Die Wutprobe (VHS) Testbericht

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ab 18,07
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Erfahrungsbericht von ChopSuey

Goooose Fraaba - *gg*

Pro:

Gute Besetzung, ziemlich witzig, neue Idee

Kontra:

lahmes Ende, teilweise kitschig, ziemlich viel Nonsens

Empfehlung:

Ja

Zur Zeit laufen zwei Filme im Kino die ich mir unbedingt noch anschauen möchte: X-men und Matrix :) (naja, bald jedenfalls) Letzten Donnerstag im Filmpalast in Karlsruhe hätte ich die Chance gehabt, doch unverständlicherweise konnte ich meine Freunde nicht dafür begeistern...Leider! also musste ich mich der Mehrheit beugen und ein Adam Sandler Film als Ersatz dafür hinnehmen. Schlechter Ersatz für Keanu Reeves oder? Naja die Vorschau ließ ja erahnen, dass es einiges zu lachen geben würde...aber Sandler und Jack Nicholson im selben Streifen? Da kann ich meine Begeisterung erst mal zügeln. Aber nach meinem letzten Kinobesuch konnte es ja eh nicht mehr schlimmer werden...

Storyline

Alles fängt ganz harmlos an...
Dave Buznik ist die Liebenswürdigkeit in Person, er schaut aus als könne er keiner Flieg was zu leide tun und ist überhaupt der netteste Mensch, den man sich nur vorstellen kann. Seit Jahren erledigt er nun schon die Arbeit seines Chefs ohne zu Murren, da er - gutgläubig wie er nunmal ist - darauf vertraut die wohlverdiente Beförderung zu bekommen. Nun steht eine Geschäftsreise an. Schüchtern verabschiedet sich Dave von seiner hübschen Freundin Linda und steigt nichts ahnend in ein Flugzeug nach St. Louis. Von da an nimmt das Unheil seinen Lauf...scheinbar zufällig, sitzt er im Flugzeug neben dem Aggressionstherapeuten Dr. Buddy Rydell, der sich lautlachend einen Film anschaut. Dave bittet die Stewardess höflich nach einem Kopfhörer, um den Film ebenfalls zu sehn...aber sie hat wohl besseres zu tun und so kommt es zu einer kleinen Debatte mit ihr. Bevor Dave weiß wie ihm geschieht, ruft sie einen Sky-Marshall zur Hilfe, obwohl er die ganze Zeit über die Ruhe in Person war. Zur Krönung landet Dave wegen des Vorfalls sogar vor Gericht - Gefährdung der Flugsicherheit! Hier denkt sich wohl der eine oder andere Zuschauer zum ersten mal, man sei im falschen Film...

Die schlecht gelaunte Richterin verdonnert Dave zu einer Gruppentherapie um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen...und wer ist wohl sein Therapeut? Natürlich der unliebsame Flugbegleiter Dr. Rydell. In der Gruppentherapie teilt man Dave einen Partner zu, durch den er in einer Kneipe in eine Schlägerei verwickelt wird. Prompt steht er schon wieder vor Gericht. Diesmal beschließt man, dass es wohl das Beste sei Dave eine 30-Tage-Intensivtherapie zu gute kommen zu lassen...auf Empfehlung von Dr. Rydell versteht sich. Dieser zieht kurzerhand bei Dave ein und das Chaos ist perfekt. Schnell stellt man sich die Frage ob der durchgeknallte Doc nicht viel eher eine Aggressionsbewältigungstherapie nötig hätte. Seine Methoden sind sehr radikal und er bringt Dave dazu einige unliebsame Sachen zu tun...ein fragwürdiges Konzept, denn er treibt seinen \'Patienten\' langsam aber sicher zur Weißglut.

Das Maß ist endgültig voll als Rydell ihm sogar seine Freundin ausspannt. Dem sonst so ruhigen, schüchternen Dave platzt der Kragen...

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Ohne nun zu viel verraten zu wollen ist der Schluss ja doch ein bisschen lächerlich und triftet eher ins kitschige ab. Der große Showdown entpuppt sich mal wieder als typisches Happyend, dass man dem Film so nicht wirklich abkaufen möchte. Oder wie glaubhaft ist es, dass Mister Schüchtern während der ganzen chaotischen Zeit mit seinem Therapeuten immer die Ruhe bewahrt und seine Zurückhaltung nicht ablegt, aber plötzlich seiner Ex-Freundin in einem Stadion mit tausenden von Menschen einen Heiratsantrag macht?...echt rührend! Das kann man dann getrost dem Umstand zuschieben, dass es ja Hollywood konform sein muss. Zu guter letzt hält der Film auch noch quasi ne finale Pointe bereit, die Licht ins ganze Chaos bringen soll...kleiner Überraschungseffekt für den Zuschauer, aber dennoch nicht wirklich der Knüller. Zumindest endet es etwas unspektakulär.

