Europäische Küche Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Arbeits- und Zeitaufwand:  durchschnittlich
  • Kosten:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von paquerette

Lecker Bratlinge!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bratlinge? Körnerfraß für Vegetarier?
So ein Quatsch! Bratlinge sind eigentlich das ideale Essen sowohl für Koch-Dummies als auch für Kreativlinge!
Für erstere gilt:
Man nehme x, y und z, packe dies in eine Schüssel, rühre kräftig um und brate das ganze. Fertig.
Für letztere ist das ganze mit mehr Arbeit, aber auch viiiel mehr Spaß verbunden:
Man blicke in den Kühlschrank, suche alle verfügbaren Reste heraus, mische x mit y, füge noch ein wenig z und eine Prise a hinzu, finde die Konstistenz noch nicht befriedigend, matsche also noch kräftig b und c mit rein, tauche in den gewürzschrank und füge noch 3 andere Sachen hinzu und brate das ganze schließlich lecker knusprig goldbraun.

Da ich mehr zu den kreativen Chaotenköchen gehöre, traue ich euch diesen intellektuellen Anspruch jetzt auch mal zu, und gehe ohne speziellere Mengenangaben ins Detail, denn meistens hat man das doch eh nicht so da, wie's im Rezept steht. ;-)

Man sollte mit einer großen Schüssel beginnen, denn meiner Erfahrung nach wird es eh immer mehr als man am Anfang plant, und kann einmal eine ganze Großfamilie oder sich selbst eine Woche lang ernähren...
Dann, wie bereits erwähnt, peilt man erstmal die Lage, was sich so in den Schränken findet. Gut geeignet sind z.B.
- Möhren
- alles Lauchähnliche (Frühlingszwiebeln, Porree, Lauch etc.)
- Käse (am besten schon geraspelt, man ist ja faul...)
- Haferflocken
- Zwiebeln/Schalotten
- Mehl (Vollkorn-)
- Eier
- Milch/Joghurt/Quark/Schmand/CremeFraîche
- Getreide (Grünkernschrot, Dinkel ...)
- Körner/Kerne (Sonnenblumen-, Kürbis- ...)
- Kräuter (Schnittlauch, Petersilie ...)
etc.
Aber natürlich braucht man nicht alles hiervon; dies soll nur eine kleine Anregung sein, was besonders kompatibel ist.

Zubereitung:
Möchte man irgendwelches Getreide verwenden, sollte man das als allererstes kochen, ziehen und abkühlen lassen (Anleitung steht meistens auf der Packung), denn es braucht am längsten und kochenheiß darin rumzupampen ist auch nicht wirklich lustig.
Hat man Möhren sollte man die währenddessen raspeln, denn das ist meiner Ansicht nach die anstrengenste Arbeit (es sei denn, man hat eine Küchenmaschine oder kann seine kleine Schwester dafür begeistern...) und da man ja immer zwischendurch ausruhen muss, auf dass der Arm nicht abfällt, kann das schon so seine Zeit dauern.
Ist das geschafft, kommt es eigentlich gar nicht mehr großartig auf die Reihenfolge an, nur sollte man möglichst erst alle trockenen Sachen vermischen und dann die Feuchtigkeit zusetzen... Spart Puste! *g*
Vorsicht mit Milchprodukten, die machen das ganze sehr schnell reichlich matschig, also nur sparsam verwenden, wenn man nicht einen einzigen großen Fladen braten möchte!
Ein Ei ist praktisch zum zusammenkleben der Masse, allerdings würde ich auch nicht mehr als eins nehmen, weil das sonst zu sehr nach Eierstich schmeckt...
Ganz wichtig zum Schluß (meinetwegen auch schon zwischendurch mal): WÜRZEN!!! (Schmeißt rein, was ihr wollt bzw. was der Gewürzschrank so hergibt, aber übertreibt es nicht... 5 verschiedene Sorten Chilli-Pulver könnten manchen Begeisterungssturm im Hustanfall ersticken... ;-) )

Wenn ihr zum Andicken Mehl verwendet habt, laßt die Masse vor dem Kochen noch 20 bis 30 Minuten stehen, ansonsten geht's gleich los... Fenster auf... Abzugshaube an... Tür zu... Schürze an... Fett in der Pfanne heiß gemacht... und mit'm Löffel kleine Portionen in die Pfanne werfen und platt drücken. Reichlich Fett ist nötig, damit es vernünftig brät und nicht schwarz wird. Ein wenig abschwächen kann man diese Kalorienbombe indem man die fertigen Bratlinge erst auf ein Küchenpapier und dann auf den Teller legt. Heiß anfangen, auf mittlerer Hitze weiterbraten, beizeiten wenden, Mitesser zum Tischdecken abkommandieren et voilà! :-)

Bratlinge kann man übrigens mit Soße, Creme fraîche, Nudeln, Reis oder was immer ihr wollt essen...

Guten Appetit!

5 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Sascha1982wtal

    14.02.2002, 19:07 Uhr von Sascha1982wtal
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich lese hier immer bessere Sachen

  • barbar001

    14.02.2002, 15:23 Uhr von barbar001
    Bewertung: sehr hilfreich

    die mach ich auch aus gekochten Linsen