NHL 2002 (PC Spiel Sport) Testbericht

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Erfahrungsbericht von fonglar

Der Schläger die Waffe, der Torwart der Gegner! Und was gibt's neues?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

OK, OK, zugegeben: EA hat’s nicht leicht. Jedes Jahr im Herbst bringt EA die neuen Sportspiele auf den Markt. Darunter FIFA, Madden NFL, und NHL (leider gibt’s dieses Jahr kein NBA für den PC). Und jedes Mal muss Electronic Arts Verbesserungen und Neuerungen mit in ihre Produkte bringen, die immer Genrereferenz waren, sind und aufgrund der (bis auf den Bereich Fußball) mangelnden Alternativen auch sein werden. Die Spiele sind schon fast immer perfekt und sie immer weiter zu verbessern wird mit der Zeit auch immer schwieriger.
Denn wie soll man ein perfektes Spiel noch besser machen?
Meiner Meinung gab es in NHL 2001 nicht wirklich neuere Innovationen. Aber die Verbesserung auf NHL 2002 sind diesmal gelungen, doch lest selbst,...

Das Spiel ist denkbar einfach:

Die Waffen: Dein Schläger und deine Fäuste
Dein Gegner: der Torwart
Dein Ziel: Der Puck im Tor

Nun gut, ganz so läuft Eishockey nicht ab, aber man kommt schon ganz leicht hinter das Prinzip. Als langjähriger Colorado-Avalanche(und Nordique-Quebecs)-Fan muss ich zugeben, dass Einsteigern in die NHL-Szene nicht alles gut erklärt wird, aber man muss bedenken, dass sich EA mit diesen Spielen vor allem an die amerikanischen und kanadischen Verbraucher richtet, die mit den Eishockeyregeln so gut vertraut sind, wie wir mit Fussball. Da das Spiel mehr auf Action ausgerichtet ist und EA den leichtesten Schwierigkeitsgrad gut angepasst hat wird auch ein Rookie schnelle Erfolge verzeichnen können.
Dass man den Puck ins Tor befördern muss wird einem (hoffentlich) schnell klar und wie viel Spieler man hat, kann jeder abzählen der das 1x1 beherrscht (5+Torwart ;-). Die Steuerung ist gut und denkbar einfach gehalten und Regeln, wie Icing oder 2-Linien-Pass sind anfangs abgestellt. Und für diejenigen, die meinen, dass Eishockey ein Spiel ist bei dem der Stärkste gewinnt: NEIN!, Checks sind nicht immer erlaubt! Mit Teamgeist und geschickter Spielweise gewinnt man deutlich mehr Spiele als auf Ramboart (jedenfalls wenn es auf die schwierigeren Stufen zu geht und richtiges Eishockey verlangt wird).
Oje, ich hätte niemals gedacht, dass ich so ein Vorwort jemals schreiben würde (mir selber gefällt so was in Berichten nämlich nicht), aber das liegt wohl an meiner Liebe zum Eishockey. Aber nun zum Spiel:

Den Kennern von EA-Spielen ist bekannt, dass man nach dem Logo von EA ein Intro zu sehen bekommt, dass man beim nächsten Mal zwar abschaltet, für die Fans der Spiele aber immer interessant ist und wirklich geil gemacht. Das diesmalige Intro zu NHL 2002 ist aber wirklich enttäuschend. Was früher mal, schnelle Szenen, harte Checks, Schüsse wie an der Schnur gezogen und atemberaubende Spielszenen genial unterstrichen von packender Musik waren, sind diesmal nur die Logos und einige Schussszenen. Schade, das hat EA schon mal besser hinbekommen.

Der Sound ist wie immer erste Sahne. Die Sprecher sind die besten, die man wohl finden konnte (Michael Leopold, einigen von NHL Übertragungen auf Premiere World bekannt, sowie Rick Amann, ein Profi und Eishockey-Experte). Manchmal sogar recht lustig. Die Musik im Menü ist wie immer abwechslungsreich und passend. Die Sounds von Spieler und Puck sind extrem realistisch und die Kommentare bringen zusätzliches NHL-(ich sage mit Absicht NHL und nicht Eishockey, da deutsches Eishockey, na ihr wisst ja...)Flair ins Spiel, obwohl mir die englischen Kommentare besser gefallen. Auch die Zuschauer lassen einem wirklich das Gefühl in einer Eishockey-Arena zu sein.

