Die letzte Festung (VHS) Testbericht

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ab 9,95
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Erfahrungsbericht von Gering

Vor allem der Darsteller wegen sehenswert

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Gefängnisfilme gibt es deren viele. Gefängnisfilme aus den USA auch. Und Gefängnisfilme aus den USA mit dem den amerikanischen Filmemachern typischen Pathos gibt es auch eine ganz Menge.
Insoweit könnte man den Film „Die letzte Festung“ als einen Film bezeichnen, der in der Masse der USA Gefängnisfilmen untergehen würde und somit auch der Bewertung kaum lohnen mag, wenn, ja wenn er eben nicht besser gemacht wäre als so viele vor ihm . Und das trotz des – wie genannt – typischen amerikanischen Pathos und Flaggenschwüren.

Aber vielleicht einmal Details zum Film


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Inhalt:
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Eugene Irwin (Robert Redfort), General der Kommandotruppen der amerikanischen Marines, hat sich in den Jahren seines Dienstes viele Freunde gemacht, hunderten Männer das Leben gerettet und Erfurcht des Gegners erkämpft. Und trotz dieser taten und trotz der hohen Auszeichnungen und trotz der Tatsache, dass er bei der kämpfenden Truppe eine lebende Legende ist, bringt ihn die Verweigerung eines Befehles des Präsidenten der vereinigten Staaten, aus dem sich heraus der Tod von acht amerikanischen Soldaten ergab, ins Militärgefängnis.
Das Militärgefängnis, in das er nach seiner Verurteilung eingeliefert wird, wird von einem scheinbar kameradschaftlich gesinnten Gefängnis – Oberst namens Winter (James Gandolfini) geführt, der Irwin persönlich begrüßt.
Irwin, wie könnte es anders sein, hat zuvor und später nochmals alle Hilfeangebote abgelehnt, seine Gefängnisstrafe politisch abzubiegen, was durchaus möglich gewesen wäre. Irwin, Führerpersönlichkeit durch und durch und ein Mann der Ehre (!!!!),lehnt freilich sämtliche dieser Angebote ab.
Er hat einen Fehler gemacht, den 8 seiner Untergebenen mit dem Leben bezahlen mussten und so will er seine Strafe absitzen.
Die Insassen des Gefängnisses schließen derweil Wetten darauf ab, wie lange der Neue braucht, um sich selbst umzubringen.
Der scheinbare angenehme Gefängnisalltag entpuppt sich aber relativ schnell als eine grausam perverse Konstruktion des Gefängnisdirektors. Entehrende Strafen und auch das gezielte Töten von Insassen gehören ebenfalls dazu. Dazu lässt der Direktor seinen auf den Türmen postierten Scharfschützen gezielt mit Gummigeschossen auf die Köpfe der Insassen schießen, was diese nicht überleben können.
Strafen gibt es für den militärischen Gruß der Häftlinge untereinander usw.usf.
Irwin, der eigentlich seine Zeit einfach nur absitzen wollte, wird durch die Grausamkeit und sein Ehrgefühl dazu gezwungen, die Führung der Insassen zu übernehmen und einen Feldzug gegen den Direktor zu planen, mit dem Ziel, diesen des Amtes zu entheben.
Und zwar alles nach Militärstrafordnung……
Das die Stars and Stripes dabei eine wichtige Rolle spielen, dürfte niemanden verwundern…..

