Erfahrungsbericht von Malde23
Der Patriot - und Amerikas Patriotismus
Pro:
spektakulläres spannendes Filmepos gute Schauspieler
Kontra:
teilweise etwas viel des typisch amerikanischen Patriotismus
Empfehlung:
Ja
Die Story:
Der Konflikt zwischen dem Mutterland England und den Kolonien in Nordamerika spitzt sich zu. Der politische Konflikt „Ohne politische Beteiligung keine Besteuerung“ führt 1776 zum Krieg.
Der Film „Der Patriot“ fokussiert diese sehr politischen Ereignisse auf die Person des Witwers Benjamin Martin, einem Vater von 7 Kindern und 20 Jahre zuvor ein berühmter Soldat auf Seiten der Krone im Krieg gegen die Franzosen.
Vor die Entscheidung gestellt, sich für Krieg oder Frieden zu entscheiden, spricht er sich zur Überraschung aller gegen den krieg und für Verhandlungen mit König Edward aus, allerdings ist er damit in der Minderheit.
Sein Staat South Carolina spricht sich für den Krieg aus und der älteste Sohn Gabriel (Heath Ledger) Martins sieht es als seine Pflicht an, ebenfalls in den Krieg zu ziehen.
Lange Zeit bekommt man in South Carolina nichts von dem Krieg mit, aber die unterlegenen Truppen der Kolonien müssen sich immer weiter vor den „Rotröcken“ der Krone zurückziehen, bis der Krieg auch das scheinbar weit ab liegende South Carolina erreicht.
Gabriel ist bei den sich zurückziehenden Truppen und flieht verletzt ins Haus seines vaters. Dieser kümmert sich um die Verletzten beider Seiten und natürlich auch um seinen Sohn
Die flüchtenden Truppen der Kolonien werden verfolgt von den Berittenen Scherken des englischen Colonels Tavington (Jason Isaacs), der keinerlei Gnade kennt: Gefangene macht er nicht, Verwundete werden sofort getötet. Und vor dem Haus Benjamin Martins kommt es zum entscheidenden Konflikt.
Obwohl Sohn Gabriel als Kurier vor Repressalien des Gegners geschützt sein sollte, soll er nach Willen Tavingtons gehängt werden.
Der jüngere Bruder Thomas wehrt sich gegen die Festnahme und wird von Tavington erschossen.
Benjamin Franklin weicht nun von seiner Einstellung, das Krieg nicht die Lösung ist ab, und zeiht in den Krieg. Er tötet gemeinsam mit seinen noch verbliebenen beiden halbwüchsigen Söhnen den festgesetzten Gabriel und tötet 20 englische Soldaten, teilweise auf brutale Art und Weise, er steigert sich in einen Blutrausch.
Gemeinsam mit dem Sohn Gabriel schlägt er sich auf Seiten der Kolonisten und gründet eine Miliz, die den englischen Truppen große Verluste zufügt.
Die Engländer wissen sich nicht anders zu wehren, als gegen alle Regeln der Kriegsführung den brutalen Colonel Tavington loszulassen, der keine Gnade kennt. Die Einwohner des Heimatortes der Milizsoldaten um Martin lässt er in die Kirche treiben und diese anzünden.
Auch versucht er, sich der verbliebenen Kinder Martins zu bemächtigen, freilich ohne Erfolg.
Das diese Art der Kriegsführung bei Hofe nicht gerne gesehen ist, ist auch allen beteiligten Briten bewusst, man weiß sich aber nicht anders zu helfen.
Unter den Toten des Ortes befindet sich auch die junge Frau von Sohn Gabriel und der verliert die Beherrschung und sucht den direkten Kontakt mit dem Colonel, der auch diesen Sohn Martins tötet.
Bei der entscheidenden Schlacht freilich ist es wieder Benjamin Franklin, der mit Scharfsinn und Finesse den Gegner ins Leere laufen lässt und ihnen die entscheidende Niederlage zufügt, die den Krieg der Kolonien gegen das Mutterland entscheidet.
Meine Meinung zum Film:
Der Film ist auch kritisch, nicht nur patriotisch, denn auch der eigentliche Held Benjamin Franklin hat dunkle Seiten. Als Soldat auf Seiten der Krone war er verantwortlich für ein Massaker an gefangenen Franzosen, die zuvor eine gesamte Siedlung gemeuchelt hatten.
