Evil (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Realjackass
Gewalt ist keine Lösung
Pro:
Sehr realitätsnah, Top Schauspieler, Spannend und bewegend, anspruchsvoll
Kontra:
Gibt es hier nicht
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich außnahmsweise mal nicht über irgendwelche perversen Ausartungen oder einen Splatterstreifen berichten, sondern über ein Drama, genauer gesagt den Schwedischen Erfolgsfilm "Evil". Schon seit ich das erste Mal die Inhaltsangabe zu diesem Streifen gelesen habe, war klar, dass ich ihn unbedingt haben musste. Vor ein paar Tagen habe ich die DVD dann bei ebay bestellt, die ich gestern erhielt, nun hoffe ich, euch mit meinem Bericht weiterhelfen zu können.
Story
------------------------
Schweden in den 50er Jahren:
Der 16 jährige Erik Ponti (Andreas Wilson) stammt aus einfachen Verhältnissen und wird von seinem Stiefvater regelmäßig geschlagen und misshandelt. Seine eigene Frustration lässt er deshalb an seinen Mitschülern aus, bis er eines Tages, nach einer Schlägerei zuviel, von der Schule geworfen wird. Erik´s Mutter (Marie Richardson) verkauft daraufhin all ihr Hab und Gut, um ihn auf das Elite-Internat Stjärnsberg schicken zu können. Erik gibt ihr das Versprechen, sich fortan nicht mehr zu prügeln, da Stjärnsberg seine letzte Chance auf einen vernünftigen Abschluss ist.
Dort angekommen wird er in das Zimmer von Pierre (Henrik Lundström) eingeteilt, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht. Erik muss aber schon bald am eigenen Leib erfahren, dass die Regeln in Stjärnsberg anders als in anderen Schulen sind, denn hier haben nicht die Lehrer, sondern die Oberstufenschüler das sagen und jeder, der ihnen nicht gehorcht, wird schickaniert und tyranisiert. Der rebellische Erik hat allerdings keine Lust, nach deren Pfeife zu tanzen und wird deshalb schon bald zur Zielscheibe der Oberstüfler. Diese lassen keine Möglichkeit aus, Erik die Zeit in Stjärnsberg zur Hölle zu machen. Dieser erträgt alles mit zusammengebissenen Zähnen, denn obwohl er seinen Peinigern im Faustkampf weit überlegen wäre, würde er sofort von dem Internat fliegen, würde er einen Oberstüfler schlagen. Als der Anführer der Oberstüfler, Otto Silverhielm (Gustaf Skarsgård) irgendwann merkt, dass Erik nicht zu knacken ist, erniedrigt er fortan dessen Freund Pierre..
Schauspieler
-----------------------------
Die Hauptrolle wird von dem Schwedischen Schauspieler Andreas Wilson gespielt, der heute 24 Jahre alt ist und für die Rolle des Erik neben 120 anderen Interessenten vorsprach und letztendlich gewählt wurde. Dies war zugleich sein Debut als Schauspieler und verhalf ihm in Schweden, wo der Streifen ein großer Erfolg war, zu viel Bekanntheit. Er wurde, wie man so schön sagt, über Nacht zum Star und wird demnächst noch in vielen weiteren Filmen zu sehen sein. Dies ist deshalb erstaunlich, weil Andreas Wilson nicht unbedingt das Aussehen eines Brad Pitt hat, sondern alleine durch schauspielerisches Talent so weit gekommen ist. Er wirkt sehr kräftig und auf den ersten Blick sogar leicht unsymphatisch, doch dieses Gefühl verfliegt noch in den ersten fünf Minuten wieder. Der rebellische Erik ist ein sehr brutaler Zeitgenosse, der aber seiner Mutter wegen der Gewalt abschwört und sich nun an Stjärnsberg mit anderen Mitteln zu behaupten versucht. Dies stellt eine völlig neue und deshalb schwierige Erfahrung für den Draufänger dar, der die Demütigungen der älteren Schüler fortan mit zusammengebissenen Zähnen über sich ergehen lässt. Sollte er nur ein mal zurüsckschlagen, hat das einen sofortigen Rauswurf zur Folge. Andreas Wilson spielt in seiner Debutrolle so, als hätte er nie etwas anderes getan und überzeugt zu jedem Zeitpunkt. Einen Teil dazu bei trägt sicherlich auch die Deutsche Synchronstimme, die sehr bekannt ist und dem Charakter nochmal einiges an zusätzlichem Charisma verleiht.
