Der blutige Pfad Gottes (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2011
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Erfahrungsbericht von gnoi_
Sind das Engel?!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich mal über einen Film schreiben, von dem ich zwar bisher schon vieles gehört habe, bisher aber noch nicht habe sehen können: „Der blutige Pfad Gottes“.
Ich muss gestehen, ich selbst glaube nicht direkt an das, was die Katholische Kirche allgemeinhin als Gott bezeichnet, was nicht heißen soll, dass ich generell keinen Glauben besitze. Aber das nur mal so nebenbei. Trotzdem schaue ich mir gerne Filme an, die einen religiösen Hintergrund haben bzw. in denen die Religion als Schwerpunktthema gewählt wird. Wie zum Beispiel auch Dogma. Die Story von „Der Blutige Pfad Gottes“ ähnelt der von Dogma teilweise.
@@@ Die Story @@@
Wir befinden uns in Amerika, genauer gesagt in Bosten. Es ist St. Patrick’s Day. Die beiden streng katholischen Brüder Conner und Murphy McMannus sitzen mit ihren Kumpels in ihrer Stammkneipe und begießen ordentlich den anstehenden Feiertag. Kurz darauf stehen plötzlich drei Schränke von Männern in der Bar und fordern die Saufbande auf, das Lokal zu verlassen. Wie sich rausstellt handelt es bei diesen Typen um Handlanger der Russischen Mafia. Die beiden McMannus Brüder weigern sich jedoch vehement die Kneipe zu verlassen...
Dann ein Zeitsprung.
Am nächsten Tag liegen zwei Männer tot in einem Hinterhof desselben Viertels. Polizisten stehen herum und versuchen verzweifelt und auch erfolglos den Tathergang herauszufinden.
Das ändert sich als kurz darauf Agent Paul Smecker vom FBI am Tatort erscheint und den Tathergang scheinbar mühelos rekonstruieren kann.
In einer der nächsten Szenen befinden wir uns auf dem Polizeirevier. Auch wenn Smecker sich sicher in seiner soeben aufgestellten Theorie scheint, so weiß dennoch nicht, wer diese Tat denn nun begangen hat und vor allem aus welchem Grund. Zum Erstaunen aller erscheinen jedoch die beiden McMannus Brüder. Im Bademantel und mit Blut beschmiert. Was ist geschehen? Nun, die beiden erklären es Smecker detailgetreu. Es folgt also ein Rückblick auf die Geschehnisse, die sich vor dem ersten Zeitsprung ereigneten.
In diesem Rückblick erfährt man, dass die beiden Brüder die Russenmafiosos vom Vorabend ermordet haben...
Nächste Szene: Wir treffen wieder zunächst das FBI an einem Tatort an. Wieder wissen wir nicht, was zuvor geschehnen ist. Aber auch hier bekommen wir die Vorgeschichte im Nachhinein erzählt.
Ich möchte nun nicht jede einzelne Szene des Film auseinander nehmen. Aber dennoch kann ich euch sagen, dass die beiden Brüder Szene für Szene weitere Morde verüben, aus welchem Grund werde ich später erläutern.
@@@ Meine Meinung @@@
Die Frage, die ich mir während des ganzen Films gestellt habe war: Sind die beiden Brüder Engel? Also die Art von Engeln, wie zum Beispiel Loki und Bathleby aus Dogma, sprich Todesengel oder handelt es sich einfach nur um ein paar Typen, die von ihrem Glauben angetrieben, alles Böse oder besser gesagt alle bösen Menschen, also diejenigen, die gegen die Gebote Gottes verstoßen, zur Strecke bringen wollen?
Ich muss euch sagen, so richtig wird das eigentlich während des gesamten Films nicht aufgeklärt. Auf jeden Fall hab ich keinen eindeutigen Hinweis hierzu erhaschen können. Einerseits könnte man die beiden tatsächlich für Engel halten, denn bei ihren Hinrichtungen geben sie stets irgendwelche Bibelverse von sich und wirken auch ansonsten von ihrer Darstellung wie zwei Sittenwächter Gottes. Untermalt werden diese Szenen stets von bombastisch klingenden Kirchenchören.
