Dungeons & Dragons (VHS) Testbericht

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ab 22,40
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Erfahrungsbericht von Finron

Mein Rollenspielerherz blutet

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Magier Randolf patzt wieder mal und kokelt mit dem Feuerball-Spruch seinen Bart an. Qualmend und fluchend rennt er umher, während Zwergenkrieger Bierbard seine Axt gegen den Erzbösewicht Mandrakas schwingt. Wanda, die Halbling-Diebin, hat natürlich nur Augen für den edelsteinbesetzten Goldkelch und kümmert sich nicht um ihre Kameraden, die um ihr Leben kämpfen.

Nur gut, dass Elfen-Waldläuferin Avrena mit ihren verzauberten Pfeilen den Bösewicht doch noch zur Strecke bringt. Als Belohnung gibt’s dick Geld, noch dicker Erfahrungspunkte und einen fetten Ego-Boost für die Runde. So aufregend kann das Rollenspiel Dungeons & Dragons sein, wenn man’s mit Freunden am Tisch spielt.

Und so gestärkt vom ruhmreichen Sieg über das Böse, packt die muntere Rollenspielrunde Würfel und Charaktere weg und geht ins Kino. Dort nämlich läuft „Dungeons & Dragons”, die cineastische Umsetzung des Kult-Fantasy-Rollenspiels D&D. Statt mit Würfeln und Bleistift rüstet sich die Abenteurergruppe mit Cola und Popcorn und harrt der Dinge, die da kommen mögen.

Der Plot ist schnell umrissen: Der böse Magier Profion (fies: Jeremy Irons) will die Herrschaft im Kaiserreich Izmer mit Hilfe so genannter Drachenstäbe – damit lassen sich Drachen einer bestimmten Farbe kontrollieren – und einer gekonnten Intrige im Magierrat an sich reißen. Dem gegenüber steht die junge, liebreizende Kaiserin Savina (harmlos: Thora Birch), die mit der magischen Hegemonie brechen und einen egalitären Staat auf die Füße stellen will.
Dumm nur, dass sie im Magierrat gegen Profion den Kürzeren zieht und so ein Krieg ins Haus steht.

Doch Gott sei Dank gibt’s noch ein paar aufrechte Helden – oder zumindest zwei waschechte Lumpen: Die Diebe Ridley (smart: Justin Whalin) und Snails (komisch-schrill: Marlon Wayans) steigen im Magierturm ein, werden dabei von Magier-Azubi Marina (treudoof: Zoe McKellan) ertappt und mit dem Zauber „Verstricken” zusammengeknotet – und dann geht’s drunter und drüber: Damodar (widerlich: Bruce Fayne), ein fieser, hinterhältiger General im Dienste von Profion ist hinter einer Karte her, die sich die drei krallen und abhauen. Auf der Flucht stolpern sie über Zwergenkrieger Elwood (gold-, streit- und biersüchtig: Lee Arenberg), der gezwungenermaßen mit der Gruppe mitziehen muss.

Die Karte, stellt sich heraus, zeigt den Weg zu dem Versteck eines Stabes, mit dem man rote Drachen beschwören kann. Kein Wunder, dass binnen kürzester Zeit die ganze Welt hinter dem Haufen her ist.
Es gibt ein paar Abenteuer zu bestehen. Schwertkämpfe und Magieduelle dürfen auch nicht fehlen. Fantasy pur eben. Und da darf die obligate Elfen-Waldläuferin (sexy: Kristen Wilson) natürlich auch nicht fehlen.

Die Story hastet flott in Richtung End- und Höhepunkt. Bösewicht Profion hat’s doch tatsächlich geschafft, das Artefakt einzukassieren und schickt seine Drachen gegen die Flugechsen der Kaiserin. Die wehrt sich tapfer, aber erfolglos.

Nur gut, dass im letzten Moment unsere Heldengruppe auf der Bildfläche erscheint und dem Bösewicht den Garaus macht. Jubel. Abspann. Aus. Das war’s.
Leider. Denn da wäre mehr drin gewesen. Eine fantastische Story, für die sich George Lucas drei Filme und insgesamt gut sechs Stunden Zeit nimmt, hat Regisseur und Produzent Courtney Solomon da in 90 Minuten runtergerissen. Da bleibt nicht viel Platz für Tiefgang und Figurenentwicklung, geschweige denn Aufbau eines Beziehungsgeflechts in der Gruppe. Und so bleiben gerade die Hauptfiguren klassische Fantasy-Abziehbilder aus der D&D-Grundbox.

Was schade ist, denn Jeremy Irons, Marlon Wayans und „Riff Raff” Richard O’Brian in seiner kurzen Gastrolle als Meisterdieb Xilus zeigen ihren Kollegen, wie man einer dürftigen Charakterzeichnung mit etwas Mienenspiel Tiefe verleiht. Ebenfalls schade: Die Atmosphäre der bekannten D&D-Welten bleibt trotz atemberaubender Landschaftsbilder auch auf der Strecke.

So bleibt „Dungeons & Dragons” leider ein durchschnittliches Fantasy-Märchen vor traumhafter Kulisse.

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