Desweiteren noch einen wichtigen Part im Film übernimmt Henrik Lundström, hier als Pierre Tanguy zu sehen. Pierre ist Eriks Zimmernachbar und der einzige, der von Anfang an bedingungslos zu ihm hält. Er kann im Gegensatz zu Erik nicht viel mit Sport anfangen, sondern bevorzugt Bücher, zudem ist er der beste Schüler an Stjärnsberg. Was ihn auch sehr von Erik unterscheidet, ist dass er keine Kämpfernatur ist, sondern jemand, der den Oberstüflern sofort gehorcht. Der stets sehr schüchtern dreinblickende Henrik Lundström verleiht diesem Charakter eine ungeheure Tiefe und lässt ihn sehr authentisch und echt erscheinen. Auch hier war wieder ein toller Synchronsprecher am Werk, der den meisten wohl bekannt sein dürfte.
Otto Silverhielm ist derjenige, auf den alle Oberstüfler hören, derjenige, der das sagen hat. Er entwickelt von Anfang an einen Hass auf Erik, da dieser sich ihm wiedersetzt und Silverhielm deshalb wie einen Idioten dastehen lässt. Dies lässt seine Methoden immer brutaler werden. Gustaf Skarsgård spielt überzeugend den Part des Wolfs im Schafspelz. Die restlichen Nebendarsteller wissen auch alle zu gefallen, sie spielen glaubwürdig und größtenteils symphatisch.
Daten zum Film
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Originaltitel: Ondskan
Alternativtitel: -
Land: Dänemark, Schweden (2003)
Regie: Mikael Håfström
Buch: Hans Gunnarsson, Klas Östergren, Mikael Håfström
Länge: ca. 108:44 Min.
Freigabe: FSK 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
--------------------------------
In Deutschland sind bislang zwei DVD-Fassungen des Films erschienen, die beide von dem namenhaften Label E-M-S vertrieben werden. Ich bin im Besitz der 2 Disc Special Edition und kann diese nur empfehlen. Zwar läuft die DVD beim herausnehmen jedes Mal gefahr, beinahe zu zerbrechen, aber von dem mal abgesehen, hat diese Scheibe alles was man braucht: Eine Top Qualität, Deleted Scenes und ein Making Of. Wer es dagegen lieber günstiger hat, der ist mit der Single Disc gut bedient.
Kritik
------------------------
"Evil" von Mikael Håfström war in Schweden ein absoluter Erfolg, von etwa 8 Millionen Schweden haben etwa 1 Million den Streifen im Kino gesehen, was für sich sprechen sollte. Mikael Håfström ist dabei absolut kein Unbekannter, sein zuletzt gedrehter Film ist der Thriller "Entgleist" mit Clive Owen und Jennifer Aniston in den Hauptrollen. Wie in der Einleitung erwähnt, wollte ich "Evil" sehen, seit ich zum ersten Mal von der Story hörte und habe mir den Streifen eines Tages dann einfach auf ebay gekauft, was sich im Nachhinein betrachtet wirklich gelohnt hat!
Die Story ist allerdings, so klasse sie im Endeffekt umgesetzt wurde, im Grunde nichts neues. Ein 16 jähriger kommt neu an eine Schule und wird dort fertig gemacht. Was nach nichts großertigem klingt, hat sich unter der Regie von Håfström zu einem unterhaltsamen, bewegenden Drama entwickelt, das letztendlich zu denken gibt und das sicherlich niemanden kalt lässt. Was uns hier gezeigt wird, ist ein Teufelskreis. Otto Silverhielm und die anderen Oberstüfler wurden vermutlich selbst schickaniert und gedemütigt, als sie an der Schule angefangen haben, dafür rächen sie sich nun gnadenlos an denjenigen, die dafür nicht im geringsten etwas können. Bislang klappte das auch gut, die Lehrer hielten sich aus allem raus. Doch Erik lässt sich dies nicht gefallen. "Brich ihre Regeln, bevor sich dich brechen", so die Aufschrift auf der DVD, trifft das hier gezeigte voll und und ganz.
