Die Herrschaft des Feuers (VHS) Testbericht

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ab 7,58
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Erfahrungsbericht von tom.112

Die Biester fressen Asche!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich liebe Kino! Ein besonderes Faible habe ich für Science Fiction und Endzeitstreifen. Deshalb war es für mich auch klar, dass ich mir unbedingt \"Die Herrschaft des Feuers\" (Reign of fire\") anschaue.

Die Handlung:
Der Film beginnt in der Gegenwart. Irgendwo in London wird an einem U-Bahn-Schacht gebastelt. Der zwölfjährige Quinn Abercromby (Ben Thornton) möchte seine Mutter Karen (Alice \"Ich bin die Borg\" Krige, \"Star Trek - Der erste Kontakt\"), die als Ingenieurin auf der Baustelle arbeitet, besuchen.
Just als Quinn in den Tiefen des Schachtes ankommt, entdecken die Arbeiter einen Hohlraum. Hinter diesem verbirgt sich eine riesige Höhle, in die der Kleine mal eben schnell reinkrabbelt und nach dem Rechten schaut. Allerdings wird die Höhle schon von einem anderen beansprucht: ein gigantischer Drache hatte dort ein paar tausend Jahre überwintert und ist natürlich nicht so erfreut, als man ihn dabei stört.. Er grillt mal eben schnell alle Arbeiter und nur Quinn gelingt die Flucht aus dem Inferno.
Hier macht der Film einen Sprung ins Jahr 2020. Aus dem einen Drachen wurden ziemlich viele und aus den Menschen dagegen ziemlich wenige. Ihnen wurde unheimlich schnell und sehr drastisch klar, dass sie von der Spitze der Nahrungskette plötzlich ganz schön weit entfernt sind. Die Echsen haben die Welt in eine Wüste aus Asche und Trümmern verwandelt. Die Menschheit ist, bis auf einige wenige Bastionen, ausgerottet und hatte den Drachen als Mahlzeit gedient. Eine der letzten Gruppen hat in einer alten Burg in Nortumberland Zuflucht gefunden und wird von dem inzwischen erwachsenen Quinn (Christian Bale, \"Corellis Mandoline\") angeführt. Mehr schlecht als recht gelingt es ihnen zu überleben und einer großen Zahl von Kindern ein Obdach zu bieten.
Eines Tages taucht plötzlich ein Konvoi gepanzerter Fahrzeuge auf. Es handelt sich um eine Gruppe von Marines, der es gelungen ist, mit einem Flugzeug nach England zu gelangen. Angeführt werden sie von Denton Van Zan (Matthew McConaughey, \"Wedding planer\"), der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Herrschaft der Drachen zu beenden. Seinen Männern und ihm ist es bereits gelungen, mehrere Drachen zu erledigen und die Pilotin Alex (Izabella Scorupco, \"Vertical Limit\") hat dabei festgestellt, dass nur weibliche Drachen unterwegs sind und ihr Unwesen treiben. Alex und Van Zan schließen daraus, dass es wohl nur ein einziges Männchen gibt und das eben just das Vieh aus der Höhle in London sein muss. Auf dem Weg in die Metropole kommen sie an der Burg vorbei und erlegen vor den Augen der Flüchtlinge einen Drachen - woran Quinn nicht ganz unbeteiligt ist.
Van Zan möchte die Leute mitnehmen und so seinen zusammengeschrumpften Trupp auffrischen. Außer einige wenigen bleiben jedoch alle in der Burg zurück. Auf dem Weg wird der Konvoi jedoch von Drachen ausgemerzt und ein anderes Vieh macht die Burg nieder.
Quinn lässt sich nun doch überzeugen und macht sich mit Van Zan und Alex auf den Weg nach London, um dem Männchen den Garaus zu machen...


Die Umsetzung:
Der Film dauert gerade mal 95 Minuten und war weit davon entfernt, mich zu überzeugen. Ich hatte eigentlich ein Actionspektakel oder einen Fantasy-Streifen erwartet, leider ist der Film nicht ganz in die Gänge gekommen.