Andererseits gibt es Szenen, die so gar nicht dem Klischee eines Engels entsprechen. Okay, ich gehe jetzt nicht von aus, dass Engel in weißen Kleidchen harfespielend auf einer Wolke sitzen, aber in diesem Film kommen die beiden McMannus Brüder richtig, wie soll ich sagen, „versifft“ rüber.
Sie leben in einer heruntergekommenen Bude in einem Viertel von illegalen Einwohnern, arbeiten in einem Schlachterbetrieb, sind nicht gerade dem Alkohol abgeneigt und wirken auch von ihrer Gestalt her nicht gerade engelsgleich.
Dennoch scheinen sie sich sehr ihrer Religion verpflichtet zu haben: „VERITAS“ und „AEQUITAS“, also „WAHRHEIT“ und „GLEICHHEIT“, haben sie sich auf ihre Hände tätowieren lassen. Stark zum Ausdruck bringen die beiden ihre Meinung in einer Szene, in der sie Rocco, einem schrägen Typen, auf den ich nachher noch was näher eingehe, klarmachen, wen oder was sie so alles an dieser unseren Welt so hassen und in ihren Auge beseitigt werden muss: Drogenhändler, Prostitution, Mörder, alles Dinge, die sie nicht länger so ohne weiteres hinnehmen wollen.
Deshalb auch die ganzen Morde, die sich durch den Film ziehen. Quasi ein Morden im Sinne der Gerechtigkeit, ein „gutes“ Morden oder einfach nur eine Befreiung der Welt von all dem Übel, das sich auf ihr breit macht.
Zu diesem ganzen Übel zählen sie auch die Mafia. Da kommen ihnen die Typen am Anfang des Film gerade recht. Nach und nach lässt sich auch erkennen, dass es in „Der blutige Pfad Gottes“ um einen Konflikt zwischen der Russischen und der Italienischen Mafia kommt. Der Reihe nach fallen die Anhänger dieser beiden Gruppierungen den beiden vermeintlichen Engeln zum Opfer.
Ein schönes Bindeglied zwischen den beiden Gruppen ist hierbei der eben angesprochene Rocco.
Ein Typ, der eigentlich noch nie so richtig was in seinem Leben erreicht hat. Momentan hat er sich an die Italienische Mafia gehangen, er ist so ne Art Laufbursche für die Gangster.
Tja und weil dieser Rocco eines schönen Tages von seinen Kumpanen übers Ohr gehauen wird, beschließt er kurzerhand sich den beiden McMannus Brüdern anzuschließen und mit ihnen gemeinsam die Mafia auszulöschen.
Daraus bestehen die weiteren Szenen, die ich in der Inhaltsangabe noch nicht erwähnt habe.
@@@ Die Schauspieler @@@
Rocco (gespielt von David Della Rocco) spielt seine Rolle als amateurhafter Killer sehr überzeugend. Er ist halt ein Typ, der anfangs nichts so richtig kann, dann aber nach und nach an Erfahrung zulegt und durch die Anleitung der beiden McMannus Brüder professioneller wird. Durch seine Art wirkt er stellenweise sehr witzig und lockert die ansonsten teils richtig brutalen Passagen des Films gekonnt auf.
Connor McMannus (gespielt von Sean Patrick Flanery) und sein Bruder Murphy (gespielt von Norman Reedus) machen ihre Rolle als skrupellose und professionelle Verfechter der Gesetze Gottes ebenfalls recht gut. Zwar liegt es an der Gestaltung des Films, dass ihre jeweiligen Charaktere nicht sonderlich in den Vordergrund gestellt werden, aber dennoch vermitteln sie stets einen glaubwürdigen Eindruck.
Als letzte Hauptperson muss natürlich der ein ums andere mal brillierende Willem Dafoe in seiner Rolle als FBI Agent Paul Smecker erwähnt werden. Diejenigen, die den Film bereits kennen, werden sich mit Sicherheit schon gefragt haben, ob ich gar nichts über diese Person schreiben will. Aber klar doch, ich hab mir das beste nur zum Schluss aufgehoben *ggg*. Denn eines muss ich vorausschicken: Was der Kerl in diesem Film abliefert ist echt genial. Sofort am Anfang des Filmes, als er den ersten Tatort betritt, fällt er durch sein pompösen Auftreten auf. Das ist doch der Typ aus Spiderman! kam mir gleich in den Sinn. Ja, der grüne Bösewicht aus dem Kinohit 2002.
