Der Club der toten Dichter (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von chabo

Ein Film der zum Nachdenken anregt ...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Den Film habe ich zum ersten Mal im Fernsehen gesehen als ich zufällig beim Zappen durch die \"dritten\" Robin Williams gesehen habe. Ich hab mich ein wenig gewundert was der da wohl machen würde und mir den Film ein bischen länger angeguckt. Der Film gefiel mir sofort und so habe ich ihn dann auch bis zum Ende geguckt.



Mit der Einstellung von Mr. John Keating (Robin Williams) in das Jungen-Elite-Internat kommt auch frischer Wind in die ehrwürdigen Hallen. Der Englisch-Lehrer fällt völlig aus dem Rahmen, der bestimmt wird durch die Ideal wie Treue, Ehre und vor allem Disziplin. Mit absolut kreativen Unterrichtsmethoden versucht er seine Schüler zum eigenen Denken zu bewegen. Erster Schritt dazu ist es, eine Einführung aus einen Schulbuch herauszureißen. Mit einem solchen Konzept sind Konflikte mit der übrigen Lehrerschaft natürlich vorprogrammiert.

Eine Gruppe von Freunden gewinnt dennoch bzw. gerade deswegen Interesse und forscht nach. Dabei stoßen sie auf eine Vereinigung von Schülern, die unter dem Namen \"Der Club der toten Dichter\" vor vielen Jahren bereits ihr Unwesen an der Schule trieb. Als Literaturklub trafen sich damalige Schüler, zu denen auch Mr. Keating gehörte, um Werke zu besprechen und selbst solche zu schaffen.
Die Jungen lassen diesen Klub wiederauferstehen und schleichen sich nachts in eine Höhle unweit der Schule, um dort zunächst eher steif, später jedoch bewegender, Gedichte zu lesen.
Der elitären und totalitären Schulleitung waren bzw. sind diese Aktionen natürlich heute wie damals ein Dorn im Auge.

Nebeneffekt dieser Treffen ist, daß ein Schüler Interesse am Theaterspielen findet. Sein strenger Vater verbietet ihm jedoch jegliche Aktivitäten, die seiner Meinung nach \"unnütz\" sind. Da er von Mr. Keating ermuntert wird, nimmt dieser Junge an einer Theatervorführung als Schauspieler teil. Kurz vor der Uraufführung kommt es zum Konflikt, als der Vater von diesen \"Auswüchsen\" seines Sohnes erfährt. Der Junge setzt sich zwar gegen seinen Vater durch, nach der Aufführung, wird er jedoch von seinen Eltern nach Hause geholt. Dort begeht er in seiner Verzweiflung Selbstmord.

Auch der \"Club der toten Dichter\" wird durch die Repressionen der Schulleitung entlarvt. Tragisches Moment ist der Verrat eines der Klubmitglieder an seinen Freunden.
Als Bauernopfer muß Mr. Keating herhalten. Er wird aus dem Schuldienst entlassen. Seine Schüler stehen jedoch zu ihm und erweisen ihrem \"Captain\" ihren Respekt.

Anhand dieser langen Kurzzusammenfassung kann jeder sehen, wie spannungsgeladen und dennoch gefühlvoll dieser Film gestaltet ist. Während man zu Anfang häufig lachen muß über die Reaktionen der Schüler auf ihren ungewöhnlichen Lehrkörper, so schnürt es einem angesichts der Schlußhandlung die Kehle zu. Bewegendster Moment ist meines Erachtens die Schlußszene, in der sich alle Schüler offen für Mr. Keating aussprechen und ihm bei seinem Weggang alle Ehre erweisen.

Im Mittelpunkt steht hier weniger die Schuldfrage am Suizid des jungen Mannes. Es wird nicht groß erläutert, ob Mr. Keating durch seine Förderung der kreativen Gedanken der Schüler Schuld an dem Konflikt mit dem aristokratischen Elternhaus trägt. Vielmehr besticht dieser Lehrer durch einen ungewöhnlichen und wünschenswerten Einsatz im Unterricht und auch danach. Nach dem Motto Carpe Diem - Nutze den Tag, zeigt er seinen Schülern, daß es neben Mathematik, Latein und Wirtschaft auch noch andere Dinge gibt. Dabei findet er stets das rechte Maß zwischen dem Notwendigen (hier die Standardfächer für die berufliche Laufbahn) und dem Fakultativen (die geistige Entwicklung und Bildung in diesem Sinne).



Wer also einen wirklich anspruchsvollen und lustig-tragischen Film mit einem \"anderen\" Robin Williams sehen möchte, dem ist dieser Streifen stark zu empfehlen.
In seinem Genre ist er einfach unübertroffen.

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