Die Geistervilla (VHS) Testbericht

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ab 19,62
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Erfahrungsbericht von The_Wishmaster

Wer fürchtet sich - vor dem Hauptdarsteller?

Pro:

...Effekte..

Kontra:

...Eddie Murphy und die flachen Gags...

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Nachdem ich meinen Schatzi vorgestern im Kulmbacher Kino in die Metzel-Orgie \"The Texas Chainsaw Massacre\" geschleppt hatte, durfte er sich gestern dann den Film im Kino aussuchen. Wie\'s der Zufall so will wurde es wieder ein Horrorstreifen - \"Die Geistervilla\", die für mich weniger der Story wegen der blanke Horror ist, sondern eher deswegen weil ich den Hauptdarsteller so gut leiden kann wie der Teufel das Weihwasser. Aber ich liess es ohne zu murren über mich ergehen und möchte nun davon berichten...



| ° Story
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Jim (Eddie Murphy) und Sara Evers (Marsha Thomason) sind nicht nur glücklich verheiratet, sondern auch überaus erfolgreiche Immobilienmakler. Jim nimmt aber seinen Job vielleicht einen Tick zu ernst, denn er versetzt seine ihm Angetraute Sara sogar am Hochzeitstag, was diese nicht sonderlich prickelnd findet. Um es wieder gut zu machen und etwas mehr Zeit mit ihr und den beiden Kindern zu verbringen, verspricht er seiner Familie über\'s Wochenende an den See zu fahren. Natürlich kommt etwas dazwischen, denn die Evers erhalten einen Anruf und sollen ein altes, millionenschweres Anwesen an den Mann bringen. Eigentlich soll laut dem mysteriösen Anrufer Sara Evers alleine kommen um sich einen Eindruck von dem Gemäuer zu machen, aber da die Familie sowieso schon auf dem Weg zu ihrem Ausflugsziel ist, wird eben kurzerhand umdisponiert und ein Zwischenstopp bei der abseits gelegenen, uralten Villa eingeplant.

Dort kommt es wie es kommen muss: Der kauzige Butler Ramsley (Terence Stamp) stellt die Evers seinem \"Master Gracey\" (Nathaniel Parker) vor, der sich vor allem von Sara mehr als beeindruckt zeigt. Kurz darauf setzt ein dermaßen schweres Unwetter ein, dass die Straße vom Fluss überschwemmt wird und die Evers die Nacht in der Villa verbringen müssen. Langsam aber sicher beschleicht sie der Verdacht, dass an diesem Haus samt seinen Einwohnern irgendetwas nicht so recht stimmt...



| ° Meine Meinung
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Mehr möchte ich von der Story gar nicht verraten, da sie dank diversen Trailern recht durchsichtig ist und man im Prinzip schon in etwa erahnen kann, was genau passiert. Interessant ist dabei nur, wie man das Ganze dann umsetzt. Und nachdem Disney im letzten Jahr mit \"Fluch der Karibik\" schon eine fulminante Umsetzung einer Disney-Attraktion gelungen war, wollte man nun auch aus der Geisterbahn \"The Haunted House\" einen erfolgreichen Kinostreifen machen. Rein optisch muss man dieses Vorhaben in jedem Fall als absolut gelungen ansehen. Dabei beschränkt man sich aber zum Glück nicht nur auf bloße Special Effects und versucht mit diesen den Film vollzukleistern, sondern man setzt diese gezielt und effektiv ein. Das fängt schon damit an, dass dem Zuschauer in der Eröffnungsszene zusammen mit einem Prospekte austragenden Jungen ein gehöriger Schock versetzt wird, wenn sich urplötzlich aus dem Haus ein durchsichtiger Geist binnen Bruchteilen von Sekunden erhebt und dem unerwünschten Besucher einen gewaltigen Schrecken einjagt.

Im weiteren Verlauf werden die Special Effects mal dazu eingesetzt um die Spukatmosphäre im Haus zu verfeinern, wenn sich die Geister beispielsweise kurz ind blau-gräulichen Nebel auflösen und wenige Momente später an einer anderen Stelle des Raumes wieder auftauchen, oder man will gezielt den Zuschauer erschrecken. Besonders gelungen ist dabei eine Szene, in der Jim vor einem Spiegel steht und von einer Sekunde auf die andere in eine entstellte Zombie-Fratze blickt. Mal abgesehen von dem wirklich sagenhaften Make Up-Effekte, erschreckend ist eigentlich vor allem wie gering der Unterschied zwischen Eddie Murphys penetrant-ekelhaftem Dauergrinsen und der wirklich zerschlissenen, verfaulten Zombie-Maske ist. *g* Aber den schauspielerischen Darbietungen widme ich mich gleich noch, zuerst möchte ich noch die Ausstattung des Films loben. Denn es kommt eben nicht nur auf die Effekte an, auch das stil- und vor allem prunkvoll eingerichtete Haus an sich wirkt schon ziemlich beeindruckend. Die dazu passenden Gewänder der ehemaligen Einwohner in den Rückblicken verleihen dem Ganzen eine unglaubliche Atmospäre, sehr stimmungsvoll sind auch die späteren Szenen auf dem Friedhof und in der Gruft des Mausoleums geworden. Und bei wem beim Anblick der kompletten Villa mit samt ihren Trauerweiden im Vorgarten keine Gruselstimmung aufkommt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Positiv zu vermerken ist auch die Kameraarbeit, die alle Szenen ins rechte Licht rückt. Vor allem der Wechsel mancher Szenen ist dabei besonders gut gelungen, wenn beispielsweise Jim die Türe öffnet, wir aber nicht sehen was sich dahinter verbirgt, weil in diesem Moment die Szene zu seinen Kiddies wechselt, die eben just in dieser Sekunde auch eine Tür geöffnet haben und wir erst einmal sie ein wenig beobachten. Nur eine Szene muss ich hier eigentlich bemängeln, wenn sich nämlich Jim im Zimmer der Wahrsagerin zusammen mit dieser, bzw. ihrer Kugel schnell durch den Raum dreht, dann sieht man nicht nur den Trickeffekt, sondern kommt sicher schnell zu dem Ergebnis, dass man hier hätte etwas kürzen können. Uneingeschränkte Lob verdient dagegen der Soundtrack, zumindest der Original Score. Hier wird mit Orchester und Chor schön Stimmung gemacht, perfekt passend zu einem Film dieser Art.