Dafoe spielt wie gesagt einen FBI Agenten. Dieser überzeugt an den jeweiligen Tatorten ein ums andere mal durch seine ungewöhnliche Fähigkeit, den Tathergang detailgetreu rekonstruieren zu können.
Durch die besondere Erzähltechnik, die in „Der blutige Pfad Gottes“ angewandt wird, bekommt man zunächst immer nur mit, dass ein paar Typen hingerichtet wurden. Keiner weiß warum und wie das alles geschehen ist. Nun, auch Smecker weiß zunächst nicht wer die Übeltäter sind, aber wie sich jedes Mal herausstellt, hat er mit seiner jeweiligen Interpretation der Tat vollkommen Recht. Denn entweder parallel zu den Szenen am Tatort oder im Anschluss an diese werden die Vorkommnisse explizit gezeigt. Und es stellt sich immer heraus, dass Smecker absolut richtig liegt. Ich hab mich ständig gefragt, woher der Typ das alles weiß?! Ist er etwa auch ein Engel oder besitzt er sonst irgendwelche besonderen Gaben, die ihm hierbei helfen? Also eines musste ich dann am Ende doch feststellen, er ist kein Engel! Da hab ich mir wohl was eingebildet...
Neben dieser fachlichen Kompetenz, die er an den Tag legt, beweist Smecker auch immer wieder seine unterhaltsame Art. Schon zu Beginn fällt mir auf, dass der Typ nicht ganz normal ist. Als er zum Beispiel die Leichen am ersten Tatort untersucht, setzt er zunächst die Kopfhörer seines Discmans auf. Begleitet von den Klängen klassischer Musik führt er seine Untersuchungen durch und wandelt dabei seltsamen Schrittes durch die Gegend. Merkwürdig! Als ob er nicht ganz bei Trost sei.
Aber das beste kommt dann erst noch! Denn in einer Szene liegt er plötzlich mit einem Kerl im Bett: Er ist also schwul! Das hat mir dann schon einen kleinen Lacher entlockt. Ich hätte das nie gedacht. Nicht das jetzt einige meinen ich hätte was gegen Schwule, das ist Quatsch, aber irgendwie passt diese Neigung gar nicht so richtig zu einer Person wie Smecker. Dieser ansonsten so harte, abgebrühte Typ...
Gegen Ende des Film rennt er dann sogar noch in Frauenkleidern rum, echt schräg! Das hört sich vielleicht im ersten Moment gar nicht lustig an, aber wenn ihr das seht, ist das richtig geil!
Ach sonst überzeugt Dafoe durch seine schauspielerische Leistung. Einfach perfekt in Mimik und Gestik und dazu ein souveränes Auftreten.
@@@ Musik und Inszenierung @@@
Wie bereits an einigen Stellen erwähnt, glänzt der Film u.a. durch seine sich von der Gesamtheit der Filme abgrenzenden Erzähltechnik. Wir sehen insgesamt 6 verschiedene Szenen. Jedes Mal finden wir uns zunächst am Tatort wieder. Erst anschließend erfahren wir was denn zuvor überhaupt geschehen ist. Ich hab in mehreren Berichten bereits gesehen, dass Vergleiche mit Filmen wie z.B. „Pulp Fiction“ angestellt werden. Diesen Meinungen kann ich mich eigentlich nur anschließen. Richtig außergewöhnlich, aber niemals verwirrend oder nicht nachvollziehbar.
In einer Szene kommt es sogar zu einer Überschneidung zwischen der zuvor passierten Tat und der Gegenwart. Smecker rekonstruiert den Tathergang und gleichzeitig sehen wir die drei Vollstrecker bei ihrer Arbeit, Smecker ist also in diese Szene mit eingebettet, als ob er mit dabei wäre. Hab ich bisher noch nie gesehen. Cool gemacht!
