Der blutige Pfad Gottes (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2011
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Erfahrungsbericht von Klops
Die Heiligen von Boston!?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
I. Einleitung
Im Jahre 1999 erschien das Filmdebüt des bis dahin unbekannten Troy Duffy: „Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“. Duffy ist auch gleichzeitig für das Drehbuch verantwortlich. „Der blutige Pfad Gottes“ wurde nicht in einer der großen Produktionsfirmen, sondern in den relativ kleinen „Franchise Pictures“ Studios aufgenommen.
II. Story
Die beiden irischen Brüder Conner und Murphy MacManus sind gläubige Katholiken, die in einer Fleischfabrik in Boston arbeiten und ein relativ ärmliches Leben führen. Am St. Patricks Day gibt es in ihrer Lieblingsbar Streit mit Mitgliedern der russischen Mafia. Später werden diese von Conner und Murphy getötet. Die Bostoner Polizei stellt vage Vermutungen an, erst der homosexuelle FBI-Agent Paul Smecker rekonstruiert die ungefähren Geschehnisse durch seine Phantasie. Conner und Murphy stellen sich der Polizei. Die beiden Brüder werden jedoch wieder freigelassen, da sie aus Notwehr gehandelt haben. Smecker lernt mit Conner und Murphy intelligente und clevere junge Männer kennen, die mehrere Sprachen fließend sprechen.
Connor und Murphy aber wollen sich ab jetzt in den Dienst Gottes stellen und für diesen die Verbrecher auf dieser Welt töten. Es beginnt ein Rachefeldzug gegen die Bostoner Unter- und Verbrecherwelt. Die ersten Opfer sind hochrangige Mitglieder des russischen Syndikats. Hier treffen sie auch ihren Freund Rocco wieder, der von nun an ihr Mitstreiter ist und Rache an seinen eigenen Leuten, der Bostoner Mafia, nehmen will. Der Rachefeldzug soll sich nun gegen den örtlichen Mafiaboss richten, doch dem Trio wird ein harter Gegner entgegengestellt: Il Duce. Zudem ist Paul Smecker den beiden irischen Brüdern und ihrem Freund immer dichter auf der Spur...
III. Kritik
„Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“ schafft es, eine unheimlich dunkle und geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, die aber immer wieder durch witzige bzw. makabre Einschnitte oder Dialoge unterbrochen, aber nie gehemmt wird. Die Stimmung ist sehr dunkel, der Film spielt sich hauptsächlich an finsteren Stellen ab, die Kulissen und Orte sind düster gehalten, allerdings stehen im Kontrast dazu die noblen Gebäude der reichen Mafiosi. Hier sieht man schon den ersten Konflikt der im Film auftritt: Die Verbrecher, die mit unlauteren Methoden an ihr Geld gekommen sind, leisten sich Luxus und Prunk, während die beiden gottesfürchtigen irischen Brüder in einer ärmlichen Wohnung leben und ohne jeglichen Komfort auskommen müssen. Dennoch erfreuen sie sich an ihrem Leben und genießen es. Diese Stimmung wird aber immer wieder durch bizarre, makabre und auch lustige Stellen unterbrochen. Ein Lächeln hat mir zum Beispiel der sehr schusselige Chef der Lieblingsbar von Conner und Murphy entlockt, der immer wieder Sprichwörter vertauscht und mit Schimpfwörtern um sich schmeißt. Eine der makabersten Stellen im gesamten Film ist wohl jene, in der Rocco auf den Tisch haut, einen Schuss mit der Pistole auslöst und nach einem großen Schrecken nur noch einige Fellstücke an der Wand kleben, die mal einer Katze gehörten.
