Die Mumie (1999) (DVD) Testbericht

ab 7,86 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 04/2006
Auf yopi.de gelistet seit 04/2006
Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Le_ruse
Die Mumie
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Inhalt:
1. Vorwort
2. Die Story
3. Die wichtigsten Darsteller
4. Der Regisseur
5. Die Effekte
6. Die Umsetzung
7. Weitere Fakten
8. Fazit
9. Die Erfolgsstory der Mumie
10. Zusatz: Der geschichtliche Hintergrund
1. Vorwort
Obwohl ich „Die Mumie“ bereits in der englischen Originalfassung gesehen hatte, war ich nicht abgeneigt mir diesen Film zusammen mit meiner Familie noch einmal in der deutschen Version anzusehen, als dieser im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ich wusste schließlich, dass uns ein spannender und trotzdem amüsanter Film erwarten würde.
2. Die Story
Die Geschichte beginnt fast 2000 Jahre vor Christus im alten Ägypten. Der Hohepriester Imhotep schwärmt für die schöne Anck-Su-Namum, die seine Gefühle erwidert. Jedoch ist Anck-Su-Namum die Frau des Pharaos Sethos, dem Herrscher der Dynastie, der es überhaupt nicht schätzt, wenn jemand außer ihm seine Gemahlin berührt. Daher versuchen beide ihre „Affäre“ zu verschleiern, doch der Pharao kommt ihnen auf die Schliche. So kommt es denn, wie es kommen muss: Der Pharao erwischt die beiden quasi in flagranti, woraufhin Imhotep, der seine Geliebte natürlich nicht der Laune des Pharaos aussetzen will, den selben hinterrücks ersticht. Doch der Mord am bärtigen Staatsoberhaupt bleibt nicht unentdeckt und so wählt Anck-Su-Namum den Freitod durch ihr Schwert. Doch die Leibwache des Pharaos nimmt nun die Verfolgung Imhoteps auf, der gerade noch mit der Leiche seiner Geliebten die Flucht ergreifen kann. Zusammen mit seinen abtrünnigen Gefährten, den ihm untergebenen Priestern, macht er sich auf den Weg nach Hamunaptra, der Stadt der Toten, um die aus dem Leben geschiedene Schönheit aus der Unterwelt wieder ins Reich der Lebenden zurück zu holen. Mit dem schwarzen Buch der Toten, dessen Herkunft nie bekannt wird, beschwört Imhotep seine Geliebte. Doch kurz bevor das Ritual vollendet werden kann, treffen auch die Wachen des Pharaos in Hamunaptra ein und nehmen den korrupten Gotteslästerer fest. Imhotep wird zur schlimmsten Strafe des damaligen Reiches verurteilt: Mumifizierung bei lebendigem Leibe. Doch diese Strafe ist für seine Untaten noch viel zu harmlos, so dass ein Fluch über Imhotep verhängt wird. Auch dieser Fluch ist der schlimmste, den das damalige Reich zu bieten hat: Der Homdai.
Imhotep muss nach seinem Tode ewig als Untoter weiterleben - nicht lebendig, nicht tot. Und das für alle Ewigkeit. Doch auch sein Tod wird ihm nicht besonders angenehm gestaltet: In seinen Sarg werden tausende von fleischfressenden Käfern gelegt, die ihm ganz langsam das Fleisch von den Knochen fressen, wie man später erfährt. Der Sarkophag wird verschlossen und in einer Gruft von Hamunaptra beigesetzt. Noch heute wachen die Madjay, die Nachfolgen der ehemaligen Leibwache, über jenen Ort, um über die Gruft zu wachen. Denn sollte der Untote einmal freikommen, so gnade uns Gott...
Knapp 4000 Jahre später, wir schreiben das Jahr 1923, entdeckt ein amerikanischer Soldatentrupp, unter der Führung von Rick O’Connell, die geheimnisvolle Stadt der Toten, die mittlerweile nur noch als Mythos in den Köpfen der Ägypter existiert. Vergleichen ist dieser Mythos, so denke ich, mit dem heutigen Mythos um die versunkene Stadt Atlantis. Doch sein Trupp kann sich gegen die Übermacht der einheimischen Madjay nicht behaupten und wird gnadenlos erschossen. Lediglich er und sein feiger Kumpane Beni überleben den Kampf in Hamunaptra. Rick macht sich auf den Weg durch die Wüste und verschwindet am Horizont, während die Zukunft von Beni unbekannt bleibt.
3 Jahre später lernt der Zuschauer dann die etwas zerstreute Bibliothekarin Evelyn Carnahan kennen, die gerade Bücher an ihrem Arbeitsplatz, einer Bibliothek in Kairo, katalogisiert. Doch nicht einmal 3 Minuten nachdem der Zuschauer ihr bei der Arbeit ein wenig „über die Schulter blicken” kann, passiert ihr schon das erste Malheur: Die stützt mit der Leiter gegen eins der Regale und löst damit eine Kettenreaktion aus: Wie die Dominosteine fallen die Regale um, bis sie einen Kreis gebildet haben, in dessen Mitte die nervöse Bibliothekarin steht und ängstlich das angerichtete Unheil betrachtet. Doch bevor sie auch nur eine Erwägung gemacht hat, das Chaos zu beseitigen, erscheint der Besitzer der Bibliothek und fängt erst einmal an zu fluchen. Es hat den Anschein, als wäre Evelyn so etwas nicht zum ersten Mal passiert.
