Ravensburger Der Herr der Ringe -Die zwei Türme Testbericht

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Erfahrungsbericht von Anuschka

Hat man erstmal die Regeln verstanden...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Weihnachten. Zeit sich etwas zu wünschen. Aber was? Naja, nicht, daß uns nichts einfiele, aber irgendwie behaupten alle Leute neue Autos, ein Powerbook u.ä. seien zu teuer...
Also suchten wir uns preiswertere Alternativ-Wünsche. Neben ein paar Büchern wünschten wir uns ein "Herr der Ringe" Spiel. Und bekamen von meinem Vater das Kartenspiel zum Film: Herr der Ringe - Die Gefährten von Ravensburger.

Gespannt betrachteten wir die

Verpackung
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Bei diesem Kartenspiel handelt es sich um ein Spiel für 2-4 Spieler im Alter von 9-99. Erfunden wurde es von Reiner Knizia, der als Spieleerfinder nicht ganz unbekannt ist... Auf der Rückseite erfuhren wir, daß eine Spielrunde 30-45 Minuten dauern soll und der Schwerpunkt bei der Strategie liegt, natürlich gehört aber auch eine Portion Glück dazu.

Wir packten aus.
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Zum Vorschein kamen viele schwarze Karten mit Zahlen in der oberen linken Ecke und Abbildungen verschiedener Figuren aus dem Film. Die Zahlen sind mit schimmernden Kreisen in vier verschiedenen Farben umrahmt: Rot, Gelb, Grün und Blau.
Dann gab es noch ein paar weiße und schwarze Karten (wie sich herausstellen sollte gehörten immer zwei zusammen). Die Hälfte war beschriftet mit Ortsnamen wie "Beutelsend", "Moria" usw. andere Karten hatten oben rechts drei Ziffern. Dann war auf jeder Karte noch eine Zahl in einem schwarzen Kreis.
Außerdem fanden wir in dem Karton noch runde, schwarze Papptaler mit "1" und "5" darauf, sowie größere weiße, mit DEM Ring, einem Ortsnamen und einer merkwürdigen Anweisung darunter.

Kurzum, das Spiel enthält:
88 Spielerkarten in 4 Farben
10 Ortskarten (bestehend aus jeweils 2 Karten)
6 Ringplättchen
30 Erfolgschips
Wir lösten diese aus ihren Rahmen und nahmen uns die

Spielanleitung
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Nach einem ersten Überfliegen gab ich sie hilflos an meinen Mann weiter. Der las, guckte mich an und meinte, heute würde das wohl mit dem Spielen nichts mehr. Kurzum, wir hatten es beide überhaupt nicht begriffen. Das Spielziel war ja noch verständlich. Durch geschicktes Anlegen seiner Karten an den verschiedenen Orten sammelt man Erfolgspunkte. Der Spieler mit den meisten Erfolgspunkten gewinnt. Ganz einfach.

Dann die Vorbereitung, auch noch verständlich: Die Ortskarten werden der Reihenfolge nach auf einen Stapel gelegt. Beutelsend als erster Ort kommt schonmal in die Mitte des Tisches. Dann erhält jeder Spieler die Spielerkarten einer Farbe. Da wir zu zweit sind bekommt jeder zwei Farben. Jeder Spieler nimmt 6 seiner Karten in die Hand, die restlichen bleiben verdeckt liegen.

Tja und dann? Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Ich zitiere: "Der Spieler, der an der Reihe ist, legt eine oder mehrere Karten offen an den aktuellen Ort an. Anschließend ergänzt er seine Handkarten durch Ziehen von seinem Stapel wieder auf sechs. Danach folgt der nächste Spieler." Eine oder mehrere? Wie jetzt?

Weiter geht es mit der Erklärung der Spielerkarten. Sie haben den Wert 0-5, sowie einen Nazgul. Dieser kann laut Spielanleitung auf jede Karte eines Mitspielers gelegt werden kann. Nur die Hobbits (3 Punkte) bleiben verschont und sind unantastbar. Aha. Auf die anderen Karten spielen...

