Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (DVD) Testbericht

Die-liga-der-aussergewoehnlichen-gentlemen-dvd-actionfilm
ab 4,11
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2010

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von myra-belle

Von Logik keine Spur

Pro:

Dr. Hyde wurde klasse animiert.

Kontra:

Flache Dialoge, hanebüchene Story.

Empfehlung:

Nein

Schon der Auftakt ist total lachhaft. Ein Panzer rollt unaufhaltsam durch Londons Straßen, mehrere Bobbys (englische Polizisten des 19. Jahrhunderts) stellen sich ihm trotzdem in den Weg. Einer von ihnen ist der Oberdepp. Lauthals \"Halt\" schreiend läßt er sich überrollen. Weiter geht´s bis zur Nationalbank. Aus dem Panzer springen ein gutes Dutzend Pseudo-Nazi-Soldaten. Den Engländern soll so weisgemacht werden, dass es sich um deutsche Wehrkräfte handelt. Überall in der Welt passieren solche Übergriffe, immer werden diese anderen Großmächten angelastet. Der Plan des \"Phantoms\" sieht vor, dass die gerade attackierten Länder nach den neuen Waffen schreien, von denen sie gerade angegriffen wurden. Scheint auch zu klappen.

Allan Quartermain (Sean Connery) wird an seinem Rückzugsort in Südafrika aufgesucht. Er soll der titelgebenden Liga vorstehen, um dem Phantom das Handwerk zu legen. Als Auftragsgeber tritt der mysteriöse \"M\" auf. Was sich hinter diesem verbirgt, ist bald klarer als Kloßbrühe ohne Klöße.
Quartermain ist hier ein Superschütze, der alt und einsam geworden ist, da er alle seine Lieben beerdigen mußte. In meinen Ohren nicht mehr als seichtes Geschwätz.
Er nimmt den herangewachsenen Tom Sayer (Shane West) aus Mark Twains Roman unter die Fittiche, der als typischer schießwütiger Ami beim CIA eingetreten ist.

Der unsichtbare Skinner nutzt seine Gabe, um Unruhe zu stiffen. Mittels Schminke im Gesicht macht er sich sichtbar. Aber die meiste Zeit über ist von ihm weder was zu sehn noch zu hören. Ich jedenfalls habe ihn nicht vermißt.

Die Dracula-Lady Mina Harker (Peta Wilson) ist die einzige Frau in Team und wird daher von der Hälfte der Männer mit zumindest begehrlichen Blicken bedacht. Auf dem Cover trägt sie ein tiefausgeschnittenes Outfit. Im Film selber habe ich es nicht bewußt wahrgenommen. Nur die seltamen Lederoutfits sind mir im Hirn hängengeblieben. Wenn die Dame in den Vampirmodus switcht, sieht sie unerwarteterweise wenig sexy aus. Könnte an den umherflatternden Streifen hängen. Obwohl sie angeblich halb Vampir ist, hat sie keinerlei Probleme damit, im gleißenden Sonnenlicht zu stehen.
So geschehen an Bord der Nautilus, die natürlich von Captain Nemo zur Verfügung gestellt wird. Angeblich tankt die Nautilus Sonnenkraft per Kollektoren, doch wo sollen sie sein? Die Nautilus ist hier ein \"riesiges Schwert des Ozeans\" mit gigantischen Ausmaßen, dessen Außenhaut silbrig glänzt. Sonnenkollektoren sind selbst heutzutage schwarz und damit klar auszumachen. Außerdem ist es zwar imposant, die Nautilus im Hafen aus dem Wasser steigen zu lassen, doch im Normalfall würde Nemo, der am Ende des Stegs steht, an dem die Nautilus auftaucht, von den wellenschlagenden Wassermassen hinweggespült werden. Zu allem Überfluß scheint sich die Nautilus auch noch selbst regenerieren zu können. Steinschlag und sonstiges prallen ab und später sichtbare Schäden sind in der nächsten Einstellung schon wieder Geschichte.
Auf dem Cover ist zusätzlich ein weiters Gefährt auszumachen, das Nemo-Mobil, ein rasanter Flitzer, der meisterlich von Sayer durch Venedigs Gassen gekurvt wird. Aber schließlich ist es auch möglich, sie riesige Nautilus geräusch- und fast problemlos durch die engen Wassergassen zu steuern, obwohl dies wohl weder tief noch breit genug dafür sein dürften - in Realität.

Dorian Gray (Stuart Townsend) ist wie man aus dem Roman von Oscar Wilde kennt, sehr darauf bedacht, sein Bildnis vor Schäden zu bewahren. Er ist die am besten adaptierte Figur des gesamten Filmes.

Der letzte im Bunde ist Dr. Jekyll / Dr. Hyde (Jason Flemyng), der in Paris eingefangen wird. Zuerst ist er das Tier, wie man ihn kennt, doch wird ihm bald ein Gewissen verpaßt. Passte halt storymäßig besser in den Film.
Aus dem Making Of erfährt man, dass sich der Schauspieler stundenlang quälen ließ, um sich in Hyde zu verwandeln. Die Figur wurde nachträglich in den Film hineindigitalisiert. Sieht zugegebenermaßen eindrucksvoll aus.

Die Dialoge strotzen nur vor Witzen, die flacher als die superdünnsten Crepes sind.

Über die Story an sich verliere ich nun keine Worte mehr, da ich sonst sowieso nur Verachtung zeigen würde. Wer will, soll sich halt die Verfilmung von Alan Moore und Kevin O´Neills Comic durch Stephen Norrington reinziehen. Letztere ist für \"Blade\" verantwortlich, wie es auch groß auf dem Cover zu lesen ist.

Die 2. Disc wurde aufbauschend mit extended szenes vollgepackt. Bedeutet, dass die eigentlichen Szenen noch mal gezeigt werden, ergänzt um geringfügige Änderungen zur Kinoversion und nicht nur einfach die wirklich entfallenen Bruchstücke.

Den einen Stern hat sich der Film durch die hübsch anzuschauenden Spezialeffekte verdient.

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Smolmar

    26.11.2010, 13:42 Uhr von Smolmar
    Bewertung: weniger hilfreich

    Naja, entweder man mag es oder nicht.