An anderen Stellen ist der Film wiederum sehr brutal und zeigt die wirklich dunklen und abgründigen Seiten des Lebens. Menschen, die Verbrechen begangen haben, werden eiskalt getötet. Der Film ist absolut nichts für schwache Gemüter, oftmals werden diese brutalen Szene sehr detailliert gezeigt, Menschen sterben, dennoch ist der Film kein Gemetzel ohne jeglichen Sinn und Verstand. Vielmehr wird eine Frage gestellt, die sehr schwer zu beantworten ist: Sollen Menschen, die Verbrechen begangen haben, durch ein erneutes Verbrechen bestraft werden, ist Selbstjustiz der richtige Weg? Conner und Murphy sind Katholiken, die ihr Leben wegen Gott leben und von Gott gelenkt werden bzw. glauben von diesem gelenkt zu werden. Er scheint zu ihnen zu sprechen, eine wichtige Rolle ihres Handelns scheint auch eine Predigt am Anfang des Filmes zu sein, in der gesagt wird, dass sich jeder, der bei Verbrechen wegschaut, selber schuldig macht. Genau das ist der Grund ihres Tötens, sie wollen nicht wegschauen, sie wollen die Verbrecher töten. Die Tötungen laufen dabei schon beinahe in Hinrichtungen aus: Die Opfer werden mit einem uralten Familiengebet und einem dann folgenden Kopfschuss getötet bzw. hingerichtet.
Sehr interessant fand ich die Art und Weise, wie die Rachefeldzüge dargestellt wurden: Paul Smecker trifft an den Orten ein, an denen diese Verbrechen geschehen sind und rekonstruiert mit seiner Phantasie und seiner Intuition die Mordfälle. So kommt er den Tätern auf die Spur und erkennt allmählich auch, warum sie töten. Dabei gerät er in einen inneren Konflikt, langsam beginnt er die beiden Brüder zu bewundern, findet ihr Handeln richtig. Ungenauigkeiten und Fehler bei den Morden sind immer wieder auf Rocco zurückzuführen. Dieser mordet nicht, weil er glaubt, so erweist er Gott einen Dienst, sondern weil er von seinen Bossen betrogen wurde und wegen ihnen schon tot wäre: Er sollte bei einem Treffen russischer Syndikatsmitglieder die Teilnehmer töten und hatte dazu eine Pistole mit 6 Schuss bekommen, angeblich sollten nur 2 Mitglieder teilnehmen, in Wirklichkeit waren es aber 8. Wären ihm Conner und Murphy nicht zuvor gekommen, wäre Rocco wahrscheinlich tot.
Die Morde laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Rocco wählt einen der Verbrecher aus, dieser wird dann kaltblütig und präzise ermordet. Die Hinrichtungsformel mit dem Gebet bleibt die gleiche, hat dadurch einen Wiedererkennungswert und wirkt Mal um Mal erschreckender. Der Fanatismus, den die beiden Brüder in ihre Morde legen ist erschreckend. Ihre Gedanken sind immer auf die Rache im Namen Gottes gerichtet, sie wollen die Welt besser machen, aber kann man dies wirklich durch Morde tun? Im Grunde bekämpfen sie Verbrechen und schlimme Taten mit genauso schlimmen Taten. Mord ist eines der schlimmsten Verbrechen, die es gibt, daher ist die Intention, die dieser Film aufweist im Grunde auch so fragwürdig, allerdings wird der Betrachter nicht vor eine feste Meinung gestellt, sondern kann sich seine eigene Meinung bilden, was man vor allem auch am Ende sieht, welches ich in seiner Art sehr passend finde.
Ein weiterer Aspekt des Filmes ist die Verherrlichung von Sensationen durch die Medien: Die beiden irischen Brüder werden als die Heiligen von Boston dargestellt. Die Medien drücken der Bevölkerung ein Bild, eine Meinung auf oder beeinflussen diese zumindest, woran man sieht, was für eine Macht die Medien haben.
Die Morde, die das Trio begeht steigern sich immer weiter, so ist es am Ende fast selbstverständlich, dass der Boss der Bostoner Mafia getötet werden soll. Symbolisch ist dann, dass diese Szene in einem Gerichtssaal stattfindet, gerade in diesem soll Selbstjustiz vorgenommen werden. Das Gericht ist im Prinzip machtlos gegen Mafiabosse, da diese einfach zu viele Beziehungen haben. So schreiten die beiden irischen Brüder ein, wollen Gerechtigkeit schaffen, aber tun sie das wirklich? Diese Frage bleibt unbeantwortet und das ist auch gut so. Eine aufgedrückte Meinung wäre einfach falsch, der Betrachter soll über das Gesehene nachdenken, sich seine eigene Meinung bilden.
