Der blutige Pfad Gottes (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Southgirl

Veritas. Aequitas.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr Lieben!

Es ist schon eine Weile her, dass mein bester Freund und ein weiterer Kumpel mich zum Videoabend an einem verregneten Wintertag einluden. Welchen Film sie ausgesucht hatten, sollte ich im Voraus nicht erfahren. So war die Überraschung um so größer, als ich erfuhr, dass die Wahl auf einen mir völlig unbekannten Mafiafilm gefallen war. „Der blutige Pfad Gottes“ lautete der eigenartige Haupttitel, „Missionare des Todes“ der deutlichere Untertitel.
Heute ist mir der Film alles andere als unbekannt, denn ich haben ihn bereits fünf mal gesehen und er zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen...

--°--°--°--°-- Vorwort --°--°--°--°--

Der blutige Pfad Gottes“ gehört der Genre „Thriller, Krimi“ an, wird manchmal aber auch unter „Komödien“ geführt. Ich persönlich halte auf jeden Fall erstere Zuordnung für treffend. Er wurde in Kanada gedreht und erschien 1999 mit dem Originaltitel „The Boondock Saints“. Die Regie führte der Drehbuchautor, Roy Duffy. Sowohl als Drehbuchautor als auch als Regisseur ist er nur durch diesen Film bekannt, denn es ist sein Debütfilm.
Tonformat des Filmes ist Dolby Surround, das Bildformat Widescreen. Die Länge des Filmes beträgt in etwa 110 Minuten. Er ist freigegeben ab 18 Jahren.

So viel nun also zu den trockenen Fakten des Filmes. Weiter geht es mir der genialen...

--°--°--°--°-- Handlung --°--°--°--°--

Die irischen Zwillings- und Seelenbrüder Murphy und Conner McManus sind gläubige Katholiken, hochintelligent, sprechen mehrere Sprachen, leben und arbeiten gemeinsam als Metzger. Beide haben sich in ihre Hände „Veritas“ (lat.: Wahrheit) und „Aequitas“ (lat.: Gleichheit) eintätowiert. Zwei Schlagwörter, denen sie große Bedeutung beimessen.
Die Handlung beginnt am St. Patricks Day, einem irischen Nationalfeiertag, in South Boston in der Kirche. Hier hält der Pfarrer eine Predigt („Wer gleichgültig wegschaut im Angesicht des Bösen, ist mehr als mitschuldig!“, die sich die beiden Brüder sehr zu Herzen nehmen...
Doch natürlich begnügen sich die irischen Brüder nicht mit dem Kirchengang, sondern hängen abends noch einen Kneipenbesuch in ihrer irischen Stammkneipe mit ihrem italienischen Freund Rocco – Handlanger der russischen Mafia - dran. Die feucht-fröhliche Stimmung der Freunde wird jedoch vom befreundeten Barkeeper urplötzlich zerrüttet, als dieser die Aufgabe seiner Kneipe ankündigt. Grund für diese Aufgabe ist die aufgezwungene Übernahme der Kneipe durch einen Schläger der russischen Mafia, Iwan Chekov. Kaum ist die Rede auf den Mafiaschläger gekommen, steht er auch schon mit Unterstützung in der Tür. Angespornt durch die Predigt am Morgen reagieren die Freunde auf Iwan und seine Drohungen in der einzigen Sprache, die er wirklich versteht – mit Gewalt. Eine wilde Schlägerei entbrennt und endet für Iwan schmerzvoll...
Natürlich bleibt es nicht bei dieser Schlagerei und Chekov sucht eine Revanche. So spürt er die beiden Iren in ihrer Wohnung auf, kettet Murphy an die Toilette und führt Conner raus um ihn zu erschießen. Am nächsten Tag findet die Polizei unterhalb der Wohnung der Zwillinge zwei Tote – und soviel sei vorausgenommen: Es sind nicht Murphy und Conner.
Ein mysteriöser Tod gibt den Polizeibeamtworten – allesamt nicht mit zu hoher Intelligenz beschenkt – ein Rätsel auf, dass ausschließlich Paul Smecker, ein FBI-Agent einer „Special Crime Task“, zu lösen fähig scheint. Es dauert nicht lange und der schwule FBI-Agent zeigt seinen untergeordneten, wer das sagen hat. Sanfter jedoch ist er im Umgang mit den McManus-Geschwistern, welche in ihrem Viertel in den Augen der Nachbarn mittlerweile zu Helden geworden sind. Sie werden nicht verurteilt, ihre Morde werden als Selbstverteidigung ausgelegt.
An dieser Stelle beginnt die Handlung erst, denn die Jungs wollen weiter der Predigt des Pfarrers folgen. Eine rasante, geniale Handlung nimmt ihren Anfang und findet ein äußerst überraschendes, aber nachvollziehbares Ende...

