Die letzte Festung (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von dreamweb

Sehenswerter Gefängnis-Militär Film auf DVD

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die letzte Festung habe ich mir letzte Woche in der Videothek auf DVD ausgeliehen. Obwohl ich normalerweise nicht für Gefängnisfilme bin, hörte sich hier doch alles interessant an. Hier meine Meinung zu der DVD, die im August 2002 herausgekommen ist.


INHALT

Eugene Irwin (Robert Redford) hat einen folgenschweren Fehler begangen, für den 8 Menschen ums Leben kamen. Daher lässt sich der hochdekorierte US Army-General auch ohne Widerspruch zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilen. Er möchte nur die Zeit absitzen und sich danach seiner Familie widmen, die er vorher vernachlässigt hatte. Seine Familie, das sind seine jetzt schon erwachsene Tochter, die ihrem Vater fremd geworden ist und sein 6jähriger Enkel, den er noch nie zu Gesicht bekommen hat.

Aber schon bei seiner Einlieferung bemerkt Irvin, dass hier nicht alles so zugeht, wie es in einem Gefängnis ablaufen sollte. Denn der Gefängnisleiter Colonel Winter (James Gandolfini) hat sehr eigene Vorstellungen von der Disziplin in einem Gefängnis und wie er diese aufrecht erhält. Und als Colonel Winter bei der ersten Begegnung mit Irvin bemerkt, dass dieser auch nicht sehr viel von seiner Kriegswaffensammlung hält, ist auch Irvin bei ihm durchgefallen. Der sehr erfahrene General, der sechs Jahre lang unter schwerster Folter in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft war hält nicht sehr viel von Menschen, die sich nur \"spielerisch\" mit Kriegswaffen beschäftigen. Und das nimmt ihm der Gefängnisleiter übel.

Weiterhin gefällt es Winter nicht, dass Irvin im Gefängnis sehr viele Anhänger hat. Denn eingen der Männer oder Vätern dieser Männer hat der General durch sein mutiges Verhalten im Krieg das Leben geretter. Und so kommt es schon kurze Zeit nach Irvins Einlieferung zu einer verhängisvollen Tat, in der ein junger Mitgefangener durch gezielte Gummigeschosse auf den Kopf ums Leben kommt. Und wie Irvin erfährt, ist das nicht der erste Strafgefangene, der durch so ein Geschoss hier bewußt umgebracht wurde. Zudem versucht Winter hier alles, um den Gefangenen den Rest Menschlichkeit auszutreiben. Für ihn sind alle hier der letzte Abschaum und das zeigt er in allen seinen Handlungsweisen. Und so passt es ihm nicht, dass Irvin versucht, seinen Mitgefangen zu zeigen und vorzuleben, dass man auch hier ein Mensch ist, der zwar ein Verbrecher ist, aber durchaus auch Rechte hat. Und der seine Hoffnung nicht aufgeben soll. Únd als auch ein höherer General Irvin nicht helfen kann, Colonel Winter das Handwerk zu legen, beschließt dieser nach einer weiteren unmenschlichen Handlung des Gefängnisleiters, sich und den Männern sebst zu helfen. Und das geht nur durch eine Revolte, eine Festungseinnahme. Denn das Gefängnis ist auch auf eine Art eine Festung. Nur soll diese Festung in diesem Falle verhindern, dass Menschen ausbrechen. Und da ein Gefängnisleiter abgesetzt wird, wenn er die Kontrolle über ein Gefängnis verliert, versuchen die Gefangen auf diese Weise Winter loszuwerden. Aber das ist einfacher gesagt als getan....


