Epson Photo Quality Glossy Papier Testbericht

Epson-photo-quality-glossy-papier
ab 4,99
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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Hochglanz Papyrus

Pro:

Qualtät / Druckeigenschaften / Licht- und Alterungsbeständigkeit

Kontra:

Kleine Packung - Großer Preis / Könnte ruhig noch etwas dicker sein

Empfehlung:

Ja

Nicht erst seit dem Einzug des Multifunktions-Sklaven von Epson und den darin enthaltenen Promo-Pack an Epson Spezialpapieren nutzt Merkwürden manchmal besondere Papyri zum Ausdruck von Bildern. Bereits der Vorläufer des neuen Druck-Knechtes war ein ausgewiesener Fotodrucker (Stylus Color 750 Photo) und eben aus diesem Grund auch damals angeschafft worden, um nämlich die herrscherlichen Bilder von Hoheits erlauchtigster Kamera auch würdevoll zu Papier zu bringen. Manchmal muss es eben das Besondere sein. Was dem alten Drucker recht war, sollte dem Neuen nur billig sein, daher befinden sich im Fundus Merkwürdens mindestens immer mehrere Sätze Foto-Papier unterschiedlichster Art (matt/glänzend/foliert/Standard Ink Jet), auch vom Hersteller des Druckers höchst daselbst, denn diese sind zwischendurch mal immer irgendwo im Angebot, ansonsten ist der Pharao nicht sehr wählerisch, was seine Lieferanten angeht, Hauptsache das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Derzeit bietet Karstadt einen 3er-Pack Glossy (á 20 Blatt) für schlappe 19,80 Dinar an, soviel kostet sonst beinahe schon ein Einzelpack davon. Die besten Ergebnisse erreicht man angeblich ja immer nur mit den Original-Verbrauchsmaterialien, wenn man den knalligen Warnhinweisen und Werbeversprechen der Hersteller glauben darf. Doch gilt das auch für das viel gepriesene Epson Quality Photo Paper oder entpuppt sich diese Aussage als Räuberpistole, dass sich die Tuaregs am Lagerfeuer ihrer Oase erzählen, wenn die Nächte in der Wüste lang sind?...

[Glaubensfrage | Pharaos kleine Marketing-Kunde]
„Die Marke - Was anderes kommt mir nicht in die Tüte!“ Diese vollkommen behämmerte und höchst nervige Werbung läuft uns gerade verstärkt auf dem TV-Bildschirm oder großen Plakatwänden über den Weg und soll uns suggerieren, dass alles außer den schweineteuren Markenartikeln pure Blasphemie ist. (und der Einkauf bei Aldi & Konsorten sowieso dazu führt, dass man nach seinem Ableben garantiert in der Hölle schmort *g*). Dass das natürlich der pure Hohn ist, weiß eigentlich jeder, der seine Hose nicht mit der Kneifzange zumacht, denn Replikate sind erstens nicht zwingend schlechter, als ihre „Originale“. zum Zweiten handelt es sich dabei auch oft um Ware, die schlicht und ergreifend aus dem selben Haus stammt und lediglich umgelabelt wurde. Was das mit dem Papier zu tun hat? Ganz einfach: Epson stellt seine Spezial-Papiere (sowie die Tinte für die Patronen) auch nicht selbst her, sondern lässt diese fertigen und packt sie halt munter in seine blauweißen Packungen. Schon lange macht man den wirklichen Gewinn nicht mehr über seine Geräte sondern versucht die schwindenden Gewinnmargen durch die eklatant hochpreisigen Verbrauchsmaterialien aufzupeppen.

Trotz aller vollmundigen Empfehlungen „Original“ Zubehör zu benutzen um „stets optimale Ergebnisse“ zu erzielen, erweist sich der ganze Klimbim jedoch – wie so oft - als reine Marketingmasche und Lizenz zum Gelddrucken, denn man kann nämlich gar nicht nicht sicher sein, ob in der 20-Blatt-Packung von letztem Monat auch noch das Papier vom selben Hersteller steckt, wie in der grade gekauften. Lediglich die Spezifikationen müssen stimmen und die sind sogar größtenteils genormt. Im Klartext heißt das: Ob da nun „HP“, „Kodak“, „Avery/Zweckform“ oder „Pearl“ (und wie sie noch alle heißen mögen) draufsteht ist eigentlich ziemlich gleichgültig, drin steckt eh meist ein und dieselbe Papiersorte von einigen großen Papierherstellern, deren genaue Identität wir als Verbraucher sowieso nicht (oder nur schlecht) nachvollziehen können. Dank der Spezifikationen, die sie einhalten müssen, braucht man das auch nicht, es genügt, wenn sie die Vorgaben – wie in diesem Falle Epsons – erfüllen. Das tun viele No-Names aber auch, denn häufig ist auch hier das Gleiche drin...same shit – different color ;-)

