Dreizehn (DVD) Testbericht

ab 4,39
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Erfahrungsbericht von DukeNukem

Ein sehr schweres Alter

Pro:

geniale Dialoge, sehr gute Schauspieler, exzellente Kameraführung

Kontra:

etwas unrealistisch

Empfehlung:

Ja

Achtung! Dieser Film ist nichts für Eltern, die ebenfalls in derselben Situation sind wie Filmmutter Holly Hunter, und eine 13-jährige Tochter haben, die eine etwas unangenehme Verwandlung durchmacht.
Viele Eltern haben es immer gewusst und hier ist der Beweis: Falsche Freunde können aus einem ansonst braven Mädchen ein stehlendes, drogennehmendes und sexsüchtiges Girlie machen. Hört sich für viele vielleicht gar nicht so schlecht an, wenn sie dabei aber nicht auch negativ anderen Gegenüber wäre, ihrer Mutter zum Beispiel.

In diesem Film geht es nämlich um die 13-Jährige Tracy, gespielt von Evan Rachel Wood, die in eine neue Schule kommt und dort von Anfang an gleich beliebt sein möchte. Leider geht dies aber leider nicht, da sie nämlich eine etwas spießige Freundin hat und auch sonst passt alles an ihr überhaupt nicht, was denn so einen Schulstar ausmacht: Ihre Haare sind nicht in Ordnung und von ihrer Kleidung möchte sie lieber erst gar nicht anfangen zu sprechen.
Tracy möchte viel lieber coole Freundinnen haben, die sich auch schick stylen, schminken und anziehen. Freundinnen, die einfach mit beiden Beinen voll und ganz im Leben stecken.
Einfacher ausgedrückt: Tracy wäre gerne so wie die Teen-Queen Evie, gespielt von Nikki Reed. Sie ist nämlich die beliebteste Person an der Schule. Tracy würde sich sehr freuen, wenn sie zu ihren persönlichen Freunden zählen würde.
So wie es aussieht, könnte dies auch schon so bald wie möglich passieren, denn eines Tages macht Tracy Evie nämlich ein Kompliment, woraufhin Tracy von Evie zu einem Shopping-Trip eingeladen wird. Warum sie Tracy jetzt eigentlich dazu eingeladen hat, hab ich bis heute noch nicht herausgefunden, denn normalerweise geben sich solche Leute niemals mit „Normalos“ ab, so wie Tracy einer ist.
Wie dem auch sei, sie wurde also eingeladen und lässt sich dies natürlich nicht zweimal sagen und geht prompt shoppen mit Evie und ihrer Freundin. Leider merkt man sehr schnell, dass für Tracy irgendwie alles schief läuft. Kaum sagt sie nämlich irgendeinen Satz, wird sie auch sofort von den beiden ausgelacht.
Dann, plötzlich, passiert es: Evie und ihre Freundin klauen ein paar Klamotten. Tracy, sehr verschreckt von dieser Aktion, haut sehr schnell von diesem Laden ab und setzt sich auf eine Bank, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet.
Eine ältere Frau setzt sich neben Tracy. Sie sucht etwas verzweifelt in ihren Taschen und lässt dabei ihre Geldbörse auf der Bank liegen. Tracy sieht rüber zu der Frau und beobachtet dabei haargenau, wie aus der Geldbörse einige Dollarscheine rausschauen.
Urplötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, verschwinden die Geldscheine aus der Brieftasche der Frau und landen in Tracys Händen. Diese Eroberung muss sie sofort Evie und ihrer Freundin zeigen und so wie es aussieht, geht die Rechnung auf: Von diesem Moment an werden Tracy und Evie die besten Freundinnen. Einige Filmminuten später zieht Evie sogar bei Tracy ein und wir erleben 96 Filmminuten lang den Abstieg eines ansonsten braven Mädchens zu einem „Bad Girl“.

