Dreizehn (DVD) Testbericht




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Erfahrungsbericht von Kuschelwuschel
Teenager haben es schwer, Eltern noch viel mehr
Pro:
realistisch, ganz gut umgesetzt, schockierend, ein Film zum Diskutieren
Kontra:
schockierend, hätte nicht alles ganz detailiert gezeigt werden müßen, ein klein wenig zu lang
Empfehlung:
Ja
Und wieder war ich in einer Preview, diesmal allerdings im Kino und nicht im Flugzeug! Diesmal habe ich die Preview von "Dreizehn" im Metropolis Kino in Frankfurt gesehen. Dieser Film ist am Donnerstag (13.11.2003) in den deutschen Kinos gestartet.
Allgemeines:
Dreizehn (Thirteen)
Drama
USA 2003
ca. 100 Minuten
Start: 13.11.2003
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Catherine Hardwicke
Darsteller: Holly Hunter, Evan Rachel Wood, Nikki Reed, Jeremy Sisto, Brady Corbet, Deborah Unger, Kip Pardue, Sarah Clarke, D. W. Moffett, Vanessa Anne Hudgens, Jenicka Carey Small, Tessa Ludwick
Drehbuch: Catherine Hardwicke, Nikki Reed
Kamera: Elliot Davis
Produzenten: Jeffrey Levy-Hinte, Michael B. London
Ausführende- / Koproduzenten: Rosemary Marks, Tim Bevan, Eric Fellner, Liza Chasin, Holly Hunter
Casting Jakki Fink, Shani Ginsberg
Musik: Mark Mothersbaugh
Schnitt: Nancy Richardson
Ton: Steve Morantz, Steve Weiss
Inhalt:
Die 13jährige Tracy (Evan Rachel Wood) wohnt mit ihrer alleinstehenden Mutter Melanie (Holly Hunter) und ihrem Bruder Mason (Brady Corbet) zusammen. Melanie hat nicht viel Geld für sich und ihre Kinder zur Verfügung, versucht aber daraus das beste zu machen. Tracy ist eine nettes, liebenswertes Mädchen, dass in der Schule gute Noten erhält und mit netten Freundinnen ihre Zeit verbringt.
Die Kids in ihrer Schule stehen allerdings eher auf Evie (Nikki Reed) und ihre Freundinnen, die viel cooler angezogen sind und sich auch so benehmen. Für Tracy übt diese Clique daher auch einen ungemeinen Reiz aus und sie versucht mit Evie in Kontakt zu kommen, diese findet sie aber viel zu niedlich und kindisch um sich mit ihr abzugeben.
Aufgrund der schlechten finanziellen Situation ihrer Familie kann Tracy eben nicht die coolen Klamotten aus den Boutiquen am Melrose Place (Los Angeles) kaufen. Allerdings machen die anderen dies auch nicht, die klauen nämlich die Sachen. Da Tracy sich nicht traut wird sie von den anderen Girls ausgelacht. Als sich kurz darauf die Gelegenheit ergibt, klaut Tracy einer Geschäftsfrau die Brieftasche und geht mit den anderen Einkaufen. Nun ist sie natürlich in die Clique mit aufgenommen. Jetzt hat Tracy auch tolle Klamotten und Evie hilft ihr auch bei anderen Dingen (Make Up usw.) und gewinnt immer mehr Einfluss über Tracy. Tracy findet dies natürlich toll, denn nun bewundern auch die anderen sie und auch die Jungs finden sie nun interessant. Je mehr sie sich allerdings mit Evie abgibt, desto mehr entfernt sie sich von ihrer Mutter, ihren früheren Freundinnen und der Schule.