Ein weiteres Highlight ist für mich die absolut fantastische Filmmusik! Es gibt Szenen, in denen richtig harte Klänge das Geschehen untermalen, so in die Richtung Industrial gemischt mit Techno oder so ähnlich, auf jeden Fall was modernes. In anderen Szenen bestimmen dann wiederum himmlische Chöre das Geschehen. Diese haben es mir besonders angetan. Das hört sich wirklich atemberaubend an!
Auf jeden Fall ist die Musik stets passend zu den einzelnen Szenen gewählt. Spitzenklasse!
Vergessen darf man bei solch einer Filmkritik nicht, dass „Der blutige Pfad Gottes“ richtig schön brutal ausgefallen ist *g*. Bei den zahlreichen Tötungsszenen fließt ordentlich viel Blut. Zwar wird die Kamera niemals direkt auf die Opfer gehalten, aber wenn alles vorbei ist, sieht man an der blutverschmierten Lokation doch deutlich, dass es hier heftigst zur Sache gegangen ist. Ich denke deshalb auch, dass der Film für Kinder auf keinen Fall geeignet ist.
Aber wie gesagt, es gibt auch zahlreiche lustige bzw. amüsante Szenen. Nicht wirklich zum Lachen, aber schmunzeln kann man doch das ein oder andere mal.
So, ich glaub mir fällt nix mehr großartiges ein, deshalb mein...
@@@ Fazit @@@
Ich kann den Film besten Gewissens weiterempfehlen. Ich habe in meiner Inhaltsangabe absichtlich auf eine genauere Schilderung des weiteren Verlaufs der Story verzichtet, schließlich möchte ich denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht das Filmerlebnis verderben. Denn ein wahres Erlebnis ist „Der blutige Pfad Gottes“ ohne Zweifel.
Perfekte Schauspieler, vor allem Dafoe, super viel Action, Humor und tolle Filmmusik. Was will man mehr?!
Bis demnächst
Euer gnoi
PS: An all diejenigen, die den Film bisher nicht kennen: Schreibt mir doch kurz, ob ihr mit meiner Kritik was anfangen könnt oder ob ich was vergessen hab und ihr euch nix unter dem Film vorstellen könnt.
Natürlich sind auch alle anderen herzlichst eingeladen, Kommentare zu schreiben und evtl. Verbesserungsvorschläge einzureichen.
Ich muss gestehen, ich selbst glaube nicht direkt an das, was die Katholische Kirche allgemeinhin als Gott bezeichnet, was nicht heißen soll, dass ich generell keinen Glauben besitze. Aber das nur mal so nebenbei. Trotzdem schaue ich mir gerne Filme an, die einen religiösen Hintergrund haben bzw. in denen die Religion als Schwerpunktthema gewählt wird. Wie zum Beispiel auch Dogma. Die Story von „Der Blutige Pfad Gottes“ ähnelt der von Dogma teilweise.
@@@ Die Story @@@
Wir befinden uns in Amerika, genauer gesagt in Bosten. Es ist St. Patrick’s Day. Die beiden streng katholischen Brüder Conner und Murphy McMannus sitzen mit ihren Kumpels in ihrer Stammkneipe und begießen ordentlich den anstehenden Feiertag. Kurz darauf stehen plötzlich drei Schränke von Männern in der Bar und fordern die Saufbande auf, das Lokal zu verlassen. Wie sich rausstellt handelt es bei diesen Typen um Handlanger der Russischen Mafia. Die beiden McMannus Brüder weigern sich jedoch vehement die Kneipe zu verlassen...
Dann ein Zeitsprung.
Am nächsten Tag liegen zwei Männer tot in einem Hinterhof desselben Viertels. Polizisten stehen herum und versuchen verzweifelt und auch erfolglos den Tathergang herauszufinden.
Das ändert sich als kurz darauf Agent Paul Smecker vom FBI am Tatort erscheint und den Tathergang scheinbar mühelos rekonstruieren kann.
In einer der nächsten Szenen befinden wir uns auf dem Polizeirevier. Auch wenn Smecker sich sicher in seiner soeben aufgestellten Theorie scheint, so weiß dennoch nicht, wer diese Tat denn nun begangen hat und vor allem aus welchem Grund. Zum Erstaunen aller erscheinen jedoch die beiden McMannus Brüder. Im Bademantel und mit Blut beschmiert. Was ist geschehen? Nun, die beiden erklären es Smecker detailgetreu. Es folgt also ein Rückblick auf die Geschehnisse, die sich vor dem ersten Zeitsprung ereigneten.