Danach wird's ein wenig konkreter: Man darf die Karten immer nur an den Ort anlegen, an dem gerade gespielt wird. Eigentlich logisch, was nützt mir eine Karte an einem Ort, der gar nicht mehr zählt? Man MUSS eine Karte anlegen. Bei Karten mit den Punktzahl 1 darf man mehrere ablegen. 0 Karten können alleine oder auch zusätzlich zu anderen angelegt werden. Gleiches gilt für den Nazgul. Dann ist wieder die Rede von "auf eine Karte spielen". Macht man das mit einem Nazgul, wandern auf jeden Fall beide Karten aus dem Spiel.

Die Erklärung der Orte ist relativ einfach: Um sie herum werden 10 Spielerkarten abgelegt. Die weißen Orte sind die friedlichen, die schwarzen die gefährlichen. Und da beginnt die Anleitung dann wieder schwammig zu werden. An weißen Orten dürfen die Karten nur nebeneinander gelegt werden. An schwarzen auch übereinander, sofern die übergelegte Karten einen höheren Wert besitzt. Nur die Hobbits sind geschützt und dürfen nicht überdeckt werden. Aha. Hier geht es wohl um das "auf eine Karte spielen". Aber wieviele Karten darf man übereinanderlegen? Und darf man auch nebeneinander nur Karten mit gleichen oder höheren Werten ablegen?

Die Orte "Furt", "Caradhas" und "Moria" haben nochmal Sonderregeln. Die liste ich jetzt aber nicht auf, stehen auf den Orten. Vor allem die Regel bei Moria führt wenn man nur auf der Karte selbst liest zu Unklarheiten. In der Spielanleitung steht es genauer.

Und hier verlasse ich die offizielle Spielanleitung und berichte lieber, wie wir nachher gespielt haben, denn ein ganz entscheidener Faktor bei der Anleitung ist das, was nicht erklärt wird. Es folgen noch Erklärungen zu den Wertungen der Orte und den Ringplättchen. Manche Sachen bleiben einfach unklar oder sind unverständlich geschrieben. Also ist es im Endeffekt den Spieler und ihrer Interpretation überlassen, wie sie spielen.

Spielverlauf
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Trotz der lückenhaften und nicht immer verständlichen Spielanleitung wagten wir einen ersten Versuch. Wir legten den Ort "Beutelsend" in die Mitte unseres nicht gerade riesigen Wohnzimmertisches. Mein Mann fing an und legte eine Karte ab.

Am besten berichte ich kurz, auf welche Regeln wir uns im Laufe des Spiels einigten:
Es dürfen immer nur gleichhohe oder höherwertige Karten angelegt werden. Hat man keine mehr, beginnt man zwangläufig mit dem, was einem noch zur Verfügung steht. Ganz Anleitungskonform (das war einfach) hat der Spieler der die letzte Karte an einen Ort anlegt, die Wahl, wo der nächste Ort angelegt wird. Er muß immer mindestens eine Karte als Kontakt zum alten Ort haben. Die Punkteverteilung ist auf den jeweiligen Orten vorgegeben. Die Spielerkarten werden nach Farben zusammengezählt und die ersten drei erhalten die angegebene Punktzahl. An manchen Orten erhält man zusätzlich ein Ringplättchen, welches eines besondere Funktion hat. Man kann sie wann immer man will auf eine Karte legen. Diese wird dann geschützt und für alle gilt, was auf dem Ring steht.
Bei schwarzen Orten dürfen keine "Türmchen" gebaut werden. Jede Karte darf nur einmal überlegt werden. Außer natürlich die Hobbits, oder eine Karte, die ein Spieler durch ein Ringplättchen geschützt hat. Alles klar? Nun ja, man sollte das Spiel vor sich haben, um es nachvollziehen zu können. Ist halt kein statisches Brettspiel.

