Die Mumie (1999) (DVD) Testbericht

ab 7,86
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  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Swinja

Imhoteps verweste Eingeweide im Wüstensand

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hehe, was für ein lustiges Filmchen.

Wir befinden uns im Ägypten der vorchristlichen Zeit. Ägypten auf der Höhe seiner Macht. Beherrscht von einem gottgleichen Pharao, dem weltlichen Arm der Götter, und seinem Hohepriester Imhotep, dem Mann mit dem direkten Zugang ins Jenseits.

Zwischen Tempeln und Pyramiden, Nil und Wüstensand, spielt sich eine menschliche Tragödie ab. Der Pharao ist nicht so gottgleich, um nicht äußerst menschliche Bedürfnisse zu haben. Das Bedürfnis ist weiblich und ist seine Geliebte, unantastbar für jeden anderen Sterblichen. Ihr Schoß ist der Tempel der Lust des gottgleichen Herrschers.

Aber noch einer hat einen Schlüssel zu diesem Tempel. Es ist Imhotep, und sie lieben sich heiß und aufrichtig. Eine Liebe, von der niemals jemand etwas erfahren darf.

Der Herrscher erfährt es doch. Der ertappte Imhotep begeht einen ungeheuerlichen Frevel: er ermordet seinen Pharao. Der schnell herbeigeeilten Palastwache bleibt es nur noch, den königlichen Kadaver aufzusammeln und den Suizid seiner ex-Geliebten beizuwohnen.

Imhotep, rasend vor Schmerz und Trauer, entführt ihren geliebten Leib zu einem Tempel in die Wüste und vollführt ein tiefschwarzes Zeremoniell, um ihren Leib zum Leben zu erwecken. Aber des Pharaos rachsüchtige Garde ist ihnen gefolgt. Das Ende ist schrecklich.

Imhotep und seine Priester werden zu einem grausamen Tod verurteilt: man reißt ihnen die Zungen und die Augen heraus und mumifiziert sie - ohne sie vorher zu töten. Imhotep wird, fest verbandagiert und mit ängstlich rollenden Augen (er hat also die seinen noch) in einen Sarkophag gelegt, mit gefräßigen Skarabäuskäfern zugeschüttet und das Ganze versiegelt und verschlossen. Die Kiste wird, zusammen mit dem unheimlichen \"Buch der Toten\", aus dem seine Reanimationssprüche stammen, tief unter dem Komplex der \"Stadt der Toten\" in der Wüste vergraben. Damit dürfte man den ganzen Ärger, den er machte, gelöst haben.

Bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Rick O Connell, ein britischer Offizier, findet sich in den übertägigen Anlagen der Totenstadt wieder, zusammen mit seiner Kompanie. Die Situation ist nicht zum Besten: Sie stehen im Grabenkampf, Mann gegen Mann, gegen einen Beduinenstamm, dem die Unberührtheit dieser Stätte sichtlich am Herzen liegt. Er entkommt als Einziger dem Massaker, wobei er, neben dem Kampfgeschehen, registriert, daß sich an diesem Ort merkwürdige Dinge tun und leise Stimmen aus den Gräbern und Grüften zu ihm sprechen.

Auch wenn er entkommt, bessert sich seine Situation nur unwesentlich: Wir begegnen ihm wieder in einem ägyptischen Gefängnishof, einem halben Meter über dem Erdboden. Am endgültigen Aufschlag auf den Erdboden hindert ihn nur ein Seil, das nach oben an einem Haken und nach unten dummerweise in einer Schlinge um seinen Hals mündet.

Seine letzte Rettung aus dieser Situation ist Evelyn, die seinen schon arg strangulierten Hals praktisch freikauft - denn er weiß, wo die Stadt der Toten ist. Für sie als ehrgeizige, aber etwas töffelige Archäologin ist dies ein Grund, ihn zu befreien. Nach tiefem Luftholen darf er sich zusammen mit Evelyn, deren Bruder Jonathan, sowie dem mit zehn Prozent an allem beteiligten Gefängnischef dorthin aufmachen. Allerdings im Wettlauf mit einem konkurrierenden Ausgräbertrupp.

Allein der Weg dorthin ist sehr bewegt, denn schon wieder tauchen die bereits bekannten Beduinen auf und versuchen, die Anreise zu sabotieren.