In diesem Rückblick erfährt man, dass die beiden Brüder die Russenmafiosos vom Vorabend ermordet haben...
Nächste Szene: Wir treffen wieder zunächst das FBI an einem Tatort an. Wieder wissen wir nicht, was zuvor geschehnen ist. Aber auch hier bekommen wir die Vorgeschichte im Nachhinein erzählt.
Ich möchte nun nicht jede einzelne Szene des Film auseinander nehmen. Aber dennoch kann ich euch sagen, dass die beiden Brüder Szene für Szene weitere Morde verüben, aus welchem Grund werde ich später erläutern.
@@@ Meine Meinung @@@
Die Frage, die ich mir während des ganzen Films gestellt habe war: Sind die beiden Brüder Engel? Also die Art von Engeln, wie zum Beispiel Loki und Bathleby aus Dogma, sprich Todesengel oder handelt es sich einfach nur um ein paar Typen, die von ihrem Glauben angetrieben, alles Böse oder besser gesagt alle bösen Menschen, also diejenigen, die gegen die Gebote Gottes verstoßen, zur Strecke bringen wollen?
Ich muss euch sagen, so richtig wird das eigentlich während des gesamten Films nicht aufgeklärt. Auf jeden Fall hab ich keinen eindeutigen Hinweis hierzu erhaschen können. Einerseits könnte man die beiden tatsächlich für Engel halten, denn bei ihren Hinrichtungen geben sie stets irgendwelche Bibelverse von sich und wirken auch ansonsten von ihrer Darstellung wie zwei Sittenwächter Gottes. Untermalt werden diese Szenen stets von bombastisch klingenden Kirchenchören.
Andererseits gibt es Szenen, die so gar nicht dem Klischee eines Engels entsprechen. Okay, ich gehe jetzt nicht von aus, dass Engel in weißen Kleidchen harfespielend auf einer Wolke sitzen, aber in diesem Film kommen die beiden McMannus Brüder richtig, wie soll ich sagen, „versifft“ rüber.
Sie leben in einer heruntergekommenen Bude in einem Viertel von illegalen Einwohnern, arbeiten in einem Schlachterbetrieb, sind nicht gerade dem Alkohol abgeneigt und wirken auch von ihrer Gestalt her nicht gerade engelsgleich.
Dennoch scheinen sie sich sehr ihrer Religion verpflichtet zu haben: „VERITAS“ und „AEQUITAS“, also „WAHRHEIT“ und „GLEICHHEIT“, haben sie sich auf ihre Hände tätowieren lassen. Stark zum Ausdruck bringen die beiden ihre Meinung in einer Szene, in der sie Rocco, einem schrägen Typen, auf den ich nachher noch was näher eingehe, klarmachen, wen oder was sie so alles an dieser unseren Welt so hassen und in ihren Auge beseitigt werden muss: Drogenhändler, Prostitution, Mörder, alles Dinge, die sie nicht länger so ohne weiteres hinnehmen wollen.
Deshalb auch die ganzen Morde, die sich durch den Film ziehen. Quasi ein Morden im Sinne der Gerechtigkeit, ein „gutes“ Morden oder einfach nur eine Befreiung der Welt von all dem Übel, das sich auf ihr breit macht.
Zu diesem ganzen Übel zählen sie auch die Mafia. Da kommen ihnen die Typen am Anfang des Film gerade recht. Nach und nach lässt sich auch erkennen, dass es in „Der blutige Pfad Gottes“ um einen Konflikt zwischen der Russischen und der Italienischen Mafia kommt. Der Reihe nach fallen die Anhänger dieser beiden Gruppierungen den beiden vermeintlichen Engeln zum Opfer.
Ein schönes Bindeglied zwischen den beiden Gruppen ist hierbei der eben angesprochene Rocco.
Ein Typ, der eigentlich noch nie so richtig was in seinem Leben erreicht hat. Momentan hat er sich an die Italienische Mafia gehangen, er ist so ne Art Laufbursche für die Gangster.
