Der König der Löwen (DVD) Testbericht

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  • Action:  viel
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  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Musical-World

Wie aus dem Zeichentrickfilm das Broadway-Musical in Hamburg wurde

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Für die Bühnenfassung des Disneys Zeichentrickfilms "Der König der Löwen" von 1994 gilt dieses Sprichwort nicht! Was das kreative Team an Komponisten und Textern auf die Beine gestellt hat, um den König der Tiere im Theater beeindruckend brüllen zu lassen, hat die Kritiker der Broadway-Premiere 1997 buchstäblich von den Sitzen gefegt und dem "Lion King" so manchen Tony-Award beschert.

Schon der Trickfilm ging spektakuläre neue Wege. Frei nach Shakespeare lernt der junge Simba seine künftigen Aufgaben als Herrscher der Tiere von seinem ehrwürdigen Vater Mufasa. Doch der hat in seinem Bruder Scar einen ernstzunehmenden Rivalen. Durch einen Hinterhalt der unterwürfigen Hyänen schafft es Scar in einer Stampede Mufasa zu töten. Simba macht sich Vorwürfe, da er denkt, sein Vater sei durch sein Verschulden gestorben und flieht verstört in die Wüste, wo ihn die Taugenichtse Timon und Pumbaa auflesen und durch seine Jugend begleiten.
Durch Missmanagement des neuen Königs liegt das einst blühende Land in öden Schatten und droht zu verdorren. Scars Heirat mit der jungen Nala (Simbas Spielgefährtin) soll die Wogen in der aufrührerischen Tiergemeinschaft glätten, doch Nala flieht in die Wüste. Hier trifft sie auf Simba, den sie ermutigt, sein Exil aufzugeben, um das Land seines Vaters zu retten. Es kommt zum dramatischen Kampf der beiden Widersacher, denn es kann nur einen Herrscher geben, um den ewigen Kreis aufrecht zu erhalten...

Der Kinohit mit dem Soundtrack von Elton John und Hans Zimmer (Instrumentalmusik) heimste gleich zwei Oscars ein, u.a. für die romantische Liebesballade "Can You Feel The Love Tonight". Die Popsongs, angeführt von der eindrucksvollen Hymne "Circle Of Life", sind Ohrwürmer ohne den typischen Musicalcharakter. Sie inspirierten den Zulu-Afrikaner Lebo M zu einem zweiten Album "Rhythm Of The Pride Lands", bei dem die Ursprünglichkeit Afrikas mit ihren Stammestänzen frei nach dem "Hakuna Matata"-Motto im Mittelpunkt steht. Gemeinsam standen diese beiden Alben Pate für das musikalische Grundgerüst der Broadway-Bühnenfassung von "The Lion King".
Und die Mischung von afrikanischer, traditioneller und moderner Popmusik macht den besonderen Reiz der Produktion aus: auch wenn der Zuhörer kein Wort Zulu versteht, kann man sich den rhythmischen Urgesängen nicht entziehen und der Funke springt auf der Bühne durch eine grandiose Umsetzung durch Kostüme und Dekoration über (wer schon einmal ein afrikanisches Musical wie "Sarafina" oder "Magic At Four" Live im Theater erlebt hat, wird mich sicher verstehen).
Hinzu gekommen sind aber noch weitere Lieder, die eher ins Fach Musical einzuordnen sind: "The Morning Report" als Gute-Laune-Song, "Chow Down" als Hard-Rock-Hit, "The Madness Of King Scar" als Dialog-Song und der Smash-Hit "Shadowland" als Öko-Ballade.

Auch wenn Tsidii Le Loka´s Version von "Circle Of Life" etwas hinter dem Original von Carmen Twille zurückbleibt, ist die Leistung des Ensembles mehr als überdurchschnittlich. Besonders erwähnenswert sind die exzellenten Stimmen von Scott Irby-Ranniar und Kajuana Shuford als junger Simba und Nala. Für die Deutschland-Premiere im Hamburger Hafen (das Buddy-Zelt wurde umgerüstet) im Dezember 2001 waren gerade diese beiden Kinderrollen sicher nicht leicht zu besetzten sein. Doch wird sich auch das deutsche Publikum dem Zauber des "Königs der Löwen" sicher nicht entziehen können.

