Die drei ??? (3) - Der Karpatenhund (Hörbuch) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von mickeyd95

Ein gläserner Hund, drei Detektive und viel Action

  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

spannende Handlung, viel Action, gelungene Umsetzung

Kontra:

manche Handlungsstränge hätten weiter ausgebaut werden können

Empfehlung:

Ja

Die Aufmachung:
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Wie alle bei allen Folgen der „drei ???“ ist auch hier das Cover der CD/MC im bekannten, überwiegend schwarzen Design gehalten. Mittelpunkt ist eine Abbildung des Karpatenhundes in Rot, Blau und Schwarz. Darüber prangt in Weiß das obligatorische Konterfei von Alfred Hitchcock und der Schriftzug der Serie und der Folge.
Ich persönlich finde das Cover sehr gelungen, die furchteinflößende Darstellung des Karpatenhundes gefällt mir gut. Allerdings führt sie in meinen Augen in gewisser Hinsicht zu falschen Erwartungen des Hörers, aber dazu später mehr.


„Die drei ???“:
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Ich kenne kaum jemanden in meinem Alter (dieses Jahr kam bei mir die „böse 3“ nach vorne...), der noch nichts von den „drei ???“ gehört hat. Gemeinsam mit „TKKG“ dürfte es wohl die landläufig bekannteste Jugend-Krimiserie überhaupt sein. Trotzdem will ich noch einige wenige Worte zu den drei Detektive verlieren, für den Fall, dass jemand so rein gar nichts mit ihnen anfangen kann.

An erster Stelle ist da Justus Jonas zu nennen, sozusagen das „Mastermind“ der drei. Sein messerscharfer Verstand und seine ausgeprägte Kombinationsgabe sind seine Markenzeichen. Zweiter Detektiv ist Peter Shaw, die Sportskanone unter den Jungs. Last but not least ist dann da noch Bob Andrews, der für Recherchen und Archiv verantwortlich zeichnet. Die drei ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen sehr gut und geben zusammen ein starkes Team ab.


Die Handlung:
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Die Detektive sind mit Mr. Prentice verabredet, einem netten älteren Mann. In dessen Wohnung angekommen, trägt er den Dreien sein Problem vor. In seiner Wohnung soll es spuken. Er ist sich sicher, mehrfach ungebetenen Besuch in seinen vier Wänden gehabt zu haben, und das obwohl es nahezu unmöglich sein soll, sich ohne sein Wissen Zutritt zu dem Apartment zu verschaffen. Zudem nimmt er seltsame Blitze wahr, für die es einfach keine Erklärung gibt.
Begegnen die „drei ???“ ihrem Auftraggeber zunächst noch mit Skepsis, so müssen sie diese Meinung schon bald revidieren, denn Justus selbst wird Zeuge dieser Blitze. Noch bevor sie dieses Ereignis näher untersuchen können, werden die Anwesenden durch lautstarken Tumult von draußen aufgeschreckt und begeben sich auf den Balkon des Prentice-Apratments. Sie können beobachten, wie eine nicht zu identifizierenden Gestalt aus einem gegenüberliegenden Haus flüchtet und von der schnell eingetroffenen Polizei trotz aller Bemühungen nicht gefasst werden kann.
Durch einen Telefonanruf stellt sich heraus, dass es sich um einen Diebstahl handelte, bei dem der Karpatenhund gestohlen wurde, ein äußerst kostbares Kunstwerk, welches im Besitz von Mr. Prentice war und sich in der Wohnung eines befreundeten Künstlers befand, aus welcher der Unbekannte es entwendete. Die Glasskulptur war von Prentice, der eine Art Mäzen des Künstlers war, selbst in Auftrag gegeben worden. Er will den Karpatenhund unbedingt zurückhaben, da es sich hier um ein unerstezliches Einzelstück handelt.
Justus und seine Freunde nehmen sich des Falles an und beginnen mit ihren Ermittlungen, die sich sehr turbulent gestalten und in deren Verlauf einige Überraschungen auf die drei warten. Sie treffen auf eine neugierige Hausverwalterin, einen in anderen Sphären schwebenden Esoteriker, einen phobiegeplagten Börsenmakler, werden zu Augenzeugen von Anschlägen und gehen (zum Teil) bei den Recherchen sogar selbst zu Boden...

Hier möchte ich mit der Beschreibung der Story aussetzen, wie immer bei Berichten dieser Art. Wen die Handlung interessiert, der möge sich das Hörspiel selbst anhören und herausfinden, wie es weitergeht.


