Der blutige Pfad Gottes (DVD) Testbericht

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ab 10,59
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Erfahrungsbericht von Filmfreund

Rache an der Unterwelt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorwort:
********
Den Film habe ich mir vor ca. 1,5 Jahren per Zufall in der Videothek ausgeliehen. Und fast keiner kannte ihn. Es ist ein Insider-Film. Erst langsam kommt der Film nach und nach in die Regale der Videotheken zurück. Mit einer Top-Besetzung und einer fragwürdigen Intention.




Inhalt:
*****
Veritas und Aequitas (Wahrheit und Gleichheit) - 2 Schlagwörter, die sich die irischen Brüder Connor und Murphy McManus auf ihre Hände tätowiert haben. Sie leben in der Hafengegend von Boston, haben Ärger mit der russischen Mafia und werden ab diesen Zeitpunkt von dem Viertel als Helden gefeiert.

Nun aber mal etwas detaillierter - aber dennoch kurz, es handelt sich schließlich um eine Produktbewertung *lol*

Eines Tages - St. Patrick Day (irischer Nationalfeiertag) wollen Schläger der Russenmafia die Stammkneipe der 2 Brüder dicht machen. Aber die beiden Brüder setzen sich erfolgreich zur Wehr. Was bleibt: 3 tote Russen, sie werden als Helden gefeiert und haben fortan einen FBI-Cop am Hals (ohne es direkt zu wissen).
Die McManus-Brüder, tiefgläubig, haben eine Mission zu erfüllen. Sie wollen das gesamte organisierte Verbrechen in der Stadt \"ausrotten\". Und es wird ein blutiger und mörderischer Pfad, den sie zu ebnen haben.



Meinung:
********
Seit Anfang der 90er Jahre gab es nur einen Namen, der mit so einer Art von Film genannt wurde: Quentin Tarantino. Seine Art und Weise, wie er das Gangstertum \"neu\" auf die Leinwand zauberte, machte ihn zum König kleiner Gangsterfilme :-) Vielen anderen Nachfolgeregisseuren viel es von nun an nicht leicht, einem Vergleich stand zu halten. Entweder sind Filme mit Abtrusitäten sehr rar geworden oder man kann sie wegwerfen. Anders empfinde ich die Machart von Troy Duffy. Sein grandioses Erstlingswerk \"The Boondock Saints (Originalname) bildet wirklich eine Ausnahme in diesem Bereich. Durch seine geschickten Gewaltorgien mit makabrerer und sarkastischer Art schafft es Duffy, seine Figuren im Glanz erscheinen zu lassen. Hinzu kommt noch eine gute Portion absurdester Komik, das der Film nur so an einem vorbeischwebt.

Viele Filme fangen harmlos an und machen dann plötzlich eine Kehrtwendung. \"Der blutige Pfad Gottes\" gehört auf jeden Fall auch dazu. Erlebt man doch zu volkstümlichen irischen Klängen Bilder aus dem Leben der irischen Gemeinde in Boston.
Mit dem Auftauchen des FBI-Agenten Smecker wandelt sich der Film. Erst sarkastisch, dann recht schnell sehr blutig. Turbulente Action, doppelbödiger Humor, die originellsten Cop- bzw. Gangstercharaktere der Saison (Galaauftritt Willem Dafoe - super witzich) und ungehemmte Slapstickgewalt runden den Film ab.

Auf unkonventionelle Weise wird hier Tabubruch begangen, wie in coolen Bildern geschwelgt, die Verweigerung sich Genrekonventionen anzupassen macht den Film zwar mitunter recht chaotisch, jedoch genauso herausragend und unterhaltsam. Alles wirkt sehr grotesk.

Die Dialoge sind bissig und mit Witz. Auch an Überraschungen und Coolness mangelt es nicht. Sei es, daß Rocco versehentlich die Katze seiner Freundin \"wegballert\" oder es doch wichtig ist, bei einem Massaker immer ein Seil dabei zu haben - wie man in jedem Film immer wieder sehen kann :-)

Besonders die Hinterfragung der ganzen Geschichte gegen Ende - dann wenn neben dem Abspann ein TV-Interview mit normalen Amerikanern darüber geführt wird, wie sie zu den Taten der Brüder stehen, jedoch nie so, als ob das Töten von Mördern ein Verbrechen wäre - machen den Film zu dem, was er ist: unbeschreiblich.