In der Ausgrabungsstätte angekommen, merken sie bald, daß sie sich auf ein gefährliches Abenteuer eingelassen haben. Denn das alte Gemäuer steckt voller Fallen, die bald die ersten Todesopfer fordern.

Noch gefährlicher sind ihre Fundstücke. Da wäre zum einen das \"Buch der Toten\". Zum anderen eine äußerst häßliche Mumie, die nicht richtig ausgetrocknet-mumifiziert und eher noch ziemlich halbverwest-adipocirisiert ist. Es ist Imhotep.

Begeht man nun noch den Fehler, leichthin einige Sätze aus diesem Buch vorzulesen, erwacht die matschige Priester-Mumie zu unheimlichem Leben, auf der Suche nach Frischfleisch und nach Lebenskraft. Und nach einem weiblichen Körper, um mit diesem im Austausch seine uralte (damals ebenfalls eingepökelte) Geliebte wieder zum Leben erwecken zu können.

Und schon finden sich die Ausgräber (zu denen sich irgendwann einer der Beduinen als Verbündeter im Kampf gegen das Schreckliche gesellt) in einem atemberaubenden Krieg gegen kämpfende Skelette, bissige Skarabäen und einen fleischhungrigen Zombie wieder. Auch die Flucht zurück nach Kairo hilft nicht viel... denn Imhotep, auf der Suche nach seinen Innereien (die ihm damals entnommen und in extra Gefäßen beigesetzt wurden) folgt ihnen!

Die einzige Möglichkeit ihn außer Gefecht zu setzen ist ein anderes Buch... das nicht \"Buch der Lebenden\", sondern \"Buch des Amon\" heißt. Und auch das ist in der Stadt der Toten versteckt... Also muss der Ausgräbertrupp, der mittlerweile dramatisch zusammengeschrumpft ist (was für die Ausgeschiedenen ebenfalls gilt) nochmals dorthin zurück, und den Kampf gegen den glatzköpfigen Priester aufnehmen...

Der Film lebt zum Teil von seinen Spezialeffekten, die schön gemacht sind: Die sieben ägyptischen Plagen über Kairo (Meteoritenschauer, Blitz, Heuschrecken usw.). Die kämpfenden Zombies. Die großartigen Aufbauten innerhalb der unterirdischen Stadt. Die häßliche Mumie (welche ist denn schon schön?). Aber daneben kann sich die Spannung des Zuschauers immer wieder entladen: nämlich in schallendem Gelächter. Man bewegt sich an der Grenze zur Komödie, sowohl in manchen Slapstickeinlagen als auch in den Dialogen. Gott sei Dank, denn mit einer derartigen Zombiegeschichte allein ließe sich sonst kein Blumentopf gewinnen.

Unecht - aber nicht anders machbar - ist Imhoteps Mumie selbst. So eklig sie aussieht, ist sie doch schlicht und einfach zu groß. Menschliche Körper pflegen postmortal eher kleiner zu werden. Berücksichtigt man dies, müßte Imhotep zu Lebzeiten 2,50 m groß gewesen sein und so breit wie ein Kleiderschrank. Aber so etwas ist bei allen Effekten nicht anders machbar, wenn denn ein Schauspieler in der Mumie stecken soll.

Auch die Filmmusik kann eigentlich gefallen. Etwas merkwürdig ist lediglich die Stimme des deutschen Sprechers, die etwas gezwungen klingt - als würde einer der Totengeister mühsam die fremde Sprache sprechen.

Die DVD-Version enthält eine Reihe von Gimmicks: extra Trailer mit Informationen zu den Dreharbeiten. Einige Szenen, die später nicht in den Film mit aufgenommen wurden. Sowie Bilschirmschoner und web-Cards mit Filmmotiven (man mag eine Postkarte mit der Mumie verschicken, wenn man jemanden auf den Tod nicht ausstehen kann). Außerdem kann man den Film wahlweise auch in Englisch hören. Die Untertitel sind in diversen Sprachen zuschaltbar: Französisch, Schwedisch, Niederländisch, Tschechisch sind nur einige davon.

Sofern man nicht allzu schreckhaft ist, sind zwei Stunden Unterhaltung, Spannung und gelegentliches Gelächter garantiert.

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