Einige Szenen zum Schmunzeln bieten vor allem die Szenen an den Tatorten. Zugegeben, die Gemeinheiten von Smecker gegen die Bostoner Polizisten zwischen den Leichen wirken makaber, meistens musste ich dennoch schmunzeln. Smecker degradiert den selbsternannten Chefermittler Greenley zu einer Art Wasserträger. Greenley stellt immer wieder falsche Vermutungen an, wird dafür von Paul Smecker mit Scherzen belegt und lustig gemacht. Greenley muss Smecker Kaffee und Bagles holen, verliert langsam jegliche Autorität, soweit diese überhaupt vorhanden war.
Beeindruckend fand ich die Schauspieler, zu denen ich jetzt kommen möchte.
Der FBI-Agent Paul Smecker wird von Willem Dafoe gespielt, welcher diese Rolle ausgezeichnet herüberbringt und sein volles Potenzial ausspielt. Smecker ist eine komische Person: Er ist homosexuell, strahlt aber dennoch eine immense Autorität aus und geht mit seiner Homosexualität offen um, bleibt aber dennoch eine absolute Respektperson. Seine Intuition und Fähigkeit, Verbrechen zu rekonstruieren ist beeindruckend, dennoch macht auch ihn dieser Fall fertig, er weiß nach einer Zeit nicht mehr so recht weiter. Als er dann auf die richtige Fährte kommt, muss er sich eingestehen, dass er das Handeln der Leute, die er verfolgt nicht für falsch empfinden kann. Diese Rolle bringt Dafoe durch seine Mimik, Gestik und sein gesamtes Auftreten so toll herüber – ein großes Kompliment!
Die beiden irischen Brüder Conner und Murphy MacManus werden von Sean Patrick Flanery und Norman Reedus verkörpert. Conner und Murphy machen alles gemeinsam und sind im Grunde von einander abhängig. Die beiden tun alles für sich, sie brauchen sich gegenseitig und halten immer zusammen. Ihr Glaube an Gott verbindet sie, die Hinrichtungen nehmen sie immer gemeinsam vor. Flanery und Reedus spielen ihre Rollen ebenso gut wie Dafoe und sind ebenbürtige Gegner für diesen. Sie überzeugen durch ihren Zusammenhalt und durch ihren Facettenreichtum. Mal sind sie fröhlich, lachen und trinken, nur um im nächsten Moment eiskalt jemanden umzubringen.
Bill Connolly und David Della Rocco sind als Il Duce bzw. als Rocco zu sehen und auch diese beiden spielen ihre Rollen, wie auch alle übrigen Schauspieler sehr stark. Aus meiner Sicht ist kein einziger Ausfall vorhanden, alle Schauspieler können in ihren Rollen durchweg überzeugen.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Filmes ist die Musik: Diese schwankt von wunderbar geheimnisvollen und schönen irischen Folkloreklängen bis zu leicht gezupften Gitarrenklängen und leichtem Gesang, der mir auch relativ gut gefiel. Die musikalische Unterlegung passte zu jedem Zeitpunkt, war zwar präsent, aber nie aufdringlich.
IV. Fazit
„Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“ ist kein Film für schwache Gemüter, das Thema des Filmes ist fragwürdig, aber jeder Betrachter wird sich seine eigene Meinung bilden können. Der Film wirft Fragen auf, beantwortet diese aber nicht bzw. nur teilweise und genau das finde ich neben den exzellent agierenden Schauspielern so beeindruckend an diesem Film. Die Effekte sind nie übertrieben, die Gewaltanwendung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern fügt sich in den Film ein. Insgesamt kann ich jedem, der keine schwachen Nerven hat, diesen Film empfehlen und vergebe volle 5 Sterne.