[Qualitätsfrage | Der Pharao unter Druck]
Die Entscheidung, ob man nun mattes oder glänzendes Papier („glossy“ eben) verwendet richtet sich nach dem eigenen Geschmack und dem gewünschten Präsentationszweck. Die einen haben lieber ein gediegenes Hochglanzfinish (so wie ich), die Anderen lieber das mattierte, das für Reflexionen nicht so anfällig ist. Das Papier kommt für gewöhnlich in einer wiederverschließbaren Folien-Tasche zu 20 Blatt (DIN A4), mit dabei ist noch ein „Stützblatt“ (etwas stabilere Pappe), denn das Foto-Papier ist zwar dicker als Standard Ink Jet (etwa 90 – 100 g/m²) aber wegen seiner leicht folienartigen Struktur doch in sich recht labberig. Geeignet sind die Blätter laut Tüte für Ausdrucke bis 1440 dpi, was auch vollkommen ausreichend ist. Epson empfiehlt vor dem Fotodruck alles Normalpapier aus dem Zuführungsschacht zu entfernen, danach erst das Stützblatt gefolgt vom Foto-Papier einzeln für jeden Ausdruck (mit der bedruckbaren Seite nach oben) einzulegen. Trappatoni würde sagen: „Struuunz! Isse das Quats!!“ Man kann das Normalpapier (wenn\'s nicht zu viel ist) auch drin lassen und das Foto-Sheet zuoberst legen und auf die Papp-Stütze verzichten, das klappte bislang immer reibungslos.

Natürlich lassen sich auch andere Druckerfabrikate als Epson mit dem Papier befeuern, das ist deswegen wichtig, weil die Einstellungen für die Papiersorte im Treiber anders lautend sind. So steht unter den „Eigenschaften“ der Druckersteuerung natürlich bei Epson-Druckern (unter weiteren Papiersorten): „ Epson Photo Quality Glossy Paper“ speziell zur Auswahl, bei Lexmark, HP und so weiter wird der entsprechende Eintrag logischerweise ganz anders lauten. Des weiteren ist beim Ausdruck zu beachten, dass nicht alle Drucker nach dem gleichen Farbschema arbeiten, bei meinem Stylus CX 3200 (und auch schon bei meinem 750er) bin ich mit „Photo-Enhance“ immer gut gefahren, hier gilt bei anderen Druckerherstellern, dass deren Treiber das unter Umständen ganz anders handelt (wenngleich Photo-Enhance eigentlich überall Usus ist), trotzdem kann das Druckergebnis dann ganz anders ausfallen. Ihr kennt euren Drucker besser als ich und ich denke ihr wisst, welche Einstellungen in eurem Fall die besten Ausdrucke bringen. Zudem sollte man immer im Auge behalten, dass die so genannte „Farbtemperatur“ und Helligkeits/Kontrastwerte eures Monitors nicht zwingend mit denen des Druckers übereinstimmt. Ein Probedruck auf (billigerem) Ink Jet Papier ist daher anzuraten. Dazu aber im Abschnitt „Kostenfrage“ genaueres ;-)

Ein wichtiger Punkt ist aber nicht nur die Qualität des Ausdrucks an sich, sondern auch seine Haltbar- und Lichtechtheit. Man kennt das Problem von Fotos oder Bildern, die zulange der Sonne bzw. deren UV-Strahlung ausgesetzt waren, sie fangen an zu vergilben oder zu verblassen. Dafür ist jedoch nicht das Papier alleine verantwortlich, sondern auch im besonderen Maße die verwendete Tinte. Diese beiden Faktoren kommen auch zusammen, was die Wisch- und Wasserfestigkeit und die Trocknungsdauer nach dem Druck betreffen. Das Papier schlägt sich hierbei mehr als achtbar, mit ganz billigen Sorten hab ich schon üble Erfahrungen gemacht, was Verschmieren oder Verlaufen angeht, ausgefranste Kanten bei Farbübergängen – wie bei Normalpapier oder absolutem Budget Foto-Papier – kennt das Medium von Epson nicht. Vermeiden sollte man selbstverständlich, die bedruckbare Seite mit den Fingern zu betatschen, das ist der Tod für jede noch so gute Beschichtung. Die Farben bleiben lange frisch und auch das Papier vergilbt nicht, immerhin sind einige meiner ältesten Drucke nunmehr über 3 Jahre alt und sehen immer noch verdammt gut aus. Die Trocknungszeit ist angenehm kurz, fast sofort kann man das Bild anfassen und auch (versehentlich) mit den Fingern berühren, da passiert nix. Richtiggehend Wasserfest sind die Kreationen indes nicht wirklich, Tröpfchen sind zu verschmerzen (trocknen lassen – nicht abwischen!), doch eintunken sollte man den Ausdruck nicht...aber wer macht das schon ? ;-)