Doch während sie noch grübelt, wie sie das Chaos beseitigen könnte, erscheint ihr Bruder, der etwas vorlaute Jonathan, und zeigt ihr ein seltsames Artefakt, das, so sagt er, von einer Ausgrabung stammt. Als er den materiellen Wert des Artefaktes erfahren möchte, entdeckt Eve, wie Jonathan sie nennt, dass es zu öffnen ist. Nach einem kleinen Knopfdruck öffnet sich das kleine, schatullenähnliche „Ding” und eine Karte kommt zum Vorschein. Als Eve sie vorsichtig aufklappt bemerkt sie sofort, aufgrund ihrer altägyptischen Kenntnisse, dass dies eine Karte von Hamunaptra ist, über deren Existenz sie schon einige Nachforschungen angestellt hatte. Als sie die Karte ihrem Arbeitgeber vorlegt, begutachtet dieser die Karte. Doch versehentlich hält er den zerbrechlichen kleinen Papierfetzen zu nah an eine brennende Kerze, so dass die Hälfte der Karte verbrennt und unbrauchbar ist. Obwohl ihr Vorgesetzter nichts mehr mit der Sache zu tun haben will, entschließt sich Eve weitere Informationen über diese Karte einzuholen, was sich nicht als sonderlich schwer erweist, da Jonathan zugibt, sie einem betrunkenen Soldaten abgenommen zu haben. Nach weiteren Erkundigungen erfährt sie, dass der Betreffende im Gefängnis von Kairo sitzt. So schnell wie möglich begeben sich Eve und ihr Bruder, der ihr wie ein Dackel hinterherläuft, ins Gefängnis und lassen sich den rechtmäßigen Besitzer der Karte vorführen: Rick O’Connell. Wie sie schnell erfährt ist er wenig kooperationsbereit, denn anstatt Auskunft zu erteilen trickst er Eve aus und küsst sie. Mit den Worten „Holt mich hier raus!” wird er abgeführt und für die Strafvollstreckung vorbereitet: Tod durch den Galgen. Doch gerade als Rick am Galgen baumelt und um sein Leben kämpft, handelt Eve mit dem ungepflegten Gefängnisdirektor um das Leben des zum Tode Verurteilten. Schließlich willigt er ein, will dafür aber mit nach Hamunaptra. Und siehe da: Rick zeigt sich entgegenkommend.
Zusammen mit Rick besteigen die beiden Geschwister und natürlich der Gefängnisdirektor das Schiff, das sie in die Nähe der geheimnisvollen Totenstadt bringen soll. Während der Fahrt bemerken die Vier jedoch, dass sie nicht die Einzigen sind, die nach Hamunaptra wollen. Denn ein weiterer kleiner Trupp von Amerikanern, unter der Führung von Beni, ist fest entschlossen sich das Goldene Buch des Amun-Rah, ein komplett aus Gold bestehendes Buch, welches sich der Legende nach in Hamunaptra befinden soll, unter den Nagel zu reißen. Doch auch andere scheinen an den Schätzen der Totenstadt interessiert zu sein, denn das Schiff wird von Unbekannten gekapert. Nach einem harten Kampf gelingt es Rick allerdings die meisten der Bösewichte, mit Hilfe seiner Pistolen, außer Gefecht zu setzen. Doch leider steht das Schiff in Flammen, so dass die gesamte Besatzung über Bord springt und nach langem Schwimmen endlich ans rettende Ufer gelangt. Nach einem kleinen „Einkaufbummel” in einem kleinen, nahegelegenen Dorf, reiten die vier neu eingekleideten Abenteurer auf ihren neuen Kamel in Richtung Morgensonne. Nach einem langen Wettritt mit dem anderen Trupp, der sich anscheinend auch retten konnte, kommen die beiden Parteien gleichzeitig in Hamunaptra an. Doch auch sie werden von den Wächtern der Ruinen angegriffen, doch geht diese Schlacht nicht so verlustreich aus, wie die zuvor, denn der Anführer der Madjay, Ardeth, setzt ihnen eine Frist: Entweder sie verschwinden innerhalb der Nacht aus Hamunaptra oder sie werden sterben. Nach diesem klaren Gespräch arbeitenden die beiden Trupps auf Hochtouren. Beide werden fündig: Der Trupp rund um die charmante Bibliothekarin findet einen Leichnam, der ihnen Angst macht. Der Grund wird ihnen zwar nicht klar, doch kommt ihnen dieser Leichnam, wie Rick es so passend ausdrückt „noch so saftig” vor. Der andere Trupp der Amerikaner findet allerdings etwas wertvolleres: Einen Sarkophag inkl. Inhalt. Zwar steht auf diesem eine eindeutige Warnung geschrieben, trotzdem ist der Sarg schnell geöffnet, in dem sich allerdings „nur” das Schwarze Buch der Toten befindet. Enttäuscht überlassen die Abenteurer das Buch dem mitgereisten Ägyptologen und nehmen die kleinen Urnen, die sich im Sarg befinden, an sich und der gesamte Trupp setzt sich zur Ruhe. Auch der Ägyptologe legt sich schlafen. Diesen Moment nutzt Eve, um sich das Buch von ihm „zu borgen”. Als sie jedoch die ersten Zeilen des Buches laut vorgelesen hat, erwacht auch der Bestohlene und bemerkt sofort, was Geschehen ist: Eve las soeben die Formel zur Befreiung des Leichnams vor und „die Mumie”, alias Hohepriester Imhotep, erwacht zum Leben...
3. Die wichtigsten Darsteller
In diesem Film spielen weitestgehend relativ junge und unbekannte Schauspieler mit. Vielleicht macht gerade das einen Reiz des Films aus, da die meisten Schauspieler nicht - oder nur wenig - bekannt sind. Trotzdem wurden die Rollen gut besetzt, da alle Darsteller einen glaubwürdigen Eindruck hinterlassen und mit einem kleinen Hauch Selbstironie den Film interessant machen, so dass es nie langweilig wird.
Rick O’Connell
Die Hauptrolle, die des jungen, etwas ironischen und lockeren Abenteurers Rick O’Connell, der keine Furcht zu kennen scheint, sondern lieber mit coolen Sprüchen Eindruck machen will, übernahm Brendan Fraser. Bisher nur aus der albernen Komödie „George, der aus dem Dschungel kam” bekannt, zeigt sich in diesem Film, dass er noch mehr kann, als gegen Bäume fliegen. Mit „Die Mumie” gewann er sehr an Popularität und steigerte seinen Marktwert erheblich.
Zum Vergleich: Für die Rolle des Rick O’Connell in „Die Mumie” erhielt er „gerade mal” vier Millionen Dollar. Für die selbe Rolle kassierte er zwei Jahre später in „Die Mumie kehrt zurück” mehr als dreimal so viel; nämlich ganze 12,5 Millionen Dollar.
