Das Jesus Video (gebundene Ausgabe) / Andreas Eschbach Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sixthaselbach
Jesus auf Video - was wäre wenn...?
Pro:
Spannung pur - man legt`s nicht mehr aus der Hand
Kontra:
kein
Empfehlung:
Ja
Ich gehöre nicht gerade zu den gläubigsten Menschen auf dieser Welt, obwohl ich brav meine Kirchensteuer bezahle. Auch bin ich nicht das, was man so schön als Leseratte bezeichnet. Trotzdem kam mir ein Buch zwischen die Finger, das mich so in seinen Bann zog, dass ich es kaum aus der Hand legte, und Jesus spielt in gewisser Weise die Hauptrolle.
Die Kirche gehört unumstritten zu den größten Wirtschaftsimperien dieser Welt. Mit geschickten und oft brutalen „Marketingstrategien“ gelang es ihr in der Geschichte, sich nicht nur über zweitausend Jahre lang zu halten, nein, sie wurde sogar zu einer ultrareichen Institution.
Was wäre wenn es einen Beweis gäbe, dass das Fundament, auf dem die Kirche Ihr Gebäude errichtet hat, mit Rissen überzogen ist? Was wäre, wenn es z.B. einen Beweis gäbe, dass Jesus nicht der war, zu den ihn die Kirche gemacht hat? Oder er hat niemals existiert!! Was wäre dann?
Ein Medienimperium kann heutzutage sehr mächtig sein. Meinungen können beeinflußt werden, Nachrichten erkauft und politische Vorgängen gelenkt werden. Was würde es für ein Medienriesen bedeuten, über diesen Beweis zu verfügen? Welche Einschaltquoten könnten erreicht werden? Wer würde wieviel dafür bezahlen? Was wäre man bereit dafür zu tun, um an diesen Beweis zu kommen?
Und jetzt stell Dir vor, Du seist ein abenteuerlustiger Student. Stell Dir weiter vor, Du stehst selber kurz vor der Entdeckung dieses Beweises und tust alles, um an diesen Beweis heran zu kommen. Doch plötzlich hast Du es mit den größten und mächtigsten Organisationen der Welt zu tun, die alles, wirklich alles tun werden Dich daran zu hindern. Der eine aus Kommerzgründen, der andere, um seine Vormachtsstellung zu halten.
Herrlicher Thriller-Stoff.
Stephen Foxx, ein kaufmännisch geschickter und daher nicht gerade mittelloser Student, nimmt aus Wissensdurst und Abenteuerlust immer wieder an Expeditionen und Ausgrabungen teil. Diesmal ist er Helfer bei Ausgrabungen in Israel. Er macht den
großen Fund. Ein Skelett, nachweislich über 2000 Jahre alt, mit Almanganfüllungen in den Zähnen und einem „genagelten“ Beinbruch. Paradox, nicht war?Neben dem Skelett findet er einen kleines Säckchen mit der Gebrauchsanweisung einer Sony-Videokamera. Wie sich herausstellt, entspricht das Alter des Papiers dem Alter des Skeletts. Er meldet den Fund brav dem Ausgrabungsleiter und der wiederum dem Sponsor der Ausgrabung, John Kaun, Inhaber eines internationalen Medienkonzerns.
Schnell ist eine Theorie aufgestellt. Nachdem die Labors bestätigen, dass die Altersangaben richtig sind kommt man zu dem Schluß, dass es sich um einen Zeitreisenden handen muß. Und wenn man eine Gebrauchsanweisung einer Videokamera findet, die noch dazu erst in 3 Jahren auf dem Markt kommen wird, dann hatte auch er eine Kamera dabei (oder wird in spätestens 3 Jahren eine dabei haben....boh..). Und wenn er die Kamera dabei hatte (haben wird), dann gibt es auch sicher ein Video. Experten werden eingeflogen, darunter ein Schriftsteller von Zeitreiseromanen, ein Geschichtsprofessor, Archäologen...usw...! Irgendwo in Israel gibt es also noch eine Kamera und mit viel Glück eine Magnetaufzeichnung, die aller Theorie nach noch brauchbar ist. Diese galt es zu finden. Eine Sensation........