Und auch sein Sohn Gabriel zeigt diese verhalten, als er nach dem Ermordung seiner Frau den scheinbar tot auf dem Boden liegenden Colonels Tavington verstümmeln will.
Ganz deutlich ist die Aussage, dass der krieg die Menschen verändert, taten hervorbringt, zu denen sie in anderen Situationen nicht in der Lage wären oder die sie so nie begehen würden. Die Helden selbst werden da in Teilen zu Antihelden, brechen sie doch mit Regeln, wobei sie doch ihr Leben auf Regeln aufgebaut haben.
Die Kämpfe und Schlachtszenen:
Heute fragt man sich, wie man denn früher so wahnsinnig sein konnte, offenen Auges nur wenige Schritt voneinanderentfernt zu stehen und sich gegenseitige abzuschießen. Die Reihen der Soldaten sind geschlossen und sie wissen genau, was auf sie zukommt.
Nun, die Bilder der Schlachten sind brutal, sicherlich aber noch nicht einmal in Ansetzen zu schrecklich, wie es die Realität gewesen sein mag.
Grund für diese heute unmögliche Verhalten war die Angst: Die Angst der Offiziere, dass ihre Männer das tun, was hoffentlich jeder von uns sonst tun würde: Weglaufen. Deshalb wurden die Soldaten gezwungen, in dichten, geraden Reihen aufeinander zu zumaschieren, schön mit Marschmusik im Hintergrund.
Angst auch, weil die Offiziere wussten, dass viele der Soldaten nur in die rote Uniform gezwungen worden waren.
Ich wohne in Waldeck / Nordhessen und gerade von hier wurden viele Landessöhne, wie es damals hieß, von ihrem Fürst an die Engländer für den Kriegseinsatz in Nordamerika verkauft.
Und da sind Geschichten bekannt und auch alle Namen bekannt. So floh ein junger Mann mit einem heute noch in Nordwaldeck bekannten Namen gleich dreimal, bevor man ihn unter scharfer Bewachung der Engländer übergab. Das spricht nicht gerade dafür, dass der Arme freiwillig für die Interessen der Krone Englands im weit entfernten Amerika einzutreten bereit war.
Dennoch: Die Szenen sind happig, schrecklich, was auch als Hauptkritik an diesem Film oft geäußert wurde. Aber ich denke, ein Film, der nachdenklich machen soll, kommt nicht ohne aus.
Denn, wer sich mal die Mühe macht, in dem Film keinen Actionfilm zu sehen, der wird bei den Charakteren eine Genese erkennen, die es in sich hat und nachdenklich stimmt
Die Schauspieler:
Mel Gibson brilliert in diesem Film, denn die Rolle des Benjamin Franklins spielt er mühelos und ergreifend. Bei ihm beeindruckt mich immer seine Mimik, die auch in diesem Film wieder seine Kunst darstellen.
Und auch der Bösewicht des Filmes, Jason Isaacs, überzeugt absolut. Beide machen sicherlich die Qualität des Films aus.
Nicht zu vergessen ist Heath Ledger alias Gabriel, der ebenso wie Gibson auch durch sein markantes und ausdruckstarkes Minenspiel die Rolle des Sohnes ernsthaft wiedergibt.
Der Patreotismus:
Der Film ist sicherlich einer derjenigen, der in diesem Bereich am Schwülstigsten ist. Die Fahne der Kolonien allein bewegt schon, dass die geschlagenen und demoralisierten Männer umkehren, sich dem Feind erneut stellen und so den Sieg erringen.
Und Mel Gibson als Benjamin Martin steht stellvertretend als Prototyp der Männer, auf die Amerika baut: Gerecht, stark im Geist und stark im Willen.
So jedenfalls könnte man die Skizze im Drehbuch sich vorstellen.
Für mich ist der Film „Der Patriot“ ein wenig zu patriotistisch geraden, aber das ist auch der einige Kritikpunkt.
Last but not least das Fazit:
„Der Patriot“ ist ein großes Filmepos mit nicht nur vielen Actionsequenzen, sondern auch entsprechendem Tiefgang für diejenigen, die diesen entdecken wollen. Brutale Szenen machen den Film frühestens für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Die typische Zurschaustellung der amerikanischen Nationalsymbole und das Pochen auf dem Gründergeist der Kolonisten freilich ebenso.
Nichts desto trotz eine gelungene Kino bzw. bei mir Videounterhaltung ersten Ranges.