Allerdings darf man nicht den Fehler machen und ein reinrassiges Drama erwarten, dass einem ununterbrochen auf die Tränendrüse drückt. "Evil" ist auch kein Film, bei dem zum Schluß der große Höhepunkt folgt, bei dem dann Taschentuch-Alarm herrscht - im Gegenteil: Zu Tränen rühren wird dieser knallharte Film vermutlich nur die wenigsten, aber wer ernsthaft behauptet, nach Betracht des Streifens nicht über das gesehene nachgedacht zu haben, der hat sicherlich gelogen. "Evil" ist kein realitätsfremder Film, bei dem man auf Teufel komm raus das Publikum berühren möchte, sondern ein Streifen, der voll und ganz von seinen Charakteren lebt. So oder so ähnlich könnte es auch an jeder größeren Schule aussehen, wodurch man sich nicht durch Sprüche wie "Ist eh nur ein Film" von dem gezeigten entfernen kann.
"Evil" ist anspruchsvolles Kino, ohne Frage. Anspruchsvolles Kino allerdings, das einen großen Vorteil aufweist: Es ist leicht zugänglich und nach den typischen Mustern eines Mainstreamfilmes aufgebaut. Dies macht den Film eventuell auch für Leute interessant, die sich ansonsten nur die neuesten Hollywoodblockbuster ansehen. Es ist eine logische, lineare und leicht zu verfolgende Handlung vorhanden und es existieren einige Spannungsmomente. Zudem ist der Streifen sehr professionell gefilmt. Ich persönlich war angesichts der Tatsache, dass der Film in Schweden gedreht wurde, zuerst etwas skeptisch, doch dies stört letztendlich kein bisschen.
Fazit
---------------------
Hier wird die Gewalt und ihre Folgen auf eine sehr authentische Art und Weise gezeigt. Ein brutaler Schläger kommt in eine für ihn völlig neue Situation und muss lernen, ohne den Einsatz seiner Fäuste damit klarzukommen. "Evil" ist ein anspruchsvolles Drama aus Schweden, in dem wichtige Werte vermittelt werden und das sehr flüssig und spannend insziniert wurde. Hier kommt zu keiner Sekunde langeweile auf, Mikael Håfström hat seinen Job absolut gut gemacht. Auch sehr zu gefallen wissen die Schauspieler, die sehr "echt" und realitätsnah wirken. Mir hat der Film sogar noch besser gefallen als erwartet, weshalb ich ihm verdiente
9 von 10 Punkten und eine Empfehlung gebe.
Mfg
Realjackass
Story
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Schweden in den 50er Jahren:
Der 16 jährige Erik Ponti (Andreas Wilson) stammt aus einfachen Verhältnissen und wird von seinem Stiefvater regelmäßig geschlagen und misshandelt. Seine eigene Frustration lässt er deshalb an seinen Mitschülern aus, bis er eines Tages, nach einer Schlägerei zuviel, von der Schule geworfen wird. Erik´s Mutter (Marie Richardson) verkauft daraufhin all ihr Hab und Gut, um ihn auf das Elite-Internat Stjärnsberg schicken zu können. Erik gibt ihr das Versprechen, sich fortan nicht mehr zu prügeln, da Stjärnsberg seine letzte Chance auf einen vernünftigen Abschluss ist.
Dort angekommen wird er in das Zimmer von Pierre (Henrik Lundström) eingeteilt, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht. Erik muss aber schon bald am eigenen Leib erfahren, dass die Regeln in Stjärnsberg anders als in anderen Schulen sind, denn hier haben nicht die Lehrer, sondern die Oberstufenschüler das sagen und jeder, der ihnen nicht gehorcht, wird schickaniert und tyranisiert. Der rebellische Erik hat allerdings keine Lust, nach deren Pfeife zu tanzen und wird deshalb schon bald zur Zielscheibe der Oberstüfler. Diese lassen keine Möglichkeit aus, Erik die Zeit in Stjärnsberg zur Hölle zu machen. Dieser erträgt alles mit zusammengebissenen Zähnen, denn obwohl er seinen Peinigern im Faustkampf weit überlegen wäre, würde er sofort von dem Internat fliegen, würde er einen Oberstüfler schlagen. Als der Anführer der Oberstüfler, Otto Silverhielm (Gustaf Skarsgård) irgendwann merkt, dass Erik nicht zu knacken ist, erniedrigt er fortan dessen Freund Pierre..