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MEINUNG
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Zunächst einmal zu den Aspekten, die vielen Europäern sehr fremd sind oder aber die hier oft auf wenig Gegenliebe stoßen. Dazu zählen in diesem Film das sicherlich übertrieben dargestellt Ehrgefühl Irwins, dass stellvertretend für die Einstellung des amerikanischen Offizierskorps stehen soll, sicherlich aber, wie immer in solchen Fällen, in der Wirklichkeit ein wenig anders aussieht. Eine Prototypdarstellung, die eher Wunsch denn Realität ist. Aber auch das kennt man aus vielen Filmen aus den USA. Die Ehre ist der Motor des Films: Sie hat Irwin zur Befehlsverweigerung geführt, sie hat ihn dazu gebracht, seine Strafe abzusitzen bzw. anzutreten, obwohl er es nicht hätte tun müssen, und sie zwingt ihn dazu, die Schwachen – hier die Insassen des Militärgefängnisses als Opfer des perversen Obersten – zu unterstützen, zu führen, für ihre Rechte zu kämpfen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Idealtypisch als Bild des amerikanischen Militärs interpretiert, steht das zum einen für den Charakter der Soldaten, und natürlich auch für die Selbstreinigung der hehren und (fast immer) integren Institution.
Ähnliche Gesellschaftsbilder transportieren Filme wie „Der Patriot“ oder aber „Der Soldat James Ryan“ und andere neuere Militärfilme herüber.
Dass man diese Charaktereigenschaften der Gesellschaft der USA auch ganz anders sehen kann, wird jeder nachverfolgen können, der sich ein wenig über die Zeitgeschichte informiert, in der die älteste Demokratie der Welt außenpolitisch zumindest demokratieunfähig ist, ja weltpolitisch aristokratisch – diktatorisch auf der Durchsetzung des eigenen, politischen Willens besteht – der nicht unbedingt auch der der amerikanischen Öffentlichkeit sein muss.
Und dass die Kriege und die Soldaten der Amerikaner nicht unbedingt sich dem Ehrenkodex des Filmes verschrieben haben bzw. der Film eher als Werbefilm in dieser Hinsicht zu sehen ist denn als kritische Analyse des Militärs als solche, zeigen die Gewalt- und Kriegsverbrechen amerikanischer Truppen im (noch ersten) Golfkrieg und auch in Afghanistan.
VERLOGEN, könnte man als Nichtamerikaner den Pathos nennen, realitätsverzerrt könnte das ein kritisch eingestellter amerikanische Staatsbürger
Würde der Film aber nur diesen amerikanischen Pathos transportieren, ich hätte mir die Mühe, darüber eine Meinung zu schreiben, nicht gemacht.

Der Film erhält vor allem Spannung und Farbe durch die beiden Hauptdarsteller Robert Redford und James Gandolfini als Kontrahenten, bei denen der einen in der Wahl der Waffen in diesem Konflikt nicht gerade zimperlich ist, während der andere eher versucht, seinen Gegner psychologisch anzugreifen und zu diskreditieren.
Redfort als General bleibt dabei die ganze Zeit über der ruhende Pol der Handlung: Sicher und überlegt, aus dem Bewusstsein der geistigen Überlegenheit heraus plant er als Irwin seinen Feldzug – und zwar überzeugend.
Dabei bewiest Redford die für ihn sprichwörtliche Routine: Er verkörpert die Rolle schlicht weg, er spielt sie nicht nur. Und durch seine überzeugend ruhige Art verkörpert er dann doch mehr als nur Pathos: Nämlich die nicht urtypische amerikanische Charaktereigenschaft, zwischen falsch und richtig unterscheiden zu können und Position zu beziehen.
Gandolfini wiederum inszeniert den oberflächlich kumpelhaften, hinter der Fassade aber bösartigen und durchtriebenen, von Geltungssucht zerfressenen Direktor ebenfalls so überzeugend und glaubwürdig, dass aus dem Gespann Redford Gandolfini eben nicht nur eine reine Pathosglosse wird, sondern gute, ernste Kinounterhaltung, die es sich lohnt anzusehen.
Aber wie gesagt, als Warnung noch einmal hervorgehoben: Wer den Pathos nicht verträgt, die Vergötterung amerikanischer Soldatentugenden, sollte diesen Film meiden.

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Daten zum Film
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The Last Castle, USA 2001
Deutscher Titel: Die letzte Festung
Laufzeit 126 Minuten (VHS Kassette)
Regie: Rod Lurie
Hauptdarsteller: s.o.

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