Tricks:
Die Tricks sind im Großen und Ganzen nicht schlecht. Die Kulissen sind alle sehr düster und die Landschaft wirkt wirklich verbrannt. Das trägt sehr gut zu der Stimmung des Filmes bei. Auch die Effekte mit den Drachen sind nicht schlecht - aber viel zu wenig. Ich hatte eigentlich erwartet, dass man unsere Drachentöter hier öfters mal zusammen mit den Monstern im Clinch sieht. Die recht gut gemachten Tiere bekommt man allerdings kaum zu sehen, was mich doch ziemlich gestört hat.
Außerdem war man bei der Darstellung auch nicht besonders konsequent: einmal bekommt man das Männchen über den Ruinen von London übergroß dargestellt, in der nächsten Szenen ist schon wieder klein und fast possierlich.

Musik:
Die Musik von Edward Shearmur (\"Der Diamanten-Cop\") passt gut zu dem Streifen. Sie passt zu den entsprechenden Szenen und trägt mit zu der Wirkung des Filmes bei.


Fazit:
Kurz und knapp: ich bin enttäuscht! Die erste Enttäuschung für mich war, dass die Zerstörung der Erde nur sehr knapp mit dem Einblenden von Zeitungsartikeln erzählt wird. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass man hier doch einiges gezeigt bekommt - gerade weil die Kinoplakate mit dutzenden Hubschraubern mehr versprochen haben. So bekommt man lediglich einige wenige Bilder gezeigt und weiß gar nicht so genau, was überhaupt inzwischen so alles passiert ist.

Die diversen Schauspieler habe mich ebenfalls nicht besonderes überzeugt. Christian Bale hat auf mich eher gelangweilt und äußerst unglaubwürdig gewirkt, während Matthew McConaughey den Amerikaner ziemlich überspitzt dargestellt hat. Izabella Scorupco braucht man gar nicht weiter zu erwähnen, da sie - wie schon in \"James Bond\" - nur die Quotenfrau war und absolut austauschbar ist.

Man könne jetzt darüber philosophieren, ob Regisseur Rob Bowman, der sich bisher mit Serien wie \"Akte X\" oder \"Star Trek TNG\" einen Namen gemacht hat, hier einen Action-Streifen oder doch ein tiefschürfendes Drama über die Menschheit kurz vor dem Ende drehen wollte. Beides wäre jedoch ziemlich in die Hose gegangen. Dem Action-Streifen fehlt einfach der Pep: die Handlung ist viel zu berechenbar und ist selbst für \"Die hard\"-Verhältnisse unlogisch und überdreht: ganze Armeen und Nationen schaffen es nicht, die Drachenplage auszurotten, aber drei halbverhungerte Menschlein versuchen das mal schnell mit Pfeil und Bogen. Und wo kommen überhaupt die ganzen Viecher her? Kann sich ein Männchen alleine reproduzieren? Und hat diese Inzucht mit einem einzigen Samenspender keine Folgen?
Hier von einer tiefgründigen Darstellung de menschlichen Abgründe in der Endzeit zu sprechen, geht meiner Meinung nach viel zu weit. Dafür ist der Film zu oberflächig und ohne Tiefgang.

Letztendlich lohnt es sich nicht, den Film im Kino anzusehen. Es reicht vollkommen, ihn sich mal auszuleihen oder zu warten, bis er ins Fernsehen kommt. Die Idee für den Streifen ist eigentlich recht gut und man hätte einiges daraus machen können, aber leider hat man dies Chance absolut vertan. Es gibt zwar auch einige ganz nette Gags wie die Märchenstunde mit einer \"Star Wars\"-Szene, aber die wirken schon fast wieder deplatziert.

Der Film ist übrigens ab 12 freigegeben, was hier vollkommen angemessen ist. Obwohl die Drachen ziemlich unfreundlich mit ihren Napalm-Drüsen unterwegs sind und eine besondere Vorliebe für Menschenfleisch haben, geht es letztendlich doch überraschend unblutig zu.

Danke fürs Lesen, Wegklicken oder Kopieren!

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