Delta Air Lines Testbericht

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Erfahrungsbericht von rofis

Auf denn nach Phoenix!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Letztes Jahr sind wir mal wieder mit Delta in die USA geflogen. Die Zwischenepisoden mit BA und LH waren wegen des allzu knappen Sitzabstandes noch in schlechter Erinnerung, frühere Flüge mit Delta waren (in der Erinnerung) da erfreulicher verlaufen.

Delta Airlines gehört zu den großen Carriern dieser Welt und fliegt 241 Städte in 46 US-Bundesstaaten sowie 46 Städte in 32 anderen Staaten an. Zusammen mit den Partnern werden täglich etwa 428 Städte in 76 Ländern der Welt bedient.

Nach Passagierzahlen ist Delta die zweitgrößte Fluggesellschaft der USA. Die Flüge werden mit 479 eigenen und 352 geleasten Flugzeugen durchgeführt. Im Jahr 2001 wurden damit etwa 105 000 000 Passagiere befördert. Zur Zeit sind 27 Maschinen außer Dienst gestellt, weil die Passagierzahlen seit dem 11. September 2001 stark rückläufig sind. Die letzten Nachrichten in den USA ließen auch darauf schließen, dass nicht nur US-Airways (Konkurs) und United Airlines (eventuellen Konkurs im 4. Quartal angekündigt) in Schwierigkeiten stecken, sondern dass auch auf Delta harte Zeiten zukommen....

Gerade als wir zurückgeflogen sind, wurde eine neue Partnerschaft angekündigt - aber ich habe nicht mehr so richtig mitbekommen, mit wem. Sorry.

Für Vielflieger bietet Delta das Skymiles-Programm an. Unser diesjähriger Flug hat uns etwa 12000 Meilen eingebracht. Außer bei Flügen kann man auch durch Anmieten eines Autos (bei allen größeren Autovermietern in den USA) und durch Übernachten in einem Partner-Hotel (soll ich die jetzt alle aufzählen? Beispiele: Best Western, Hilton, Hampton Inn, Rodeway Inn etc.) Meilen verdienen. Die Meilen können dann gegen einen Freiflug, ein Class-Upgrade oder irgendwelche schönen Gegenstände eingetauscht werden, wenn genügend beisammen sind.
Aber über Sky-Miles wollte ich ja gar keinen Bericht schreiben...

Also, frisch auf, Delta gebucht (obwohl die BA deutlich billiger gewesen wäre...).

Die gebuchte Strecke: STR -> ATL -> PHX , der Rückflug dann zweigeteilt, erst mal PHX -> ATL, dann eine Woche später ATL -> STR (ATL: Atlanta (Georgia), STR: Stuttgart, PHX: Phoenix(Arizona)).
In STR hat Delta praktisch einen eigenen (kleinen) Terminal, in der Halle wird nur der tägliche Flug nach ATL abgefertigt. Schalter sind ausreichend vorhanden und auch besetzt (wir sind relativ früh dran, aber bei etwa 100 km Anreise und eventuellen Staus auf der Autobahn (gibt´s da nicht schon wieder eine Baustelle???) muss man etwas Zeitreserve einplanen. Dank dieser ist am Terminal noch nicht viel los, wir sind ruck zuck abgefertigt. Natürlich gab es die üblichen Fragen (Selbst gepackt ? Unter Kontrolle gehabt? Gegenstände von Fremden ?...), aber die waren schnell beantwortet. Natürlich wurden unsere Reisetaschen kontrolliert, aber eher oberflächlich. Vielleicht machen wir ja einen vertrauenserweckenden Eindruck.

Nach einen kurzen Fußmarsch unter freiem Himmel (wie geht das eigentlich, wenn es regnet? Darf man einen Schirm mit ins Flugzeug nehmen?) kommen wir an die Kontrolle des Handgepäcks. Unsere Fototasche wird durchleuchtet, ebenso der Rucksack meiner Frau. Kein Problem, wir haben ja auch nichts gefährliches dabei. Halt! Doch. Mein Laptop erweckt das Interesse der Prüfenden. Ich darf mit einer Beamtin in einen gesonderten Raum gehen, dort wird mein iBook mit einem Pulver bestrichen und dann mit einem merkwürdigen Gerät sozusagen elektronisch abgetastet. Auf diese Weise soll Sprengstoff entdeckt werden. Ich habe keinen, also darf ich nach kurzer Zeit mein Gerät wieder in der dafür vorgesehenen Tasche verstauen.