Danke für das Lesen meines Berichtes. Über Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.
Gruss, euer Stefan.
Im Jahre 1999 erschien das Filmdebüt des bis dahin unbekannten Troy Duffy: „Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“. Duffy ist auch gleichzeitig für das Drehbuch verantwortlich. „Der blutige Pfad Gottes“ wurde nicht in einer der großen Produktionsfirmen, sondern in den relativ kleinen „Franchise Pictures“ Studios aufgenommen.
II. Story
Die beiden irischen Brüder Conner und Murphy MacManus sind gläubige Katholiken, die in einer Fleischfabrik in Boston arbeiten und ein relativ ärmliches Leben führen. Am St. Patricks Day gibt es in ihrer Lieblingsbar Streit mit Mitgliedern der russischen Mafia. Später werden diese von Conner und Murphy getötet. Die Bostoner Polizei stellt vage Vermutungen an, erst der homosexuelle FBI-Agent Paul Smecker rekonstruiert die ungefähren Geschehnisse durch seine Phantasie. Conner und Murphy stellen sich der Polizei. Die beiden Brüder werden jedoch wieder freigelassen, da sie aus Notwehr gehandelt haben. Smecker lernt mit Conner und Murphy intelligente und clevere junge Männer kennen, die mehrere Sprachen fließend sprechen.
Connor und Murphy aber wollen sich ab jetzt in den Dienst Gottes stellen und für diesen die Verbrecher auf dieser Welt töten. Es beginnt ein Rachefeldzug gegen die Bostoner Unter- und Verbrecherwelt. Die ersten Opfer sind hochrangige Mitglieder des russischen Syndikats. Hier treffen sie auch ihren Freund Rocco wieder, der von nun an ihr Mitstreiter ist und Rache an seinen eigenen Leuten, der Bostoner Mafia, nehmen will. Der Rachefeldzug soll sich nun gegen den örtlichen Mafiaboss richten, doch dem Trio wird ein harter Gegner entgegengestellt: Il Duce. Zudem ist Paul Smecker den beiden irischen Brüdern und ihrem Freund immer dichter auf der Spur...
III. Kritik
„Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“ schafft es, eine unheimlich dunkle und geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, die aber immer wieder durch witzige bzw. makabre Einschnitte oder Dialoge unterbrochen, aber nie gehemmt wird. Die Stimmung ist sehr dunkel, der Film spielt sich hauptsächlich an finsteren Stellen ab, die Kulissen und Orte sind düster gehalten, allerdings stehen im Kontrast dazu die noblen Gebäude der reichen Mafiosi. Hier sieht man schon den ersten Konflikt der im Film auftritt: Die Verbrecher, die mit unlauteren Methoden an ihr Geld gekommen sind, leisten sich Luxus und Prunk, während die beiden gottesfürchtigen irischen Brüder in einer ärmlichen Wohnung leben und ohne jeglichen Komfort auskommen müssen. Dennoch erfreuen sie sich an ihrem Leben und genießen es. Diese Stimmung wird aber immer wieder durch bizarre, makabre und auch lustige Stellen unterbrochen. Ein Lächeln hat mir zum Beispiel der sehr schusselige Chef der Lieblingsbar von Conner und Murphy entlockt, der immer wieder Sprichwörter vertauscht und mit Schimpfwörtern um sich schmeißt. Eine der makabersten Stellen im gesamten Film ist wohl jene, in der Rocco auf den Tisch haut, einen Schuss mit der Pistole auslöst und nach einem großen Schrecken nur noch einige Fellstücke an der Wand kleben, die mal einer Katze gehörten.