Nach „Die Mumie” spielte er später dann im US-Erfolg „Eve und der letzte Gentleman” zusammen mit Alicia Silverstone und danach im Film „Gods and Monsters” an der Seite von Sir Ian McKellen mit. Mit diesen beiden Filmen schaffte er es die Filmkritiker zu überzeugen und zu beweisen, dass er nicht nur als Mumienjäger und Dschungelheld fungieren kann.
Einen größeren Glücksgriff hätte es für ihn nicht geben können. Er ist für mich die größte schauspielerische Bereicherung des Films.
Evelyn Carnahan
Die weibliche Hauptrolle der herzlich charmanten, hübschen, schusseligen, naiven und aufgeregten Bibliothekarin, über die man zumeist einfach nur lachen kann, wurde mit der bisher völlig unbekannten Rachel Weisz besetzt. Zwar stellt sie in Großbritannien bereits eine der besten und beliebtesten Schauspielerinnen dar und spielte bereits in Filmen wie „I Love You” und „Brombeerzeit” mit, trotzdem war sie hierzulande und in den USA weitestgehend unbekannt. Auch sie gewann durch „Die Mumie” an Popularität und Beliebtheit. Sie stellt im gewissen Sinne die kleine Frau dar, die in die weite Welt geht, um Abenteuer zu erleben, die sich im Laufe des Abenteuers allerdings zur brauchbaren und mutigen Gefährtin mausert.
Jonathan Carnahan
Die Rolle des vorlauten und nervigen Bruders wurde von John Hannah übernommen. Durch die Komödie „Eine Hochzeit und ein Todesfall” erlangte er erste Filmerfahrungen, die er dann in der Hauptrolle in dem Film „Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht” neben Gwyneth Paltrow unter Beweis stellte. Prompt landete er beim Dreh zu „Die Mumie” und bekam eine größere Nebenrolle als Jonathan, der eigentlich nur einen Störfall darstellt. Er legt zwar den Grundstein, in dem er Eve die vermeintliche Schatulle inklusive Karte überreicht, ansonsten ist er bis zum Ende des Films eigentlich ziemlich nutzlos. Er versucht sich meist als vermeintlicher Held und spuckt große Töne. Eine charakteristische Szene ist wahrscheinlich die, in der Ardeth und Rick Steine aus dem Weg räumen, während er die Fackel hält und lautstark Anweisungen gibt, die allerdings nicht sehr freundlich aufgenommen werden. Er versucht halt immer groß zu wirken, obwohl er eigentlich der kleinste der Truppe ist.
Imhotep oder Die Mumie
Diese, zugegeben, etwas karge Rolle bekam Arnold Vosloo. Zwar spricht die finstere Mumie mit dem hämischen Grinsen im Gesicht nicht viel, doch sie sagt mit ihren Blicken meist genug aus.
Beni
Der feige, kleine ehemalige Kumpane von Rick wird von Kevin J. O\'Conner gespielt. Er hat ständig Angst um sein Leben, bzw. um sein Wohlergehen und strebt einzig und allein nach Schätzen. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen spielt er sogar „Die rechte Hand des Teufels”, wie er es selbst schildert. Nun ja, solche bösen Typen erwartet zumeist ein bitteres Ende :o)
Weitere Darsteller
Ardeth - Oded Fehr
Sethos - L. Verlasquez
Abschließend kann man sagen, dass gute Filme nicht immer eine komplette Starbesetzung brauchen, um zu überzeugen und ein Erfolg zu werden.
4. Der Regisseur
Regie führte der vermeintliche Newcomer Stephen Sommers, der ein paar Jahre zuvor schon bei Filmen wie „Octalus”, „Die Abenteuer des Huck Finn”, „Deep Rising” und bei der Schauspiel-Verfilmung von „Das Dschungelbuch” Regie führte. Auch beim zweiten Teil, „Die Mumie kehrt zurück”, führte er die Regie.
5. Die Effekte
Die Special-Effects sind ganz sicher das, was den Film sehenswert macht. Zwar ist die Story nichts neues und auch die Handlung ist leicht vorhersehbar, trotzdem ist der Film zu empfehlen. Vor allem die Mumie selbst ist sehr detailliert dargestellt. Da sie sich nach und nach regeneriert, ist sie in einem frühen Stadium mehr Mumie als Mensch und später mehr Mensch als Mumie. Auch der Sandsturm, den die Mumie hervorzaubert und in dem irgendwann sein Gesicht auftaucht, ist sehr gut gemacht und vor allem der letzte Kampf des Films wirkt beeindruckend, was nicht zuletzt an den sehr gelungenen Mumien liegt. Als guten Effekt kann ich sicher noch das Erscheinen und Verschwinden Imhoteps als Sand nennen. Wenn auf einmal der Sand, der durchs Schlüsselloch fliegt, Menschengestalt annimmt, ist man am Anfang doch etwas verwundert.
Selbst im Fernsehen wirken die Effekte noch großartig, so dass man den Film nicht zwangsweise im Kino sehen muss.
6. Die Umsetzung
Die Umsetzung ist absolut gelungen. Allein der Kulisse, wenn man sie mal sieht, sieht man sehr viel Arbeit an. Leider werden keine ägyptischen Bauwerke gezeigt. Gerade mal die mit Computer dargestellten Pyramiden und ein kleiner Ausschnitt aus Theben wird gezeigt. Allerdings vereint der Film witzige Elemente einer Komödie mit tollen Szenen eines Actionfilms, ohne sich dabei in Extremen zu verlieren. So werden nicht so viele Sprüche gemacht, dass der Film lächerlich wirkt. Große Grausamkeiten bleiben dem Zuschauer auch erspart, so dass einem der Film auch nicht vermiest wird. Von allen Aspekten wurde so viel vereint, dass ein gelungener Film entstand. Genauso müssen die vermeintlichen Parteien, bestehend aus Ricks Trupp, dem Ami-Trupp und den Madjay, nun alle zusammenarbeiten, um die Mumie besiegen zu können, was uns mal wieder zeigt, dass Teamwork immer die beste Alternative ist.
Der Film insgesamt kommt ohne einen einzigen Tropfen Blut aus. Die Taten, welche die Mumie ihren Opfern antut finden meistens in der Fantasie des Zuschauers statt. So kann sich zum Beispiel jeder selbst denken, wie die Mumie einem Archäologen Augen und Zunge stiehlt, um selbst erst mal ein paar Organe zur Verfügung zu haben. Der Film besteht zwar weitestgehend aus Spezialeffekten, allerdings sind diese nicht übertrieben, so dass der Zuschauer nicht von der Flut der Effekte überrollt wird.
Doch leider gibt es auch bei der Umsetzung ein paar kleinere Mängel. So sprach man beispielsweise im alten Ägypten, zur Zeit der Pharaonen, nicht das heutige arabisch. Bücher gab es damals auch noch nicht, zumindest nicht solche, wie wir sie kennen. Das Wichtigste wurde im Alten Ägypten auf Papyrusrollen festgehalten, die damals auch noch nicht sehr lange existierten.
Auch der Fluch wirkt nicht so bedrohlich, wie er es tun sollte. Zwar kommen ein paar mutige Abenteurer um, da sie den Sarg der Mumie öffneten, aber ein weiteres Ausmaß auf die Bevölkerung nimmt dieser Fluch nicht an. Die 10 Plagen, bekannt aus der Bibel, will die Mumie über das Land schicken, was sie auch, zumindest teilweise, macht, doch die erdenklichen Folgen werden nicht gezeigt. Vielleicht hätte es ja den Rahmen gesprengt, aber es wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen, wenn der Zuschauer zum Beispiel gesehen hätte, wie Felder durch die Heuschreckenplage zerstört werden. Wenn man genau darüber nachdenkt fragt man sich sogar, ob die Bevölkerung Kairos überhaupt etwas von den Plagen mitbekommt, da diese immer nur aus der Sicht der Abenteurer gezeigt werden.
Alles in allem ist „Die Mumie” brillant umgesetzt worden, so dass das Potential der Story mehr als ausgeschöpft wurde!
7. Weitere Fakten
Originaltitel: The Mummy
Darsteller: siehe oben
Regie: Stephen Sommers
Musik: Jerry Goldsmith
Land: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Länge: ca. 120 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Produktionsfirma: Universal Pictures
8. Fazit
Die Mumie vereint zahlreiche erfolgreiche Genres, wie zum Beispiel Horror, Abenteuer, Action, Komödie und Fantasy, was den Film zu einem sehr erfolgreichen Remake des Klassikers von 1933 macht. Damals spielte Boris Karloff, unter der Regie von Karl Freund, den Hohepriester Imhotep, doch lag dies ein paar Generationen vor meiner Zeit. Der Film ist vollkommen empfehlenswert, da für jeden Geschmack etwas dabei ist. Leider sind manche Szenen nicht ganz so appetitlich, so dass schwache Gemüter ein paar Mal weg schauen müssen. Der Film beinhaltet viele gute Aspekte der Indiana-Jones-Trilogie und ist auch leicht an diese angelehnt, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren.
9. Die Erfolgsstory der Mumie
Ich denke, dass genau die Mischung der verschiedenen Genres „Die Mumie” zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1999 machten. Zwar kostete die Produktionen ganze 80 Millionen Dollar, aber das war nach dem Start kein großes Problem mehr, da der Film ganze 413 Millionen Dollar einspielte. „Die Mumie kehrt zurück”, der 2001 in den deutschen Kinos erschien setzte, sogar noch 5 Millionen drauf und schaffte so einen Gesamtumsatz von 418 Millionen Dollar.
Ein dritter Teil um „Die Mumie” ist zwar schon in Planung und wird auch schon produziert, jedoch werden Brendan Fraser, Rachel Weisz und die anderen Hauptpersonen in diesem Film nicht mehr mitspielen, denn die Hauptrolle des nächsten Teils, „The Mummy 3: Scorpion King“, wird Dwayne Johnson übernehmen, der als Wrestler unter dem Alias „The Rock” berühmt wurde, was den Meisten sicherlich mehr sagen wird, als sein bürgerlicher Name.
10. Zusatz: Der geschichtliche Hintergrund
Kurz einmal vorweg: Natürlich basiert die Geschichte des Films nicht auf einem wahren Hintergrund, sondern auf purer Fantasie. Allerdings möchte ich in diesem letzten Punkt noch einmal kurz auf Fakten der Geschichte eingehen, die in diesem Film genannt werden:
So gab es zum Beispiel in der ägyptischen Geschichte wirklich einen Mann namens Imhotep. Dieser war allerdings nicht Hohepriester, sondern war als Schriftsteller, Arzt und als Architekt tätig. Um das Jahr 2950 vor Christus erbaute er, natürlich nicht alleine, die Stufenpyramide von Sakkara. Allerdings spricht ein entscheidender Punkt dagegen, dass sich der Priester aus „Die Mumie” auf diesen Imhotep bezieht: Er wäre dann nämlich mehr als 1000 Jahre alt gewesen, als er ein Verhältnis mit der Frau des Pharaos anfing. Außerdem denke ich, dass ein Schriftsteller, Arzt und Architekt viel zu intelligent gewesen wäre, um etwas mit der Frau des Pharaos anzufangen.
Den gab es nämlich auch. Sethos I war der zweite Herrscher der neunzehnten Dynastie Ägyptens. Sein Tod fand irgendwann im Jahre 1278 vor Christus statt, so dass sich der Film auch nicht genau auf diesen Pharao beziehen kann. Sethos I hatte im Übrigen noch zwei Töchter: Henutmire und Tija. Allerdings gab es, nach meinen Kenntnissen, in der Geschichte Ägyptens weder eine Frau namens Anck-Su-Namum, genauso wenig wie eine Totenstadt namens Hamunaptra.