Schauspieler
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Die Hauptrolle wird von dem Schwedischen Schauspieler Andreas Wilson gespielt, der heute 24 Jahre alt ist und für die Rolle des Erik neben 120 anderen Interessenten vorsprach und letztendlich gewählt wurde. Dies war zugleich sein Debut als Schauspieler und verhalf ihm in Schweden, wo der Streifen ein großer Erfolg war, zu viel Bekanntheit. Er wurde, wie man so schön sagt, über Nacht zum Star und wird demnächst noch in vielen weiteren Filmen zu sehen sein. Dies ist deshalb erstaunlich, weil Andreas Wilson nicht unbedingt das Aussehen eines Brad Pitt hat, sondern alleine durch schauspielerisches Talent so weit gekommen ist. Er wirkt sehr kräftig und auf den ersten Blick sogar leicht unsymphatisch, doch dieses Gefühl verfliegt noch in den ersten fünf Minuten wieder. Der rebellische Erik ist ein sehr brutaler Zeitgenosse, der aber seiner Mutter wegen der Gewalt abschwört und sich nun an Stjärnsberg mit anderen Mitteln zu behaupten versucht. Dies stellt eine völlig neue und deshalb schwierige Erfahrung für den Draufänger dar, der die Demütigungen der älteren Schüler fortan mit zusammengebissenen Zähnen über sich ergehen lässt. Sollte er nur ein mal zurüsckschlagen, hat das einen sofortigen Rauswurf zur Folge. Andreas Wilson spielt in seiner Debutrolle so, als hätte er nie etwas anderes getan und überzeugt zu jedem Zeitpunkt. Einen Teil dazu bei trägt sicherlich auch die Deutsche Synchronstimme, die sehr bekannt ist und dem Charakter nochmal einiges an zusätzlichem Charisma verleiht.
Desweiteren noch einen wichtigen Part im Film übernimmt Henrik Lundström, hier als Pierre Tanguy zu sehen. Pierre ist Eriks Zimmernachbar und der einzige, der von Anfang an bedingungslos zu ihm hält. Er kann im Gegensatz zu Erik nicht viel mit Sport anfangen, sondern bevorzugt Bücher, zudem ist er der beste Schüler an Stjärnsberg. Was ihn auch sehr von Erik unterscheidet, ist dass er keine Kämpfernatur ist, sondern jemand, der den Oberstüflern sofort gehorcht. Der stets sehr schüchtern dreinblickende Henrik Lundström verleiht diesem Charakter eine ungeheure Tiefe und lässt ihn sehr authentisch und echt erscheinen. Auch hier war wieder ein toller Synchronsprecher am Werk, der den meisten wohl bekannt sein dürfte.
Otto Silverhielm ist derjenige, auf den alle Oberstüfler hören, derjenige, der das sagen hat. Er entwickelt von Anfang an einen Hass auf Erik, da dieser sich ihm wiedersetzt und Silverhielm deshalb wie einen Idioten dastehen lässt. Dies lässt seine Methoden immer brutaler werden. Gustaf Skarsgård spielt überzeugend den Part des Wolfs im Schafspelz. Die restlichen Nebendarsteller wissen auch alle zu gefallen, sie spielen glaubwürdig und größtenteils symphatisch.
Daten zum Film
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Originaltitel: Ondskan
Alternativtitel: -
Land: Dänemark, Schweden (2003)
Regie: Mikael Håfström
Buch: Hans Gunnarsson, Klas Östergren, Mikael Håfström
Länge: ca. 108:44 Min.
Freigabe: FSK 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
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In Deutschland sind bislang zwei DVD-Fassungen des Films erschienen, die beide von dem namenhaften Label E-M-S vertrieben werden. Ich bin im Besitz der 2 Disc Special Edition und kann diese nur empfehlen. Zwar läuft die DVD beim herausnehmen jedes Mal gefahr, beinahe zu zerbrechen, aber von dem mal abgesehen, hat diese Scheibe alles was man braucht: Eine Top Qualität, Deleted Scenes und ein Making Of. Wer es dagegen lieber günstiger hat, der ist mit der Single Disc gut bedient.