--°--°--°--°-- Schauspieler --°--°--°--°--


Paul Smecker – Willem Dafoe
Murphy McManus – Norman Reedus
Connor McManus – Sean Patrick Flanery
Rocco - David Della Rocco

Diese vier Schauspieler verkörpern die Hauptcharaktere des Filmes. Alle mussten Charaktere spielen, die nicht alltäglich sind. So wurde es sicherlich für Norman Reedus und Sean Patrick Flanery zur Herausforderung Zwillinge zu spielen, die nie einen Schritt ohne den anderen gemacht hätten. Sicherlich keine leichte und gewöhnliche Aufgabe für Schauspieler, die nicht annähernd verwand sind. Dies merkt man Murphy und Connor aber absolut nicht an. Nicht nur, dass sie sich wirklich ähnlich sehen – auch ihr Handeln ist so überzeugend aufeinander abgestimmt, dass beim Zuschauer keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit entstehen.
Auch David Della Rocco überzeugt in seiner Rolle als nicht über die Maße intelligenter Mafiahandlanger, der erst circa zur Hälfte des Filmes eine wirklich wichtige Rolle spielt. Seine Schusseligkeit überzeugt nicht nur durch die genialen Einfälle des Drehbuchautors, sondern auch durch die talentvolle Umsetzung durch den Schauspieler. Dabei wirkt Rocco jedoch nie so oberflächlich, dass der Film durch ihn an Ernsthaftigkeit verlieren würde.
Auch wenn diese drei Schauspieler sehr überzeugend und gut gearbeitet haben, fällt mir persönlich doch am meisten die Leistung von Willem Dafoe auf. In der Rolle des weitsichtigen, einfühlsamen und seinen Kollegen gegenüber knallharten, schwulen FBI-Ermittlers setzt er in dem „Blutigen Pfad Gottes“ einen besonderen Akzent. So ungewöhnlich seine Rolle auch seinen mag, so unnachvollziehbare Handlungen das Drehbuch ihm auch vorschreiben mag – er meistert jede Aufgabe so gut, dass man ihm jeden kleinen Part seiner Rolle gerne glaubt. Bekannt aus diversen Filmen wie „Der englische Patient”, “Speed 2: Cruise Control”, “American Psycho”, “Shadow of the Vampire” und “Spider-Man” überzeugt Willem Dafoe nicht selten in der Rolle des typischen Schurkens. In „Der blutige Pfad Gottes“ hingegen vollzieht er eine Gradwanderung zwischen Recht und Unrecht, bleibt dabei aber immer dem Zuschauer sympathisch.

Mir persönlich war vor diesem Film nur Willem Dafoe bekannt und ich konnte auch bis heute noch keine weiteren Filme ausmachen, in denen sie zu sehen sind. Dies schadet der allgemeinen schauspielerischen Leistung im Film jedoch überhaupt nicht. Sie ist durchweg überzeugend, was wohl auch daran liegen mag, dass selbst Nebencharaktere, wie zum Beispiel Iwan Chekov, sehr überzeugend umgesetzt sind. Das der Film keine weiblichen Hauptrolle hat, nimmt ihm ebenfalls nichts an Qualität.

--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--

“Der Blutige Pfad Gottes – Missionare des Todes” ist vor allem ein actionreicher Film, der keine Langeweile aufkommen lässt. Die Handlung läuft schnell und ist äußerst originell. Ein Drehbuch, dass wirklich keinen Verdacht auf Nachahmung aufkommen lässt, macht diesen Film zu etwas außergewöhnlichem. Er erinnert in seinem Gesamtbild zwar stark an die Handschrift Quentin Tarantinos (Regisseur von „Pulp Fiction“), hat aber trotzdem seinen ganz eigenen Stil. Schwarzer Humor, Spannung, Anspruch und Action wirken genial zusammen. Unterstrichen wird dies alles noch durch einen auffallenden Soundtrack, der sowohl zur Handlung passende irische Klänge als auch Rockmusik enthält.
Das er ein Debütfilm ist, merkt man dem Film nicht an. Ebenso ist die weniger namensberühmte – natürlich mit Ausnahme von Willem Dafoe - Besetzung für den Film schädlich, denn auch wenn die Schauspieler nicht zu den bekanntesten zählen, ist ihr Talent unübersehbar.
Besonders gut gefällt mir das Spiel mit der Frage nach Recht und Unrecht. Sicherlich handeln die Hauptakteure des Filmes nicht moralisch einwandfrei, doch ist es dem Zuschauer auch nicht möglich, sie vorbehaltlos dafür zu verurteilen. Dieser Film zielt also auf keinen Fall auf die Darstellung eines perfekten Helden ab!
Wie also deutlich geworden sein dürfte, gefällt mir der „Blutige Pfad Gottes“ fabelhaft und ich werde ihn, der zu meinen Lieblingsfilmen zählt, sicherlich noch einige Male sehen, denn er hat genügend Tiefgang um auch bei mehrfachem Anschauen nicht langweilig zu werden.

Leider ist der Bekanntheitsgrad des Filmes in Deutschland nicht sehr hoch. Ich hoffe, ich konnte ihn mit diesem Beitrag immerhin in der Yopi-Community ein wenig bekannter machen, denn sehenswert ist er auf jeden Fall!
Gruß, Karin
(c) by Southgirl, 24. September 2002

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