Der Konflikt zwischen dem Mutterland England und den Kolonien in Nordamerika spitzt sich zu. Der politische Konflikt „Ohne politische Beteiligung keine Besteuerung“ führt 1776 zum Krieg.
Der Film „Der Patriot“ fokussiert diese sehr politischen Ereignisse auf die Person des Witwers Benjamin Martin, einem Vater von 7 Kindern und 20 Jahre zuvor ein berühmter Soldat auf Seiten der Krone im Krieg gegen die Franzosen.
Vor die Entscheidung gestellt, sich für Krieg oder Frieden zu entscheiden, spricht er sich zur Überraschung aller gegen den krieg und für Verhandlungen mit König Edward aus, allerdings ist er damit in der Minderheit.
Sein Staat South Carolina spricht sich für den Krieg aus und der älteste Sohn Gabriel (Heath Ledger) Martins sieht es als seine Pflicht an, ebenfalls in den Krieg zu ziehen.
Lange Zeit bekommt man in South Carolina nichts von dem Krieg mit, aber die unterlegenen Truppen der Kolonien müssen sich immer weiter vor den „Rotröcken“ der Krone zurückziehen, bis der Krieg auch das scheinbar weit ab liegende South Carolina erreicht.
Gabriel ist bei den sich zurückziehenden Truppen und flieht verletzt ins Haus seines vaters. Dieser kümmert sich um die Verletzten beider Seiten und natürlich auch um seinen Sohn
Die flüchtenden Truppen der Kolonien werden verfolgt von den Berittenen Scherken des englischen Colonels Tavington (Jason Isaacs), der keinerlei Gnade kennt: Gefangene macht er nicht, Verwundete werden sofort getötet. Und vor dem Haus Benjamin Martins kommt es zum entscheidenden Konflikt.
Obwohl Sohn Gabriel als Kurier vor Repressalien des Gegners geschützt sein sollte, soll er nach Willen Tavingtons gehängt werden.
Der jüngere Bruder Thomas wehrt sich gegen die Festnahme und wird von Tavington erschossen.
Benjamin Franklin weicht nun von seiner Einstellung, das Krieg nicht die Lösung ist ab, und zeiht in den Krieg. Er tötet gemeinsam mit seinen noch verbliebenen beiden halbwüchsigen Söhnen den festgesetzten Gabriel und tötet 20 englische Soldaten, teilweise auf brutale Art und Weise, er steigert sich in einen Blutrausch.
Gemeinsam mit dem Sohn Gabriel schlägt er sich auf Seiten der Kolonisten und gründet eine Miliz, die den englischen Truppen große Verluste zufügt.
Die Engländer wissen sich nicht anders zu wehren, als gegen alle Regeln der Kriegsführung den brutalen Colonel Tavington loszulassen, der keine Gnade kennt. Die Einwohner des Heimatortes der Milizsoldaten um Martin lässt er in die Kirche treiben und diese anzünden.
Auch versucht er, sich der verbliebenen Kinder Martins zu bemächtigen, freilich ohne Erfolg.
Das diese Art der Kriegsführung bei Hofe nicht gerne gesehen ist, ist auch allen beteiligten Briten bewusst, man weiß sich aber nicht anders zu helfen.
Unter den Toten des Ortes befindet sich auch die junge Frau von Sohn Gabriel und der verliert die Beherrschung und sucht den direkten Kontakt mit dem Colonel, der auch diesen Sohn Martins tötet.
Bei der entscheidenden Schlacht freilich ist es wieder Benjamin Franklin, der mit Scharfsinn und Finesse den Gegner ins Leere laufen lässt und ihnen die entscheidende Niederlage zufügt, die den Krieg der Kolonien gegen das Mutterland entscheidet.
Meine Meinung zum Film:
Der Film ist auch kritisch, nicht nur patriotisch, denn auch der eigentliche Held Benjamin Franklin hat dunkle Seiten. Als Soldat auf Seiten der Krone war er verantwortlich für ein Massaker an gefangenen Franzosen, die zuvor eine gesamte Siedlung gemeuchelt hatten.
Und auch sein Sohn Gabriel zeigt diese verhalten, als er nach dem Ermordung seiner Frau den scheinbar tot auf dem Boden liegenden Colonels Tavington verstümmeln will.
Ganz deutlich ist die Aussage, dass der krieg die Menschen verändert, taten hervorbringt, zu denen sie in anderen Situationen nicht in der Lage wären oder die sie so nie begehen würden. Die Helden selbst werden da in Teilen zu Antihelden, brechen sie doch mit Regeln, wobei sie doch ihr Leben auf Regeln aufgebaut haben.