Jetzt heißt es: Warten auf das Einsteigen. Beruhigenderweise ist die Maschine aus Atlanta schon da, es wird also ziemlich pünktlich abgehen. Und tatsächlich, etwa 30 Minuten vor dem geplanten Abflug ertönt die Lautsprecherstimme, die das Einstiegsprozedere erläutert: erst mal die Business-Passagiere und die verdienten Sky-Miles-Mitglieder (also echte Vielflieger), Familien mit Kindern. Die Coach-Class-Leute werden dann nach Reihen aufgerufen. Wir sitzen ziemlich weit hinten, sind also schnell dran.

Die Boeing 767-300 ER hat nur eine Tür, was bedeutet, dass wir erst mal durch die Business-Class laufen müssen. Für die Leute, die dort sitzen, ist es sicherlich nicht angenehm, wenn sich die Horden durch ihre Sitzreihen drängeln. Aber dafür bekommen die ja nachher ein besseres Essen... ;-).
Insgesamt geht alles recht flott vonstatten, obwohl die Maschine ausgebucht ist. Der Sitzabstand erweist sich als ausreichend für mich (186 cm lang und kein Hänftling), wenn er auch etwas größer sein dürfte...
Nachdem alle sitzen, werden die allgemeinen Sicherheitsvorschriften und Features mittels eines kleinen Films vorgestellt, im Prinzip nichts neues für uns.
Den uns von der Flugsicherung für den Start zugeteilten Zeitslot können wir auch einhalten, kurz gesagt: wir erheben uns pünktlich in den wolkigen Himmel über Stuttgart.

Unser Flugkapitän ist leider etwas wortkarg, Infos aus dem Cockpit kommen auch während des Flugs nur sehr spärlich. Erst kurz vor der Landung wird der Captain etwas gesprächiger. Aber darauf komme ich später noch.

Auf den kleinen Monitoren läuft ein Unterhaltungsprogramm mit einem Spielfilm und verschiedenen anderen Beiträgen, über Kopfhörer lassen sich unterschiedliche Musik-Programm anhören (Rock, Country, Klassik usw.)

Es ist Mittagszeit, also wird nach Erreichen der Flughöhe ein Mittagessen serviert. Heute haben wir die Wahl zwischen zwei Speisen: einem Nudelgericht und einem Hähnchengericht. Wir entscheiden uns für das Hähnchen, das einigermaßen in Ordnung ist (was soll man in der Coach-Class schon erwarten?). Vorher gibt es noch ein kleines Päckchen mit Salzbrezeln (fat free steht auf der Packung) und ein Getränk. Weil ich vorhabe, den größten Teil des Fluges schlafend zu verbringen, bestelle ich ein Fläschchen Weißwein (es gibt einen Chardonnay, Vin de Pays d`Oc, 187 ml). Zum Essen gibt\'s das gleiche dann nochmal. Nach den genossenen 3 Achteln schlafe ich denn auch mehr oder weniger ein und werde erst wieder so richtig wach, als wir über Neufundland sind. Der Rest des Fluges ging denn auch ohne größere Turbulenzen und mit einem weiteren Imbiss (irgendetwas mit Nudeln, ich hab´s vergessen) vonstatten und endlich, nach etwa 10 Stunden Flug, fliegen wir Atlanta an.

Hm. Eigentlich sollte der jetzt langsam Bodenkontakt haben... War aber nichts. Im Tiefflug brausen wir über eine der LAndebahnen des Flughafens von Atlanta, aber Aufsetzen ist nicht. Nachdem der Pilot die Maschine wieder hochgezogen hat, meldet er sich dann über Lautsprecher, um uns mitzuteilen, dass es Probleme mit dem „Landing Gear“, also dem Fahrgestell gibt und dass er so tief geflogen sei, damit man vom Tower aus per Fernglas feststellen kann, ob es ausgefahren ist. Das scheint der Fall zu sein, vielleicht ist ja auch nur ein Lämpchen kaputt... Jedenfalls würden wir jetzt nach einem neuerlichen Anflug endgültig landen.