MEINUNG ZUM FILM

Die letzte Festung ist ein Film, der über einen normalen Gefängnisfilm herausgeht. Es ist ein Film, in dem es um Patriotismus und um Heldenverehrung geht. Aber es ist auch ein nachdenklich stimmender Film, in dem es um die Menschlichkeit geht. Letztes ist zwar nichts neues, denn es gibt schon sehr viele Gefängnisfilme, in denen machtbesessene Gefängnisdirektoren den Häftlingen das Leben schwer machen. Aber noch in keinem Film hat es mich so beeindruckt wie in \"Die letzte Festung\".

Am herausragendsten ist hier Robert Redford. Dieser Mann schafft es mit seiner Art, das er sehr sympatisch wirkt, auch wenn er zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Man glaubt Robert Redford hier den Typ Menschen, den er spielt. Und zumindestens ich habe auch am Schluss geheult, als der Film nicht ganz so ausging, wie ich es mir erhoffte. Ich weiß, dass das ein wesentliches Detail ist, aber ich bin der Ansicht, dass man ruhig wissen sollte, ob man mit einem tollen Happy End rechnen kann oder nicht. Und ein absolutes Happy End hat man hier nicht.

Sehr interesant aber auch wohl Geschmackssache ist hier auch die Betonung auf das Soldatische, das ich eben mit Patriotismus und Heroismus beschrieben habe. Denn trotz seiner Verurteilung hier ist und bleibt Eugene Irvin hier ein Mensch mit hochmoralischer Einstellung und er ist unbestritten ein Kriegsheld. Zudem noch einer, der nicht verehrt werden möchte. Und das macht den Mann wohl so sympatisch. Dagegen steht auf der anderen Seite der Gefängnisdirektor, der sich seinen Kriegswaffenspielereiein bzw. der Sammlung widmet und dem gefolterten General das Ansehen neidet, das sich dieser wohl durch harte Leistung verdient hat. Der Film wird so zu einer Art Machtkampf zwischen dem machtgierigen und menschenverachtenden Gefängnisdirektor und dem verdienten General, der alles tun würde, um Menschlichkeit zu zeigen.

Den anderen sehr guten Teil macht hier der Eroberungskampf der Festung bzw. des Gefängnisses aus. Denn was man anfangs nicht glauben kann, wird hier auch verwirklicht. Die Gefangenen wollen das Gefängnis erobern, nur um sich dann zu ergeben und den Gefängnisdirektor abzusetzen. Ob das realistisch ist, wage ich zu bezweifeln. Denn hier wird doch zu sehr der Heroismus hervorgehoben. Man geht nach der Devise aus, klar machen auch Soldaten fehler. Einige sind sogar verurteilte Verbrecher. Aber sie sind immer noch Soldaten, und daher wohl besser als andere Menschen. Dieser Eindruck entstand zumindestens bei mir.

Trotzdem fand ich den Film die letzte Festung sehr gelungen. Aber ich denke mir, dass das damit zusammenhängt, wie glaubwürdig oft alles durch den Hauptdarsteller ist. Und Robert Redford fand ich sehr glaubhaft. Mit einem anderen Schauspieler hätte alles auch ein Flop werden können. Aber so fiebert man mit Irvin mit und hofft, dass dieser Mensch sein Ziel erreicht. Und das ist kein persönlicher Vorteil, sondern nur eine Ungerechtigkeit zu beheben. Und dabei setzt dieser Mann auch bewußt sein eigenes Leben ein.

Insgesamt fand ich die schauspielerische Leistung in dem Film sehr gut. Man wußte bis kurz vor dem Schluss nicht, wie sich einige der Mitinsassen verhalten würden. Denn nicht jeder wollte an einem Aufstand teilnehmen und damit seine Gefängniszeit verlängern oder dabei ums Leben können. Was sich hier logisch anhört, gilt in dem Film als Ausnahme, aber das fällt auch wieder unter den von mir kritisierten heroisaspekt. Man könnte den Film auch durchaus als Werbung für das Militär ansehen, so stark ist das schon ausgeprägt.