Meinung einiger Kritiker: „Ein Film, der ohne Umwege in die Knochen fährt“. Meine Meinung: Ja, dieser Satz trifft auf jeden Fall voll und ganz zu. Einige Kritiker haben aber auch gemeint, dass dieser Film die Wahrheit zeigt, wie sich heutzutage 13-Jährige Mädchen im wirklichen Leben verhalten. Wie bitte? Dies stimmt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Ok, es gibt schon Mädchen, die Alkohol trinken, rauchen und vielleicht auch klauen, aber auf keinem Fall in diesem Ausmaß.
Beim Alkohol trinken stimme ich auf jeden Fall zu, denn da fangen die jungen Leute schon viel zu früh an, und können dann meistens leider nicht mehr aufhören. Mit dem Rauchen fangen die meisten auch schon sehr früh an, aber das ist eigentlich nicht schlimm, auch wenn ich selbst Nichtraucher bin. Mir macht es nichts aus, wenn andere in meiner Gegenwart rauchen, sei es jetzt Jugendliche oder etwas ältere Menschen.
Das mit dem Stehlen ist auch wieder so eine Sache. Klar, einige junge Mädchen klauen vielleicht schon ab und zu, aber da sind es nur kleine Sachen wie, was weiß ich, Kaugummis zum Beispiel, aber auf keinen Fall, wie in diesem Fall dargestellt, ganze Kleiderschränke oder Geld. Niemals.
Was aber auch für die Glaubwürdigkeit des Films spricht, ist die Tatsache, dass die meisten 13-Jährigen nur durch falsche Freunde zur schiefen Bahn geraten.
Was sich absolut übertrieben finde ist die ganze Sexsucht der Mädchen. Also da hab ich mir gedacht: „Krasser und härter geht’s wirklich nimmer!“.

Ich hoffe, ihr habt jetzt verstanden, warum ich diesen Film eigentlich nicht so sehr für glaubwürdig halte. Ja sicher, einige Szenen sind leider auch in der Wirklichkeit zu finden, wie zum Beispiel die Szenen mit der Mutter, die immer von ihrer Tochter angeschrien und böse behandelt wird.
Das Tracys Freundin Evie so ein böses Mädchen ist, hat einen einfachen Grund, und zwar ihre Familie. Ihre Mutter kümmert sich nämlich kaum um sie. Kein Wunder, da muss man doch irgendwann einmal auf die schiefe Bahn geraten. Auch die Sache mit Tracys Familie ist aus dem wirklichen Leben gegriffen. Ich meine die Sache mit dem getrennten Vater und dem erzwungenen Stiefvater. Viele Jugendliche haben doch leider heutzutage geschiedene Eltern oder überhaupt Eltern, die sich überhaupt nicht um ihre Kinder kümmern wollen.

Auch wenn ich jetzt mehr negative Sachen aufgezählt habe, als positive, was die Realität angeht, kann ich diesen Film aber trotzdem auf jeden Fall empfehlen.
Trotz der Unglaubwürdigkeit auf die reale Welt hat der Film starke Darsteller, absolut brillante Dialoge und eine exzellente Kameraführung. Übrigens: Das Drehbuch stammt nicht nur von der Regisseurin Catherine Hardwicke selbst, sondern auch von Nikki Reed, die in diesem Film die Teen-Queen Evie spielt. Echt geniales Drehbuch.

Für die Regie dieses Filmes zeichnet sich die Newcomerin Catherine Hardwicke verantwortlich. Newcomerin deshalb, weil dies ihr Regiedebüt ist. Ich bin mir ganz sicher, dass sie es mit diesem Film geschafft hat, sich unter die Top-Regisseure Hollywoods zu mischen. Sie kann meiner Meinung nach ruhig Werbung für ihr Können mit diesem Film machen und sie wird auch meiner Meinung nach auch weiterhin absolut geniale Dramen auf die Leinwand zaubern. Als nächstes, hab ich gelesen, dreht sie übrigens ein Drama mit dem Namen „The Lords of Dogtown“, ein Film den eigentlich David Fincher hätte machen sollen, stattdessen tritt er bei Lords nur mehr als Produzent auf.
Bei „The Lords of Dogtown“ handelt es sich um ein Skaterdrama, das heißt, dass es viele Gelegenheiten für exzellente Kamerafahrten geben wird. Von Kameraführung hat Catherine Hardwicke auf jeden Fall Ahnung, da sie nämlich bei „Dreizehn“ eine exzellente Kameraführung gezeigt hat.
Das geniale an „Dreizehn“ ist und bleibt meiner Meinung nach die Kamera. Statt den Film mit handelsüblichen Filmkamera zu drehen, wurde er, im Stil von „Blair Witch Project“, mit ganz normalen Handkameras gedreht, wie man sie auch in einem normalen Geschäft kaufen kann. Dies macht meiner Meinung nach, den Film noch intensiver und persönlicher.