An anderen Stellen ist der Film wiederum sehr brutal und zeigt die wirklich dunklen und abgründigen Seiten des Lebens. Menschen, die Verbrechen begangen haben, werden eiskalt getötet. Der Film ist absolut nichts für schwache Gemüter, oftmals werden diese brutalen Szene sehr detailliert gezeigt, Menschen sterben, dennoch ist der Film kein Gemetzel ohne jeglichen Sinn und Verstand. Vielmehr wird eine Frage gestellt, die sehr schwer zu beantworten ist: Sollen Menschen, die Verbrechen begangen haben, durch ein erneutes Verbrechen bestraft werden, ist Selbstjustiz der richtige Weg? Conner und Murphy sind Katholiken, die ihr Leben wegen Gott leben und von Gott gelenkt werden bzw. glauben von diesem gelenkt zu werden. Er scheint zu ihnen zu sprechen, eine wichtige Rolle ihres Handelns scheint auch eine Predigt am Anfang des Filmes zu sein, in der gesagt wird, dass sich jeder, der bei Verbrechen wegschaut, selber schuldig macht. Genau das ist der Grund ihres Tötens, sie wollen nicht wegschauen, sie wollen die Verbrecher töten. Die Tötungen laufen dabei schon beinahe in Hinrichtungen aus: Die Opfer werden mit einem uralten Familiengebet und einem dann folgenden Kopfschuss getötet bzw. hingerichtet.
Sehr interessant fand ich die Art und Weise, wie die Rachefeldzüge dargestellt wurden: Paul Smecker trifft an den Orten ein, an denen diese Verbrechen geschehen sind und rekonstruiert mit seiner Phantasie und seiner Intuition die Mordfälle. So kommt er den Tätern auf die Spur und erkennt allmählich auch, warum sie töten. Dabei gerät er in einen inneren Konflikt, langsam beginnt er die beiden Brüder zu bewundern, findet ihr Handeln richtig. Ungenauigkeiten und Fehler bei den Morden sind immer wieder auf Rocco zurückzuführen. Dieser mordet nicht, weil er glaubt, so erweist er Gott einen Dienst, sondern weil er von seinen Bossen betrogen wurde und wegen ihnen schon tot wäre: Er sollte bei einem Treffen russischer Syndikatsmitglieder die Teilnehmer töten und hatte dazu eine Pistole mit 6 Schuss bekommen, angeblich sollten nur 2 Mitglieder teilnehmen, in Wirklichkeit waren es aber 8. Wären ihm Conner und Murphy nicht zuvor gekommen, wäre Rocco wahrscheinlich tot.
Die Morde laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Rocco wählt einen der Verbrecher aus, dieser wird dann kaltblütig und präzise ermordet. Die Hinrichtungsformel mit dem Gebet bleibt die gleiche, hat dadurch einen Wiedererkennungswert und wirkt Mal um Mal erschreckender. Der Fanatismus, den die beiden Brüder in ihre Morde legen ist erschreckend. Ihre Gedanken sind immer auf die Rache im Namen Gottes gerichtet, sie wollen die Welt besser machen, aber kann man dies wirklich durch Morde tun? Im Grunde bekämpfen sie Verbrechen und schlimme Taten mit genauso schlimmen Taten. Mord ist eines der schlimmsten Verbrechen, die es gibt, daher ist die Intention, die dieser Film aufweist im Grunde auch so fragwürdig, allerdings wird der Betrachter nicht vor eine feste Meinung gestellt, sondern kann sich seine eigene Meinung bilden, was man vor allem auch am Ende sieht, welches ich in seiner Art sehr passend finde.
Ein weiterer Aspekt des Filmes ist die Verherrlichung von Sensationen durch die Medien: Die beiden irischen Brüder werden als die Heiligen von Boston dargestellt. Die Medien drücken der Bevölkerung ein Bild, eine Meinung auf oder beeinflussen diese zumindest, woran man sieht, was für eine Macht die Medien haben.
Die Morde, die das Trio begeht steigern sich immer weiter, so ist es am Ende fast selbstverständlich, dass der Boss der Bostoner Mafia getötet werden soll. Symbolisch ist dann, dass diese Szene in einem Gerichtssaal stattfindet, gerade in diesem soll Selbstjustiz vorgenommen werden. Das Gericht ist im Prinzip machtlos gegen Mafiabosse, da diese einfach zu viele Beziehungen haben. So schreiten die beiden irischen Brüder ein, wollen Gerechtigkeit schaffen, aber tun sie das wirklich? Diese Frage bleibt unbeantwortet und das ist auch gut so. Eine aufgedrückte Meinung wäre einfach falsch, der Betrachter soll über das Gesehene nachdenken, sich seine eigene Meinung bilden.