Wer meint, bei einem Gefängnisfilm gibt es kaum Effekte, der hat sich hier getäuscht. Die letzte Festung ist ein Film, in dem es sehr viele und auch gute Effekte gibt, das allerdings hauptsächlich im Teil der Revolte. Ansonsten ist es aber ein Film, der auf Menschlichkeit basiert und mich hier durchaus auch beeindruckt hat.

Insgesamt hat man bei Die letzte Festung einen Film vorliegen, den man schon als Kriegsfilm bezeichnen kann. Denn obwohl alles in einem Gefängnis abläuft, wird hier auch sehr viel auf die Kriegsgefangenschaft und auch die Kriegskunst (so heißt es ja) eingegangen. Und auch das, was ich hier mit Revolte betitle, ist schon Kriegsführung. Denn der General lässt hier all seine Erfahrung und sein Können einfließen. Und auch die Gefangenen benehmen sich wie Soldaten und nicht wie normale Gefängnisinsassen. Und in all dem sieht man dann als Krönung den Kampf um die Festung, der sehr militärisch wirkt, auch wenn die Insassen nun nicht gerade optimale Mittel für einen Sieg haben. Ich fand den Film sehr interessant und auch spannend.


MEINUNG ZUR DVD

Die DVD finde ich für einen Actionfilm doch sehr gut ausgestattet. So kann man sich den Film in Deutsch, Englisch und Französisch in Dolby Digital ansehen. In Englisch steht auch Dolby 2.0 zur Verfügung. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, sich die letzte Festung mit dem Originalkommentar des Regisseurs anzusehen. Die Bildqualität ist mit PAL wieder einwandfrei und ohne jedwege Störungen. Der Ton ist lobenswert, denn das Dolby Digital 5.1 wurde hier optimal eingesetzt. Man fühlt sich hier in vielen Szenen mittendrin, was besonders interesssant in den Kampfszenen ist. Gut gefallen hat mir hier auch das 16:9 Bildformat, das bei meinem Breitbildfernseher ja optimal ist.

Neben dem Audiokommentar gibt es aber noch zwei weitere Specials:

1. Hinter den Kulissen: Leider ist ds kein Making Off sondern eher eine Reklame für den Film. Sehr gut finde ich aber dabei, dass hier seitens Regisseurs und den beiden Hauptdarstellern deren Gedanken zum Film klar gemacht werden.

Unveröffentlichte Szenen: In 14 Minuten werden hier gelöschte Szenen gezeigt. Diese kann man sich nach einer seperaten Auswahl mit oder ohne Audio-Kommentar ansehen.


DATEN


Titel: Die letzte Festung
Veröffentlichung: 22.08.2002
Original: The Last Castle
Studio: 20th Century Fox/Dreamworks (2001)
Anbieter: Universal Pictures Video (2002)
Laufzeit: 125:44 min.
Regie: Rod Lurie
Darsteller: Robert Redford, James Gandolfini u.a.
DVD-Typ: DVD-9
TV-Norm: PAL
Bildformat : 2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle
1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
2. Englisch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)
3. Französisch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
4. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (384 kbps)
5. Audio-Kommentar Rod Lurie (192 kbps)

Untertitel: diverse
Regionalcode: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Neupreis bei Amazon: 24,99 Euro


FAZIT

Die letzte Festung ist ein Gefängnisfilm mit militärischem Einschlag. Es ist ein Film, der ziemlich heroisch aufgebaut ist, aber der durch den sehr gut spielenden Robert Redford doch wieder mein Gefallen gefunden hat. Man hat hier sehr viele menschliche Szenen aber auch viel strategische Planung und einen sehr harten Kampf um das Gefängnis als Inhalt. Mir hat die letzte Festung sehr gut gefallen, ich würde mir den Film auch kaufen. Aber 24,99 Euro halte ich dafür zu teuer. Die DVD ist schon von der Qualität her lohnenswert.


Ich hoffe, Dir hat der Beitrag gefallen

Liebe Grüße - Miara

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