Tja und weil dieser Rocco eines schönen Tages von seinen Kumpanen übers Ohr gehauen wird, beschließt er kurzerhand sich den beiden McMannus Brüdern anzuschließen und mit ihnen gemeinsam die Mafia auszulöschen.
Daraus bestehen die weiteren Szenen, die ich in der Inhaltsangabe noch nicht erwähnt habe.
@@@ Die Schauspieler @@@
Rocco (gespielt von David Della Rocco) spielt seine Rolle als amateurhafter Killer sehr überzeugend. Er ist halt ein Typ, der anfangs nichts so richtig kann, dann aber nach und nach an Erfahrung zulegt und durch die Anleitung der beiden McMannus Brüder professioneller wird. Durch seine Art wirkt er stellenweise sehr witzig und lockert die ansonsten teils richtig brutalen Passagen des Films gekonnt auf.
Connor McMannus (gespielt von Sean Patrick Flanery) und sein Bruder Murphy (gespielt von Norman Reedus) machen ihre Rolle als skrupellose und professionelle Verfechter der Gesetze Gottes ebenfalls recht gut. Zwar liegt es an der Gestaltung des Films, dass ihre jeweiligen Charaktere nicht sonderlich in den Vordergrund gestellt werden, aber dennoch vermitteln sie stets einen glaubwürdigen Eindruck.
Als letzte Hauptperson muss natürlich der ein ums andere mal brillierende Willem Dafoe in seiner Rolle als FBI Agent Paul Smecker erwähnt werden. Diejenigen, die den Film bereits kennen, werden sich mit Sicherheit schon gefragt haben, ob ich gar nichts über diese Person schreiben will. Aber klar doch, ich hab mir das beste nur zum Schluss aufgehoben *ggg*. Denn eines muss ich vorausschicken: Was der Kerl in diesem Film abliefert ist echt genial. Sofort am Anfang des Filmes, als er den ersten Tatort betritt, fällt er durch sein pompösen Auftreten auf. Das ist doch der Typ aus Spiderman! kam mir gleich in den Sinn. Ja, der grüne Bösewicht aus dem Kinohit 2002.
Dafoe spielt wie gesagt einen FBI Agenten. Dieser überzeugt an den jeweiligen Tatorten ein ums andere mal durch seine ungewöhnliche Fähigkeit, den Tathergang detailgetreu rekonstruieren zu können.
Durch die besondere Erzähltechnik, die in „Der blutige Pfad Gottes“ angewandt wird, bekommt man zunächst immer nur mit, dass ein paar Typen hingerichtet wurden. Keiner weiß warum und wie das alles geschehen ist. Nun, auch Smecker weiß zunächst nicht wer die Übeltäter sind, aber wie sich jedes Mal herausstellt, hat er mit seiner jeweiligen Interpretation der Tat vollkommen Recht. Denn entweder parallel zu den Szenen am Tatort oder im Anschluss an diese werden die Vorkommnisse explizit gezeigt. Und es stellt sich immer heraus, dass Smecker absolut richtig liegt. Ich hab mich ständig gefragt, woher der Typ das alles weiß?! Ist er etwa auch ein Engel oder besitzt er sonst irgendwelche besonderen Gaben, die ihm hierbei helfen? Also eines musste ich dann am Ende doch feststellen, er ist kein Engel! Da hab ich mir wohl was eingebildet...
Neben dieser fachlichen Kompetenz, die er an den Tag legt, beweist Smecker auch immer wieder seine unterhaltsame Art. Schon zu Beginn fällt mir auf, dass der Typ nicht ganz normal ist. Als er zum Beispiel die Leichen am ersten Tatort untersucht, setzt er zunächst die Kopfhörer seines Discmans auf. Begleitet von den Klängen klassischer Musik führt er seine Untersuchungen durch und wandelt dabei seltsamen Schrittes durch die Gegend. Merkwürdig! Als ob er nicht ganz bei Trost sei.
