Fach Ethik Testbericht

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Erfahrungsbericht von Labryslady

Ethik - das Stiefkind unter den Schulfächern

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zu Beginn muß ich sagen, ich selbst bin Atheistin und gehöre dem Bund für Geistesfreiheit an. Meine persönliche Meinung ist deshalb, daß konfessioneller Religionsunterricht an staatl. Schulen nichts zu suchen hat. Aber gut, es gibt nunmal christlichen Religionsunterricht an Schulen.
Kinder, welche keiner christlichen Konfession angehören, also einer anderen Religionsgemeinschaft oder Weltanschauung angehören, haben ersatzweise das Fach Ethik zu besuchen. Dies ist natürlich im Sinne der Gleichbehandlung aller Kinder erforderlich. Sonst hätten nicht-christliche Kinder weniger Unterricht und mehr Freistunden, welche christliche Kinder nicht hätten. Es soll also keine Ungleichbehandlung zwischen christlichen und nicht-christlichen Kindern geben, und trotzdem gibt es diese Ungleichbehandlung. Während Religionslehre als Abiturfach, sowie an Fachakademien für Sozialpädagogik als Abschlußprüfungsfach, gewählt werden kann, ist es nicht möglich Ethik als Abiturfach oder Abschlußfach an einer FAK f. Sozialpädagogik (vielleicht auch an anderen berufsbildenden Schulen) zu wählen. Dies stellt ganz klar eine Ungleichbehandlung und eine Abwertung des Ethikunterrichts dar.
Als ich eine Fachakademie für Sozialpädagogik besuchte, wurde Ethik Freitags von 16:30 bis 18:00 Uhr angeboten, wohl um Schüler abzuschrecken, zu dieser fortgeschrittenen Stunde noch Unterricht zu besuchen und deshalb Ethik erst gar nicht zu wählen. 5 hartgesottene Atheisten, inklusive mir, hielten aber beharrlich jeden Freitag in Ethik die Stellung.
Da es keinen Lehrplan für Ethik gab (man war wohl der Meinung, der Kurs würde eh nicht zustande kommen, weil man ihn auf eine scheiß - sorry der Ausdruck - Unterrichtszeit gelegt hatte), konnten wir selbst festlegen, worüber wir in der Doppelstunde sprechen wollten. Unser Lehrer brachte dann für das von uns festgesetzte Thema Unterrichtsmaterial mit. Einige unserer gewählten Themen waren: Das Menschenbild des Humanismus, das Frauenbild der Weltreligionen, Religionen und Homosexualität, Sekten, Astrologie und Aberglaube, der Mensch und die Gesellschaft, Ethik und Gesetze, Randgruppen und Minderheiten, Moral und Werteverschiebung. Unser Lehrer war übrigens selbst Humanist. Durch ihn kam ich später zum Bund für Geistesfreiheit.
Mittlerweile habe ich selbst eine Tochter, die im September eingeschult wird. Selbstverständlich wird meine Tochter auch den Ethikunterricht besuchen.
Übrigens gibt es die Möglichkeit Ethiklehrer, die gleichzeitig Religionslehrer sind, als Ethiklehrer für sein Kind abzulehnen, da man bei Religionslehrern nicht davon ausgehen kann, daß sie im Ethikunterricht ihren Unterricht religionsneutral gestalten und nicht doch unterschwellig eine christliche Missionierung mit einfließt.

11 Bewertungen, 3 Kommentare

  • maybe1987

    27.06.2002, 17:15 Uhr von maybe1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    du hast zwar viele eigne erfahrungen eingebracht aber wenn du das jdm.sagst der noch nie was von Ethik gehört hat hält das fach für total überflüssig und das ist es ja nun auch nicht!

  • darkeye669

    26.04.2002, 14:47 Uhr von darkeye669
    Bewertung: sehr hilfreich

    Für welche die Ethik nicht kennen, hast du nichts gebracht, ausser, dass es nicht religiös ist.

  • Maxilenium

    06.04.2002, 17:37 Uhr von Maxilenium
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nicht sehr informatif. Vor und Nachteile besser erleutern und den Begrif Ethik näfer spezifizieren. lg maxi