Wir wollen gar nicht daran denken, was passieren könnte und glauben fest an das kaputte Lämpchen. Der gute Mann setzt die Maschine dann auch butterweich auf die Piste - und das Fahrwerk hält. Aus Gründen der Vorsicht dürfen wir aber nicht gleich zum Gate rollen, sondern müssen erst noch auf einen Mechaniker warten, der das Fahrgestell überprüfen soll. Der kommt nach etwa 10 Minuten und prüft und erlaubt uns, weiter zum Gate zu fahren.

Wir haben ja noch einen Anschlussflug gebucht, müssen aber trotzdem durch die Zollkontrolle und unser Gepäck danach wieder neu einchecken. Dabei gibt es keine Probleme, die amerikanischen Beamte sind allesamt freundlich und zuvorkommend.

Der Weiterflug fand in einer B-757 statt, er verlief pünktlich und problemlos. Der gereichte Snack (ein Sandwich) schmeckte ganz ordentlich, Soft-Drinks wurden hinreichend serviert, so dass wir die letzten dreieinhalb Stunden bis Phoenix auch noch überstanden haben.

Was den Rückflug angeht, gibt es nicht allzuviel zu berichten. Die Strecke PHX->ATL wurde auf diesem Flug mit einer MD-88 bedient, ein etwas betagteres Modell. Dafür hatten wir auf der Seite mit der Zweierreihe einen geradezu übermäßigen Sitzabstand. Ob Delta anfängt auf die Werbung von American Airlines zu reagieren (Check the legroom...) ? Wir haben es jedenfalls genossen, die Beine bequem ausstrecken zu können.

Der Flug war pünktlich, das Bordpersonal freundlich, der Captain ebenso wenig gesprächig wie die anderen, die wir bisher hatten.

Auch beim letzten Streckenabschnitt traten dann keine wesentlichen Probleme mehr auf, die Kontrollen in ATL waren auch nicht schärfer als bei uns in STR. Eines war aber anders: manche Leute hatten einen Zusatz auf ihrer Bordkarte. Diese mussten dann noch einen gesonderten Sicherheitscheck durchlaufen (Schuhe ausziehen, Handgepäck öffnen, Abtastkontrolle). Nach welchen Gesichtspunkten diese Leute ausgesucht wurden blieb mir unklar. Na, Vielleicht erwischt es mich beim nächsten Mal...

Nachdem wir zunächst pünktlich vom Gate weggerollt waren, teilte uns unser Captain mit, dass wir die „Nr. 10 or so..) in der Warteschlange seinen. Obwohl in ATL auf zwei Bahnen gleichzeitig gestartet (und auf zwei weiteren gleichzeitig gelandet) wird, dauert es natürlich seine Zeit,, wenn man die „Nr. 10 or so“ ist. In unserem Fall waren das etwa 45 Minuten, dann ging\'s endlich los. Der Service war ähnlich zufriedenstellend wie auf dem Hinflug, es gab kein Problem und Hähnchen oder Steak als Abendessen. Ich habe nach Einnahme des Steaks und des obligatorischen Weins mal wieder geschlafen...

Kurz vor der Landung in Stuttgart sollte ein Frühstück serviert werden. Und dazu nuss ich nun wirklich sagen: das hätten sie sich auch sparen können. Selbst im „Red Roof Inn“ war das kostenlos angebotene „Continental Breakfast“ umfangreicher (und das war das mickrigste aller CBs, die wir dieses Jahr hatten...). Wenn ich an meinen letzten Flug mit der LH denke - da gab es sogar Rührei...
Aber die Gesellschaften müssen halt sparen.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass der Service in den letzten Jahren wohl kontinuierlich schlechter geworden ist. Bei unserem letzten Delta-Flug war das Angebot jedenfalls deutlich besser. Aber trotzdem würde ich Delta der BA oder LH wegen des etwas größeren Sitzabstandes vorziehen - oder AA buchen, bei denen soll es ja noch mehr Platz geben, wenn man der Werbung glauben darf.

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