Stephen Foxx, der abenteuerlustige Student hatte zu allererst an einen Streich gedacht. Eine Sony-Gebrauchsanleitung bei einer 2000 Jahre alten Leiche!?Dann zweifelte er und hat die Situation erfaßt. Es bestand doch die Chance., dass......? Oder etwa nicht? Doch, sie bestand und deshalb beschloß er nicht den kompletten Fund zu melden. Ein kleines zusammengefaltetes Stück Papier unterschlug er. Und wie sich dann, sehr spannend geschrieben, in einem Labor herausstellte, war das ein Brief des „Zeitreisenden“ in dem er berschieb, wo die Kamera samt Aufzeichnung zu finden ist (und dann doch nicht so leicht zu finden war).
Da John Kaun, der Medienmogul und Sponsor der Ausgrabung, ein Riesengeschäft mit der Kirche witterte, bot er dem Heiligen Stuhl einen Deal an, der damit Wind von der Sache bekam. Das Rennen um das Jesus-Video beginnt. Stephen Foxx,der Student, John Kaun, der Multimillionär, und die katholische Kirche.
Auf den ersten Blick scheint Das Jesus Video ein ganz normaler SciFi-Roman zu sein. Doch weit gefehlt. Der Autor, Andreas Eschbach, versteht es hervorragend die eigentliche Sensation dermaßen plausibel zu verpacken, dass es dem Leser, also in diesem Fall mir, ganz normal erscheint, dass dieses Video existiert. Geschickt lenkt er die Handlung in eine bestimmte Richtung, und man glaubt schon zu erahnen was gleich geschehen wird, um dann einen Haken zu schlagen. Ein Anhaltspunkt nach dem anderen ergeben ein klares Bild, das der letzte Anhaltspunkt wieder komplett zerstört. Am liebsten würde man einige Seiten vorblättern, um zu erfahren wie es weitergeht. Doch: Disziplin. Eine Hinhaltetechnik, die seinesgleichen sucht. Spannungsgeladen und in jeder Einzelheit perfekt durchdacht.
Doch was dieses Buch darüber hinaus zu einem hervorragenden Werk macht, sind auch die
Betrachtungsweisen von Kommerz und Kirche und die damit verbundenen „Was wäre wenn-Fragen“ und die Auswirkungen der Antwort. Was wäre wenn es Jesus nie gegeben hätte und man könnte das beweisen? Warum erschienen die ersten Niederschriften über Jesus erst 80 Jahre nach seinem Tod? Jesus wirkte „aktiv“ über 3 Jahre und zettelte fast eine Rebellion an. Warum gibt es keine römischen Aufzeichnungen über diese Person? Oder umgekehrt. Was wäre, wenn bewiesen wird, dass es genau so war? Wieviel würde die Menschheit für diesen
Beweis bezahlen? Geschickt und unaufdringlich baut Eschbach all dies in die spannungsgeladene Handlung mit ein. Bleibt nur noch die Frage: Wie kam (kommt) nun der Zeitreisende wirklich in die Vergangenheit. War das Absicht, oder ein Versehen? Ich sag nix mehr...
Ich habe schon viel zu viel verraten. Doch mehr geht nicht, denn sonst wird jedem Leser der Lesegenuß genommen, der diesem Werk innewohnt. Ein wenig SciFi, ein bißchen Weltanschauung, viel Logig, Spaß und eine gehörige Portion Spannung und thrill.
Mein Fazit: Unbedingt lesen. Es wird nie langweilig. Man liest immer länger, als man sich für den Abend vorgenommen hat und wenn man das Buch mal aus der Hand legt, dann nur, um einmal tief durchzuatmen. Danach geht`s gleich weiter, weil man einfach weiterlesen MUSS.
