Dungeon Keeper 2 Classic (PC Rollenspiel) Testbericht

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ab 19,07
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Erfahrungsbericht von bocdanovic

Ist es nicht schön, böse zu sein?

Pro:

Stimmung, Symbiose, zauber und Fallen, coole Kreaturen

Kontra:

Grafik

Empfehlung:

Ja

Dem Boc haben Aufbauspiele schon immer Spaß gemacht. Ein Spiel, das ihm immer noch fasziniert ist Dungeon Keeper. Man darf mal richtig böse sein, seine Kreaturen schlagen, foltern, verhungern lassen. Es gibt nur ein Ziel. Man will das ultimative Böse werden. Alles was einem dabei im Weg steht, Gute sowie andere Keeper, muss dabei aus dem Weg geschafft werden. Die Gesamtidee von Dungeon Keeper wurde in der Fortsetzung übernommen, das Spiel wurde jedoch an einigen Stellen verbessert.

-----Das Spiel-----

Wie der Name schon sagt, spielt das Spiel in einem Dungeon, also unterirdisch. Man beginnt mit einer kleinen Sequenz, die einem die Gegner der Mission zeigt. Dann sieht man sein eigenes Dungeonherz. Das Herz ist der zentrale Bereich des Dungeons, hier ist die böse Macht des Keepers gespeichert, hier wird auch, anders als im ersten Teil das Mana gespeichert, welches der Keeper für seine Zauber benötigt. Der Keeper, das ist der Spieler. Kontrolle übt er über eine Hand aus. Mit dieser gibt er Grabbefehle, baut Räume, nimmt Kreaturen auf, zaubert oder straft seine Geschöpfe.
Zu Beginn des Spiels stehen dem Keeper 4 Imps zur Verfügung. Aus der Magie geboren, benötigen diese Geschöpfe kein Essen oder Schlaf, dafür aber beständig Mana. Die Imps sind die Arbeiter des Dungeons. Zu Beginn sollten sie ein paar Höhlen für Räume graben, bei Bedarf ein wenig Gold ausgraben und schnellstmöglich die Wände des Dungeons verstärken. Sollten sie dabei mal vergessen, dass ihr Meister ein ungeduldiger, böser und machtbesessener ist, sollte dieser nicht zögern, sie eines Besseren zu belehren. Nach einem ordentlichen Schlag arbeiten die Imps gleich viel schneller.
**Kreaturen: In die geschaffenen Höhlen muss nun ein Schlafraum, eine Hühnerfarm und vielleicht noch ein Trainingsraum. Hat der Keeper jetzt noch kein Portal, so sollte er sich schnell eines erobern, denn nur auf diesem Weg können Geschöpfe in den Dungeon gelangen. Kommen sie an, suchen sie sich einen Schlafplatz und gehen, falls möglich ihren Lieblingsbeschäftigungen nach. Die meisten gehen hierbei trainieren, manche aber auch Wache schieben, studieren oder handwerkeln. Es gibt bei dem Spiel zu viele Räume um sie alle in diesem Bericht zu beschreiben, doch bleibt ihre Anzahl für ein Spiel dieses Genres recht beschaulich. Doch sollte der Keeper wissen, dass die Anwesenheit bestimmter Räume Kreaturen anlockt. So lockt eine Folterkammer beispielsweise Eiserne Jungfrauen, da diese sich nur richtig wohl fühlen, wenn sie sich regelmäßig gegenseitig foltern können.
Sind die Kreaturen gut ausgebildet und gut versorgt, so kann man zum Angriff übergehen und jeden, der einem im Weg steht mit allen einem zur Verfügung stehenden Mitteln platt machen.
**Zauber: Die Kreaturen sollen nicht die einzige Waffe des Keepers bleiben. In der Bibliothek studieren die Magier über ihren Büchern, nicht nur um ihre Langeweile zu umgehen, sondern auch um neue oder verbesserte Keeperzauber zu erforschen. Diese kann der Keeper dann, falls er genügend Mana hat sprechen und damit die Chancen zum Sieg maßgeblich erhöhen. Zu seinem Sortiment gehören Kampfzauber, Heilzauber und andere nützliche Zauber und die Symbiose, auf die ich später noch mal eingehe, da sie eine der Besonderheiten des Spiels ist.
**Fallen: Was wäre ein Dungeon ohne die typischen, bei allen Helden gefürchteten und extrem tödlichen Fallen? War Dungeon Keeper hier schon nicht schlecht bestückt, so wartet der 2. Teil mit allem auf was das böse Herz begehrt. Selbstfeuernde Kanonen, Giftgas, Stachelgruben, die berüchtigte Indy-Falle (eine große rollende Steinkugel) und viele mehr sorgen dafür, dass der Dungeon immer gut geschützt ist.

-----Grafik-----
Kein Highlight erwartet einen aber immerhin eine leichte Verbesserung zum ersten Teil. Enorm wurde die Symbiose-Sicht verbessert, hier wird nun auch gerendert. Die Pixelschau im ersten Teil konnte einem schon fast den Spaß nehmen. Es gibt einige Lichteffekte, die ganz nett aussehen. Man kann nun rein- und rauszoomen und die Sicht frei drehen. Die Engine macht dafür, dass alles etwas schlichter dargestellt wird auch bei großen Kämpfen und Dungeons immer mit. Ich kann leider nur in 800*600 spielen, weiß aber nicht, ob das vielleicht an meiner Rechnerkonfiguration liegt.