Trotzdem is dem Film natürlich nicht die Komik abzusprechen. Zu lachen hatte man ne ganze Menge, erwartet man ja schließlich auch wenn Adam Sandler mitwirkt. Besonders im Mittelteil gab es reichlich komische Situationen, gepaart mit viel Wortwitz. Da wäre zum Bsp. der Besuch im Kloster, denn Dave\'s einstiger Peiniger aus der Schulzeit ist nun Mönch. Angestachelt durch Buddy fängt Dave eine Schlägerei mit selbigem an...dieser Umstand an sich war schon urkomisch. Überhaupt kommt Dave durch Buddy\'s verquere Ansichten was die Psychologie angeht ständig in missliche Lagen. Was auch einen Besuch bei einem Transvestiten beinhaltet...oder eine kleine Pause mitten im dichtesten Verkehr um mal eben ein Liedchen zu singen. Das war zu genial als Nicholson und Sandler \'I feel pretty\' losträllerten :))

Das witzige an der Geschichte überhaupt ist ja die Tatsache, dass ein völlig friedliebender Mensch plötzlich jemand brauchen soll, der ihm dabei hilft seine Wut zu zügeln. Da bleibt es nicht aus, dass man einigen Unsinn zu sehen bekommt, der manchmal so dämlich ist, dass man gar keine andere Wahl hat als darüber zu lachen. Aber die angeblichen Aggressionen durch einen provozierenden Therapeuten heilen zu wollen, der die Wut in Dave ja erst auslöst hat schon was...

Besetzung und so...

Ich kann mich nun eigentlich an keinen speziellen Film mit Adam Sandler erinnern, aber den introvertierten Dave mimt er gekonnt. Sein komödiantisches Talent ist auf jeden Fall unverkennbar. Obgleich die Rolle des Dave an sich, schon etwas merkwürdig angelegt ist. Denn wie schon erwähnt, ist die Wandlung zum Draufgänger nicht sonderlich nachvollziehbar. Seine zurückhaltende Art bleibt fast den ganzen Film über konstant...man könnte meinen nichts bringt ihn aus der Ruhe, nie kriegt er den Mund auf um für seine Meinung einzustehen. Wo andere schon längst ausgerastet wären lässt er die Provokationen von Buddy über sich ergehen. Nur ab und an, verliert er die Geduld um danach jedoch wieder in das alte Schema F zurückzufallen. Man möchte ihm als Zuschauer am liebsten nen Schubs geben, damit er sich mal zur Wehr setzt. Dennoch spielt Sandler natürlich beide Seiten überzeugend und um so witziger ist es, wenn er endlich seinem Chef mal die Meinung geigt.

Als genaues Gegenteil ist da natürlich Buddy Rydell, der ins andere Extrem fällt. Er ist total durchgeknallt, laut und extrovertiert. Seine chaotische Art stellt nicht nur Dave sondern auch den Zuschauer auf eine Geduldsprobe. Jack Nicholson mimt den Therapeuten der eigentlich selbst ne Behandlung braucht mit Bravur. Als wär ihm die Rolle auf den Leib geschrieben. Bei Jack Nicholson kommt mir immer als erstes \'Einer flog über das Kuckucksnest\' in den Sinn...nicht gerade mein Lieblingsfilm, weshalb ich auch nicht unbedingt drauf versessen war mir \'Die Wutprobe\' anzuschauen...ich mag ihn auch jetzt noch nicht gerne sehen, aber seine Darstellung war natürlich überzeugend, eigentlich sogar zum schießen.

Die Rolle der Linda hingegen ist im Grunde kaum erwähnenswert. Sie wird von Marisa Tomei gespielt, aber kann nicht wirklich brillieren. Dafür ist ihr Part im Handlungsstrang vielleicht auch zu unbedeutend. Man hätte auch jede x-beliebige Schauspielerin hierfür nehmen können, wobei Marisa Tomei, wohl eh in diese Kategorie fällt.

Woody Harrelson in einer Nebenrolle ist dafür um so erwähnenswerter, denn er spielt den Transvestiten Galaxia...hat dazu einen schweizer Akzent und ein Stimmchen zum schreien. Zumindest ist die Szene eine der witzigsten des Filmes, wie ich finde. Aber sein Part beschränkt sich auf zwei kurze Sequenzen.

Die Wahl der Schauspieler ist Regisseur Peter Segal durchaus gelungen und ebenso war die Inszenierung gekonnt. Auch die Wahl der Musik verfehlt ihre Wirkung nicht, denn witzigerweise wird des öfteren das Lied \'I feel pretty\' eingespielt, was die Szene im Auto wieder heraufbeschwört. Na gut Rudolph Giuliani zu besetzen erscheint dann vielleicht doch etwas irritierend oder ich nenn es mal fehlplatziert. Ansonsten gibts aber nichts zu beanstanden.

Fazit

Also alles in allem, war der Film ganz nett. Die Idee war zumindest mal was neues und wurde auch recht gut umgesetzt, was natürlich hauptsächlich an der Besetzung lag. Adam Sandler und Jack Nicholson entpuppten sich doch als gutes Gespann und sorgten dafür, dass man einiges zu lachen hatte. Nicht mal unbedingt, weil die Dialoge so witzig waren...ohne sie hätte der Film wohl auch für die wenigsten genug Anreiz sich extra dafür ins Kino zu begeben. Die Story mag ja wirklich nicht schlecht sein, aber mal ehrlich, es gibt weitaus bessere Komödien die nicht nur mit der Auswahl der Schauspieler stehn und fallen. Teilweise sehnt man sich auch danach, dass der Film endlich ein Ende haben möge, denn manches war einfach zu absurd. Ausserdem war das Ende ziemlich lahm, selbst für Fans des Genres. Überraschungen hält der Film zumindest wenig parat, für nen unterhaltsamen Kinoabend aber dennoch empfehlenswert.

Tja wie befürchtet, war\'s natürlich ein schlechter Ersatz für Matrix, aber Sandler und Nicholson - Fans werden voll auf ihre Kosten kommen.

Achja: Um meine tolle Überschrift zu verstehen, muss man natürlich den Film gesehen haben :))

Merci fürs lesen, bewerten... scrollen

©ChopSuey

40 Bewertungen