Dämon (Taschenbuch) Testbericht
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Erfahrungsbericht von rider-of-apocalypse
Die Reinkarnation des vollkommenen Kriegers
Pro:
Story, Stil, ...
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich erinnerte mich zwar noch an den Reinfall mit dem Roman DER ZORN von DENIS MARQUET, auf den ich auf eben diese Weise aufmerksam wurde (und der sich dann als absolute Enttäuschung entpuppte), ließ mich aber nicht entmutigen und tatsächlich wurde dort ein Roman kurz vorgestellt, der mein Interesse weckte: DÄMON von MATTHEW DELANEY.
Noch am Tage der Entdeckung dieses Romans im Weltbild-Katalog begab ich mich auf www.ebay.de um den Roman zu ersteigern. Schnell war eine entsprechende Auktion gefunden, ein Gebot abgegeben und letztlich hatte mein Gebot auch Erfolg, so dass ich DÄMON von MATTHEW DELANEY meiner Bibliothek einverleiben konnte. Nun, da ich den Roman gelesen habe, folgt an dieser Stelle mein entsprechender Beitrag.
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ALLGEMEINES
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MATTHEW DELANEY, Absolvent des Dartmouth Colleges in New Hampshire veröffentlichte sein Debütroman JINN im Jahre 2003 und, so eine Aufschrift auf dem Einband (beziehungsweise im Klappentext), kaufte Touchstone Pictures bereits kurz nach Erscheinen die Filmrechte an diesem Roman (ob der Roman tatsächlich verfilmt wurde, oder eine Verfilmung in Vorbereitung ist, ist mir nicht bekannt).
Im Jahr 2005 erschien dann im Verlag Bastei Lübbe auch die deutschsprachige Ausgabe des Romans unter dem Titel DÄMON.
Ich bin übrigens stolzer Besitzer einer Lizenzausgabe des Weltbildverlags, die ich (sehr preiswert) bei www.ebay.de erstanden habe und deren Einband neben Schriftzügen für Titel und Autor lediglich ein gelbes Symbol auf dunkelblauem Hintergrund ziert.
Titel: Dämon
Originaltitel: Jinn
Autor: Matthew Delaney
Jahr: 2005
Jahr (Originalausgabe): 2003
Verlag: Verlagsgruppe Lübbe
Seitenzahl: 764
ISBN: 3-8289-7761-8
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INHALT
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1943
Bougainville, Pazifik
Amerikanische Truppen landen auf der Pazifikinsel Bougainville, wo sie sofort von japanischen Soldaten unter Feuer genommen werden und Landgewinne nur unter großen Verlusten erzielen können.
Ein kleiner Trupp amerikanischer Soldaten hat den Auftrag, auf der Insel eine verschwundene Kompanie aufzuspüren, doch je weiter die amerikanischen Soldaten im Rahmen ihrer Suche auf der Insel vordringen, um so häufiger entdecken sie, statt der gesuchten Kompanie, grausam zugerichtete und offensichtlich zur Schaugestellte Leichen von amerikanischen, aber auch japanischen Soldaten.
Als der Truppentransporter verwundete amerikanische Soldaten, zu denen auch einige dem erfolglosen Suchtrupp angehörten, aus dem Kampfgebiet evakuieren soll, wird er nach nur kurzer Fahrt von einem Geschwader japanischer Zeros angegriffen und versenkt, wobei nur sehr wenige aus den Reihen der Verwundeten und Besatzungsmitglieder überleben.
2007
Pazifischer Ozean, etwa 100 km vor der Küste Bougainvilles
Ein von einem französischen Dokumentarfilmer begleitetes Team sucht mit dem Forschungsschiff nach Wracks im Krieg versenkter Schiffe und verhältnismäßig schnell stößt das Expeditionsteam auf das Wrack der 1943 gesunkenen Galla.
Ein Tauchboot begibt sich zum Wrack der Galla und schafft es noch, Bergungsgerät an einem Teil des Wracks zu installieren, bevor es samt seiner dreiköpfigen Besatzung spurlos verschwindet.
Ein Teil der Galla kann jedoch geborgen werden und wird nach Boston in die Vereinigten Staaten gebracht.
2008
Boston, USA
Auf dem Dach des Lyerman Buildings in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts werden zwei grausam zugerichtete Leichen gefunden, bei denen es sich um Kenneth Lyerman, den Sohn des Unternehmensgründers, sowie dessen Gespielin handelt.
Mit den Ermittlungen werden die Detectives Brogan und Jefferson, unterstützt von der Technikerin McKenna, beauftragt, doch bereits zu Beginn gestalten sich die Ermittlungen schwierig, denn selbst der Vater des Toten, der im Rollstuhl sitzende Konzernchef Lyerman, gibt sich nur wenig kooperativ.
