Die Mumie (1999) (DVD) Testbericht

ab 7,86
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  • Action:  sehr viel
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  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Talianna

Die Schöne - Das Monster - Der Held

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was haben Harrison Ford als Indiana Jones, Boris Karloff als Imhotep, Kathleen Turner als Joan Wilder und Stan Laurel als Doof gemeinsam? Sie alle Könnten ohne Probleme in der Neuverfilmung von DIE MUMIE mitspielen! Den draufgängerischen Helden mit Schwert oder Säbel statt Peitsche gibt Brendan Fraser, den verfluchten Hohepriester mit Löchern im ganzen Körper mimt Arnold Vosloo, Rachel Weisz die leicht angestaubte Bibliothekarin, deren schärfste Waffe ihr keckes Mundwerk ist und John Hannah, ihr Bruder, sorgt für die erholsamen Späßchen zwischendurch. Zusammen kämpfen sie im Tempel des Todes gegen die Verkörperung des Bösen. Die drei Freunde sorgen durch ihre Schusseligkeit für Chaos und ermöglichen es der nach Rache schreienden Mumie die zehn biblischen Plagen über Ägypten zu bringen.
(Dieser Aufreißer wurde aus einer Filmzeitschrift entnommen)



--- Vorgeschichte ---

Der Prolog erzählt in faszinierenden Bildern die tragische Vorgeschichte, die zur Verfluchung und ewigen Verdammnis der Mumie führt. Im Jahre 1719 v. Chr. Findet die verbotene Liebe der Pharaonenfrau Anck-Su-Namun zu dem Hohepriester Imhotep ein grauenhaftes Ende. Während eines leidenschaftlichen Stelldicheins taucht überraschend der Pharao Seti auf. Anhand der verwischten Farben auf der kunstvoll bemalten Haut seiner jüngeren Frau erkennt er sofort, dass sie von einem anderen begrabscht wurde. Als Seti Imhotep sieht, ist ihm alles klar, und er beginnt zu toben. In Panik metzeln die Frau und ihr Geliebter den Stellvertreter der Götter auf Erden nieder, was seine herbeistürzende Leibwache in Raserei versetzt. Da diese beim Tod ihres Chefs mit in der Gruft landen, ist ihre Verärgerung mehr als verständlich.
Imhotep kann in letzter Sekunde von seinen Priestern in Sicherheit gebracht werden, seine Geliebte aber steht den mordlüsternen Horden ihres Mannes schutzlos und fast nackt gegenüber. Bei der wenig verlockenden Aussicht auf Folterung und Massenvergewaltigung ersticht sie sich selbst, ruft ihrem Geliebten jedoch noch hinterher, ermöge sie doch bitteschön möglichst bald wieder aus dem Reich der Toten zurückholen. (Ach ja, Liebe muss schön sein).

Imhotep hat dank des Buches der Toten wirklich die Macht, seine Angebetete zu reanimieren. In Hamunaptra, der Stadt der Toten, bricht er alle heiligen Gesetzte, um am Leichnam von Anck-Su-Namun das heidnische Widererweckungsritual durchzuführen. Aber bevor er das Werk vollenden kann, stürmen Soldaten des neuen Pharao den unterirdischen Tempel. Die Priester werden zu Tode gefoltert. Imhotep selbst wird mit dem grausamsten Fluch belegt, den sich ein Mensch nur ausdenken kann: Erst wird ihm die Zunge abgeschnitten, dann wird er bei vollem Bewusstsein in eine Mumie verwandelt und schließlich werden fleischfressende Käfer in seinen Sarkophag geschüttet, bevor dieser luftdicht verschlossen wird. Der ehemalige Hohepriester ist zur Unsterblichkeit verdammt, und über die Jahrhunderte wird er von den sehr langsam fressenden Käfern Stück für Stück abgeknabbert!

In diesen knapp zehn Minuten zu Beginn ist DIE MUMIE ein unheimlich schneller, dichter, grausamer und düsterer Horrorfilm alter Schule. Zwar werden die Folterungen nur angedeutet, in der Vorstellung der Zuschauer sind die Brutalitäten dafür um so schrecklicher. Wer nach dem furiosen Einstieg aber von den restlichen 110 Minuten brutalen Horror der blutspritzenden Art und Weise erwartet, wird enttäuscht sein. Regisseur Stephen Sommers und die Produzenten von Universal haben sich entschieden, etwas Neues zu probieren: Sie bringen eine hervorragend funktionierende Mischung aus Abenteuerfilm, Romanze und Fantasy-Movie mit Horroreinlagen ins Kino.