Tracy fängt an zu rauchen, Alkohol zu trinken, an Kleber zu schnüffeln, aufreizende Klamotten (String Tangas usw.) zu tragen, sich heimlich Piercen zu lassen und mit Jungs rum zu machen. Evie ist da natürlich ein wahres Vorbild und Tracy probiert auch alles aus was Evie macht. Tracy knutscht Evie und hat die ersten sexuellen Erfahrungen mit einem Typ, Evie knutscht Tracy und macht mit ihrem Freund heimlich rum, Tracy und Evie schlagen sich vollgedröhnt und aus purem Spaß grün und blau. Evie die sich mittlerweile bei Tracys Mutter eingeschleimt hat, wohnt nun auch vorübergehend bei ihnen. Weiterhin verkauft sie Drogen, klaut Geld und verführt Jungs. Zusehends rutscht Tracy immer weiter in diesen Teufelskreis, mit ihrer Mutter streitet sie sich nur noch und das ehemals gut Verhältnis wird immer schlechter. Die schulischen Leistungen lassen außerdem auch immer stärker nach. Mit ihren früheren Freundinnen hat sie auch keinen Kontakt mehr.
Melanie die nur vage etwas mitbekommt bzw. es wohl auch nicht ganz wahr haben will, ist verzweifelt und weiß nicht mehr - wie sie ihrer Tochter helfen soll.
Wie es weitergeht müsst ihr schon selbst rausfinden *grins*
Gelingt es Melanie Tracy zu helfen? Kommt Tracy wieder aus diesem Teufelskreis raus? Oder ist der Einfluss von Evie und ihrer coolen Welt schon so groß, dass es kein entrinnen gibt?
Rollen:
Tracy - Evan Rachel Wood
Evie - Nikki Reed
Noel - Vanessa Anne Hudgens
Melanie - Holly Hunter
Mason - Brady Corbet
Rafa - Ulysses Estrada
Medina - Sarah Blakely-Cartwright
Astrid - Jenicka Carey Small
Birdie - Sarah Clarke
Kayla - Jasmine Salim
Yumi - Tessa Ludwick
Luke - Kip Pardue
Brady - Jeremy Sisto
Wissenschaftslehrer - Jamison Yang
Tattoo Artist - Frank Merino
Cynthia - Cynthia Ettinger
Javi - Charles Duckworth
Brooke - Deborah Unger
Travis - D. W. Moffett
Skanky guy - Steven Kozlowski
Rapper 1 - Javá Benson
Rapper 2 - Maurice "Mo" McRae
Englischlehrerin - Yasmine Delawari
Kuschelwuschel's Meinung und Fazit:
"Dreizehn" ist ein Problemfilm und zeigt einem die andere Seite des heranwachsen und hat nichts mit den schönen Schulleben der "American Pie" (und ähnlich anderer) Filme zu tun. In diesem Film wird der Drang um Anerkennung und Beachtung dargestellt, in diesem Fall von seinen Mitschülern. Auch der immer größer werdende Einfluss - möglichst cool und trendy zu sein, teure Klamotten zu tragen und nicht als Verlierer dazustehen - wird aufgezeigt. Tracy ist bereit dafür alles aufzugeben, ihre bisherigen Freundinnen, ihr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und ihre guten schulischen Leistungen. In diesem Alter zwischen nicht mehr Kind sein und noch nicht erwachsen sein, ist eben auch gerade der Einfluss von außen sehr groß und der Teenager mit am beeinflussbarsten.
Die Girls können nicht mehr unterscheiden was gut und anständig ist, so klauen sie, lügen, verkaufen Drogen, rauchen, kiffen, schnüffeln, trinken Alkohol und lassen sich auf gewagte sexuelle Erfahrungen ein. Auch wird verdeutlich wie schwer es ist als Eltern darauf zu reagieren und zu handeln, schließlich kann dies dem eigenen Kind doch nicht passieren. Auch die Hilflosigkeit von Schule und Lehrer wird deutlich. Andere Mitschüler, die dies alles cool finden und auch ihren Spaß daran haben, wenden sich dann aber ziemlich schnell von einem ab, sobald es eben nicht mehr passt und dann steht man plötzlich alleine da. Damit Evie nicht noch mehr ärger bekommt, verrät sie schließlich sogar ihre beste Freundin Tracy.
In "Dreizehn" gibt es keine Anleitung wie man so etwas verhindern kann, wie man richtig darauf reagieren kann - der Film erzählt relativ neutral wie schnell so etwas passieren kann und wie schwer der Weg für alle ist daraus zu kommen.