Die Umsetzung:
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Auch wenn dies mein „erstes“ ???-Hörspiel ist, so möchte ich trotzdem ein großes Lob für die Auswahl der Sprecher loswerden. Ohne Ausnahme passen ihre Stimmen zu den dargestellten Charakteren und es gelingt ihnen, die spannende Handlung sehr authentisch „herüberzubringen“. So sollte es meiner Ansicht nach bei einem Hörspiel sein!
Gleichermaßen, wenn nicht sogar noch mehr, bin ich von den Geräuscheffekten angetan. Alles hört sich sehr realistisch an und man fühlt sich mittendrin im Geschehen. Auch hier kann ich also nur sagen: „Daumen hoch“.
Was mir persönlich nicht so besonders gefällt sind die Passagen mit Synthesizer-Musik, die in den Sprechpausen zu hören sind. Sicher, sie sind nicht unbedingt unpassend und teilweise Variationen der einleitenden „Titelmelodie“ (wenn man sie denn so nennen kann), aber irgendwie kann ich mich trotzdem nicht so recht damit anfreunden. Irgendwie erinnern mich diese Klänge an Fahrstuhlmusik oder die Untermalungen zu deutschen Spielfilmen der 70er. Nun ja, ist am Ende wohl alles Geschmackssache, und so wirklich störend ist die Musik dann doch nicht.


Das Fazit:
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Ein toll gemachtes Hörspiel mit sehr guten Sprechern, welches von der ersten bis zur letzten Minute spannende Unterhaltung bietet – so würde sich mein Urteil wohl in einem Satz anhören, wenn da nicht doch noch der ein oder andere Kritikpunkt meinerseits wäre.

An erster Stelle möchte ich da die „Geschichte“ des Karpatenhunds nennen. Die Legende um denselben wird ausführlich dargelegt, ist aber irgendwie kein „Teil der Story“. Ich meine, die Figur des Hundes (auch in Zusammenhang mit dem schön gestalteten Cover) und die Legende um ihn suggerieren schon eine Erwartungshaltung beim Hörer, die in Richtung Grusel geht, zumindest für mein empfinden. Solche Elemente werden hier aber komplett ausgeklammert, diese Folge hat nicht einen Hauch von Gruseltouch. Ich denke, aus der Geschichte um den Hund hätte man mehr machen können. So bleibt er halt das „Diebesgut“, das aber genauso gut hätte eine Glasvase oder etwas in der Richtung sein können. Mir fehlt da irgendwo die tiefergehende Einbindung der Karpatenhund-Geschichte in die Story.
Ein anderer Punkt ist die Auflösung des Geheimnisses der seltsamen Blitze in der Prentice-Wohnung. Ganz zufällig laufen „Die drei ???“ am Ende dem Urheber dieser Blitze über den Weg, der ihnen sofort sein „Geständnis“ aufdrängt. Das wirkt auf mich ein bisschen lieblos gestaltet, als ob man noch schnell alles aufklären wollte, um zum Ende zu kommen. Ich denke hier hat man es sich etwas zu einfach gemacht, da wäre eine etwas tiefergehende Ausgestaltung der Aufklärung wünschenswert gewesen.

Diese Kritikpunkte sollen aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, daß ich – wie schon einleitend zum Fazit gesagt – dieses Hörspiel für absolut gelungen und empfehlenswert halte! Es hat eine schlüssige Story, die in sich logisch aufgebaut ist und ebenso aufgelöst wird. Besonders erwähnenswert ist hier auch der hohe Actionfaktor, der keinerlei Langeweile aufkommen läßt. Die rasante Handlung und die überraschenden Wendungen lassen „Die drei ??? und der Karpatenhund“ zu einem kurzweiligen Hörvergnügen werden, bei dem für jeden etwas dabei ist.

Die Empfehlung spreche ich also aus, vergebe aufgrund der genannten Kritikpunkte allerdings nur 4 von 5 Sternen.


Die „technischen Details“:
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„Die drei ??? und der Karpatenhund“ (Folge 3)
Europa (BMG Ariola Miller GmbH)
1 CD, ca. 45 Minuten
ASIN: B00005Q4X1
Preis (CD): 6,99 Euro (bei amazon.de)

Sprecher:

Hitchcock, Erzähler: Peter Pasetti
Justus Jonas, Erster Detektiv: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv: Jens Wawrczek
Bob Andrews, Recherchen und Archiv: Andreas Fröhlich
Mr. Prentice: Hans Hessling
Niedland: Gerlach Fiedler
Pfarrer: Ernst von Klipstein
Mrs. Boogle: Katharina Brauren
Sonny Elmquist: Philip Kunzmann
Mr. Murphy: Karl-Ulrich Meves
Miss Chalmers: Pamela Punti
Mr. Hassel: Rolf Hundertwasser
Polizist: Rolf Mamero

Buch: H.G. Francis
Regie: Heikedine Körting
Musik: B. Brac / B. George
Künstlerische Gesamtleitung: Dr. Beurmann
Cover Design: Aiga Rasch

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P.S.: Dieser Bericht wurde von mir auch bei ciao veröffentlicht, hier bei yopi erscheint er in leicht verkürzter Form, zudem wurde die Überschrift abgeändert.

P.P.S.: Seitenzahl bei einem Hörbuch??? Lustige Produktdetails gibts also auch bei yopi...?!?!

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