Dungeons & Dragons (VHS) Testbericht

Dungeons-dragons-vhs-fantasyfilm
ab 22,40
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Erfahrungsbericht von Sixthaselbach

Husch husch / Fantasy im Schnelldurchgang

Pro:

kaum, die Zeit geht halt rum

Kontra:

schlechte F/X, oberflächlich

Empfehlung:

Nein

Story:

Magier Randolf patzt wieder mal und kokelt mit dem Feuerball-Spruch seinen Bart an. Qualmend und fluchend rennt er umher, während Zwergenkrieger Bierbard seine Axt gegen den Erzbösewicht Mandrakas schwingt. Wanda, die Halbling-Diebin, hat natürlich nur Augen für den edelsteinbesetzten Goldkelch und kümmert sich nicht um ihre Kameraden, die um ihr Leben kämpfen.
Nur gut, dass Elfen-Waldläuferin Avrena mit ihren verzauberten Pfeilen den Bösewicht doch nicht zur Strecke bringt. Als Belohnung gibt`s dick Geld, noch dicker Erfahrungspunkte und einen fetten Ego-Boost für die Runde.

Rollenspiel Dungeons & Drageons:


So aufregend kann das Rollenspiel Dungeons & Drageons sein, wenn man`s mit Freunden am Tisch spielt.

Gestärkt vom ruhmreichen Sieg über das Böse, packte ich die Würfe weg, meine kleine Schwester mich in ihr Auto, und anschließend ins Kino. Den Film MUSSTE ich mir UNBEDINGT ansehen, war ihre Meinung. Das war so vor drei, vier Wochen. Ohne einen Eimer Popcorn und einen Becher Coke wollte ich das Kino nicht betreten. Schließlich gehört auch ein bißchen Athmophäre dazu. Nachdem die regionale Werbung (ich weiß, das interessiert Euch nicht, aber ich muß es mal loswerden) mit schlechtvertonten Werbedias und –filmchen allen Anwesenden den letzten Nerv geraubt hat und ich nun definitiv weiß, daß es im ältestens Pizzaheimsevice am Mittwoch Pepperoni ohne Aufpreis gibt (wow, super, toll, geil, lecker),mußte ich nur noch die Zigaretten- und McDonald`s-Werbung überstehen und schon, so nach einer halben Stunde sitzen, konnte es losgehen.

Ich war gespannt. Wie mag wohl die Umsetzung des Kult-Rollenspiels D&D gelungen sein? Ich mußte nochmal aufstehen, ein zuspätgekommener Gast wollte....aber, ich schweife ab. Also zum Film.

Zum Film:


Der ultramegaböse Magier Profion (superfies: Jeremy Irons) will die Herrschaft im Kaiserreich Izmer (weiß nicht wie man das schreibt). Wie immer. Der Böse will will an die Macht. Aber weiter....Dazu benötigt er aber die Drachenstäbe (damit lassen sich Drachen echt gut kontrollieren). Damit er schön im Bösewicht-Streß bleibt schmiedet er gleich noch eine Intrige im Magierrat. Dem gegenüber steht die allerliebreizensde Kaiserin Savina (eher harmlos, Name vergessen), die mit der magischen Vorherrschaft im Land brechen will und soz. einen neuen Staat basteln möchte. Ehrenwert.

Dumm nur, dass sie im Magierrat gegen Profion den Kürzeren zieht. Hat mich nicht gewundert, schließlich ist er Magier und sie nur liebreizend. Damit steht allerdings ein Krieg ins Haus. (Gibt dem Ganzen etwas Dramatisches). Aber Gott sei Dank, da gibt es noch ein paar aufrechte Helden, oder zumindest zwei waschechte Lumpen. (Sorry, auch die Namen dieser Schauspieler sind mir nicht mehr bewußt, oh mann, das hagelt wieder Kommentare) . Aber zurück. Die beiden steigen in den Magier-Turm ein, werden dabei von Magier-Azubi Marina (treudoof Zoe McKellan) ertappt. (Warum konnte ich mir nur diesen Namen merken? Weiter: Mit dem Zauber „Verstricken“ verknotet sie die beiden „Helden“ und dann geht es drunter und drüber.

Ein fieser hinterhältiger General in Profons Diensten, (ihr erinnert euch, der ganz, ganz fiese Chef-Bösewicht), ist hinter einer Karte her , die sich die drei krallen und abhauen. Auf der Flucht stolpern sie über Zwergenkrieger, Ellwood, der gold- streit- und biersüchtig ist und gezwungenermaßen mit der Gruppe mitzieht. Ach ja, die Karte. Sie zeigt den Weg zu dem Versteck eines Stabes ( =Fernbedienung für Drachen). Kein Wunder, jeder will die Fernbedienung haben und so ist binnen kürzester Zeit die halbe Welt hinter der Gruppe her.

Es gibt ein paar Abenteuer zu bestehen. Schwertkämpfe und Magie-Duelle inklusive. Die Story hastet flott in Richtung End- und Höhepunkt. Ober-Bösewicht Profion hat`s doch tatsächlich geschafft, die Fernbedienung zu erhaschen und steuert seine Drachen gegen die Flugechsen der Kaiserin. Ist Euch langweilig? O.k., ich beeile mich.

Zum Schluß fehlt mir noch ein Teil, denn der Druck der Coke wurde unangenehm und ich war kurz draußen. Aber Schwesterchen half mir die Lücke zu füllen. Zurück. Die Liebreizende wehrt sich tapfer aber erfolglos.

Nur wie supergut, daß in letzten Moment noch unsere Heldengruppe auf der Leinwand erscheint und dem Bösewicht den Garaus macht. Jubel – Abspann. Aus.

Das war`s. Vielleicht noch ein Jubel. Aber jetzt endgültig. Aus. Leider!

Denn da wäre mehr drin gewesen. Eine fantastische Story, für die sich ein Geroge Lukas bestimmt sechs Stunden Zeit nimmt, wurde hier meiner Meinung nach in 90 Minuten runtergerissen. Da bleibt nicht viel Platz für Tiefgang und Figurenentwicklung. Und so bleiben die Hauptfiguren nichts anderes als Fantasy-Abziehbilder. Aber wer weiß. Vielleicht war das ja so gewollt und ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe des Films. Oder es ist wie mit guten Büchern, die verfilmt werden. Der Film kommt meistens nicht an das Buch ran.

Allerdings muß ich sagen, daß Jeremy Irons als Profion und Richard O`Brian in einer kurzen Gastrolle als Meisterdieb, ihren Kollegen schon zeigen, wie man einer dürftigen Charakterzeichnung mit etwas Mienenspiel Tiefe verleiht. Auch die Atmosphäre der bekannten D&D-Welten bleibt auf der Strecke. Doch das liegt wohl ebenfalls im Auge und in der Fantasie des Betrachters.

Fazit:


Durchschnittliches Fantasy-Märchen vor traumhafter Kulisse. Riss mich nicht vom Hocker (Kinostühle hatten sogar breite Armlehnen), aber für Fantasy-Liebhaber eine Überlegung wert.

Muß allerdings noch zugeben: Schwesterchen fand`s toll. Von Drachen und Stäbchen beflügelt, gingen wir dann noch zum Chinesen.

Ciao Sixt

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