"Dreizehn" ist ein Drama, welches bedrückt und entsetzt, schließlich möchte man selbst nie in diese Situation kommen. Klar, davon hat man schon mal in der Zeitung gelesen oder davon gehört, aber das kann doch nicht mir/uns passieren. Ja, in dem Film trifft es vielleicht auch eine etwas andere gesellschaftliche Schicht und er spielt in Amerika, aber unmöglich ist dies hier ja auch nicht. Insofern schockiert der Film auch und regt zum Nachdenken an.
Kann ich den Film empfehlen? Ja - aber warum sollte man ihn sich im Kino ansehen!? Ich finde man sollte sich diesen Film eher zu Hause und vielleicht auch mit seinen Kindern in diesem Alter ansehen und anschließend darüber reden. Schließlich ist es anfangs ja auch cool, so zu sein wie Evie und Tracy. Damit es aber nicht so weit kommt, wäre es eben sinnvoll diesen Film wirklich gemeinsam zu besprechen. Vielleicht würde es auch Sinn machen so etwas in der Schule zu behandeln um vor so einer Entwicklung zu warnen. Also, fürs Kino nicht geeignet und eigentlich auch nicht um von Teenagern alleine gesehen zu werden.
Aufgrund dessen erwarte ich auch nicht, dass der Film ein großer Erfolg bei uns wird.
Für diesen Stoff muss man auch die rechte Muße haben, einige Leute haben die Vorstellung verlassen, weil er eben auch schockiert und es weder ein Film zum Spaß haben ist, noch ein Film mit tollen Actionszenen. Klar, warum gehen wir meistens ins Kino, um die Alltagssorgen zu vergessen, Spaß zu haben, sich beeindrucken zu lassen, Fantasy und Märchen zu sehen, aber eigentlich nie um tägliche Probleme vorgesetzt zu bekommen.
Von daher fällt mir die Bewertung recht schwer, denn es ist kein schlechter Film und eigentlich sehr positiv, dass es nicht immer tumbe, fäkal Filme oder stupide Actionstreifen sind. Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut. Oscarpreisträgerin Holly Hunter in der Rolle der liebenden, naiven und kämpfenden Mutter die eigentlich auch so genügend Probleme hat spielt diese wirklich gut und ich hätte sie auch anfangs fast nicht wieder erkannt. Auch die beiden Mädels Evan Rachel Wood und Nikki Reed überzeugend durchaus in ihren Rollen.
Erstaunlich auch, dass Nikki Reed (Evie) an dem Drehbuch mitschrieb, dass teilweise auch auf ihren eigenen Erfahrungen basiert.
Daher ist der Film auch recht authentisch, mutig, bedrückend und schockierend.
Der Nachteil liegt eher darin, dass es ein Film ist, den man sich (wie schon gesagt) eigentlich mit seinen Kids (im Teenager Alter) ansehen sollte um darüber zu reden. Dies kann man eben auch am besten zu Hause. Und ins Kino geht man halt doch meistens um sich unterhalten zu lassen und nicht mit Problemen dieser Art konfrontiert zu werden. Auch hat mich gestört, dass manche Dinge doch zu genau gezeigt werden, zum Beispiel das Schneiden mit einer Rasierklinge in die Pulsadern. Außerdem fand ich die Darstellung des Coolseins ausführlicher, als die eigentliche Thematisierung der Nachteile von Drogen, Klauen, Lügen und vor allem "falschen" Freunden (oder auch Umgang!). Auch die eigentliche Problembehandlung kam zu kurz. Daher hätte man den Film auf jeden Fall etwas kürzen können und auch etwas mehr wert auf das Ende legen sollen.
Empfehlenswert für die, die etwas zum Nachdenken möchten und keinen Film zum reinen Zeitvertreib suchen. Aber, im Kino muss man ihn nicht sehen. Übrigens bekam der Film das Prädikat: besonders wertvoll! Ohne noch mehr den Moralapostel zu spielen, hoffe ich doch, dass der Film eher eine Abschreckung für Jugendliche ist!