Was wäre aber eine gute Regie und Kameraführung ohne gute Darsteller und auch die passen echt perfekt in diesen Film. Hier wurde ein exzellentes Casting durchgeführt. Alle Darsteller passen perfekt in den Film und niemand stört oder ist unnötig.

Beginnen wir zunächst einmal mit den drei Hauptrollen und fangen dabei mit der stärksten an, nämlich mit Holly Hunter, die in diesem Film Tracys Mutter spielt.
Jetzt hatte auch Holly Hunter ihre Chance bekommen, große Emotionen zu zeigen. Für ihre Darstellung wurde sie ja auch mit einem Oscar nominiert, den sie leider nicht bekommen hat, obwohl er absolut verdient gewesen wäre. Man kauft ihr einfach die Mutter ab und man hat kein einziges Mal die Meinung, dass sie die Rolle hätte nicht spielen sollen.
Genauso ist es auch bei Tracy, gespielt von Evan Rachel Wood, die früher nicht so bekannt war, aber spätestens nach diesen Film sollte sie jeder kennen. Auch sie hat ein absolutes Können für vorgetäuschte Emotionen.
Die dritte Hauptrolle wird gespielt von der Schauspielerin und Autorin Nikki Reed. Ihr ist meiner Meinung nach eine perfekte Balance zwischen bösem Mädchen und trauender Gestalt gelungen.
Die anderen Nebenrollen sollte man aber auch nicht missachten, wie zum Beispiel Tracys Vater oder ganz besonders Jeremy Sisto, der Tracys Stiefvater spielt. Jeremy Sisto war früher ebenfalls eher unbekannt, jetzt ist er aber ein viel geachteter Schauspieler, seit er eine Rolle in der US-Erfolgsserie „Six Feet Under – Gestorben wird immer“ übernahm. Von ihm werden wir sicher noch eine ganze Menge zu sehen bekommen.

Im Kino eher etwas untergegangen kann er jetzt seinen Siegeszug auf DVD führen. Leider ist diese aber nicht so gut gelungen.

Bild- und Tonqualität sind, wie eigentlich bei allen Standard-DVDs, perfekt.
Den Film kann man entweder in deutscher oder in englischer Sprache genießen, wobei letzteres wesentlich besser rüberkommt, was die Emotionen betrifft.
Untertitel gibt es nur drei: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Die Extras, dass Wichtigste bei einer DVD, sind eher etwas mau geraten, enthalten aber trotzdem interessante Sachen, wie zum Beispiel der Audiokommentar von Catherine Hardwicke, Nikki Reed, Evan Rachel Wood & Brady Corbet. Sehr informativ und unterhaltsam dieser Kommentar.
Weitere Extras sind unveröffentlichte Szenen, die, zu meiner Freude, auch auf die DVD gepresst wurden. Insgesamt sind es 10 Szenen, wenn man will, auch mit Audio-Kommentar der Regisseurin, die erklärt, warum jetzt die eine oder andere Szene der Schere zum Opfer fiel. Einige Szenen können sich dabei echt sehen lassen. Einige andere sind leider recht kurz geraten oder einfach nur langweilig, aber im Großen und Ganzen kann man froh über die unveröffentlichten Szenen sein.
Das Extra, welches nicht so gut gelungen ist, ist das Featurette „Making of Thriteen“. Sehr kurz geraten (ca. 5 – 10 Minuten) und enthält auch nur Lobgesänge auf Schauspieler, Regisseur und den Film selbst. Also das reinste Werbe-Featurette, wie man sie leider zuhauf auf vielen DVDs findet.j

Fazit: Obwohl der Film eher unrealistisch ist, kann ich ihn trotzdem empfehlen. Er zeigt die Arbeit einer der besten Drama-Regisseure überhaupt.
Dieser Film enthält einfach alles, was ein gutes Drama ausmacht: Sehr gut spielende Darsteller, ein ausgezeichnetes Drehbuch und als kleines Extra, eine exzellente Kameraführung. Unbedingt ansehen, es lohnt sich!

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