich ihnen zu nahe komme! ;o)
Holzstücke und Zweige zum Benagen sollten ebenfalls vorhanden sein, sowie auch ein Sandbadgefäß (am besten Chinchillasand verwenden). Der Boden wird üblicherweise mit Kleintierstreu (im Notfall auch mit Hobelspänen) bedeckt.

Man soll angeblich nur von vorne oder seitlich in das Terrarium greifen, weil das Tier den Griff von oben mit dem Angriff eines Greifvogels verbinden und panisch reagieren kann. Bei manchen Tieren mag das sein, ich konnte es allerdings noch nicht bestätigen.
Einen Degu fasst man am besten im Nacken. Hält man ihn am Schwanz fest und versucht er dann, sich zu befreien, reißt die Haut des festgehaltenen Teiles ab, und das Tier entkommt. Der Degu beißt den enthäuteten Schwanzteil später mit seinen Nagezähnen ab. Er wächst jedoch, anders als bei der Eidechse, ---nicht--- wieder nach.



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Ernährung
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Als Grundnahrung empfiehlt sich das Fertigfutter, mittlerweile gibt es eins speziell für Degus. Man kann es ergänzen durch geringe Mengen Haferflocken, Johannisbrot oder Rosinen. Auch Cornflakes, Erdnüsse in Schalen, Knäckebrot und hartes Roggenbrot eignen sich als Beigaben. „Minka“ zum Beispiel ist ein riesiger Fan von rohen Nudeln.
Als Raufutter muss ständig erstklassiges Heu verfügbar sein (am besten Alpenwiesenheu von Vitakraft)
Grünfutter ist in Form von Wiesenkräutern, Löwenzahn, Wirsing, Chinakohl und Chicorée willkommen, des weiteren wären da noch Kohlrabi, Möhren, Rote Bete, Äpfel, für manche auch Birnen, nicht nur als „Leckerli“ zwischendurch sondern auch für die Gesundheit durch die vielen Vitamine sehr wichtig. Das Frischfutter sollte natürlich frei von Chemikalien und Schädlingsbekämpfung sein. Am besten vor dem Verfüttern einmal gründlich abspülen und hinterher wieder abtrocknen.
Achtung! Grüne Teile der Kartoffel, Kartoffelkeime und rohe Bohnen sind für Degus giftig!
Zum Benagen eignen sich belaubte Zweige von Obstbäumen, Linde, Eiche oder Ahorn.



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Krankheiten
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Diese Informationen habe ich mir teilweise aus Büchern erarbeitet, da ich bisher noch keine sonderlichen (abgesehen mal von dem Haarverlust) Erfahrungen mit den Krankheiten von Degus vorzuweisen habe.


Infektionen:

Degus sind außerordentlich widerstandfähig gegenüber Viren und Bakterien. Spezifische Infektionen sind bei diesen Tieren, die noch nicht unter den Folgen der Überzüchtung leiden, sogar unbekannt. Nur der typische Eitererreger Staphylococcus aureus, der bei allen Tieren auftritt, kann bei Degus Lungenentzündungen hervorrufen, die durch den Tierarzt behandelt werden müssen.


Haarverlust:

Mehrere Gründe sind bei den Degus für Haarverlust verantwortlich: Ältere Tiere bekommen am Bauch schütteres Fell; übersteigerte soziale Handlungen wie Kraulen und Beknabbern der Degus untereinander können zu kahlen Stellen am Rücken führen; Fellfressen ist eine Mangelerscheinung, die Inhaltstoffe des Futters betrifft.


Futterverweigerung:

Wie bei vielen Nagetieren, so sind auch bei den „Trugratten“ meistens die Zähne schuld, wenn das Futter verweigert wird. Stellungsanomalien und ungleichmäßiger Abschliff führen zu scharfkantigen Rändern an den Backenzähnen, die die umliegende Mundschleimhaut beim Kauen verletzten.
Auch Schneidezähne, die sich nicht von selbst abnutzen, machen es dem Degu bei unkontrolliertem Wachstum nach einiger Zeit unmöglich, Nahrung aufzunehmen.
Wie ich ebenfalls las, haben Entzündungen des Magen-Darm-Traktes bei Degus keine infektiöse, sondern eine diätetische Ursache. Falsches oder verdorbenes Futter hat Appetitlosigkeit, Abmagerung und schaumigen Durchfall zur Folge. Besonders gut für einen geschädigten Darm sind gekochte Haferflocken oder Reis mit Möhren in kleinen Portionen sowie schwarzer Tee. Ist der abgemagerte Degu bereits sehr ruhig und apathisch, muss man auf jeden Fall den Tierarzt aufsuchen, damit er das kranke Tier mit Infusionen wieder hochpäppeln kann.


Diabetes:

Diabetes oder Zuckerkrankheit kommt, laut wissenschaftlichen Büchern, bei Degus relativ oft vor. Erstes Anzeichen ist eine Trübung der Linse, wodurch die Sehfähigkeit stark eingeschränkt wird. Im weiteren Verlauf der Krankheit können die Tiere bald nur noch hell und dunkel unterscheiden. Sie orientieren sich dann mit ihrem Gehör, ihrem Geruchs- und ihrem Tastsinn – und kommen damit angeblich relativ gut zurecht.
Zum Nachweis der Zuckerkrankheit kann man Teststreifen in der Apotheke erwerben, die man in den Urin des Degus hält. Heilbar ist diese Krankheit bei dem Degu leider nicht, es gibt auch Hinweise dafür, dass Diabetes bei den Tieren erblich ist.





Steckbrief:

Gewicht: bis 350 g
Länge: 15 cm
Trächtigkeitsdauer: bis 90 Tage
Lebenserwartung: 3 – 5 Jahre
Pflegeaufwand: mittel


Kindern kann ich Degus nicht empfehlen, die Tiere sind manchmal sehr eigenwillig und lassen nicht alles mit sich anstellen, wie zum Beispiel Meerschweinchen, die man stundenlang kraulen kann. Ältere Teenager wären hier schon eher geeignet, zeitweise ist eine sehr ruhiger Umgang nötig.



Liebe Grüße und Danke fürs Lesen :o)
Talianna ©2002

32 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    04.03.2011, 13:23 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus