Ein böses Märchen aus 1000 - Böhse Onkelz Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von DarkBeauty
Lieder wie Orkane!
Pro:
Musik, Texte, Aussagen
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Yopis!
Nach längerem Überlegen, habe ich mich nun doch dazu entschlossen, einen CD Bericht zu schreiben. Nachdem diese Überlegung abgeschlossen war, musste ich mich nur noch zwischen rund 300 CDs entscheiden. ;)
Ich habe mich für ein aussagekräftiges Album einer Band entschieden, die man nur lieben oder hassen kann und einer Band, die in den letzten 24 Jahren für eine Menge Diskussionen gesorgt hat.
Dabei handelt sich um keine Geringeren als die BÖHSEN ONKELZ und deren Album „Ein böses Märchen... aus 1000 dunklen Nächten“. Aber lest selbst...
· Aufmachung des Albums
########################
Die CD ist in einer Papphülle zu bekommen.
Diese ist grau gehalten. Vorn drauf sieht man eine Art Fotocollage von Autos, Bahnen, einem Gesicht und der Skyline einer Stadt. Hinten drauf ist dasselbe zu sehen.
Innen sind Bilder einer Bar mit einer nackten Frau zu sehen. Diese Bilder sind nicht mehr in grau gehalten, sondern schon in Farbe. Allerdings hat das Ganze einen Touch von alten Bildern, wie man sie aus den 70ern kennt. Die Farben haben alle so einen Braunstich. Neben der Dame ist das Gesicht eines Mannes zu sehen. Er hat eine halb abgebrannte Kippe im Mund trägt eine Pornobrille á la Studio 54. Die CD an sich sieht oben genauso aus, wie unten drunter –normalerweise. Die Oberfläche ist mit bräunlichen Streifen durchzogen. Der Clou allerdings ist die Unterseite- denn die ist schwarz.
Mich hat das ein wenig an Playstation CDs erinnert. ;)
· Das Booklet
##############
Schlägt man das Booklet auf, sieht man erst mal die Onkelz (Kevin, Stephan, Pe und Gonzo). Sie sind in einer Art Edel- Bar. Könnte allerdings auch ein Puff sein. *g * Ich denke, dieser Ort, diente wohl als Vorlage für die restliche Gestaltung der Hülle. Auf den nächsten Seiten findet man, wie üblich, sämtliche Songtexte- zum Mitsingen. In der Mitte des Booklets sieht man wieder eine Doppelseite und natürlich die Onkelz in besagtem Etablissement. Allerdings hat man hier noch eine Bardame im Hintergrund.
Auf den nächsten Seiten sind die restlichen Songtexte. Die letzte Doppelseite zeigt wieder jenen Ort mit den Onkelz. Pe lässt sich von einer Dame einschenken, Stephan steckt sich grad eine Zigarette an, Kevin steht in der Ecke in Zuhalterpose und Gonzo steht in der anderen Ecke mit einem Glas in der Hand.
· Die Trackliste
###############
1. Onkelz 2000 4:12
2. Dunkler Ort 4:13
3. Exitus 3:53
4. Schutzgeist der Scheiße 4:47
5. Lüge 3:43
6. Knast 5:44
7. C’est la vie 4:24
8. Danke 3 :22
9. Es ist wie es ist 2:54
10. Zuviel 5:11
11. Gesichter des Todes 4:34
12. Panamericana 6:12
· Die Trackliste in eigenen Worten
##############################
1. Onkelz 2000
„... Hysterie und Hexenjagd und trotzdem Nummer Eins. Das Leben meint es gut mit uns das war der Beweis...“
Das Lied beginnt relativ ruhig. Kevin singt einen Teil der ersten Strophe, bevor Stephan (Bass) und Gonzo (Gitarre) einsetzen. Das Lied steigert sich langsam und Kevin singt wie gewohnt aggressiv und kraftvoll. Das Lied handelt mal wieder vom Ruf der Onkelz, den sie größtenteils den Medien zu verdanken haben. Sie besingen quasi wieder, dass sie die „Wahrheit bringen“. Sprich, sie reden den „normalen“ Leuten aus dem Herzen. Hinzu kommt noch die eindeutige Aussage, dass ihnen scheißegal ist, wie man über sie denkt.
Die Onkelz bringen mit diesem Song zum Ausdruck, was einige wahrscheinlich gedacht haben, als dieses Album nach mehr als einem Jahr Ruhe erschienen ist. Ein inhaltlich origineller Aufguss von „Wir ham’ noch lange nicht genug“.
2. Dunkler Ort
„... jeden Tag treten Menschen in mein Leben und wieder raus, ich habe aufgehört zu zählen...“
Der Anfang dieses Liedes erinnert mich schrecklicherweise an „Mmmmbob“ von Hanson. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere. ;)
Die Gitarren sind wieder schnell und treiben den Song voran. Natürlich singt Kevin wieder wie gewohnt.
Ich finde, in diesem Song sollte man besonders auf das Schlagzeug von Pe achten. Das ist echt einfach nur klasse!
Der Song handelt sich von einem Dunklen Ort, den jeder sicher kennt.
Man ist allein und von allen verlassen. Man lässt sich mit den falschen Menschen ein- und schon hat man Pech- man wird enttäuscht...
3. Exitus
„... Ein Leben für den Tod, geboren um zu sterben, Lämmer für die Schlachtbank, namenlose Herden...“
Der Anfang ist unheilgebietend, aber noch ruhig. Allerdings nur die ersten paar Sekunden.
Denn dann setzen wieder Gitarre, Bass und Schlagzeug ein.
Ich denke, dass das Lied vom Tod handelt. Allerdings eher den Sinnbildlichen.
Für mich bedeutet es das, was passiert, wenn man den falschen Leuten folgt und zum Mitläufer wird.
Dieses Handeln bedeutet Exitus...
4. Schutzgeist der Scheiße
„... Innerlich zerissen, so hieß der Ort an dem ich war...“
Anfangs hört man nur den Bass und einen ruhigen Teil des Schlagzeugs. Nach ein paar Sekunden setzt wieder Kevins Gesang ein. Ist der erste Teil der ersten Strophe gesungen, machen die restlichen Onkelz einen kleinen Chor. Währenddessen spielt Pe wieder kraftvoll an dem Drums.
Ich denke, dass dieses Lied all diejenigen ansprechen soll, die irgendwie die ständigen Loser im Leben sind. Nichts klappt, alles läuft schief... Allerdings spricht auch ein Teil Hoffnung heraus.
Es ist die Rede davon, alles zurück zulassen und ein neues Leben zu beginnen.
5. Lüge
„... Wenn der Glaube stirbt, bist du ein Mensch ohne Herr. Die Wahrheit ist wortlos, ihr Weg tränenschwer...“
Dieses Lied beginnt kompromisslos und hart.
Es ist relativ minimalistisch gehalten, was ich klasse finde. Allerdings hat man auch hier wieder das für jedes Lied typische Solo von Gonzo.
Es geht um Leute, die sich in Lügen verstricken und aus diesem Netz nicht mehr heraus können. Es wird auch besungen, wie schwer und hart die Wahrheit manchmal sein kann. Aber was wäre das Leben, wenn es nur aus Lügen bestünde? Wieder eine Wahrheit, oder?
6. Knast
„... die Stimme meiner Richter, heilloses Gekreische. Acht Jahre Bau- sie setzten ein Zeichen...“
Der Anfang ist schwer und man weiß sofort, dass dies mal wieder (wie jedes Lied eigentlich) ein ernster Song ist.
Der Titel sagt eigentlich alles aus. Es geht um einen Menschen, der im Knast sitzt und keine Hoffnung hat, da er eingesperrt ist. Ihm bleiben nur seine Träume...
Allerdings könnte man den Text auch auf ganz andere Bereiche des Lebens projezieren. Zum Beispiel auf das Gefängnis im Herzen...
7. C’est la vie
„... kein Geld aber Hunger, du klaust oder dealst, schiebst mit Pädophilen ne Nummer...“
Der Song beginnt schon schnell und bleibt auch so. Er spiegelt sehr gut den Text wider.
Es geht um eine Person, Mädchen oder Jungen, der wahrscheinlich von zu Hause abgehauen ist und nun sein Leben auf der Straße führt. Kevin beschreibt, wie sich so ein Leben anfühlen kann: Drogen, Hunger, Prostitution... Der Zug für diese Person ist abgefahren, denn niemand interessiert es mehr, was aus ihm wird...
8. Danke
„... es ist an der Zeit, euch folgendes zu sagen, euch die ihr uns antreibt seit mehr als 20 Jahren...“
Fröhlich und schnell!
Kein, wie man annehmen könnte, Lied gegen die Presse. Nein, ein Lied für all die treuen Fans, die sich nie haben irgendwelchem verbalen Scheiß hingegeben haben, den die Presse verbreitet hat. Sie ließen sich nie von Indiziierungen oder Verboten abschrecken. Denn die Onkelz sprechen jedem aus dem Herzen... sie sprechen vom normalen Leben und wie unsere scheiß Realität nun mal aussieht. Ehrlich und ohne Beschönigung!
9. Es ist wie es ist
„... ich will wissen wie der Tod schmeckt und schenk mir noch mal ein...“
Schnell und hart. Ein kraftvoller Gesang von Kevin. Auch hier muss man unbedingt auf’s Schlagzeug achten. Das ist wieder mal einfach nur perfekt!
„ So ist, so wird’s immer bleiben- wo kämen wir denn da hin“- jeder kennt diesen dämlichen Spruch. Die Onkelz lassen sich aus über Leute, die so geistreich argumentieren...
10. Zuviel
„... Lass uns nicht gehen mit Hass in unseren Blicken. Sag auf Wiedersehen mit einem Segen auf den Lippen...“
Die ersten paar Sekunden sind ruhig, dann setzen Gitarre, Bass und Schlagzeug ein.
Beim Refrain entwickelt sich das Lied eigentlich erst. Die Musik klingt zwar hoffnungsvoll aber doch irgendwie ohne Perspektive. Im Refrain singt übrigens Stephan. Eine seltene Ehre. genau wie der Text.
Dieser handelt von einer gescheiterten Beziehung. Aus Liebe wird Hass, aber trotzdem will man nicht loslassen- denn die Gewohnheit. Einmal ist’s einfach zuviel der Narben...
Wenn Liebe weh tut, sollte man gehen...
11. Gesichter des Todes
„... Analysen ersetzt durch Emotionen, Futter für Voyeure, Verarschung für Millionen...“
Ruhig und unheilvoll. Es ist nur das Schlagzeug zu hören, bis ein paar Sekunden später der Bass einsetzt.
Das Schlagzeug ist am Anfang sehr minimalistisch gehalten.
In diesem Song geht’s mal wieder um die Medien.
Die haben in den Onkelz ja ganz besondre Freunde gefunden. * g *
Es geht um die Verarschung, die die Mogule mit den Leuten eigentlich macht.
Es gilt nur noch eine Meinung, wer sich nicht fügt wird geächtet.
12. Panamericana
Dieses Lied ist komplett instrumental.
Am Anfang ist nur eine Gitarre zu hören, die leicht unterlegt ist mit einem Schlagzeug. Das Lied an sich bleibt auch ruhig. Ich denke, da die Panamericana ja eine große Straße ist (ähnlich wie die Route 66), dass es dabei um ein Gefühl von Freiheit vermischt mit grenzenloser Einsamkeit geht...
· Meinung
###########
Wie einige ja spätestens seit meinem Konzertbericht wissen, vergöttere ich diese Band, seit ich 13 bin.
Ihre Texte geben das wieder, was ich denke.
Dieses Album ist mal wieder ein musikalischer Volltreffer und ein dicker Schlag in die Magengegend aller, die sich gegen die Onkelz gerichtet haben und irrige Ansichten verbreiten, dass die Jungs rechts wären. Es geht um die Mitläufer, die den Mund halten, nur um geliebt zu werden.
Bevor ich weiter drauf eingehe, kurz ein paar Worte zur Klangqualität.
Diese ist prima und man kann nichts dran aussetzen. Im Gegenteil- sogar in laut klingt alles noch supi- und erstrecht in laut. ;)
Wie schon gesagt, das Album spricht mir mal wieder aus dem Herzen.
Mit dem Lied „Zuviel“ verbinde ich 1:1 eine gescheiterte Beziehung. Zwar nicht ganz genau aus diesen Gründen, aber die besungenen spielten bei der Trennung eine große Rolle.
Das Lied „Gesichter des Todes“ gibt haarscharf meine Einstellung den Medien gegenüber wieder.
Volksverblödung, Scheiße für die Massen! Vermarktung von Einzelschicksalen, ein einziges Vorführen von Leuten, die verzweifelt sind- siehe alle Talkshows. Der Mensch dient nur noch dazu, um Profit zu machen
„... Quoten für Idioten...“.
Ich hab bei jedem Album der Jungs den Eindruck, als wären die Leute von nebenan. Denn sie vertreten keine utopischen Ansichten. Sie sagen, was sie denken und das find ich klasse.
Vor allem Menschen ohne Perspektive im Leben werden angesprochen, ihren Arsch hochzukriegen und sich nicht alles gefallen zu lassen.
Was sie singen, ist nur menschlich aber vor allem, und das ist das wichtigste: Es ist ehrlich!
Von Liebe& Frieden kann jeder singen. Aber gibt’s den denn?
Wohl eher nicht. Die Onkelz lassen sich nicht verblenden, und geben das weiter.
Auch das Lied „Onkelz 2000“ ist mal wieder ein Opener vom Feinsten.
So, wie man es von so ziemlich jeder Scheibe kennt. Sie feiern und besingen sich selbst und zeigen allen Hassern, dass sie sich nicht niedermachen lassen.
Es ist textlich vergleichbar mit „Wir ham’ noch lange nicht genug“ oder „Hier sind die Onkelz“.
Ein perfekter Einstieg der sofort süchtig und Lust auf mehr Onkelz- Stoff macht.
Ebenfalls klasse finde ich es, dass die Jungs keinen Hehl aus ihrer Vergangenheit machen und als Möchtern- Saubermänner dastehen. Sie stehen zu allem, was passiert ist. Zu immer wieder gern zitierten Songs wie „ Tükähn raus“ oder „Der nette Mann“, sie stehen zu Drogenexzessen und vielen anderen unschönen Dingen. Dies soll natürlich kein Vorbild sein, oder die Fans zum Nachahmen anregen Viel mehr soll es zeigen, dass niemand perfekt ist.
„Knast“ hat für mich auch eine besondere Bedeutung.
Ich hatte vor ein paar Jahren mal einen Freund, der fast sicher wusste, in den Bau zu wandern. Dies war zeitgleich mit meinem Erwerb dieser CD. Wieder ein Song, der nichts utopischen an sich hatte- einfach aus dem Leben gegriffen.
· Fazit
########
Klasse Album, spitzen Texte, bombastische Musik!
„... Lieder wie Orkane...“
Ich hoffe, mein Bericht bzw. meine Einstellung hat euch, die ihr mit dieser Band nichts am Hut habt, selbige ein bisschen näher gebracht.
Ich hoffe auch, dass in diesem CD Bericht alles drin war. Wenn nicht: Mein GB steht für Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik jederzeit offen. Natürlich auch für Fragen aus der Biographie, der Jungs, falls es jemanden interessiert.
In diesem Sinne, vielen Dank für’s Lesen und Bewerten!
- blessed be-
und
Böse Menschen, böse Lieder- böhse Onkelz immer wieder!
Viva los Tioz!
Nach längerem Überlegen, habe ich mich nun doch dazu entschlossen, einen CD Bericht zu schreiben. Nachdem diese Überlegung abgeschlossen war, musste ich mich nur noch zwischen rund 300 CDs entscheiden. ;)
Ich habe mich für ein aussagekräftiges Album einer Band entschieden, die man nur lieben oder hassen kann und einer Band, die in den letzten 24 Jahren für eine Menge Diskussionen gesorgt hat.
Dabei handelt sich um keine Geringeren als die BÖHSEN ONKELZ und deren Album „Ein böses Märchen... aus 1000 dunklen Nächten“. Aber lest selbst...
· Aufmachung des Albums
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Die CD ist in einer Papphülle zu bekommen.
Diese ist grau gehalten. Vorn drauf sieht man eine Art Fotocollage von Autos, Bahnen, einem Gesicht und der Skyline einer Stadt. Hinten drauf ist dasselbe zu sehen.
Innen sind Bilder einer Bar mit einer nackten Frau zu sehen. Diese Bilder sind nicht mehr in grau gehalten, sondern schon in Farbe. Allerdings hat das Ganze einen Touch von alten Bildern, wie man sie aus den 70ern kennt. Die Farben haben alle so einen Braunstich. Neben der Dame ist das Gesicht eines Mannes zu sehen. Er hat eine halb abgebrannte Kippe im Mund trägt eine Pornobrille á la Studio 54. Die CD an sich sieht oben genauso aus, wie unten drunter –normalerweise. Die Oberfläche ist mit bräunlichen Streifen durchzogen. Der Clou allerdings ist die Unterseite- denn die ist schwarz.
Mich hat das ein wenig an Playstation CDs erinnert. ;)
· Das Booklet
##############
Schlägt man das Booklet auf, sieht man erst mal die Onkelz (Kevin, Stephan, Pe und Gonzo). Sie sind in einer Art Edel- Bar. Könnte allerdings auch ein Puff sein. *g * Ich denke, dieser Ort, diente wohl als Vorlage für die restliche Gestaltung der Hülle. Auf den nächsten Seiten findet man, wie üblich, sämtliche Songtexte- zum Mitsingen. In der Mitte des Booklets sieht man wieder eine Doppelseite und natürlich die Onkelz in besagtem Etablissement. Allerdings hat man hier noch eine Bardame im Hintergrund.
Auf den nächsten Seiten sind die restlichen Songtexte. Die letzte Doppelseite zeigt wieder jenen Ort mit den Onkelz. Pe lässt sich von einer Dame einschenken, Stephan steckt sich grad eine Zigarette an, Kevin steht in der Ecke in Zuhalterpose und Gonzo steht in der anderen Ecke mit einem Glas in der Hand.
· Die Trackliste
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1. Onkelz 2000 4:12
2. Dunkler Ort 4:13
3. Exitus 3:53
4. Schutzgeist der Scheiße 4:47
5. Lüge 3:43
6. Knast 5:44
7. C’est la vie 4:24
8. Danke 3 :22
9. Es ist wie es ist 2:54
10. Zuviel 5:11
11. Gesichter des Todes 4:34
12. Panamericana 6:12
· Die Trackliste in eigenen Worten
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1. Onkelz 2000
„... Hysterie und Hexenjagd und trotzdem Nummer Eins. Das Leben meint es gut mit uns das war der Beweis...“
Das Lied beginnt relativ ruhig. Kevin singt einen Teil der ersten Strophe, bevor Stephan (Bass) und Gonzo (Gitarre) einsetzen. Das Lied steigert sich langsam und Kevin singt wie gewohnt aggressiv und kraftvoll. Das Lied handelt mal wieder vom Ruf der Onkelz, den sie größtenteils den Medien zu verdanken haben. Sie besingen quasi wieder, dass sie die „Wahrheit bringen“. Sprich, sie reden den „normalen“ Leuten aus dem Herzen. Hinzu kommt noch die eindeutige Aussage, dass ihnen scheißegal ist, wie man über sie denkt.
Die Onkelz bringen mit diesem Song zum Ausdruck, was einige wahrscheinlich gedacht haben, als dieses Album nach mehr als einem Jahr Ruhe erschienen ist. Ein inhaltlich origineller Aufguss von „Wir ham’ noch lange nicht genug“.
2. Dunkler Ort
„... jeden Tag treten Menschen in mein Leben und wieder raus, ich habe aufgehört zu zählen...“
Der Anfang dieses Liedes erinnert mich schrecklicherweise an „Mmmmbob“ von Hanson. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere. ;)
Die Gitarren sind wieder schnell und treiben den Song voran. Natürlich singt Kevin wieder wie gewohnt.
Ich finde, in diesem Song sollte man besonders auf das Schlagzeug von Pe achten. Das ist echt einfach nur klasse!
Der Song handelt sich von einem Dunklen Ort, den jeder sicher kennt.
Man ist allein und von allen verlassen. Man lässt sich mit den falschen Menschen ein- und schon hat man Pech- man wird enttäuscht...
3. Exitus
„... Ein Leben für den Tod, geboren um zu sterben, Lämmer für die Schlachtbank, namenlose Herden...“
Der Anfang ist unheilgebietend, aber noch ruhig. Allerdings nur die ersten paar Sekunden.
Denn dann setzen wieder Gitarre, Bass und Schlagzeug ein.
Ich denke, dass das Lied vom Tod handelt. Allerdings eher den Sinnbildlichen.
Für mich bedeutet es das, was passiert, wenn man den falschen Leuten folgt und zum Mitläufer wird.
Dieses Handeln bedeutet Exitus...
4. Schutzgeist der Scheiße
„... Innerlich zerissen, so hieß der Ort an dem ich war...“
Anfangs hört man nur den Bass und einen ruhigen Teil des Schlagzeugs. Nach ein paar Sekunden setzt wieder Kevins Gesang ein. Ist der erste Teil der ersten Strophe gesungen, machen die restlichen Onkelz einen kleinen Chor. Währenddessen spielt Pe wieder kraftvoll an dem Drums.
Ich denke, dass dieses Lied all diejenigen ansprechen soll, die irgendwie die ständigen Loser im Leben sind. Nichts klappt, alles läuft schief... Allerdings spricht auch ein Teil Hoffnung heraus.
Es ist die Rede davon, alles zurück zulassen und ein neues Leben zu beginnen.
5. Lüge
„... Wenn der Glaube stirbt, bist du ein Mensch ohne Herr. Die Wahrheit ist wortlos, ihr Weg tränenschwer...“
Dieses Lied beginnt kompromisslos und hart.
Es ist relativ minimalistisch gehalten, was ich klasse finde. Allerdings hat man auch hier wieder das für jedes Lied typische Solo von Gonzo.
Es geht um Leute, die sich in Lügen verstricken und aus diesem Netz nicht mehr heraus können. Es wird auch besungen, wie schwer und hart die Wahrheit manchmal sein kann. Aber was wäre das Leben, wenn es nur aus Lügen bestünde? Wieder eine Wahrheit, oder?
6. Knast
„... die Stimme meiner Richter, heilloses Gekreische. Acht Jahre Bau- sie setzten ein Zeichen...“
Der Anfang ist schwer und man weiß sofort, dass dies mal wieder (wie jedes Lied eigentlich) ein ernster Song ist.
Der Titel sagt eigentlich alles aus. Es geht um einen Menschen, der im Knast sitzt und keine Hoffnung hat, da er eingesperrt ist. Ihm bleiben nur seine Träume...
Allerdings könnte man den Text auch auf ganz andere Bereiche des Lebens projezieren. Zum Beispiel auf das Gefängnis im Herzen...
7. C’est la vie
„... kein Geld aber Hunger, du klaust oder dealst, schiebst mit Pädophilen ne Nummer...“
Der Song beginnt schon schnell und bleibt auch so. Er spiegelt sehr gut den Text wider.
Es geht um eine Person, Mädchen oder Jungen, der wahrscheinlich von zu Hause abgehauen ist und nun sein Leben auf der Straße führt. Kevin beschreibt, wie sich so ein Leben anfühlen kann: Drogen, Hunger, Prostitution... Der Zug für diese Person ist abgefahren, denn niemand interessiert es mehr, was aus ihm wird...
8. Danke
„... es ist an der Zeit, euch folgendes zu sagen, euch die ihr uns antreibt seit mehr als 20 Jahren...“
Fröhlich und schnell!
Kein, wie man annehmen könnte, Lied gegen die Presse. Nein, ein Lied für all die treuen Fans, die sich nie haben irgendwelchem verbalen Scheiß hingegeben haben, den die Presse verbreitet hat. Sie ließen sich nie von Indiziierungen oder Verboten abschrecken. Denn die Onkelz sprechen jedem aus dem Herzen... sie sprechen vom normalen Leben und wie unsere scheiß Realität nun mal aussieht. Ehrlich und ohne Beschönigung!
9. Es ist wie es ist
„... ich will wissen wie der Tod schmeckt und schenk mir noch mal ein...“
Schnell und hart. Ein kraftvoller Gesang von Kevin. Auch hier muss man unbedingt auf’s Schlagzeug achten. Das ist wieder mal einfach nur perfekt!
„ So ist, so wird’s immer bleiben- wo kämen wir denn da hin“- jeder kennt diesen dämlichen Spruch. Die Onkelz lassen sich aus über Leute, die so geistreich argumentieren...
10. Zuviel
„... Lass uns nicht gehen mit Hass in unseren Blicken. Sag auf Wiedersehen mit einem Segen auf den Lippen...“
Die ersten paar Sekunden sind ruhig, dann setzen Gitarre, Bass und Schlagzeug ein.
Beim Refrain entwickelt sich das Lied eigentlich erst. Die Musik klingt zwar hoffnungsvoll aber doch irgendwie ohne Perspektive. Im Refrain singt übrigens Stephan. Eine seltene Ehre. genau wie der Text.
Dieser handelt von einer gescheiterten Beziehung. Aus Liebe wird Hass, aber trotzdem will man nicht loslassen- denn die Gewohnheit. Einmal ist’s einfach zuviel der Narben...
Wenn Liebe weh tut, sollte man gehen...
11. Gesichter des Todes
„... Analysen ersetzt durch Emotionen, Futter für Voyeure, Verarschung für Millionen...“
Ruhig und unheilvoll. Es ist nur das Schlagzeug zu hören, bis ein paar Sekunden später der Bass einsetzt.
Das Schlagzeug ist am Anfang sehr minimalistisch gehalten.
In diesem Song geht’s mal wieder um die Medien.
Die haben in den Onkelz ja ganz besondre Freunde gefunden. * g *
Es geht um die Verarschung, die die Mogule mit den Leuten eigentlich macht.
Es gilt nur noch eine Meinung, wer sich nicht fügt wird geächtet.
12. Panamericana
Dieses Lied ist komplett instrumental.
Am Anfang ist nur eine Gitarre zu hören, die leicht unterlegt ist mit einem Schlagzeug. Das Lied an sich bleibt auch ruhig. Ich denke, da die Panamericana ja eine große Straße ist (ähnlich wie die Route 66), dass es dabei um ein Gefühl von Freiheit vermischt mit grenzenloser Einsamkeit geht...
· Meinung
###########
Wie einige ja spätestens seit meinem Konzertbericht wissen, vergöttere ich diese Band, seit ich 13 bin.
Ihre Texte geben das wieder, was ich denke.
Dieses Album ist mal wieder ein musikalischer Volltreffer und ein dicker Schlag in die Magengegend aller, die sich gegen die Onkelz gerichtet haben und irrige Ansichten verbreiten, dass die Jungs rechts wären. Es geht um die Mitläufer, die den Mund halten, nur um geliebt zu werden.
Bevor ich weiter drauf eingehe, kurz ein paar Worte zur Klangqualität.
Diese ist prima und man kann nichts dran aussetzen. Im Gegenteil- sogar in laut klingt alles noch supi- und erstrecht in laut. ;)
Wie schon gesagt, das Album spricht mir mal wieder aus dem Herzen.
Mit dem Lied „Zuviel“ verbinde ich 1:1 eine gescheiterte Beziehung. Zwar nicht ganz genau aus diesen Gründen, aber die besungenen spielten bei der Trennung eine große Rolle.
Das Lied „Gesichter des Todes“ gibt haarscharf meine Einstellung den Medien gegenüber wieder.
Volksverblödung, Scheiße für die Massen! Vermarktung von Einzelschicksalen, ein einziges Vorführen von Leuten, die verzweifelt sind- siehe alle Talkshows. Der Mensch dient nur noch dazu, um Profit zu machen
„... Quoten für Idioten...“.
Ich hab bei jedem Album der Jungs den Eindruck, als wären die Leute von nebenan. Denn sie vertreten keine utopischen Ansichten. Sie sagen, was sie denken und das find ich klasse.
Vor allem Menschen ohne Perspektive im Leben werden angesprochen, ihren Arsch hochzukriegen und sich nicht alles gefallen zu lassen.
Was sie singen, ist nur menschlich aber vor allem, und das ist das wichtigste: Es ist ehrlich!
Von Liebe& Frieden kann jeder singen. Aber gibt’s den denn?
Wohl eher nicht. Die Onkelz lassen sich nicht verblenden, und geben das weiter.
Auch das Lied „Onkelz 2000“ ist mal wieder ein Opener vom Feinsten.
So, wie man es von so ziemlich jeder Scheibe kennt. Sie feiern und besingen sich selbst und zeigen allen Hassern, dass sie sich nicht niedermachen lassen.
Es ist textlich vergleichbar mit „Wir ham’ noch lange nicht genug“ oder „Hier sind die Onkelz“.
Ein perfekter Einstieg der sofort süchtig und Lust auf mehr Onkelz- Stoff macht.
Ebenfalls klasse finde ich es, dass die Jungs keinen Hehl aus ihrer Vergangenheit machen und als Möchtern- Saubermänner dastehen. Sie stehen zu allem, was passiert ist. Zu immer wieder gern zitierten Songs wie „ Tükähn raus“ oder „Der nette Mann“, sie stehen zu Drogenexzessen und vielen anderen unschönen Dingen. Dies soll natürlich kein Vorbild sein, oder die Fans zum Nachahmen anregen Viel mehr soll es zeigen, dass niemand perfekt ist.
„Knast“ hat für mich auch eine besondere Bedeutung.
Ich hatte vor ein paar Jahren mal einen Freund, der fast sicher wusste, in den Bau zu wandern. Dies war zeitgleich mit meinem Erwerb dieser CD. Wieder ein Song, der nichts utopischen an sich hatte- einfach aus dem Leben gegriffen.
· Fazit
########
Klasse Album, spitzen Texte, bombastische Musik!
„... Lieder wie Orkane...“
Ich hoffe, mein Bericht bzw. meine Einstellung hat euch, die ihr mit dieser Band nichts am Hut habt, selbige ein bisschen näher gebracht.
Ich hoffe auch, dass in diesem CD Bericht alles drin war. Wenn nicht: Mein GB steht für Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik jederzeit offen. Natürlich auch für Fragen aus der Biographie, der Jungs, falls es jemanden interessiert.
In diesem Sinne, vielen Dank für’s Lesen und Bewerten!
- blessed be-
und
Böse Menschen, böse Lieder- böhse Onkelz immer wieder!
Viva los Tioz!
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