So, das war’s. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir als Leser treu bleibt, bzw. ich euch als neuen Leser gewinnen konnte. Wenn nicht - auch kein Problem :o)
1. Vorwort
2. Die Story
3. Die wichtigsten Darsteller
4. Der Regisseur
5. Die Effekte
6. Die Umsetzung
7. Weitere Fakten
8. Fazit
9. Die Erfolgsstory der Mumie
10. Zusatz: Der geschichtliche Hintergrund
1. Vorwort
Obwohl ich „Die Mumie“ bereits in der englischen Originalfassung gesehen hatte, war ich nicht abgeneigt mir diesen Film zusammen mit meiner Familie noch einmal in der deutschen Version anzusehen, als dieser im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ich wusste schließlich, dass uns ein spannender und trotzdem amüsanter Film erwarten würde.
2. Die Story
Die Geschichte beginnt fast 2000 Jahre vor Christus im alten Ägypten. Der Hohepriester Imhotep schwärmt für die schöne Anck-Su-Namum, die seine Gefühle erwidert. Jedoch ist Anck-Su-Namum die Frau des Pharaos Sethos, dem Herrscher der Dynastie, der es überhaupt nicht schätzt, wenn jemand außer ihm seine Gemahlin berührt. Daher versuchen beide ihre „Affäre“ zu verschleiern, doch der Pharao kommt ihnen auf die Schliche. So kommt es denn, wie es kommen muss: Der Pharao erwischt die beiden quasi in flagranti, woraufhin Imhotep, der seine Geliebte natürlich nicht der Laune des Pharaos aussetzen will, den selben hinterrücks ersticht. Doch der Mord am bärtigen Staatsoberhaupt bleibt nicht unentdeckt und so wählt Anck-Su-Namum den Freitod durch ihr Schwert. Doch die Leibwache des Pharaos nimmt nun die Verfolgung Imhoteps auf, der gerade noch mit der Leiche seiner Geliebten die Flucht ergreifen kann. Zusammen mit seinen abtrünnigen Gefährten, den ihm untergebenen Priestern, macht er sich auf den Weg nach Hamunaptra, der Stadt der Toten, um die aus dem Leben geschiedene Schönheit aus der Unterwelt wieder ins Reich der Lebenden zurück zu holen. Mit dem schwarzen Buch der Toten, dessen Herkunft nie bekannt wird, beschwört Imhotep seine Geliebte. Doch kurz bevor das Ritual vollendet werden kann, treffen auch die Wachen des Pharaos in Hamunaptra ein und nehmen den korrupten Gotteslästerer fest. Imhotep wird zur schlimmsten Strafe des damaligen Reiches verurteilt: Mumifizierung bei lebendigem Leibe. Doch diese Strafe ist für seine Untaten noch viel zu harmlos, so dass ein Fluch über Imhotep verhängt wird. Auch dieser Fluch ist der schlimmste, den das damalige Reich zu bieten hat: Der Homdai.
Imhotep muss nach seinem Tode ewig als Untoter weiterleben - nicht lebendig, nicht tot. Und das für alle Ewigkeit. Doch auch sein Tod wird ihm nicht besonders angenehm gestaltet: In seinen Sarg werden tausende von fleischfressenden Käfern gelegt, die ihm ganz langsam das Fleisch von den Knochen fressen, wie man später erfährt. Der Sarkophag wird verschlossen und in einer Gruft von Hamunaptra beigesetzt. Noch heute wachen die Madjay, die Nachfolgen der ehemaligen Leibwache, über jenen Ort, um über die Gruft zu wachen. Denn sollte der Untote einmal freikommen, so gnade uns Gott...
Knapp 4000 Jahre später, wir schreiben das Jahr 1923, entdeckt ein amerikanischer Soldatentrupp, unter der Führung von Rick O’Connell, die geheimnisvolle Stadt der Toten, die mittlerweile nur noch als Mythos in den Köpfen der Ägypter existiert. Vergleichen ist dieser Mythos, so denke ich, mit dem heutigen Mythos um die versunkene Stadt Atlantis. Doch sein Trupp kann sich gegen die Übermacht der einheimischen Madjay nicht behaupten und wird gnadenlos erschossen. Lediglich er und sein feiger Kumpane Beni überleben den Kampf in Hamunaptra. Rick macht sich auf den Weg durch die Wüste und verschwindet am Horizont, während die Zukunft von Beni unbekannt bleibt.
3 Jahre später lernt der Zuschauer dann die etwas zerstreute Bibliothekarin Evelyn Carnahan kennen, die gerade Bücher an ihrem Arbeitsplatz, einer Bibliothek in Kairo, katalogisiert. Doch nicht einmal 3 Minuten nachdem der Zuschauer ihr bei der Arbeit ein wenig „über die Schulter blicken” kann, passiert ihr schon das erste Malheur: Die stützt mit der Leiter gegen eins der Regale und löst damit eine Kettenreaktion aus: Wie die Dominosteine fallen die Regale um, bis sie einen Kreis gebildet haben, in dessen Mitte die nervöse Bibliothekarin steht und ängstlich das angerichtete Unheil betrachtet. Doch bevor sie auch nur eine Erwägung gemacht hat, das Chaos zu beseitigen, erscheint der Besitzer der Bibliothek und fängt erst einmal an zu fluchen. Es hat den Anschein, als wäre Evelyn so etwas nicht zum ersten Mal passiert.