[Kostenfrage | Der Pharao rechnet mit Allem]
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Fotodruck mehr Tinte konsumiert, das ist so nicht richtig, wenn man so ein spezielles Papier verwendet und den Drucker vom Treiber her richtig einstellt, verbraucht man sogar de facto weniger. Das liegt daran, dass unbeschichtetes Normalpapier Tinte aufsaugt und dementsprechend mehr davon aufgetragen werden muss, um ein - einem Fotodruck zumindest ähnliches – ordentliches Ergebnis zu erzielen. Außerdem sind die Ergebnisse auf Glossy (und natürlich auch mattem) Fotopapier bei weitem brillanter und schärfer. Was den Tintenverbrauch hochtreibt sind die nötigen Probeausdrucke, die man machen sollte, bis man das teure Papier verbrät, denn ein vergeigter Ausdruck kostet mindestes 50 Cent (bei einem Durchschnittspreis von 10 € / 20 Blatt), da überlegt man sich schon gut, ob man einfach aufs Geratewohl loslegt. Geht man dann aber in Seriendruck, weil man eine ganze Reihe des gleichen Bildes anfertigen will, sinkt der Tintenverbrauch wieder und „nur“ die nicht grade geringen Kosten pro Blatt fallen stärker ins Gewicht.

Das Quality Paper ist schon dicker, als billigste Budget-Ware, dass muss man ihm schon zugestehen – irgendwo muss sich der Preis ja rechtfertigen. Als Ersatz für Laborabzüge Eurer Urlaubsfotos u.ä. ist diese Papierart aber ziemlich ungeeignet. Es ist (auch wenn man mehrere Bilder in 9 x 13 auf einen Sheet druckt) schlichtweg zu dünn für meinen Geschmack. Wer solche Ambitionen hegt muss tiefer in die Tasche greifen und sich die noch kostspieligere Version (mit dem ehrfurchtgebietenden Zusatz „Premium“) zulegen. Die kommt von der Stabilität her Foto-Karton schon sehr nahe. Ab da stellt sich dann aber wirklich die Frage, ob ein Abzug aus dem Labor nicht doch billiger kommt. Ich drucke mit dem Glossy beispielsweise immer nur Bilder, die ich in A4 haben möchte und dann stabil hinter Glas packe, denn A4 Ausdrucke vom eigenen Rechner sind etwa genauso teuer, wie ein Laborprint (z.B. bei Saturn, MediaMarkt etc.) In den seltensten Fällen mache ich mal 4 Index-Prints auf einem Blatt im Format 9 x 13. Das schlägt dann nicht ganz so stark in die leere Staatskasse ein ;-)

[Die Mutter aller Fragen | Das pharaonische Fazit]
Qualitativ kann man wirklich nicht meckern, das feste Papier lässt sich gut bedrucken, hat gute Trocknungseigenschaften, ist lange Zeit haltbar und bleibt dabei höchst ansehnlich, egal ob glänzend oder matt. Wenn immer ich ein Sonderangebot erspähe greife ich zu und stocke meine Vorräte auf. Über die teilweise angesagten 20 oder gar 30 € pro 20er Pack, die ich bei verschiedenen Online-Anbietern und Büro Märkten auch schon gesehen habe, kann ich nur den Kopf schütteln, dass ist mir der Spaß dann absolut nicht wert. Gutes Foto-Papier sollte man sich schon gönnen, ob dies nun unbedingt dieses sein muss, kann man nicht ohne weiteres bejahen, es gibt durchaus auch andere Anbieter, welche die gleiche (und bessere) Qualität bieten. Gelegenheitsdrucker, die vollkommen auf Nummer sicher gehen wollen, können bedenkenlos zugreifen und machen bestimmt nichts falsch. Poweruser mit hohem Druckaufkommen sehen sich besser nach billigeren Alternativen um, auch 50 Cent, pro Blatt sind schließlich kein Pappenstiel und für Urlaubsfotos im Standardformat für’s Familienalbum ist eher das noch edlere „Premium“ geeignet. Das „Quality“ im Namen steht hier durchaus zurecht, doch leider hat das bei Epson auch seinen Preis, somit ziehe ich deswegen einen klitzekleinen Glitzerstern ab.

So Long

Der Tintenstrahl-Pharao

Warnhinweis:
Schnellklicker senden mir bitte ihr grausamen Konterfeis per Mail, ich brauch noch dringend Material für „Dumpfbacken gegen Darmverstopfung“ in der Tempel-Toilette...pharaonischen Dank! ;-)

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