Für Leute die aus Zeitvertreib ins Kino möchten, empfehle ich "Findet Nemo".
Weitere Informationen über den Film könnt ihr euch auf der Homepage ansehen: http://www.dreizehn-derfilm.de/
Viel Spaß beim Nachdenken, wünscht euch Kuschelwuschel.
Allgemeines:
Dreizehn (Thirteen)
Drama
USA 2003
ca. 100 Minuten
Start: 13.11.2003
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Catherine Hardwicke
Darsteller: Holly Hunter, Evan Rachel Wood, Nikki Reed, Jeremy Sisto, Brady Corbet, Deborah Unger, Kip Pardue, Sarah Clarke, D. W. Moffett, Vanessa Anne Hudgens, Jenicka Carey Small, Tessa Ludwick
Drehbuch: Catherine Hardwicke, Nikki Reed
Kamera: Elliot Davis
Produzenten: Jeffrey Levy-Hinte, Michael B. London
Ausführende- / Koproduzenten: Rosemary Marks, Tim Bevan, Eric Fellner, Liza Chasin, Holly Hunter
Casting Jakki Fink, Shani Ginsberg
Musik: Mark Mothersbaugh
Schnitt: Nancy Richardson
Ton: Steve Morantz, Steve Weiss
Inhalt:
Die 13jährige Tracy (Evan Rachel Wood) wohnt mit ihrer alleinstehenden Mutter Melanie (Holly Hunter) und ihrem Bruder Mason (Brady Corbet) zusammen. Melanie hat nicht viel Geld für sich und ihre Kinder zur Verfügung, versucht aber daraus das beste zu machen. Tracy ist eine nettes, liebenswertes Mädchen, dass in der Schule gute Noten erhält und mit netten Freundinnen ihre Zeit verbringt.
Die Kids in ihrer Schule stehen allerdings eher auf Evie (Nikki Reed) und ihre Freundinnen, die viel cooler angezogen sind und sich auch so benehmen. Für Tracy übt diese Clique daher auch einen ungemeinen Reiz aus und sie versucht mit Evie in Kontakt zu kommen, diese findet sie aber viel zu niedlich und kindisch um sich mit ihr abzugeben.
Aufgrund der schlechten finanziellen Situation ihrer Familie kann Tracy eben nicht die coolen Klamotten aus den Boutiquen am Melrose Place (Los Angeles) kaufen. Allerdings machen die anderen dies auch nicht, die klauen nämlich die Sachen. Da Tracy sich nicht traut wird sie von den anderen Girls ausgelacht. Als sich kurz darauf die Gelegenheit ergibt, klaut Tracy einer Geschäftsfrau die Brieftasche und geht mit den anderen Einkaufen. Nun ist sie natürlich in die Clique mit aufgenommen. Jetzt hat Tracy auch tolle Klamotten und Evie hilft ihr auch bei anderen Dingen (Make Up usw.) und gewinnt immer mehr Einfluss über Tracy. Tracy findet dies natürlich toll, denn nun bewundern auch die anderen sie und auch die Jungs finden sie nun interessant. Je mehr sie sich allerdings mit Evie abgibt, desto mehr entfernt sie sich von ihrer Mutter, ihren früheren Freundinnen und der Schule.
Tracy fängt an zu rauchen, Alkohol zu trinken, an Kleber zu schnüffeln, aufreizende Klamotten (String Tangas usw.) zu tragen, sich heimlich Piercen zu lassen und mit Jungs rum zu machen. Evie ist da natürlich ein wahres Vorbild und Tracy probiert auch alles aus was Evie macht. Tracy knutscht Evie und hat die ersten sexuellen Erfahrungen mit einem Typ, Evie knutscht Tracy und macht mit ihrem Freund heimlich rum, Tracy und Evie schlagen sich vollgedröhnt und aus purem Spaß grün und blau. Evie die sich mittlerweile bei Tracys Mutter eingeschleimt hat, wohnt nun auch vorübergehend bei ihnen. Weiterhin verkauft sie Drogen, klaut Geld und verführt Jungs. Zusehends rutscht Tracy immer weiter in diesen Teufelskreis, mit ihrer Mutter streitet sie sich nur noch und das ehemals gut Verhältnis wird immer schlechter. Die schulischen Leistungen lassen außerdem auch immer stärker nach. Mit ihren früheren Freundinnen hat sie auch keinen Kontakt mehr.