Doch während sie noch grübelt, wie sie das Chaos beseitigen könnte, erscheint ihr Bruder, der etwas vorlaute Jonathan, und zeigt ihr ein seltsames Artefakt, das, so sagt er, von einer Ausgrabung stammt. Als er den materiellen Wert des Artefaktes erfahren möchte, entdeckt Eve, wie Jonathan sie nennt, dass es zu öffnen ist. Nach einem kleinen Knopfdruck öffnet sich das kleine, schatullenähnliche „Ding” und eine Karte kommt zum Vorschein. Als Eve sie vorsichtig aufklappt bemerkt sie sofort, aufgrund ihrer altägyptischen Kenntnisse, dass dies eine Karte von Hamunaptra ist, über deren Existenz sie schon einige Nachforschungen angestellt hatte. Als sie die Karte ihrem Arbeitgeber vorlegt, begutachtet dieser die Karte. Doch versehentlich hält er den zerbrechlichen kleinen Papierfetzen zu nah an eine brennende Kerze, so dass die Hälfte der Karte verbrennt und unbrauchbar ist. Obwohl ihr Vorgesetzter nichts mehr mit der Sache zu tun haben will, entschließt sich Eve weitere Informationen über diese Karte einzuholen, was sich nicht als sonderlich schwer erweist, da Jonathan zugibt, sie einem betrunkenen Soldaten abgenommen zu haben. Nach weiteren Erkundigungen erfährt sie, dass der Betreffende im Gefängnis von Kairo sitzt. So schnell wie möglich begeben sich Eve und ihr Bruder, der ihr wie ein Dackel hinterherläuft, ins Gefängnis und lassen sich den rechtmäßigen Besitzer der Karte vorführen: Rick O’Connell. Wie sie schnell erfährt ist er wenig kooperationsbereit, denn anstatt Auskunft zu erteilen trickst er Eve aus und küsst sie. Mit den Worten „Holt mich hier raus!” wird er abgeführt und für die Strafvollstreckung vorbereitet: Tod durch den Galgen. Doch gerade als Rick am Galgen baumelt und um sein Leben kämpft, handelt Eve mit dem ungepflegten Gefängnisdirektor um das Leben des zum Tode Verurteilten. Schließlich willigt er ein, will dafür aber mit nach Hamunaptra. Und siehe da: Rick zeigt sich entgegenkommend.
Zusammen mit Rick besteigen die beiden Geschwister und natürlich der Gefängnisdirektor das Schiff, das sie in die Nähe der geheimnisvollen Totenstadt bringen soll. Während der Fahrt bemerken die Vier jedoch, dass sie nicht die Einzigen sind, die nach Hamunaptra wollen. Denn ein weiterer kleiner Trupp von Amerikanern, unter der Führung von Beni, ist fest entschlossen sich das Goldene Buch des Amun-Rah, ein komplett aus Gold bestehendes Buch, welches sich der Legende nach in Hamunaptra befinden soll, unter den Nagel zu reißen. Doch auch andere scheinen an den Schätzen der Totenstadt interessiert zu sein, denn das Schiff wird von Unbekannten gekapert. Nach einem harten Kampf gelingt es Rick allerdings die meisten der Bösewichte, mit Hilfe seiner Pistolen, außer Gefecht zu setzen. Doch leider steht das Schiff in Flammen, so dass die gesamte Besatzung über Bord springt und nach langem Schwimmen endlich ans rettende Ufer gelangt. Nach einem kleinen „Einkaufbummel” in einem kleinen, nahegelegenen Dorf, reiten die vier neu eingekleideten Abenteurer auf ihren neuen Kamel in Richtung Morgensonne. Nach einem langen Wettritt mit dem anderen Trupp, der sich anscheinend auch retten konnte, kommen die beiden Parteien gleichzeitig in Hamunaptra an. Doch auch sie werden von den Wächtern der Ruinen angegriffen, doch geht diese Schlacht nicht so verlustreich aus, wie die zuvor, denn der Anführer der Madjay, Ardeth, setzt ihnen eine Frist: Entweder sie verschwinden innerhalb der Nacht aus Hamunaptra oder sie werden sterben. Nach diesem klaren Gespräch arbeitenden die beiden Trupps auf Hochtouren. Beide werden fündig: Der Trupp rund um die charmante Bibliothekarin findet einen Leichnam, der ihnen Angst macht. Der Grund wird ihnen zwar nicht klar, doch kommt ihnen dieser Leichnam, wie Rick es so passend ausdrückt „noch so saftig” vor. Der andere Trupp der Amerikaner findet allerdings etwas wertvolleres: Einen Sarkophag inkl. Inhalt. Zwar steht auf diesem eine eindeutige Warnung geschrieben, trotzdem ist der Sarg schnell geöffnet, in dem sich allerdings „nur” das Schwarze Buch der Toten befindet. Enttäuscht überlassen die Abenteurer das Buch dem mitgereisten Ägyptologen und nehmen die kleinen Urnen, die sich im Sarg befinden, an sich und der gesamte Trupp setzt sich zur Ruhe. Auch der Ägyptologe legt sich schlafen. Diesen Moment nutzt Eve, um sich das Buch von ihm „zu borgen”. Als sie jedoch die ersten Zeilen des Buches laut vorgelesen hat, erwacht auch der Bestohlene und bemerkt sofort, was Geschehen ist: Eve las soeben die Formel zur Befreiung des Leichnams vor und „die Mumie”, alias Hohepriester Imhotep, erwacht zum Leben...
3. Die wichtigsten Darsteller
In diesem Film spielen weitestgehend relativ junge und unbekannte Schauspieler mit. Vielleicht macht gerade das einen Reiz des Films aus, da die meisten Schauspieler nicht - oder nur wenig - bekannt sind. Trotzdem wurden die Rollen gut besetzt, da alle Darsteller einen glaubwürdigen Eindruck hinterlassen und mit einem kleinen Hauch Selbstironie den Film interessant machen, so dass es nie langweilig wird.
Rick O’Connell
Die Hauptrolle, die des jungen, etwas ironischen und lockeren Abenteurers Rick O’Connell, der keine Furcht zu kennen scheint, sondern lieber mit coolen Sprüchen Eindruck machen will, übernahm Brendan Fraser. Bisher nur aus der albernen Komödie „George, der aus dem Dschungel kam” bekannt, zeigt sich in diesem Film, dass er noch mehr kann, als gegen Bäume fliegen. Mit „Die Mumie” gewann er sehr an Popularität und steigerte seinen Marktwert erheblich.
Zum Vergleich: Für die Rolle des Rick O’Connell in „Die Mumie” erhielt er „gerade mal” vier Millionen Dollar. Für die selbe Rolle kassierte er zwei Jahre später in „Die Mumie kehrt zurück” mehr als dreimal so viel; nämlich ganze 12,5 Millionen Dollar.