-----Sound-----

Kann so ein Eindruck von mir sein, aber ich finde den Sound weniger ansprechend als im ersten Teil. Die Zahl der Stimmen, die Schreie der Gefolterten und die Hintergrundsmusik, mag besser geworden sein, doch ich finde man wird nicht mehr so in die Rolle des Bösen versetzt. Der Sound erzeugt dennoch eine gute Atmosphäre, nur halt nicht ganz so cool wie im ersten Teil.

-----Neuerungen und Besonderheiten-----

**Wie gesagt zaubert der Keeper bei dem Spiel nicht mehr mit Gold sondern mit Mana. Dieses Mana wird von den Gebieten in seinem Besitz erzeugt und fließt direkt ins Herz. Maximal 200000 Einheiten können hier gespeichert werden. Das reicht gerade mal für 33 Blitzzauber, die Massenvernichtung mit Blitzen wie im ersten Teil ist somit eingeschränkt. Jeder Imp benötigt ein wenig Mana um zu existieren. Je mehr Imps man hat, desto langsamer steigt also das Mana.

**Befestigte Wände sind nicht länger undurchdringlich, es dauert nur sehr lange, bis sich die Imps hindurchgebuddelt haben. Ein kleines Beben hilft jedoch, die Wände ganz leicht zu durchgraben. Dafür haben verstärkte Wände jetzt einen effektiven Nutzen für die Räume. Es werden z.B Trainingsgeräte daran befestigt oder Regale aufgestellt.

**Besiegte Gegner sind immer erst bewusstlos. Hat man nun einen offenen Kerker, so werden diese dort hingebracht, wo der Keeper dann über ihr Schicksal entscheiden kann.
Er kann sie einfach verhungern lassen, wobei sie zu Skeletten werden, Wesen ohne Hunger, Müdigkeit oder Angst, welche bis zu ihrer entgültigen Zerstörung für den Keeper kämpfen.
Man kann Gefangene auch zu Tode foltern, wobei man etwas über die Umgebung erfährt. Leider werden sie hierbei aber nichtmehr zu Geistern sondern sterben einfach.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Gefangenen gut zu heilen und dann in die Folterkammer zu stecken. Früher oder später wird sie ihre eigene Qual davon überzeugen für den Keeper zu arbeiten.

**Nach wie vor das interessanteste Feature ist aber meiner Meinung nach der Symbiose-Zauber. Mit ihm kann sich der Keeper direkt in eine seiner Kreaturen hineinteleportieren und die direkte Kontrolle über sie übernehmen. Man kann so quer durch seinen Dungeon laufen und Gegner aus der Ich-Perspektive angreifen. In diesem Spiel kann man nun sogar eigene Kreaturen dazu bringen einem nachzulaufen und damit eine Gruppe durch die Unterwelt führen. Im Falle großer Angst oder des Todes der gesteuerten Kreatur, wird der Keeper aus ihr herausgeworfen und muss sich eine neue Kreatur für den Zauber suchen. Im zweiten Teil gewinnen leider die Kreaturen unter der direkten Kontrolle des Keepers keine Erfahrung mehr, so dass man keine Kampfmaschinen wie im ersten Teil erschaffen kann. Die richtige Steuerung kann eine Kreatur jedoch immer noch sehr viel mächtiger machen.

-----Bedienung-----

Sehr verständlich und einsichtig gibt sich die Bedienung sowohl im normalen, als auch im Symbiose-Modus. Durch die freie Drehbarkeit des Blickwinkels, bekommt man auch keine Probleme mit der Übersicht. Wirklich einfach und gut gestaltet, auch wenn die Kreaturen eben, wie bei Startopia und ähnlichen Spielen ihren eigenen Willen haben und nicht unbedingt das tun, was man will. Doch körperliche Züchtigung ist hier ja bekanntlich erwünscht.

-----Spiellänge(Kampagne)-----

Man sollte nicht zu lange für die Kampagne benötigen, sie besteht aus etwa 20 Missionen, die in höchstens 2 Stunden schaffbar sein sollten. Das Spiel ist aber so lustig, dass man es ruhig mehrmals spielen kann. Die Missionen sind meist nicht zu schwer, bilden jedoch eine gewisse Herausforderung. Außerdem kann man in seinem Traumdungeon spielen und somit immer neue Erfahrungen machen.

-----Multiplayer-----

Ja das Spiel hat einen Multiplayermodus, aber der Boc hat bislang noch niemanden gefunden, der mit ihm in das Reich unter der Erde eindringen will. Wenn da jemand hingeht, dann wohl um Diablo zu zocken. Deshalb kann ich leider nix dazu sagen.

-----Fazit-----

Wer Böse sein will und Spaß an Aufbauspiele mit hohem Actionwert und absolut cooler Stimmung hat, der sollte sich das Spiel wirklich mal antun. Der Boc ist vom 2.Teil ebenso begeistert wie vom ersten. Manche Sachen sind besser, andere schlechter, doch das Gesamtkonzept geht nach wie vor auf. Ein tolles Spiel, welches einen nur schwer wieder loslässt, denn ist es nicht schön, böse zu sein?

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