Einige Szenen zum Schmunzeln bieten vor allem die Szenen an den Tatorten. Zugegeben, die Gemeinheiten von Smecker gegen die Bostoner Polizisten zwischen den Leichen wirken makaber, meistens musste ich dennoch schmunzeln. Smecker degradiert den selbsternannten Chefermittler Greenley zu einer Art Wasserträger. Greenley stellt immer wieder falsche Vermutungen an, wird dafür von Paul Smecker mit Scherzen belegt und lustig gemacht. Greenley muss Smecker Kaffee und Bagles holen, verliert langsam jegliche Autorität, soweit diese überhaupt vorhanden war.
Beeindruckend fand ich die Schauspieler, zu denen ich jetzt kommen möchte.
Der FBI-Agent Paul Smecker wird von Willem Dafoe gespielt, welcher diese Rolle ausgezeichnet herüberbringt und sein volles Potenzial ausspielt. Smecker ist eine komische Person: Er ist homosexuell, strahlt aber dennoch eine immense Autorität aus und geht mit seiner Homosexualität offen um, bleibt aber dennoch eine absolute Respektperson. Seine Intuition und Fähigkeit, Verbrechen zu rekonstruieren ist beeindruckend, dennoch macht auch ihn dieser Fall fertig, er weiß nach einer Zeit nicht mehr so recht weiter. Als er dann auf die richtige Fährte kommt, muss er sich eingestehen, dass er das Handeln der Leute, die er verfolgt nicht für falsch empfinden kann. Diese Rolle bringt Dafoe durch seine Mimik, Gestik und sein gesamtes Auftreten so toll herüber – ein großes Kompliment!
Die beiden irischen Brüder Conner und Murphy MacManus werden von Sean Patrick Flanery und Norman Reedus verkörpert. Conner und Murphy machen alles gemeinsam und sind im Grunde von einander abhängig. Die beiden tun alles für sich, sie brauchen sich gegenseitig und halten immer zusammen. Ihr Glaube an Gott verbindet sie, die Hinrichtungen nehmen sie immer gemeinsam vor. Flanery und Reedus spielen ihre Rollen ebenso gut wie Dafoe und sind ebenbürtige Gegner für diesen. Sie überzeugen durch ihren Zusammenhalt und durch ihren Facettenreichtum. Mal sind sie fröhlich, lachen und trinken, nur um im nächsten Moment eiskalt jemanden umzubringen.
Bill Connolly und David Della Rocco sind als Il Duce bzw. als Rocco zu sehen und auch diese beiden spielen ihre Rollen, wie auch alle übrigen Schauspieler sehr stark. Aus meiner Sicht ist kein einziger Ausfall vorhanden, alle Schauspieler können in ihren Rollen durchweg überzeugen.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Filmes ist die Musik: Diese schwankt von wunderbar geheimnisvollen und schönen irischen Folkloreklängen bis zu leicht gezupften Gitarrenklängen und leichtem Gesang, der mir auch relativ gut gefiel. Die musikalische Unterlegung passte zu jedem Zeitpunkt, war zwar präsent, aber nie aufdringlich.
IV. Fazit
„Der blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes“ ist kein Film für schwache Gemüter, das Thema des Filmes ist fragwürdig, aber jeder Betrachter wird sich seine eigene Meinung bilden können. Der Film wirft Fragen auf, beantwortet diese aber nicht bzw. nur teilweise und genau das finde ich neben den exzellent agierenden Schauspielern so beeindruckend an diesem Film. Die Effekte sind nie übertrieben, die Gewaltanwendung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern fügt sich in den Film ein. Insgesamt kann ich jedem, der keine schwachen Nerven hat, diesen Film empfehlen und vergebe volle 5 Sterne.
Danke für das Lesen meines Berichtes. Über Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.
Gruss, euer Stefan.
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