Die Kämpfe und Schlachtszenen:
Heute fragt man sich, wie man denn früher so wahnsinnig sein konnte, offenen Auges nur wenige Schritt voneinanderentfernt zu stehen und sich gegenseitige abzuschießen. Die Reihen der Soldaten sind geschlossen und sie wissen genau, was auf sie zukommt.
Nun, die Bilder der Schlachten sind brutal, sicherlich aber noch nicht einmal in Ansetzen zu schrecklich, wie es die Realität gewesen sein mag.
Grund für diese heute unmögliche Verhalten war die Angst: Die Angst der Offiziere, dass ihre Männer das tun, was hoffentlich jeder von uns sonst tun würde: Weglaufen. Deshalb wurden die Soldaten gezwungen, in dichten, geraden Reihen aufeinander zu zumaschieren, schön mit Marschmusik im Hintergrund.
Angst auch, weil die Offiziere wussten, dass viele der Soldaten nur in die rote Uniform gezwungen worden waren.
Ich wohne in Waldeck / Nordhessen und gerade von hier wurden viele Landessöhne, wie es damals hieß, von ihrem Fürst an die Engländer für den Kriegseinsatz in Nordamerika verkauft.
Und da sind Geschichten bekannt und auch alle Namen bekannt. So floh ein junger Mann mit einem heute noch in Nordwaldeck bekannten Namen gleich dreimal, bevor man ihn unter scharfer Bewachung der Engländer übergab. Das spricht nicht gerade dafür, dass der Arme freiwillig für die Interessen der Krone Englands im weit entfernten Amerika einzutreten bereit war.
Dennoch: Die Szenen sind happig, schrecklich, was auch als Hauptkritik an diesem Film oft geäußert wurde. Aber ich denke, ein Film, der nachdenklich machen soll, kommt nicht ohne aus.
Denn, wer sich mal die Mühe macht, in dem Film keinen Actionfilm zu sehen, der wird bei den Charakteren eine Genese erkennen, die es in sich hat und nachdenklich stimmt
Die Schauspieler:
Mel Gibson brilliert in diesem Film, denn die Rolle des Benjamin Franklins spielt er mühelos und ergreifend. Bei ihm beeindruckt mich immer seine Mimik, die auch in diesem Film wieder seine Kunst darstellen.
Und auch der Bösewicht des Filmes, Jason Isaacs, überzeugt absolut. Beide machen sicherlich die Qualität des Films aus.
Nicht zu vergessen ist Heath Ledger alias Gabriel, der ebenso wie Gibson auch durch sein markantes und ausdruckstarkes Minenspiel die Rolle des Sohnes ernsthaft wiedergibt.
Der Patreotismus:
Der Film ist sicherlich einer derjenigen, der in diesem Bereich am Schwülstigsten ist. Die Fahne der Kolonien allein bewegt schon, dass die geschlagenen und demoralisierten Männer umkehren, sich dem Feind erneut stellen und so den Sieg erringen.
Und Mel Gibson als Benjamin Martin steht stellvertretend als Prototyp der Männer, auf die Amerika baut: Gerecht, stark im Geist und stark im Willen.
So jedenfalls könnte man die Skizze im Drehbuch sich vorstellen.
Für mich ist der Film „Der Patriot“ ein wenig zu patriotistisch geraden, aber das ist auch der einige Kritikpunkt.
Last but not least das Fazit:
„Der Patriot“ ist ein großes Filmepos mit nicht nur vielen Actionsequenzen, sondern auch entsprechendem Tiefgang für diejenigen, die diesen entdecken wollen. Brutale Szenen machen den Film frühestens für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Die typische Zurschaustellung der amerikanischen Nationalsymbole und das Pochen auf dem Gründergeist der Kolonisten freilich ebenso.
Nichts desto trotz eine gelungene Kino bzw. bei mir Videounterhaltung ersten Ranges.
14 Bewertungen, 1 Kommentar
-
25.02.2005, 14:59 Uhr von bjlghs
Bewertung: sehr hilfreichkenne den film auch und finde, er ist gut gemacht, allerdings tragen alle diese "kriegsfilme" das problem in sich, den schmalen grad zwischen anklage und verherrlichung durch darstellung zu beiden seiten immer wieder zu verlassen - guter bericht
Bewerten / Kommentar schreiben