Regisseur und Drehbuchautor Try Duffy war nur ein Mann gewesen, der als Musiker Karriere machen wollte. Die Zeit bis zum großen Durchbruch vertrieb er sich als Barkeeper in einer Kneipe in Boston. Aber ein Abend im Jahre 1996 veränderte sein ganzes Leben - und hier beginnt auch die eigentliche Geschichte von \"Boondock Saints\"

Der Film ist für mich einer der besten Action-Filme des Jahres ´99. Hochgradig blutig, brillant gefilmt von Adam Kane und super gut geschnitten.

Apropos Kamera: Auffällig finde ich an dieser Stelle - so sei es erwähnt *g* - auch, das der Film mit Rückblenden arbeitet. Zu jedem Ereignis, das stattfindet, kommt Smecker zu spät und man erlebt Smecker in der Rekonstruierung der Ereignisse mit folgendem Rückblick, was wirklich geschah. Desto mehr Smecker einen \"Durchblick\" bekommt, desto kürzer sind die Zeitintervalle der Rückblenden, bis Smecker schließlich mit den beiden Brüdern auf gleicher Höhe ist und sie am Schluss sogar \"überholt\".

An dieser Stelle glaube ich aber kaum, daß irgendeiner von Euch überhaupt verstanden hat, was ich damit meine :-( Egal... Sehen... *fg*




Darsteller:
********
Willem Dafoe spielt den schwulen FBI-Agenten \"Smecker\" , der zwei Verbrechern verfällt. Und Dafoe übertrifft alle bei weitem: Sei es mit Perücke und Röckchen als Prostituierte oder mit kleinen Tanzeinlagen *spitze*. Er spielt einen ganz eigenen bizarren Charakter - allein wegen ihm lohnt sich der Film schon.

Der Texaner Sean Patrick Flanery und Norman Reedus (manchen vielleicht aus \"8MM\" bekannt) spielen die Brüder Conner und Murphy McManus mit unwiderstehlicher Intensität.




Besonderheiten:
*************
· Debüt von Duffy
· Regisseur Duffy hatte eigentlich gar nicht vor, einen Film zu machen, geschweige denn irgend etwas in dieser Richtung. Erst durch eine vergleichbare Mordszene in einer Kneipe kam er auf die Idee, das Script zu schreiben. (Seht dazu auch die Anfangsszene im Film)
· Leider nur auf Video erhältlich (und auch nur Verleih - wenn ihn jemand zum Kauf sieht - am liebsten DVD - der soll mir bitte Bescheid geben)
· Duffy´s nächster Film (ich weiß gar nicht, ob der schon fertig ist) heißt \"The Peregrines\" - das warten halte ich kaum noch aus :-)




Filminformationen
***************
Land: USA
Jahr: 1999
Originaltitel: Boondock Saints
Laufzeit: 104 min
Darsteller: Willem Dafoe, Sean Patrick Flannery, Norman Reedus, Billy Connolly, Christopher Flockton, Layton Morrison, Ryan Parks, Jimmy Tingle, Jeffrey R. Smith, David Della Rocco
Regie: Troy Duffy
Produzenten: Elie Samaha, Chris Brinker, Robert N. Fried, James Jacks, Lloyd Segan Drehbuch: Troy Duffy
Vorlage: xxx
Musik: Jeff Dana
Kamera: Adam Kane
Spezialeffekte: xxx
Ausstattung: xxx
Schnitt: Bill DeRonde
Kostüme: Mary Mc Leod
Make Up: xxx
Ton: xxx
Toneffektschnitt: xxx



Fazit:
*****
\"Boondock Saints\" ist ein Crime-Movie der besonderen Art. Schnell, hip - aber nicht hop - gewalttätig und sehr sehr ideenreich. Wer Filme wie \"Pulp Fiction\", \"Reservoir Dogs\" und \"Ghost Dog\" mag, wird auch diesen lieben.




So long Euer Filmfreund

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