Kritik
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"Evil" von Mikael Håfström war in Schweden ein absoluter Erfolg, von etwa 8 Millionen Schweden haben etwa 1 Million den Streifen im Kino gesehen, was für sich sprechen sollte. Mikael Håfström ist dabei absolut kein Unbekannter, sein zuletzt gedrehter Film ist der Thriller "Entgleist" mit Clive Owen und Jennifer Aniston in den Hauptrollen. Wie in der Einleitung erwähnt, wollte ich "Evil" sehen, seit ich zum ersten Mal von der Story hörte und habe mir den Streifen eines Tages dann einfach auf ebay gekauft, was sich im Nachhinein betrachtet wirklich gelohnt hat!
Die Story ist allerdings, so klasse sie im Endeffekt umgesetzt wurde, im Grunde nichts neues. Ein 16 jähriger kommt neu an eine Schule und wird dort fertig gemacht. Was nach nichts großertigem klingt, hat sich unter der Regie von Håfström zu einem unterhaltsamen, bewegenden Drama entwickelt, das letztendlich zu denken gibt und das sicherlich niemanden kalt lässt. Was uns hier gezeigt wird, ist ein Teufelskreis. Otto Silverhielm und die anderen Oberstüfler wurden vermutlich selbst schickaniert und gedemütigt, als sie an der Schule angefangen haben, dafür rächen sie sich nun gnadenlos an denjenigen, die dafür nicht im geringsten etwas können. Bislang klappte das auch gut, die Lehrer hielten sich aus allem raus. Doch Erik lässt sich dies nicht gefallen. "Brich ihre Regeln, bevor sich dich brechen", so die Aufschrift auf der DVD, trifft das hier gezeigte voll und und ganz.
Allerdings darf man nicht den Fehler machen und ein reinrassiges Drama erwarten, dass einem ununterbrochen auf die Tränendrüse drückt. "Evil" ist auch kein Film, bei dem zum Schluß der große Höhepunkt folgt, bei dem dann Taschentuch-Alarm herrscht - im Gegenteil: Zu Tränen rühren wird dieser knallharte Film vermutlich nur die wenigsten, aber wer ernsthaft behauptet, nach Betracht des Streifens nicht über das gesehene nachgedacht zu haben, der hat sicherlich gelogen. "Evil" ist kein realitätsfremder Film, bei dem man auf Teufel komm raus das Publikum berühren möchte, sondern ein Streifen, der voll und ganz von seinen Charakteren lebt. So oder so ähnlich könnte es auch an jeder größeren Schule aussehen, wodurch man sich nicht durch Sprüche wie "Ist eh nur ein Film" von dem gezeigten entfernen kann.
"Evil" ist anspruchsvolles Kino, ohne Frage. Anspruchsvolles Kino allerdings, das einen großen Vorteil aufweist: Es ist leicht zugänglich und nach den typischen Mustern eines Mainstreamfilmes aufgebaut. Dies macht den Film eventuell auch für Leute interessant, die sich ansonsten nur die neuesten Hollywoodblockbuster ansehen. Es ist eine logische, lineare und leicht zu verfolgende Handlung vorhanden und es existieren einige Spannungsmomente. Zudem ist der Streifen sehr professionell gefilmt. Ich persönlich war angesichts der Tatsache, dass der Film in Schweden gedreht wurde, zuerst etwas skeptisch, doch dies stört letztendlich kein bisschen.
Fazit
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Hier wird die Gewalt und ihre Folgen auf eine sehr authentische Art und Weise gezeigt. Ein brutaler Schläger kommt in eine für ihn völlig neue Situation und muss lernen, ohne den Einsatz seiner Fäuste damit klarzukommen. "Evil" ist ein anspruchsvolles Drama aus Schweden, in dem wichtige Werte vermittelt werden und das sehr flüssig und spannend insziniert wurde. Hier kommt zu keiner Sekunde langeweile auf, Mikael Håfström hat seinen Job absolut gut gemacht. Auch sehr zu gefallen wissen die Schauspieler, die sehr "echt" und realitätsnah wirken. Mir hat der Film sogar noch besser gefallen als erwartet, weshalb ich ihm verdiente
9 von 10 Punkten und eine Empfehlung gebe.
Mfg
Realjackass
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