Insel der blauen Delphine (Taschenbuch) / ODell Scott Testbericht

ab 5,48
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von waterdrop

Typisches 6.Klasse - Buch !!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Dieses Buch aus dem DTV- junior Verlag hat den Deutschen Jugendliteraturpreis und die amerikanischen Newbery Medal erhalten.
Erzählt wird die Geschichte des „Robinson-Crusoe- Mädchens“ Karana, die auf der Insel der blauen Delphine mit ihrem Stamm im Dorf Ghalas-at lebt.
Eines Tages kommen die Aleuter, die in den Buchten, die die Insel umgeben Otter jagen wollen. Bei der Bezahlung werden die Eingeborenen betrogen und es kommt zu einem Kampf, bei dem die meisten Männer des Stammes sterben.
Die übrigen werden bald darauf von einem Schiff abgeholt, das von einer benachbarten Insel kommt. Allein Karana und ihr Bruder Ramo bleiben aufgrund eines Missgeschicks zurück.
Ramo wird bald darauf von streunenden Hunden getötet, und nun ist Karana ganz allein auf der Insel. Ähnlich wie bei Robinson Crusoe werden aus ihrer Perspektive die notwendigen Tätigkeiten beschrieben, die ihr Überleben sicher sollen: der Bau einer Hütte (kommt gleich mehrmals vor), das Sammeln von Nahrung, Reparatur eines Kanus, das zum Fischen eingesetzt wird, Zähmung von Wildtieren, die Herstellung von Kleidung und so weiter.
Natürlich kommt auch die Jagd nach einem besonders großen Beutetier, die unter höchsten körperlichen Anstrengungen abläuft, vor.
So weit ich das mitgekriegt habe, ist dies ein absolutes Muss , was Inselgeschichten angeht *g*

Dies alles läuft sehr nüchtern und neutral ab, selten erfährt man etwas über Karanas Gefühle, meistens geht es nur um ihre Tätigkeiten.
Zwischendrin passiert es immer wieder mal, dass in einem Satz ein ganzes Jahr oder eine ganze Jahreszeit vorbei ist („und so ging der Sommer vorbei, und ich saß täglich auf dem Felsen und beobachtete das Meer..“) oder man sehr genau in die Herstellung eines Fischspeers eingewiesen wird, was bei den ganzen Geräten, die sie zum Fischefangen, Wölfeumbringen und Kormoranejagen , etwas eintönig wirkt.
Die ganze Handlung wirkt eintönig, ich hatte stellenweise große Probleme, überhaupt den Bezug zu der Geschichte zu bewahren. Auch ihre Beziehung zu einem gezähmten Wildhund wird nicht sehr gefühlsintensiv beschrieben. Als er tot ist, ist er eben tot. Karanas Gefühle kommen nur schwer rüber.
Dies liegt vielleicht daran, das das Buch nur aus einer rekonstruierten Handlung besteht, denn Karana hat wirklich gelebt, aber sie konnte sich anscheinend nie wirklich mit den spanischen Einwohnern der Missionarssation, auf die sie später gebracht wird, verständigen.
Gleichzeitig werden immer wieder sehr schöne Bilder eingeflochten, die in einfachen Worten vermittelt werden und dennoch sehr „stark“ wirken, vielleicht einer der Gründe, warum dieses Buch diese Auszeichnung erhalten hat, und damit bevorzugt 6.Klasse Gymnasium gelesen wird.
Mir fällt es schwer, dies noch weiter auszudehnen, da es nichts weiter auszudehnen gibt, denn die Geschichte ist zu simpel und zu einfach, als das man da noch viel herumdeuteln könnte, was normalerweise Hauptbestandteil meiner Buchberichte ist.
Ich würde gerne mal die Begründungen der Jury vom Jugendbuchpreis hören, vielleicht verstecken sich in der Geschichte noch einige Vorzüge , die mir entgangen sind, man kann ja nie wissen.
Ich mein, es ist wirklich in Ordnung, das Kinder so etwas lesen, um mal einen Einblick in diese Welt zu bekommen- die der Naturvölker, und eine realistische Vorstellung von diesem Leben erhalten.
Allerdings würde ich dieses Buch dann vor der 6. Klasse lesen, denn es ist genausogut Stoff für die jüngeren Semester. Die fänden es höchstens zu langweilig und auch aus meiner Stufe habe ich keine Begeisterungsstürme wahrnehmen können, was dieses Buch betrifft.
Der häufigste Kommentar war „ganz gut“ und so werde ich dieses Buch auch nach den oben genannten Kriterien auch bewerten: gutes Mittel !!!


Dieser Bericht von mir erschien ebenfalls bei ciao, wo ich auch als waterdrop angemeldet bin !!!

7 Bewertungen