Fazit: Der Soundtrack war klasse, doch die Broadway-Musical-Fassung geht noch einen Schritt weiter!

Technische Daten:
Original Broadway Cast mit Jason Raize, Heather Headley, Tsidii Le Loka, John Vickery, Samuel E. Wright
Musik: Elton John, Lebo M, Mark Mancina, Hans Zimmer
Texte: Tim Rice, Jay Rifkin, Julie Taymor
64 min, 54 sec
Walt Disney Records 1997


Bevor der "König der Löwen" für mindestens 4 Jahre seine Deutschland-Residenz im Hamburger Hafen am 2. Dezember 2001 bezog, promotete die Stage Holding nach "Elisabeth" ihr zweites Musicalprojekt auf eine für den Musicalfan besonders interessante Art und Weise: in der Ausgabe Nr.49 des "STERN"-Magazins vom 29.11.01 wurde nicht nur mit einem längeren Artikel und schönen Fotos ein optischer Blick hinter die Kulissen gewährt, sondern auch akustisch war das erste Brüllen von Simba und Co. auf einer fast 15 minütigen CD zu hören.

Vier komplette Songs sollen auf den neuen Musicalhit aufmerksam machen: im Opener "Der Ewige Kreis" zeigen Chor und Orchester, dass sich die deutsche Produktion in Bezug auf die beeindruckend pompöse Orchestrierung nicht verstecken muss, in der "Endlosen Nacht" verführt die angenehm sanfte Stimme des niederländischen Hauptdarstellers Gino Emnes (Simba) mit einer melancholischen Ballade (neu in der Musicalfassung), die durch Aufbau und Text stark an die "Starlight Express Sequenz" aus dem Webber-Stück erinnert, ihr aber in Kraft und Ausdruck in nichts nachsteht, dem romantischen Liebesduett "Kann Es Wirklich Liebe Sein", welches nach einem etwas missglückten und schwachen Intro doch noch den nötigen Drive bekommt, und dem rhythmischen "Er Lebt In Dir" als gloriosem Finale.

Eine gelungene Mischung, die jeden Fan die Theaterkassen stürmen lassen wird?
Der einzige Wermutstropfen der Aufnahme besteht - wie schon so oft bei deutschen Produktionen - in der miserablen Textverständlichkeit der stimmlich starken ausländischen Darsteller: bei der Besetzung der Rollen wurde strikt darauf geachtet, dass viele Castmitglieder fließend Zulu sprechen können - nur hätte man auch darauf achten sollen, dass sie die deutsche Sprache ebenso beherrschen!
Leider leidet die Qualität der Aufnahme besonders stark unter der akzentbehafteten Aussprache. Was bei "Endlose Nacht" und "Kann Es Wirklich Liebe Sein" noch sympathisch unbeholfen klingt, ist bei den beiden anderen Titeln ein richtiges Ärgernis. Doch die Produzenten haben bereits deutlich gemacht, dass alle Darsteller noch intensive Nachhilfe in korrekter Aussprache bekommen werden - und dies ist sicherlich ein guter Grund dafür, dass wir uns bis zum Erscheinen der deutschen Castaufnahme noch bis März 2002 gedulden müssen!

Fazit: Großartiges Genuschel auf einer Gratis-CD, die das Warten auf die Casteinspielung verkürzt.

Technische Daten:
Original German Cast mit Gino Emnes, Velephi Patricia Mnisi
Musik: Elton John, Lebo M, Mark Mancina, Hans Zimmer
Texte: Tim Rice, Jay Rifkin, Julie Taymor; Deutsch von Micheal Kunze, Frank Lenart
11 min, 44 sec
Promotion-CD als Beilage des STERN 2001

13 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Malwina

    22.03.2002, 10:54 Uhr von Malwina
    Bewertung: sehr hilfreich

    in einer Woche komme ich endlich in den Genuß dieses Musical zu sehen, bin schon ganz aufgeregt

  • Donline

    17.02.2002, 10:55 Uhr von Donline
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schau mal bitte in Dein Gästebuch. Danke und viele Güße von Donline

  • grunow

    17.02.2002, 10:53 Uhr von grunow
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, ich freue mich schon auf das Musical. Werde es mir ansehen. Die Aufführung in London war schon spitze, also dürfte Hamburg auch so gut werden. Gruss Grunow