Jaja, die Grafik. Wie immer schafft es EA mit seinen Spielen den Genrethron zu erklimmen. Die Grafik ist einsame Spitze. Im Vergleich zum Vorgänger aber kein Quantensprung. Realistischere Spieler wird man trotzdem in keiner anderen Eishockeysimulation finden. Die Animationen sind weich und flüssig und die Atmosphäre sind einzigartig. Die Gestik der Spieler wird sehr deutlich und Fans werden ihre Lieblingsspieler sofort wiedererkennen.
Aufgrund der immer höheren Rechnerleistung, bleibt den Entwickeln eigentlich auch nur hier der größere Verbesserungsspielraum.
Die detailreiche Grafik bringt das altbekannte Problem mit sich:
Das Spiel läuft zwar ab einem P200 mit 32MB RAM, ist aber nur bedingt spielbar. Ich besitze einen P III 500 mit 192 MB Arbeitsspeicher und (nur) eine TNT 2. Doch auch auf meinem Rechner kommt es zu gelegentlichen Rucklern. Bei Freunden habe ich gemerkt, dass sich deutliche Verbesserungen bei der Grafik erst ab 800/900 MHz, 128 MB RAM und einer Geforce einstellen. Wer also darunter liegt wird keine wirklich bessere Grafik als in 2001 bemerken. Dazu fehlt es einfach an Rechenleistung. Ein System unter 300 MHz und 128 MB RAM wird keinen Spielspaß mehr vermitteln können, da man die Grafik so weit herunterschrauben muss, dass man kein schönes Spiel mehr ansehen kann.
Die Einstellungsmöglichkeiten ermöglichen allerdings sehr kleine Schritte, sodass man die Grafik genau an sein System anpassen kann.


Kommen wir nun zu den Neuerungen:

Als erstes sind wohl die Sammelkarten zu erwähnen;
Das Spiel hält eine Reihe von Aufgaben für den Spieler bereit. Diese werden in 4 Gruppen unterteilt, die (wie sollte es auch anders sein) mit höherer Stufe schwieriger werden. Außerdem kann man in jeder Schwierigkeitsstufe des Spiels die Aufgaben noch einmal lösen, wobei die Belohnung entsprechend hoch ausfällt.
So muss man zum Beispiel sofort beim ersten Mal den Puck gewinnen oder 10 Schüsse aufs Tor innerhalb eines Drittels aufs Tor abgeben. Schwieriger ist es dann schon mit 2 Spielern einen Hattrick zu erzielen. Für diese Aktionen werden einem Punkte gut geschrieben, die man gegen Karten eintauschen kann. Eine Packung mit 10 Stück kostet 2000 Punkte.
Unter diesen gibt es dann Karten der besten 153 NHL-Spieler. Sie werden in die Farben Bronze, Silber und Gold eingeteilt, wobei das Spielen einer Karte die Fähigkeiten eines Spielers verbessert oder den Gegner schwächt. So kann zum Beispiel eine bronzene Karten den Spieler, der auf ihr abgebildet ist für eine Periode zum Helden machen und eine silberne für zwei. Auch wird ein Spieler zum Sniper oder man kann bestimmte Gesten freischalten und auf eine Taste legen. Dann breiten die Spieler zum Beispiel die Arme aus und fahren zum Publikum. Eine weitere Möglichkeit ist das Freischalten von Eastereggs.
Es gibt dadurch große Köpfe oder die Mannschaften sehen aus wie knallbunte Geleefiguren. Diese Funkarten und die Gesten bleiben nach Benutzen auch erhalten. Außerdem gibt es die Möglichkeit die Karten zu verkaufen.
Die Sammelkarten sind nicht wirklich nötig, bieten dafür aber Abwechslung.

Die zweite wichtige Neuerung ist die Kameraführung nach einem Brake, einem schönen Save (Parade in der Fußballwelt genannt) oder einem harten Check;
Wenn ein Spieler mit Puck nämlich einen Brake fährt, also durch die generische Abwehr kommt und alleine auf den Torwart zu stürmt, fährt die Kamera nah hinter den Spieler, der Bildschirm wird vor allem an den Rändern und im Hintergrund leicht dunkelbläulich und es wird sehr leise. Nur der Pulsschlag des Spielers ist noch deutlich vernehmbar (die Farbe pulsiert mit). Spannend nicht wahr? Man fährt dann unter größter Konzentration auf den Goalie zu und versucht den Puck an ihm vorbei zu befördern. Das misslingt dann in 98% der Fälle, weil die Kameraeinstellung einfach zu unübersichtlich ist. Der Atmosphäre tut das aber sehr gut, da es dadurch ziemlich spannend wird. Man kann auch die fast immer vergebene Chance verschmerzen, da die Alleinläufe sowieso nicht viel bringen.
Das gleiche ist bei einem harten Check und einem Save der Fall, nur mit dem Unterschied das sich die Sicht erst nach der Aktion ändert und man sie aus 3 oder 4 verschiedenen Sichte noch mal hautnah zu sehen bekommt (das Spiel wird pausiert). Beim Check wird der Bildschirm übrigens rötlich.
Was mich an diesem, ansonsten sehr guten Feature stört ist die Tatsache, dass nach der Wiederholung sofort das Spielgeschehen weiterläuft ohne, dass man sich darauf eingestellt hätte. So verliert man die ersten zwei, drei Sekunden nach der Aktion.
Aber diese Sequenzen sind so toll animiert und so schön, dass man sie nicht lange abschalten wird. Und das Spielgeschehen wird so, sehr überzeugend rübergebracht.