Es dauert nicht lange, und es werden weitere Leichen entdeckt, die nicht nur nahezu identische Wunden aufweisen, sondern deren Köpfe häufig auch durch Tierköpfe ausgetauscht wurden und so deutet zunächst alles auf einen psychopatischen Serienmörder hin, doch ein klingen-/klauenartiger Gegenstand, der in/an einer Leiche gefunden wird, führt die Ermittler nach Russland, wo in einem Museum ein Skelett aufbewahrt wird, dass eine sehr ähnliche Struktur aufweist, wie das Fundstück aus der Leiche.
In diesem Museum erfahren die Ermittler dann auch von der Legende um dieses Skelett, die besagt, dass es sich um die Gebeine eines Dämons handelt, der vor mehreren hundert Jahren, präzise im Jahre 1232 als vollkommener Krieger bekannt wurde und der Kopf drei weiterer Dämonen sei. Diese wurden einst getötet und die Überreste an unterschiedlichen Punkten auf der Welt versteckt. Nur wenn alle vier Dämonen auf ihre Reinkarnationen träfen, können sie wieder zu einstiger Macht zurückkehren.
Als die Ermittler nur wenig später auch noch herausfinden, dass es Lyerman war, der die Bergung der Galla finanzierte und diese für etwa ein halbes Jahr verschwunden war, bevor er sie einem Marinemuseum übergab, gelangen insbesondere Jefferson und McKenna, die sich längst stark zu einander hingezogen fühlen, zu der Erkenntnis, dass sie tatsächlich gegen einen dämonischen Gegner kämpfen und dass Lyerman zu diesen Gegnern gehört ...
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ANMERKUNGEN
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Schon mit den ersten Seiten, in denen MATTHEW DELANEY die Ereignisse auf der Pazifikinsel Bougainville schildert, baut der Autor eine Spannung auf, die er auch konstant hoch halten kann. Nach etwa einhundert Seiten wechselt dann die Story zur Bergung der Galla und auch diese schildert der Autor über etwas mehr als 50 Seiten höchst spannend. Erst dann folgt der Wechsel in den Hauptteil der Story und diese liest sich zunächst, wie eine recht spannend erzählte Kriminalgeschichte, die durchaus auch gut aufgebaut wirkt. Nach einiger Zeit beginnt sich diese Kriminalgeschichte dann leider ein wenig in die Länge zu ziehen, doch diese Momente der Länge währen zum Glück nicht allzu lange, denn im weiteren Verlauf, wenn der Autor näher auf die Herkunft und Hintergründe des Dämons eingeht, kehrt der Roman nicht nur zur Spannung des ersten Drittels zurück, sondern kann diese sogar steigern und dann bis zum Schluss, der noch die ein oder andere Überraschung beinhaltet, auf diesem hohem Niveau halten.
Dabei bewegt sich DÄMON auch weitestgehend (entsprechend dem, was bei einem Horrorsthriller möglich ist) im Bereich des Nachvollziehbaren und im Wesentlichen werden alle Ereignisse und Begebenheiten absolut zufriedenstellend erklärt.
Überhaupt beschreibt MATTHEW DELANEY seine Charaktere, Orte und Begebenheiten recht ausführlich, wobei er es allerdings nicht hundertprozentig vermochte, seinen Figuren "Leben einzuhauchen". Zwar wird Lyerman und seine Hintergründe (beispielsweise seine Abkehr von Gott, nachdem seine Gebete bezüglich der Wiederherstellung seiner Beweglichkeit nicht erhört werden) sehr gut dargestellt, andere Charaktere wie Brogan bleiben trotz offensichtlicher Bemühungen (beispielsweise einem Ausflug in die Vergangenheit der beiden Ermittler in eine gemeinsame Zeit als Soldaten in Bosnien) verhältnismäßig blass. Die Masse der Charaktere ist allerdings durchaus angemessen und ausrechend dargestellt.
Die ausführlichen Darstellungen des Autoren bewirken allerdings auch, dass der Roman an einigen Stellen etwas brutal und blutrünstig wirkt, da dies allerdings nie "aufgesetzt" wirkt, sondern aus der Handlung resultiert, stört mich dies nicht.
Am ehesten könnte man DÄMON noch mit RELIC (auch DAS RELIKT) von DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD vergleichen, allerdings verliert DÄMON von MATTHEW DELANEY diesen Vergleich, da mir in einigen Passagen (etwa im Mittelteil des Romans) ein wenig die Spannung fehlte und das Autorengespann PRESTON/CHILD viele Details überzeugender erklärt. Dies ändert aber nichts daran, das auch DÄMON von MATTHEW DELANEY ein gelungener Horrorthriller ist.