Aber das beste kommt dann erst noch! Denn in einer Szene liegt er plötzlich mit einem Kerl im Bett: Er ist also schwul! Das hat mir dann schon einen kleinen Lacher entlockt. Ich hätte das nie gedacht. Nicht das jetzt einige meinen ich hätte was gegen Schwule, das ist Quatsch, aber irgendwie passt diese Neigung gar nicht so richtig zu einer Person wie Smecker. Dieser ansonsten so harte, abgebrühte Typ...
Gegen Ende des Film rennt er dann sogar noch in Frauenkleidern rum, echt schräg! Das hört sich vielleicht im ersten Moment gar nicht lustig an, aber wenn ihr das seht, ist das richtig geil!
Ach sonst überzeugt Dafoe durch seine schauspielerische Leistung. Einfach perfekt in Mimik und Gestik und dazu ein souveränes Auftreten.
@@@ Musik und Inszenierung @@@
Wie bereits an einigen Stellen erwähnt, glänzt der Film u.a. durch seine sich von der Gesamtheit der Filme abgrenzenden Erzähltechnik. Wir sehen insgesamt 6 verschiedene Szenen. Jedes Mal finden wir uns zunächst am Tatort wieder. Erst anschließend erfahren wir was denn zuvor überhaupt geschehen ist. Ich hab in mehreren Berichten bereits gesehen, dass Vergleiche mit Filmen wie z.B. „Pulp Fiction“ angestellt werden. Diesen Meinungen kann ich mich eigentlich nur anschließen. Richtig außergewöhnlich, aber niemals verwirrend oder nicht nachvollziehbar.
In einer Szene kommt es sogar zu einer Überschneidung zwischen der zuvor passierten Tat und der Gegenwart. Smecker rekonstruiert den Tathergang und gleichzeitig sehen wir die drei Vollstrecker bei ihrer Arbeit, Smecker ist also in diese Szene mit eingebettet, als ob er mit dabei wäre. Hab ich bisher noch nie gesehen. Cool gemacht!
Ein weiteres Highlight ist für mich die absolut fantastische Filmmusik! Es gibt Szenen, in denen richtig harte Klänge das Geschehen untermalen, so in die Richtung Industrial gemischt mit Techno oder so ähnlich, auf jeden Fall was modernes. In anderen Szenen bestimmen dann wiederum himmlische Chöre das Geschehen. Diese haben es mir besonders angetan. Das hört sich wirklich atemberaubend an!
Auf jeden Fall ist die Musik stets passend zu den einzelnen Szenen gewählt. Spitzenklasse!
Vergessen darf man bei solch einer Filmkritik nicht, dass „Der blutige Pfad Gottes“ richtig schön brutal ausgefallen ist *g*. Bei den zahlreichen Tötungsszenen fließt ordentlich viel Blut. Zwar wird die Kamera niemals direkt auf die Opfer gehalten, aber wenn alles vorbei ist, sieht man an der blutverschmierten Lokation doch deutlich, dass es hier heftigst zur Sache gegangen ist. Ich denke deshalb auch, dass der Film für Kinder auf keinen Fall geeignet ist.
Aber wie gesagt, es gibt auch zahlreiche lustige bzw. amüsante Szenen. Nicht wirklich zum Lachen, aber schmunzeln kann man doch das ein oder andere mal.
So, ich glaub mir fällt nix mehr großartiges ein, deshalb mein...
@@@ Fazit @@@
Ich kann den Film besten Gewissens weiterempfehlen. Ich habe in meiner Inhaltsangabe absichtlich auf eine genauere Schilderung des weiteren Verlaufs der Story verzichtet, schließlich möchte ich denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht das Filmerlebnis verderben. Denn ein wahres Erlebnis ist „Der blutige Pfad Gottes“ ohne Zweifel.
Perfekte Schauspieler, vor allem Dafoe, super viel Action, Humor und tolle Filmmusik. Was will man mehr?!
Bis demnächst
Euer gnoi
PS: An all diejenigen, die den Film bisher nicht kennen: Schreibt mir doch kurz, ob ihr mit meiner Kritik was anfangen könnt oder ob ich was vergessen hab und ihr euch nix unter dem Film vorstellen könnt.
Natürlich sind auch alle anderen herzlichst eingeladen, Kommentare zu schreiben und evtl. Verbesserungsvorschläge einzureichen.
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