Das Buch ist im Bastei-Lübbe Verlag erschienen, hat die ISBN-Nr. 3-404-14294-2 und kostete mich 8,45 Euro.
Viel Spaß beim Lesen des Buches.
Sixthaslbach
Die Kirche gehört unumstritten zu den größten Wirtschaftsimperien dieser Welt. Mit geschickten und oft brutalen „Marketingstrategien“ gelang es ihr in der Geschichte, sich nicht nur über zweitausend Jahre lang zu halten, nein, sie wurde sogar zu einer ultrareichen Institution.
Was wäre wenn es einen Beweis gäbe, dass das Fundament, auf dem die Kirche Ihr Gebäude errichtet hat, mit Rissen überzogen ist? Was wäre, wenn es z.B. einen Beweis gäbe, dass Jesus nicht der war, zu den ihn die Kirche gemacht hat? Oder er hat niemals existiert!! Was wäre dann?
Ein Medienimperium kann heutzutage sehr mächtig sein. Meinungen können beeinflußt werden, Nachrichten erkauft und politische Vorgängen gelenkt werden. Was würde es für ein Medienriesen bedeuten, über diesen Beweis zu verfügen? Welche Einschaltquoten könnten erreicht werden? Wer würde wieviel dafür bezahlen? Was wäre man bereit dafür zu tun, um an diesen Beweis zu kommen?
Und jetzt stell Dir vor, Du seist ein abenteuerlustiger Student. Stell Dir weiter vor, Du stehst selber kurz vor der Entdeckung dieses Beweises und tust alles, um an diesen Beweis heran zu kommen. Doch plötzlich hast Du es mit den größten und mächtigsten Organisationen der Welt zu tun, die alles, wirklich alles tun werden Dich daran zu hindern. Der eine aus Kommerzgründen, der andere, um seine Vormachtsstellung zu halten.
Herrlicher Thriller-Stoff.
Stephen Foxx, ein kaufmännisch geschickter und daher nicht gerade mittelloser Student, nimmt aus Wissensdurst und Abenteuerlust immer wieder an Expeditionen und Ausgrabungen teil. Diesmal ist er Helfer bei Ausgrabungen in Israel. Er macht den
großen Fund. Ein Skelett, nachweislich über 2000 Jahre alt, mit Almanganfüllungen in den Zähnen und einem „genagelten“ Beinbruch. Paradox, nicht war?Neben dem Skelett findet er einen kleines Säckchen mit der Gebrauchsanweisung einer Sony-Videokamera. Wie sich herausstellt, entspricht das Alter des Papiers dem Alter des Skeletts. Er meldet den Fund brav dem Ausgrabungsleiter und der wiederum dem Sponsor der Ausgrabung, John Kaun, Inhaber eines internationalen Medienkonzerns.
Schnell ist eine Theorie aufgestellt. Nachdem die Labors bestätigen, dass die Altersangaben richtig sind kommt man zu dem Schluß, dass es sich um einen Zeitreisenden handen muß. Und wenn man eine Gebrauchsanweisung einer Videokamera findet, die noch dazu erst in 3 Jahren auf dem Markt kommen wird, dann hatte auch er eine Kamera dabei (oder wird in spätestens 3 Jahren eine dabei haben....boh..). Und wenn er die Kamera dabei hatte (haben wird), dann gibt es auch sicher ein Video. Experten werden eingeflogen, darunter ein Schriftsteller von Zeitreiseromanen, ein Geschichtsprofessor, Archäologen...usw...! Irgendwo in Israel gibt es also noch eine Kamera und mit viel Glück eine Magnetaufzeichnung, die aller Theorie nach noch brauchbar ist. Diese galt es zu finden. Eine Sensation........