Melanie die nur vage etwas mitbekommt bzw. es wohl auch nicht ganz wahr haben will, ist verzweifelt und weiß nicht mehr - wie sie ihrer Tochter helfen soll.
Wie es weitergeht müsst ihr schon selbst rausfinden *grins*
Gelingt es Melanie Tracy zu helfen? Kommt Tracy wieder aus diesem Teufelskreis raus? Oder ist der Einfluss von Evie und ihrer coolen Welt schon so groß, dass es kein entrinnen gibt?
Rollen:
Tracy - Evan Rachel Wood
Evie - Nikki Reed
Noel - Vanessa Anne Hudgens
Melanie - Holly Hunter
Mason - Brady Corbet
Rafa - Ulysses Estrada
Medina - Sarah Blakely-Cartwright
Astrid - Jenicka Carey Small
Birdie - Sarah Clarke
Kayla - Jasmine Salim
Yumi - Tessa Ludwick
Luke - Kip Pardue
Brady - Jeremy Sisto
Wissenschaftslehrer - Jamison Yang
Tattoo Artist - Frank Merino
Cynthia - Cynthia Ettinger
Javi - Charles Duckworth
Brooke - Deborah Unger
Travis - D. W. Moffett
Skanky guy - Steven Kozlowski
Rapper 1 - Javá Benson
Rapper 2 - Maurice "Mo" McRae
Englischlehrerin - Yasmine Delawari
Kuschelwuschel's Meinung und Fazit:
"Dreizehn" ist ein Problemfilm und zeigt einem die andere Seite des heranwachsen und hat nichts mit den schönen Schulleben der "American Pie" (und ähnlich anderer) Filme zu tun. In diesem Film wird der Drang um Anerkennung und Beachtung dargestellt, in diesem Fall von seinen Mitschülern. Auch der immer größer werdende Einfluss - möglichst cool und trendy zu sein, teure Klamotten zu tragen und nicht als Verlierer dazustehen - wird aufgezeigt. Tracy ist bereit dafür alles aufzugeben, ihre bisherigen Freundinnen, ihr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und ihre guten schulischen Leistungen. In diesem Alter zwischen nicht mehr Kind sein und noch nicht erwachsen sein, ist eben auch gerade der Einfluss von außen sehr groß und der Teenager mit am beeinflussbarsten.
Die Girls können nicht mehr unterscheiden was gut und anständig ist, so klauen sie, lügen, verkaufen Drogen, rauchen, kiffen, schnüffeln, trinken Alkohol und lassen sich auf gewagte sexuelle Erfahrungen ein. Auch wird verdeutlich wie schwer es ist als Eltern darauf zu reagieren und zu handeln, schließlich kann dies dem eigenen Kind doch nicht passieren. Auch die Hilflosigkeit von Schule und Lehrer wird deutlich. Andere Mitschüler, die dies alles cool finden und auch ihren Spaß daran haben, wenden sich dann aber ziemlich schnell von einem ab, sobald es eben nicht mehr passt und dann steht man plötzlich alleine da. Damit Evie nicht noch mehr ärger bekommt, verrät sie schließlich sogar ihre beste Freundin Tracy.
In "Dreizehn" gibt es keine Anleitung wie man so etwas verhindern kann, wie man richtig darauf reagieren kann - der Film erzählt relativ neutral wie schnell so etwas passieren kann und wie schwer der Weg für alle ist daraus zu kommen.