Nach „Die Mumie” spielte er später dann im US-Erfolg „Eve und der letzte Gentleman” zusammen mit Alicia Silverstone und danach im Film „Gods and Monsters” an der Seite von Sir Ian McKellen mit. Mit diesen beiden Filmen schaffte er es die Filmkritiker zu überzeugen und zu beweisen, dass er nicht nur als Mumienjäger und Dschungelheld fungieren kann.
Einen größeren Glücksgriff hätte es für ihn nicht geben können. Er ist für mich die größte schauspielerische Bereicherung des Films.
Evelyn Carnahan
Die weibliche Hauptrolle der herzlich charmanten, hübschen, schusseligen, naiven und aufgeregten Bibliothekarin, über die man zumeist einfach nur lachen kann, wurde mit der bisher völlig unbekannten Rachel Weisz besetzt. Zwar stellt sie in Großbritannien bereits eine der besten und beliebtesten Schauspielerinnen dar und spielte bereits in Filmen wie „I Love You” und „Brombeerzeit” mit, trotzdem war sie hierzulande und in den USA weitestgehend unbekannt. Auch sie gewann durch „Die Mumie” an Popularität und Beliebtheit. Sie stellt im gewissen Sinne die kleine Frau dar, die in die weite Welt geht, um Abenteuer zu erleben, die sich im Laufe des Abenteuers allerdings zur brauchbaren und mutigen Gefährtin mausert.
Jonathan Carnahan
Die Rolle des vorlauten und nervigen Bruders wurde von John Hannah übernommen. Durch die Komödie „Eine Hochzeit und ein Todesfall” erlangte er erste Filmerfahrungen, die er dann in der Hauptrolle in dem Film „Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht” neben Gwyneth Paltrow unter Beweis stellte. Prompt landete er beim Dreh zu „Die Mumie” und bekam eine größere Nebenrolle als Jonathan, der eigentlich nur einen Störfall darstellt. Er legt zwar den Grundstein, in dem er Eve die vermeintliche Schatulle inklusive Karte überreicht, ansonsten ist er bis zum Ende des Films eigentlich ziemlich nutzlos. Er versucht sich meist als vermeintlicher Held und spuckt große Töne. Eine charakteristische Szene ist wahrscheinlich die, in der Ardeth und Rick Steine aus dem Weg räumen, während er die Fackel hält und lautstark Anweisungen gibt, die allerdings nicht sehr freundlich aufgenommen werden. Er versucht halt immer groß zu wirken, obwohl er eigentlich der kleinste der Truppe ist.
Imhotep oder Die Mumie
Diese, zugegeben, etwas karge Rolle bekam Arnold Vosloo. Zwar spricht die finstere Mumie mit dem hämischen Grinsen im Gesicht nicht viel, doch sie sagt mit ihren Blicken meist genug aus.
Beni
Der feige, kleine ehemalige Kumpane von Rick wird von Kevin J. O\'Conner gespielt. Er hat ständig Angst um sein Leben, bzw. um sein Wohlergehen und strebt einzig und allein nach Schätzen. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen spielt er sogar „Die rechte Hand des Teufels”, wie er es selbst schildert. Nun ja, solche bösen Typen erwartet zumeist ein bitteres Ende :o)
Weitere Darsteller
Ardeth - Oded Fehr
Sethos - L. Verlasquez
Abschließend kann man sagen, dass gute Filme nicht immer eine komplette Starbesetzung brauchen, um zu überzeugen und ein Erfolg zu werden.
4. Der Regisseur
Regie führte der vermeintliche Newcomer Stephen Sommers, der ein paar Jahre zuvor schon bei Filmen wie „Octalus”, „Die Abenteuer des Huck Finn”, „Deep Rising” und bei der Schauspiel-Verfilmung von „Das Dschungelbuch” Regie führte. Auch beim zweiten Teil, „Die Mumie kehrt zurück”, führte er die Regie.
5. Die Effekte
Die Special-Effects sind ganz sicher das, was den Film sehenswert macht. Zwar ist die Story nichts neues und auch die Handlung ist leicht vorhersehbar, trotzdem ist der Film zu empfehlen. Vor allem die Mumie selbst ist sehr detailliert dargestellt. Da sie sich nach und nach regeneriert, ist sie in einem frühen Stadium mehr Mumie als Mensch und später mehr Mensch als Mumie. Auch der Sandsturm, den die Mumie hervorzaubert und in dem irgendwann sein Gesicht auftaucht, ist sehr gut gemacht und vor allem der letzte Kampf des Films wirkt beeindruckend, was nicht zuletzt an den sehr gelungenen Mumien liegt. Als guten Effekt kann ich sicher noch das Erscheinen und Verschwinden Imhoteps als Sand nennen. Wenn auf einmal der Sand, der durchs Schlüsselloch fliegt, Menschengestalt annimmt, ist man am Anfang doch etwas verwundert.
Selbst im Fernsehen wirken die Effekte noch großartig, so dass man den Film nicht zwangsweise im Kino sehen muss.
6. Die Umsetzung
Die Umsetzung ist absolut gelungen. Allein der Kulisse, wenn man sie mal sieht, sieht man sehr viel Arbeit an. Leider werden keine ägyptischen Bauwerke gezeigt. Gerade mal die mit Computer dargestellten Pyramiden und ein kleiner Ausschnitt aus Theben wird gezeigt. Allerdings vereint der Film witzige Elemente einer Komödie mit tollen Szenen eines Actionfilms, ohne sich dabei in Extremen zu verlieren. So werden nicht so viele Sprüche gemacht, dass der Film lächerlich wirkt. Große Grausamkeiten bleiben dem Zuschauer auch erspart, so dass einem der Film auch nicht vermiest wird. Von allen Aspekten wurde so viel vereint, dass ein gelungener Film entstand. Genauso müssen die vermeintlichen Parteien, bestehend aus Ricks Trupp, dem Ami-Trupp und den Madjay, nun alle zusammenarbeiten, um die Mumie besiegen zu können, was uns mal wieder zeigt, dass Teamwork immer die beste Alternative ist.