Stephen Foxx, der abenteuerlustige Student hatte zu allererst an einen Streich gedacht. Eine Sony-Gebrauchsanleitung bei einer 2000 Jahre alten Leiche!?Dann zweifelte er und hat die Situation erfaßt. Es bestand doch die Chance., dass......? Oder etwa nicht? Doch, sie bestand und deshalb beschloß er nicht den kompletten Fund zu melden. Ein kleines zusammengefaltetes Stück Papier unterschlug er. Und wie sich dann, sehr spannend geschrieben, in einem Labor herausstellte, war das ein Brief des „Zeitreisenden“ in dem er berschieb, wo die Kamera samt Aufzeichnung zu finden ist (und dann doch nicht so leicht zu finden war).
Da John Kaun, der Medienmogul und Sponsor der Ausgrabung, ein Riesengeschäft mit der Kirche witterte, bot er dem Heiligen Stuhl einen Deal an, der damit Wind von der Sache bekam. Das Rennen um das Jesus-Video beginnt. Stephen Foxx,der Student, John Kaun, der Multimillionär, und die katholische Kirche.
Auf den ersten Blick scheint Das Jesus Video ein ganz normaler SciFi-Roman zu sein. Doch weit gefehlt. Der Autor, Andreas Eschbach, versteht es hervorragend die eigentliche Sensation dermaßen plausibel zu verpacken, dass es dem Leser, also in diesem Fall mir, ganz normal erscheint, dass dieses Video existiert. Geschickt lenkt er die Handlung in eine bestimmte Richtung, und man glaubt schon zu erahnen was gleich geschehen wird, um dann einen Haken zu schlagen. Ein Anhaltspunkt nach dem anderen ergeben ein klares Bild, das der letzte Anhaltspunkt wieder komplett zerstört. Am liebsten würde man einige Seiten vorblättern, um zu erfahren wie es weitergeht. Doch: Disziplin. Eine Hinhaltetechnik, die seinesgleichen sucht. Spannungsgeladen und in jeder Einzelheit perfekt durchdacht.
Doch was dieses Buch darüber hinaus zu einem hervorragenden Werk macht, sind auch die
Betrachtungsweisen von Kommerz und Kirche und die damit verbundenen „Was wäre wenn-Fragen“ und die Auswirkungen der Antwort. Was wäre wenn es Jesus nie gegeben hätte und man könnte das beweisen? Warum erschienen die ersten Niederschriften über Jesus erst 80 Jahre nach seinem Tod? Jesus wirkte „aktiv“ über 3 Jahre und zettelte fast eine Rebellion an. Warum gibt es keine römischen Aufzeichnungen über diese Person? Oder umgekehrt. Was wäre, wenn bewiesen wird, dass es genau so war? Wieviel würde die Menschheit für diesen
Beweis bezahlen? Geschickt und unaufdringlich baut Eschbach all dies in die spannungsgeladene Handlung mit ein. Bleibt nur noch die Frage: Wie kam (kommt) nun der Zeitreisende wirklich in die Vergangenheit. War das Absicht, oder ein Versehen? Ich sag nix mehr...
Ich habe schon viel zu viel verraten. Doch mehr geht nicht, denn sonst wird jedem Leser der Lesegenuß genommen, der diesem Werk innewohnt. Ein wenig SciFi, ein bißchen Weltanschauung, viel Logig, Spaß und eine gehörige Portion Spannung und thrill.
Mein Fazit: Unbedingt lesen. Es wird nie langweilig. Man liest immer länger, als man sich für den Abend vorgenommen hat und wenn man das Buch mal aus der Hand legt, dann nur, um einmal tief durchzuatmen. Danach geht`s gleich weiter, weil man einfach weiterlesen MUSS.
Das Buch ist im Bastei-Lübbe Verlag erschienen, hat die ISBN-Nr. 3-404-14294-2 und kostete mich 8,45 Euro.
Viel Spaß beim Lesen des Buches.
Sixthaslbach
16 Bewertungen, 2 Kommentare
-
09.02.2005, 13:13 Uhr von sindimindi
Bewertung: sehr hilfreichEine tolle Idee von Eschenbach - der eine hanebüchene Story spannend verpackt hat...für ihn hat sich die Sache gelohnt!$$ LG; Roland
-
09.02.2005, 12:57 Uhr von autobus5769
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht
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