Deutsches Museum München Testbericht

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Erfahrungsbericht von aragorn2000

Sehen, staunen und erleben

Pro:

sehr lehrreich, viel zu sehen und bestaunen

Kontra:

manche Versuche funktionieren nicht

Empfehlung:

Ja

Sodele, jetzt muss ich doch auch mal einen Bericht aus meiner neuen Wahlheimat verfassen, dem Deutschen Museum in München. Obwohl ich mit Museen eigentlich nicht so viel am Hut habe zieht es mich hier immer wieder mal hin. Das mag wohl daran liegen, dass es so gross ist, um unmöglich alles an einem oder zwei Tagen zu erkunden und ich jetzt selbst nach mehreren Besuchen immer noch nicht alle Ausstellung durch habe, aber eines nach dem Anderen.

Zum Museum gelangt man am besten mit der S-Bahn, wer mit dem Auto anreist kann in München Pasing recht günstig parken, am Wochenende ist es glaub ich sogar kostenlos. In Pasing könnt ihr euch in jede beliebige S-Bahn reinsetzten, nur auf die Richtung müsst ihr achten. Kostenlose Park and Ride Parkplätze gibt es in Lochhausen (S8) oder Westkreuz (S5,6). In der S-Bahn bleibt ihr dann sitzen bis zur Haltestelle Isartor. Zu Fuß sind es dann vielleicht noch 600m, gleich nachdem ihr die Isar überquert hab befindet sich auf der rechten Seite entlang der Isar zuerst das IMAX-Kino und dann das Deutsche Museum.

In der Eingangshalle befinden sich zwei Kassen, der Eintrittspreis beträgt für einen Erwachsenen 6,50€ es gibt aber auch noch verschiedene Kombitarife, die mit einem Besuch des Flughafens oder der Flugwerft in Schleißheim verbunden sind. Ich denke dies wäre etwas zu viel für den Bericht hier, wenn ihr mehr darüber wissen möchtet könnt ihr im Internet unter http://www.deutsches-museum.de/info/allgem/infoall.htm nachschauen, dort sind auch die Schülertarife, usw. aufgeführt. Wer öfters in München ist, dem würde ich die Zehnerkarte empfehlen, die kann dann nämlich auch für den Tierpark Hellabrunn verwendet werden.

An den Kassen ist auch ein kostenloses Faltblatt erhältlich, worin ein Übersichtsplan des Museums und auch ein Zeitplan für diverse Vorführungen enthalten ist. Die Vorführungen sind auf jeden Fall zu empfehlen, denn dadurch bekommt man wesentlich mehr Hintergrundinformationen. Es sind zwar überall Beschreibungen angebracht, aber wenn man es erzählt bekommt ist es doch wesentlich besser zu verarbeiten, ausserdem kann man beispielsweise zuschauen, wie eine alte Dampflokomotive in Betrieb genommen wird.

Fündig wird hier mit Sicherheit jeder, denn es gibt zu fast allen Themen unserer Zeitgeschichte etwas zu sehen. Wenn ich alles hier aufführen wollte könnte ich auch gleich ein Buch darüber schreiben, aber einen kurzen Einblick möchte ich euch trotzdem gewähren. Der erste grosse Raum, gleich nach der Eingangshalle ist den Segelschiffen gewidmet, hier ist ein echtes Schiff ausgestellt, welches im Querschnitt aufgetrennt wurde, um einen Einblick in das Innere zu bekommen. Auch kleiner Schiffe oder Boote aller möglichen Völker gibt es hier entweder im Original oder als Modell zu bestaunen. An einer Seilwinde kann man selbst Hand anlegen, um dann an einer Digitalanzeige abzulesen, wie sich ein Flaschenzug auf die Kraft auswirkt.

Einen Stock tiefer wird es dann etwas moderner, hier kommen wir ins 19. Jahrhundert zu den Dampfschiffen, werden aber auch gleichzeitg an die brutale Kriegsmaschinerie des ersten und zweiten Weltkrieges erinnert. Mächtige, gepanzerte Kriegsschiffe, bewaffnet bis an die Zähne zeigen, wie leicht der menschliche Erfindungsreichtum misbraucht werden kann. U-Boote mit Torpedos bewaffnet sorgen für eine etwas gedrückte Stimmung, denn keiner von uns möchte gerne an dieses grausame Kapitel unserer Geschichte erinnert werden. Die Kinder scheinen hiervon jedoch fasziniert zu sein, denn sie sind sich noch nicht darüber bewusst, was sich hiermit alles anrichten lässt. Hier sind dann die Eltern gefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten, ohne das Ganze in ein Horrorszenario ausarten zu lassen.