--- Story und Hintergründe ---

Beim ersten Auftritt Imhoteps ist nicht mehr zu sehen als ein mit letzten Resten von Muskeln, Fleisch und Sehnen bedecktes Skelett (die fleischfressenden Käfer sind wirklich sehr genügsam, wenn sie 3000 Jahre für einen Menschen brauchen!), das sich gewandt bewegen kann und riesige Kräfte besitzt. Selbst diese kaum als Mensch zu erkennende Ersterscheinung erinnert an Arnold Vosloo. Der Südafrikaner musste sich für diese Szenen in einen virtuellen Anzug stecken lassen, dessen Bewegungen vom Computer aufgezeichnet wurde. Nach diesen Abläufen agierte das CGI-Monster.

Jedes Mal, wenn sich das furchterregende Wesen weiter in Richtung kompletter Mensch entwickelt, muss die Mumie vorher einen der verfluchten Abenteurer töten, die den Schrein mit den Eingeweiden seiner Geliebten geöffnet haben. Er saugt aus diesen Bedauernswerten alles heraus, was er für seine Wiederherstellung braucht. Beim ersten Opfer wird Imhotep unterbrochen und kann ’nur’ Zunge und Auge herausreißen (ich find’s nicht so widerlich wie es sich anhören mag :o) ). Denn plötzlich taucht Evelyn auf, und das Skelett erinnert sich an seine frühere Geliebte. Gierig nähert er sich der entsetzten Bibliothekarin, wird aber von deren Begleitern abgelenkt und vergisst darüber, sein erstes Opfer zu Ende zu recyceln. Die Szene mit dem glibberigen Skelett, durch dessen Kopf man die gegenüberliegenden Wände betrachten kann, finde ich ziemlich amüsant, aber das ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

Später im Hotel schnappt sich der wandelnde Tote dann den Rest des stummen, blinden Amerikaners. Zurück bleibt eine mumifizierte Leiche, die den aus der Bäckersprache stammenden Begriff „einen Amerikaner essen“ in ganz anderem Licht erscheinen lässt.

In Stufe zwei hat die Mumie schon sichtbar Fleisch angesetzt. Zwar gibt es die eine oder andere ’unwesentliche’ Lücke im Körper des Ex-Priesters, aber langsam erkennt der Zuschauer den Schauspieler, der dahintersteckt. Größtenteils entstand diese Version noch am Computer, habe ich mir sagen lassen, aber es wurden hier Teile von Vosloos Gesicht miteingefügt.

Während der dritten Stufe befindet sich der Körper in einem Zustand, der schon fast als menschlich beschrieben werden kann. Der Mund sieht zwar noch stark leprös aus, und am Körper sind faustgroße Löcher auszumachen, aber aus dem Skelett wird langsam wieder ein schmuckes Kerlchen. Vosloo musste für diese Aufnahmen an den entsprechenden Stellen kleine Plastikteilchen tragen, die die Nachbearbeitung am Computer erst möglich machten: „Das waren weiche, biegsame Plastikstückchen, einige rund, einige quadratisch und einige länglich. An genau den Stellen haben die Jungs von ILM dann die verrotteten Zähne, blutiges Fleisch oder einen pulsierenden Lungenflügel eingesetzt. Am Ende sehe ich aus, als wäre die eine Hälfte von mir frisch verwest und die andere völlig normal. Wenn ILM für die phantastischen Leistungen, zu denen auch der Kampf Ricks gegen eine Armee von Skeletten zählt, nicht alle Preis abräumt, dann würde ich mich sehr wundern.“ (Vosloo in einem Interview 1999)

Schließlich sind alle Teile wieder da, wo sie hingehören. Nur ab und zu kriecht unter der frischen Haut „ein ekliger Käfer“, den Imhotep dann genüsslich schmatzend verschluckt.

„Bei aller Mumienfaszination sind diese fetten, blauen, fleischfressenden Käfer das mit Abstand ekligste im ganzen Film. Wie diese Ausgeburten der Hölle sich unter der Haut bis ins Gehirn vorfressen und ihre Opfer dabei schreiend vor Schmerzen in den Wahnsinn treiben – das ist der blanke Horror.“ (Wortlaut meiner Freundin, ich bin da mal wieder ganz anderer Meinung, aber ich lasse meinen Kommentar lieber außen vor *g*).
Trotz dieser „widerlichen“ Viecher und Dutzenden anderen Effekte wie eine Armee von Zombies, brennende Kometen, die auf Kairo stürzen, Sandstürme, Heuschreckenschwärme und Flüsse voller Blut schafft es Regisseur Sommers dank eines brillanten Drehbuchs, guter Schauspieler und abenteuerlicher Locations DIE MUMIE nie zum reinen Grusler werden zu lassen.