Weiterhin ist das Publikum nun glaubwürdig dargestellt und in den Zwischensequenzen sieht man schöne 3D(endlich!)-Menschen tanzen, grölen, schreien und feiern. Zwar haben sie manchmal komische EA-Hüte auf dem Kopf, aber es ist ganz nett.

Der Spieler der erstellt wird, kann bis ins kleinste Detail verändert werden. Es stehen nicht nur Augenfarbe, nein auch viele viele Augenformen, Kinnarten und viele andere Details zur Verfügung, die bestimmt werden können. Auch nicht nötig aber schön. Außerdem kann man nun den Geburtsort eintragen.

Die Experten im Spiel werden sehr erfreut über die noch verfeinerten Einstellungen im Gameplay sein. Puckhärte, Abprallerwahrscheinlichkeit oder Passgenauigkeit umzustellen kann weitere Herausforderungen bieten und ein abwechslungsreicheres Spiel ist möglich.

Was mir missfällt ist, dass man immer noch kein eigenes Team mit in die Saison aufnehmen kann und dass man eigene Spieler jetzt zu Supermännern ausbilden kann. Man hätte dabei ruhig eine niedrigere Begrenzung ansetzen können. Die maximal Spielstärke beträgt 100, wobei eigene Spieler 99 erreichen können und der beste NHL-Spieler eine Stärke von 94 besitzt. Wenn man sich da nicht zurückhält wird das Spiel viel zu leicht. Kommen wir damit zum nächsten Punkt. Es gibt zwar vier Schwierigkeitsgrade, doch ist der Computer immer noch durch Routine-Abläufe zu überlisten, obgleich es viel schwieriger geworden ist. In dieser Version verhelfen Abpraller häufig zum Erfolg. Außerdem ist das 98er-Tor auch noch brauchbar (mit gedrückter Schusstaste (horizontal) von einer Seite des Spielfeldes zur anderen fahren und da der Goalie dort stehen bleibt, wo man den Schuss angesetzt hat man eine freie Seite im Tor auf die man nur noch gut genug zielen muss – am besten ins obere Eck).
Außerdem ist die Kamera diesmal schlecht gewählt. Die Standard-Sicht Action ist zu nah und nur gut für die (drei mal dürft ihr raten) Action. Für ein vernünftiges Taktik-Spiel bietet sich allerdings nur eine Kamera aus der Ferne an, die diesmal einen zu großen Winkel zur Eisfläche hat. Auch das war schon mal besser.

Als letzen Punkt ist noch die Steuerung zu erwähnen.
Das Menü ist noch nicht völlig ausgereift (für mich ist es noch etwas zu unübersichtlich und umständlich und Einsteiger werden nicht durch die verschiedenen Reihen blicken), nach kurzer Zeit aber findet man sich zurecht. Die Steuerung für Tastatur und Gamepad ist zurecht gleich geblieben. Einfach, sauber zu steuern und nichts zu meckern.
Eine nützliche Option ist diejenige, die erlaubt die Spieler auch nach Stärke sortieren zu lassen.

Fazit:
Im Großen und Ganzen bietet EA wieder einmal eine tolle und die beste Eishockeysimulation mit wunderbarer Grafik und toller Atmosphäre. Doch ist ein Neukauf nur für Eishockey-Fans oder Besitzer von GHz-Rechnern empfohlen, da sich die Neuerungen, trotz der Sammelkarten in Grenzen halten. Außerdem ist das Spiel recht actionlastig, obwohl sich auch Taktik und Spielweise anpassen lassen. Wer also NHL 2001 besitzt und Spaß daran hat ab und zu mal ein bisschen zu zocken, kann sich mit seinem Spiel zufrieden geben und sollte sich die Ausgabe von immer noch happigen 80 bis 90 DM überlegen. Ansonsten ist dieses Spiel sehr unterhaltsam, immer gut für eine Runde zwischendurch aber auch für ganze Saisonspiele.
Im Multiplayer gleich doppelt so toll, da die menschlichen Gegner mehr Abwechslung im Spielverhalten bergen und es mit Freunden sowieso immer mehr Spaß macht.
Mit einem soliden Rechner und etwas Interesse für Eishockey also ruhig zugreifen, aber wer NHL 2001 hat, keinen Wert auf die neuesten Daten legt und Eishockey nicht als Lebensphilosophie hat, sollte sich das Geld lieber sparen.

8 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Maeuschen21

    22.02.2002, 21:06 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes Wochenende wünscht dir Mandy ;o)