Aber genug der Melancholie, machen wir uns auf wieder ein Stockwerk höher in die Kunst des Tunnel- und Brückenbaus. Mir war bis dahin gar nicht klar, wie aufwendig es noch vor einhundert Jahren war, eine steinerne Brücke zu bauen. Allzu Gedankenlos latschen wir viel zu häufig über solche Denkmäler, ohne darüber nachzudenken, wie hunderte von Arbeitern diese Stein für Stein aufgesetzt haben, denn dies ist hier in verschiedenen Stadien an den Modellen und zu sehen. Natürlich gibt es auch neuzeitliche Konstruktionen zu bewundern. Man kann auch selbst versuchen, mit Holzklötzen die verschiedenen Baustile nachzubauen, wobei man dann feststellen wird, dass das gar nicht so einfach ist.

Wie gesagt, es liese sich mit Leichtigkeit ein Buch damit füllen, denn dies war nur ein Bruchstück, was das deutsche Museum zu bieten hat, vielleicht werde ich den Bericht bei Gelegenheit auch noch um einiges erweitern, denn es gibt noch so vieles hier, was ich selbst noch nicht entdeckt habe. Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch die Computerabteilung, hier gibt es die ersten Computer der Menschheit, welche noch mit Relais arbeiten und was das tolle daran ist: Die funktionieren wirklich noch. Vor allem hier sollte ihr auf den Zeitplan achten, um eine Vorführung mit zu bekommen. Bei Gruppen sind nach vorheriger Absprache und Anmeldung auch Einzelführungen möglich.

Auf über fünf Stockwerken verteilt gibt es auch noch sehenswertes zum Bergbau, Glas- und Porzelanherstellung, Astronomie, Flugzeuge, Hubschrauber, Autos, Motorräder, Drucktechnik, Papierherstellung und noch vieles mehr. Eine komplette Übersicht gibt es auch im Internet, dort könnt ihr euch anhand von Videos und Bildern auch einen Einblick verschaffen.

Ach ja, auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich das Zeiss-Planetarium, es kostet zwar einen geringen Aufpreis, aber diese Investition lohnt sich auf alle Fälle, danach dann am besten gleich auch noch die Sternenwarte aufsuchen, wobei die jedoch nicht immer geöffnet hat, da es ja von der Tageszeit und Wetterlage abhängig ist.

Etwas zum Meckern hab ich aber auch noch, denn das Museum ist nicht gerade Kinderwagen- und Rollstuhltauglich. Es gibt zwar am Eingang mehrere Fahrstüle, um auf die verschiedenen Etagen zu gelangen, aber die sind so klein und meist von Leuten besetzt, die sie gar nicht brauchen, dass es zur Geduldsprobe wird, wenn man versucht von einem der mittleren Stöcke nach oben oder unten zu kommen. Außerdem ist sehr mühsam, immer vom Ende eines Stockwerkes wieder bis zum Eingang zu laufen.

Die Verpflegung sollte man sich besser auch selbst mitbringen, denn es gibt zwar ein Selbstbedienungrestaurant und ein Bistro, aber die sind preislich nicht gerade attraktiv. Im Bistro habe ich selbst noch nicht gespeist, aber im Restaurant, dies befindet sich gleich rechts neben dem Eingang. Die Wartezeiten sind glücklicherweise recht kurz, das Essen bekommt man an der Ausgabe, die Auswahl ist recht gross. Getränke muss man sich an den Automaten selber zapfen und es gibt auch noch verschiedene Süssigkeiten, bezahlt wird dann an der Kasse. Der Speisesaal ist in Raucher und Nichtraucher aufgeteilt, allerdings etwas unglücklich wie ich finde, denn Nichtraucher müssen sich durch die Rauchersektion kämpfen, um dann, der Erstickungsgefahr entgangen an weissen, recht steril wirkenden Kantinentischen Platz zu nehmen. Der Sanitärbereich ist sehr sauber, zumindest die Herrentoilette, die Damenabteilung konnte ich leider nicht begutachten.

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