Stilistisch kann ich hier von keinerlei nennenswerten Auffälligkeiten berichten. MATTHEW DELANEY bediente sich einer klaren Sprache und eines flüssigen, angenehm zu lesenden Stils, an dem ich keine Kritik auszumachen habe. Bei der Gliederung verzichtete der Autor auf eine Unterteilung in Kapitel und sind die fast 800 Seiten des Romans DÄMON von MATTHEW DELANEY lediglich in drei Abschnitte (passend zu den Zeitsprüngen in die Jahre 1943, 2007 und 2008) unterteilt, wobei der Hauptteil des Romans im Jahre 2008 spielt, untergliedert.
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LESEPROBE
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Wenige Augenblicke später waren die Zeitungen entfernt. Jefferson trat zurück und stellte sich neben Ugriumov und McKenna, die schweigen auf den Inhalt der Kisten blickten.
Die Knochen schienen irgendwie miteinander verbunden zu sein. Das Skelett war über zwei Meter groß. Es lag auf der Seite. Die Beine waren and en Knien gebogen, die Arme über der Brust verschränkt. Die Kreatur sah aus, als würde sie schlafen. Jeffersons Blick haftete an den dreizehigen Klauenfüßen, bevor er nach oben glitt. Er betrachtete die dicken Rippenknochen, die Klauen an den Fingen und das leicht gekrümmte Rückrat. Der Nacken war nach hinten gebogen, die Wirbel gebrochen; auf dem Nacken ruhte der Schädel.
Irgendetwas rührte sich in Jefferson, als er das Skelett betrachtete. Ein kalter Finger schien sich in ihn zu bohren, ihn aufzuwühlen, und jagte Schauer über seinen Leib. Panik? Angst? Wut? Der Finger rührte weiter, und in Jefferson regte sich Übelkeit. Ein brennendes Gefühl im Hals, der widerlich süße Geschmack von Erbrochenem, das aus dem Magen durch die Speiseröhre nach oben stieg. Dieses Wesen war wirklich, und es war lebendig. Jefferson konnte es spüren. Und es war böse. Das Wesen in der Kiste war unendlich böse.
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FAZIT
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Letztendlich hat mir DÄMON von MATTHEW DELANEY insgesamt überraschend gut gefallen und so kann ich diesen Roman hier auch uneingeschränkt empfehlen. Die kleineren Schwächen/Längen im Mittelteil verzeihe ich angesichts ihrer Geringfügigkeit gerne und so lautet mein Urteil hier insgesamt SEHR GUT !
53 Bewertungen, 16 Kommentare
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15.04.2006, 19:18 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreichLG Anita
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02.04.2006, 22:19 Uhr von schokofan
Bewertung: sehr hilfreichNa hallo, so sieht man sich wieder, lg Dagmar
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30.03.2006, 14:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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29.03.2006, 21:17 Uhr von sung1rl
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg - sunny
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29.03.2006, 20:13 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :o))))
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29.03.2006, 18:05 Uhr von Kranich
Bewertung: sehr hilfreichsh - *lg und danke für gute rückbewertungen* ;-))
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29.03.2006, 14:41 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreich****sh**** Lesung = Gegenlesung
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29.03.2006, 14:37 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich***sh & lg***Christina
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29.03.2006, 13:31 Uhr von aaliyah-celine
Bewertung: sehr hilfreichEines meiner absoluten Lieblingsbücher! Klasse Bericht
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29.03.2006, 13:22 Uhr von vermittlungen
Bewertung: sehr hilfreichsh freue mich auf gegenlesung
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29.03.2006, 13:21 Uhr von jarolimi79
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht *** SH **** Lieben Gruß Jaro
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29.03.2006, 12:48 Uhr von musca
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, würde mich über eine Gegenlesung wirklich freuen. Liebe Grüße, Sascha!
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29.03.2006, 12:48 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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29.03.2006, 12:45 Uhr von iza145
Bewertung: sehr hilfreichsh, was sonst?!
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29.03.2006, 12:36 Uhr von Sternenhimmel
Bewertung: sehr hilfreichrider-of-apocalypse's
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29.03.2006, 12:35 Uhr von moniseiki
Bewertung: sehr hilfreich************************************* <br/>************************************* <br/>*****Ich lese gerne zurück********* <br/>************************************* <br/>*****Liebe grüße moniseiki******* <br/>************************************* <br/>***
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