Der Film insgesamt kommt ohne einen einzigen Tropfen Blut aus. Die Taten, welche die Mumie ihren Opfern antut finden meistens in der Fantasie des Zuschauers statt. So kann sich zum Beispiel jeder selbst denken, wie die Mumie einem Archäologen Augen und Zunge stiehlt, um selbst erst mal ein paar Organe zur Verfügung zu haben. Der Film besteht zwar weitestgehend aus Spezialeffekten, allerdings sind diese nicht übertrieben, so dass der Zuschauer nicht von der Flut der Effekte überrollt wird.
Doch leider gibt es auch bei der Umsetzung ein paar kleinere Mängel. So sprach man beispielsweise im alten Ägypten, zur Zeit der Pharaonen, nicht das heutige arabisch. Bücher gab es damals auch noch nicht, zumindest nicht solche, wie wir sie kennen. Das Wichtigste wurde im Alten Ägypten auf Papyrusrollen festgehalten, die damals auch noch nicht sehr lange existierten.
Auch der Fluch wirkt nicht so bedrohlich, wie er es tun sollte. Zwar kommen ein paar mutige Abenteurer um, da sie den Sarg der Mumie öffneten, aber ein weiteres Ausmaß auf die Bevölkerung nimmt dieser Fluch nicht an. Die 10 Plagen, bekannt aus der Bibel, will die Mumie über das Land schicken, was sie auch, zumindest teilweise, macht, doch die erdenklichen Folgen werden nicht gezeigt. Vielleicht hätte es ja den Rahmen gesprengt, aber es wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen, wenn der Zuschauer zum Beispiel gesehen hätte, wie Felder durch die Heuschreckenplage zerstört werden. Wenn man genau darüber nachdenkt fragt man sich sogar, ob die Bevölkerung Kairos überhaupt etwas von den Plagen mitbekommt, da diese immer nur aus der Sicht der Abenteurer gezeigt werden.
Alles in allem ist „Die Mumie” brillant umgesetzt worden, so dass das Potential der Story mehr als ausgeschöpft wurde!
7. Weitere Fakten
Originaltitel: The Mummy
Darsteller: siehe oben
Regie: Stephen Sommers
Musik: Jerry Goldsmith
Land: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Länge: ca. 120 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Produktionsfirma: Universal Pictures
8. Fazit
Die Mumie vereint zahlreiche erfolgreiche Genres, wie zum Beispiel Horror, Abenteuer, Action, Komödie und Fantasy, was den Film zu einem sehr erfolgreichen Remake des Klassikers von 1933 macht. Damals spielte Boris Karloff, unter der Regie von Karl Freund, den Hohepriester Imhotep, doch lag dies ein paar Generationen vor meiner Zeit. Der Film ist vollkommen empfehlenswert, da für jeden Geschmack etwas dabei ist. Leider sind manche Szenen nicht ganz so appetitlich, so dass schwache Gemüter ein paar Mal weg schauen müssen. Der Film beinhaltet viele gute Aspekte der Indiana-Jones-Trilogie und ist auch leicht an diese angelehnt, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren.
9. Die Erfolgsstory der Mumie
Ich denke, dass genau die Mischung der verschiedenen Genres „Die Mumie” zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1999 machten. Zwar kostete die Produktionen ganze 80 Millionen Dollar, aber das war nach dem Start kein großes Problem mehr, da der Film ganze 413 Millionen Dollar einspielte. „Die Mumie kehrt zurück”, der 2001 in den deutschen Kinos erschien setzte, sogar noch 5 Millionen drauf und schaffte so einen Gesamtumsatz von 418 Millionen Dollar.
Ein dritter Teil um „Die Mumie” ist zwar schon in Planung und wird auch schon produziert, jedoch werden Brendan Fraser, Rachel Weisz und die anderen Hauptpersonen in diesem Film nicht mehr mitspielen, denn die Hauptrolle des nächsten Teils, „The Mummy 3: Scorpion King“, wird Dwayne Johnson übernehmen, der als Wrestler unter dem Alias „The Rock” berühmt wurde, was den Meisten sicherlich mehr sagen wird, als sein bürgerlicher Name.
10. Zusatz: Der geschichtliche Hintergrund
Kurz einmal vorweg: Natürlich basiert die Geschichte des Films nicht auf einem wahren Hintergrund, sondern auf purer Fantasie. Allerdings möchte ich in diesem letzten Punkt noch einmal kurz auf Fakten der Geschichte eingehen, die in diesem Film genannt werden:
So gab es zum Beispiel in der ägyptischen Geschichte wirklich einen Mann namens Imhotep. Dieser war allerdings nicht Hohepriester, sondern war als Schriftsteller, Arzt und als Architekt tätig. Um das Jahr 2950 vor Christus erbaute er, natürlich nicht alleine, die Stufenpyramide von Sakkara. Allerdings spricht ein entscheidender Punkt dagegen, dass sich der Priester aus „Die Mumie” auf diesen Imhotep bezieht: Er wäre dann nämlich mehr als 1000 Jahre alt gewesen, als er ein Verhältnis mit der Frau des Pharaos anfing. Außerdem denke ich, dass ein Schriftsteller, Arzt und Architekt viel zu intelligent gewesen wäre, um etwas mit der Frau des Pharaos anzufangen.
Den gab es nämlich auch. Sethos I war der zweite Herrscher der neunzehnten Dynastie Ägyptens. Sein Tod fand irgendwann im Jahre 1278 vor Christus statt, so dass sich der Film auch nicht genau auf diesen Pharao beziehen kann. Sethos I hatte im Übrigen noch zwei Töchter: Henutmire und Tija. Allerdings gab es, nach meinen Kenntnissen, in der Geschichte Ägyptens weder eine Frau namens Anck-Su-Namum, genauso wenig wie eine Totenstadt namens Hamunaptra.
So, das war’s. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir als Leser treu bleibt, bzw. ich euch als neuen Leser gewinnen konnte. Wenn nicht - auch kein Problem :o)
Bewerten / Kommentar schreiben