"Dreizehn" ist ein Drama, welches bedrückt und entsetzt, schließlich möchte man selbst nie in diese Situation kommen. Klar, davon hat man schon mal in der Zeitung gelesen oder davon gehört, aber das kann doch nicht mir/uns passieren. Ja, in dem Film trifft es vielleicht auch eine etwas andere gesellschaftliche Schicht und er spielt in Amerika, aber unmöglich ist dies hier ja auch nicht. Insofern schockiert der Film auch und regt zum Nachdenken an.
Kann ich den Film empfehlen? Ja - aber warum sollte man ihn sich im Kino ansehen!? Ich finde man sollte sich diesen Film eher zu Hause und vielleicht auch mit seinen Kindern in diesem Alter ansehen und anschließend darüber reden. Schließlich ist es anfangs ja auch cool, so zu sein wie Evie und Tracy. Damit es aber nicht so weit kommt, wäre es eben sinnvoll diesen Film wirklich gemeinsam zu besprechen. Vielleicht würde es auch Sinn machen so etwas in der Schule zu behandeln um vor so einer Entwicklung zu warnen. Also, fürs Kino nicht geeignet und eigentlich auch nicht um von Teenagern alleine gesehen zu werden.
Aufgrund dessen erwarte ich auch nicht, dass der Film ein großer Erfolg bei uns wird.
Für diesen Stoff muss man auch die rechte Muße haben, einige Leute haben die Vorstellung verlassen, weil er eben auch schockiert und es weder ein Film zum Spaß haben ist, noch ein Film mit tollen Actionszenen. Klar, warum gehen wir meistens ins Kino, um die Alltagssorgen zu vergessen, Spaß zu haben, sich beeindrucken zu lassen, Fantasy und Märchen zu sehen, aber eigentlich nie um tägliche Probleme vorgesetzt zu bekommen.
Von daher fällt mir die Bewertung recht schwer, denn es ist kein schlechter Film und eigentlich sehr positiv, dass es nicht immer tumbe, fäkal Filme oder stupide Actionstreifen sind. Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut. Oscarpreisträgerin Holly Hunter in der Rolle der liebenden, naiven und kämpfenden Mutter die eigentlich auch so genügend Probleme hat spielt diese wirklich gut und ich hätte sie auch anfangs fast nicht wieder erkannt. Auch die beiden Mädels Evan Rachel Wood und Nikki Reed überzeugend durchaus in ihren Rollen.
Erstaunlich auch, dass Nikki Reed (Evie) an dem Drehbuch mitschrieb, dass teilweise auch auf ihren eigenen Erfahrungen basiert.
Daher ist der Film auch recht authentisch, mutig, bedrückend und schockierend.
Der Nachteil liegt eher darin, dass es ein Film ist, den man sich (wie schon gesagt) eigentlich mit seinen Kids (im Teenager Alter) ansehen sollte um darüber zu reden. Dies kann man eben auch am besten zu Hause. Und ins Kino geht man halt doch meistens um sich unterhalten zu lassen und nicht mit Problemen dieser Art konfrontiert zu werden. Auch hat mich gestört, dass manche Dinge doch zu genau gezeigt werden, zum Beispiel das Schneiden mit einer Rasierklinge in die Pulsadern. Außerdem fand ich die Darstellung des Coolseins ausführlicher, als die eigentliche Thematisierung der Nachteile von Drogen, Klauen, Lügen und vor allem "falschen" Freunden (oder auch Umgang!). Auch die eigentliche Problembehandlung kam zu kurz. Daher hätte man den Film auf jeden Fall etwas kürzen können und auch etwas mehr wert auf das Ende legen sollen.
Empfehlenswert für die, die etwas zum Nachdenken möchten und keinen Film zum reinen Zeitvertreib suchen. Aber, im Kino muss man ihn nicht sehen. Übrigens bekam der Film das Prädikat: besonders wertvoll! Ohne noch mehr den Moralapostel zu spielen, hoffe ich doch, dass der Film eher eine Abschreckung für Jugendliche ist!
Für Leute die aus Zeitvertreib ins Kino möchten, empfehle ich "Findet Nemo".
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Viel Spaß beim Nachdenken, wünscht euch Kuschelwuschel.
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