Im Gegenteil: in der ersten Stunde des Mumienfilms fällt der Zuschauer vor Lachen fast vom Sofa (na ja... „fast“ ist nicht das richtige Wort, aber keine Sorge, bin weich gelandet). Schon beim Einsetzten der Haupthandlung im Jahre 1925, wenn ein paar Dutzend Fremdenlegionäre sich gegen dreihundert berittene Tuareg-Krieger zur Wehr setzen, sorgt Beni (Kevin O’Connor), der schmierige, aber komische „Freund“ Ricks für die ersten Lacher. In der ersten Sekunde versichert er seinem Vorgesetzten, er werde unter keinen Umständen fliehen, in der nächsten ist er schon zwanzig Meter in der anderen Richtung unterwegs.
Aber auch John Hannah ist hier nicht zu verachten, der gebürtige Schotte spielt Jonathan Carnahan, den Bruder von Evelyn, einen Tunichtgut, der gerne trinkt, lästert und für jeden Blödsinn zu haben ist. Wie er sich den Angriffen von Grabschützern oder dem Würgegriff der Mumie mit flotten Sprüchen auf den Lippen entziehen kann, treibt einem die Tränen in die Augen. Um so erstaunlicher, dass gerade er für den größten Überraschungseffekt des gesamten Steifen sorgt, als er seine Schwester fast zu Tode erschreckt.
Dazu kommen die witzigen Wortgefechte zwischen der vom Alkohol enthemmten Bibliothekarin Evelyn und dem draufgängerischen Ex-Fremdenlegionär Rick, die sich im Lauf der gefährlichen Schatzsuche, die sich durch die Dummheit der Abenteurer zur Bedrohung für die gesamte Menschheit entwickelt, ineinander verlieben.


--- Fazit ---

DIE MUMIE ist ein lustiger Abenteuerfilm voller Tempo und phantastischer Tricks, trotz gruseliger Thematik und sentimentaler Love-Story wahnsinnig unterhaltsam. Wer bei Scream oder Düstere Legenden nicht lachen konnte (*schnarch*), weil der Humor aufgesetzt und stereotyp wirkte/war (wie man’s nimmt), dem sei dieser erfrischend andere „Horrorfilm“ ans Herz gelegt. Aber denkt dran, wenn ihr euch nach der endgültigen (?....ja ja, ich weiß, Mumie 2) Vernichtung der Mumie entspannt in die Sofakissen kuschelt: „Der Tod ist erst der Anfang....“
(Wieder so ein Muss von meiner Freundin, aber ich sag da ja nichts zu :o) )


--- Infos ---

DIE MUMIE – THE MUMMY
USA, 1999
123 Min.
Regie: Stephen Sommers
Drehbuch: Kevin Jarre, Lloyd Fonvielle, Stephen Sommers
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller:
- Brendan Fraser (Rick O’Connell)
- Arnold Vosloo (Imhotep)
- Rachel Weisz (Evelyn Carnahan)
- John Hannah (Jonathan Carnahan)
- Kevin O’Connor (Beni)




Liebe Grüße und Danke fürs Lesen :o)
Talianna und Lauramina ©2002

23 Bewertungen, 6 Kommentare

  • brainbug1602

    13.12.2002, 14:25 Uhr von brainbug1602
    Bewertung: sehr hilfreich

    die Mumie war ganz nett, aber so toll fand ich den auch nicht.

  • Greifenklaue

    16.06.2002, 20:35 Uhr von Greifenklaue
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mir hat er nicht sooo gefallen - mich konnte erst Skorpion King überzeugen!!!

  • bowling2001

    16.06.2002, 20:28 Uhr von bowling2001
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter BEricht...cu BOW

  • habitatskater

    16.06.2002, 00:32 Uhr von habitatskater
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich hab den zweiten noch nicht gesehen. sehr guter Bericht! kannst ja mal bei mir vorbeischauen. gruss marcel

  • DrDuke

    11.03.2002, 18:34 Uhr von DrDuke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der 2te Teil war viel besser. du schreibst sehr gute Berichte ich werd dir mal mein Vertrauen schenken

  • expansin

    25.02.2002, 20:08 Uhr von expansin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hat wirklich ein großes Tempo der Film! Fand ihn sehenswert, auch wenn man ihn wahrscheinlich nicht immer wieder sehen mag. Immer noch Hunger? ;-) Gruß, expansin