Beutelsend war bei uns im ersten Spielanlauf relativ schnell umlegt. Doch schon bei Bree, dem zweiten Ort, begann uns zu dämmern, wie wichtig es sein kann, die letzte Karte an einen Ort anzulegen. Denn man kann immens Punkte für den nächsten Ort sammeln, wenn man ihn geschickt anlegt. Dieses Vorrecht kann sehr spielentscheidend sein. So kann auch eine niedrige "1" oder gar "0" als letzte Karte angelegt, sehr viel wert sein. Genauso ist an schwarzen Orten Obacht geboten, daß man nicht zuviele niedrige Karten anlegt, welche der Gegenspieler ganz einfach überdecken kann und einem damit Punkte verloren gehen.

Unser erstes ernsthaftes Problem begegnete uns nach Vollendung des zweiten Ortes: Mein Mann wollte geschickt den nächsten Ort, die "Wetterspitze" anlegen und siehe da: Nach unten war auf unserem Tisch nicht genug Platz, wir mußten sämtliche bereits ausliegenden Karten verschieben. Die Wetterspitze ist der erste schwarze Ort, das erfordert ersteinmal neu denken. Kann man da doch ganz anders Punkte sammeln, als an den weißen, die relativ schnell zu umzingeln sind. Auch haben wir festgestellt, daß die Nazguls im Grunde nur an schwarzen Orten Sinn machen. Es sei denn - das wird in der Spielanleitung mal wieder nicht erläutert - Man räumt den Nazguls auch an weißen Orten das Recht ein, andere Karten überdecken zu dürfen. Wir haben es auf jeden Fall nicht getan.

Bald stellten wir fest, daß wir so mit taktisch-strategischem Denken beschäftigt waren, daß einer von uns immer wieder vergaß neue Karten aufzunehmen. Ziemlich ärgerlich, können einem da doch diverse Punkte durch die Lappen gehen. Dann reichte unser Tisch einfach nicht aus, wir mußten die Karten übereinanderschieben. Und die Punktchips sind sehr knapp bemessen. Wir tauschten öfter mal 1ner und 5er hin- und her um auszukommen. Für das nächste Spiel war die erste Maßnahme, auf den Fußboden zu ziehen. Am Ende verbrauchten wir fast eine Wolldeckengröße an Platz...

Fazit
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Nachdem wir uns freizügig auf Spielregeln geeinigt hatten, hatten wir richtig Spaß beim Spiel und spielten gleich 4 Runden am Abend. Die schlecht erklärte und lückenhafte Anleitung ist allerdings ein Minuspunkt, ganz klar. Trotzdem hatten wir viel Spaß, unsere Gehirnzellen liefen auf Hochtouren (und das am Heiligabend...) und wir stellten eindeutig eine Suchtgefahr fest. Während des Spiels gab es immer wieder die eine oder andere Unklarheit, aber wir einigten uns dann immer irgendwie und legten es für die Zukunft so fest. Der Interpretation der Spielregeln ist als ausreichend Spielraum gewährt. Strategisches Denkvermögen sollte man für das Kartenspiel zum Herrn der Ringe lieber mitbringen, auch wenn durch das Ziehen der Karten eine Menge Glück zum Gewinnen dazu gehört.
Die Spielanleitung ist stark verbesserungswürdig, das Spiel braucht extrem viel Platz (Karten unter Standardmaß wären da ganz angebracht gewesen) und die Punktechips werden schnell knapp. Aber ansonsten ist das Kartenlegespiel wirklich durchdacht und es ist richtig interessant.

22 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Tris.

    13.05.2003, 13:27 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hatte damald mit der Anleitung keine Probleme. Bericht ist sehr gut geschrieben.

  • Maeuschen21

    20.02.2002, 13:12 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das hört sich ja echt spassig an ;o)