Gänzlich anders sieht es dagegen auf Seiten der Schauspieler aus. Mal abgesehen von meiner persönlichen Abneigung gegenüber Eddie Murphy, den ich in den letzten Jahren einfach in zu vielen schlechten Filmen gesehen habe, so bleibt von den Hauptdarstellern eigentlich einzig und allein Marsha Thomason übrig, die ihre Rolle ganz glaubhaft spielt. Terence Stamp als Butler dagegen ist recht schnell zu durchschauen und Nathaniel Parker spielt den Master Gracey derart blass und ausdruckslos, dass man fast schon daran zweifelt, dass er in Wirklichtkeit ein Mensch und nicht auch nur ein Geist ist. Der Abschuss ist aber dennoch wie erwartet Murphy selbst, dem nicht nur die ältesten Witze der Welt wie auf den Leib geschrieben wurden, sondern der auch noch eine derart ausdruckslose und festgefahrene Mimik sein eigen nennt, dass man sich wirklich fragen muss, wer auf die Idee kam ihn für die Hauptrolle in \"Die Geistervilla\" zu verpflichten. Es reicht bei weitem nicht aus, wenn man ständig doof grinst, die weissen Beisserchen präsentiert und den einen oder anderen vermeintlich witzigen Spruch ablässt. Nein, um einen Charakter gut und glaubhaft rüberzubringen muss man Klasse vermitteln, etwas das Eddie Murphy hier zu jeder Sekunde fehlt. Da freut man sich richtig, wenn ihn diverse Musikinstrumente verfolgen und er kurz darauf eine Blechtrommel mitten in die Rammel gedroschen bekommt.

Richtig perfekt präsentiert haben sich dagegen Dina Spybey und Wallace Shawn. Auch wenn sie mir vorher gänzlich unbekannt waren, so haben die beiden ihren Rollen als Diener des Hauses durch ihr lockeres und leichtes Spiel ziemlichen Ausdruck verliehen und waren absolute Sympathieträger. Ihnen ist auch das ein oder andere Schmunzeln auf meinem Gesicht zu verdanken gewesen, was insgesamt nur recht selten vorkam. Denn die meisten der Gags waren entweder alt, flach oder gar beides miteinander. Und wenn die flüchtende Familie mit der Kutsche an unzähligen Toten vorbeifährt und der Sohnemann einen vermeintlichen Brüller loslässt - \"Ich kann tote Menschen sehen!\" - so schlage ich ob dieses unsäglichen Kalauers eher die Hände über dem Kopf zusammen. Auch der Rest der Gags ist nicht unbedingt und ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in dem Streifen gelacht/gekichert habe. In dieser Beziehung wurde das Klassenziel absolut verfehlt, aber das hatte ich auch von vornherein nicht anders erwartet.

Erstaunlich fand ich dagegen aber, wie unterhaltsam und kurzweilig man die Story dann dennoch umgesetzt hatte. Zumindest kam bei mir keine Langeweile auf - und das trotz dieses unsäglichen Hauptdarstellers! Anmerken muss ich auf jeden Fall noch, dass ich die Altersfreigabe ab 12 Jahren für leicht bedenklich halte und dass man auf keinen Fall mit jüngeren Kids den Film aufsuchen sollte. Denn es gibt etliche Szenen, in denen Untote auf dem Bildschirm zu sehen ist, bei denen man deutlich die Spuren der Verwesung erkennen kann und die auch recht plötzlich auftauchen, um für den nötigen Schockeffekt zu sorgen. Hier sollte man also etwas vorsichtig sein, denn ein Kinderfilm ist \"Die Geistervilla\" trotz der Disney-Herkunft sicherlich nicht. Und ohne etwas davon zu verraten, werde ich auch noch kurz auf das Ende eingehen - es ist in seiner Machart absolut klischeehaft und - entschuldigt den Ausdruck - zmu Kotzen. Aber man kann sich immerhin schon mal im voraus darauf einstellen, da es sehr schnell vorhersehbar ist.



| ° Fazit
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Ich bin etwas zwiegespalten, denn auf der einen Seite stehen bei \"Die Geistervilla\" die phänomenalen Effekte, der stimmungsvolle Score, die herausragende Ausstattung und die beiden Geister-Diener, die ihre Rollen perfekt spielen. Dem gegenüber stehen zahlreiche flache Gags, eine vorhersehbare Story und ein absolut mieser Hauptdarsteller. Ich entscheide mich also für den goldenen Mittelweg, empfehle den Film aber dennoch nur Leuten, die nichts gegen Eddie Murphy haben, da dann schon mal mein persönlicher Haupt-Minuspunkt wegfällt.



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Hauntedmaster



PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen einem Geist aus der Villa begegnen... ;)


Shake Heads!

29 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LittleSparko

    28.12.2006, 19:03 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela