FINANZtest Testbericht

Finanztest
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  sehr gut
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von niehls0815

Schließlich geht es um unser Geld!!!

5
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  sehr gut
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Zielgruppe:  Alle

Pro:

Unabhängig und Objektiv

Kontra:

nur scheinbar der Preis

Empfehlung:

Ja

Hallo Community!

Wer von euch hat Geld zu verschenken? Das trifft in der heutigen Zeit sicher auf niemand zu. Doch was mach ich mit dem sauer verdienten Geld? Wo soll investieren, damit es später auch etwas bringt? Gegen welche Risiken muss oder sollte ich mich versichern? Und wovon sollte man lieber die Finger lassen? Das sind sicherlich Fragen, die sich jeder im Leben schon mal gestellt hat oder irgendwann stellen sollte. Doch die wenigsten von uns sind Finanzgenies und können die auf diesem Gebiet angebotenen Leistungen überblicken. Selbst Profis haben da Probleme.

Also wenden wir uns an diese Profis und fragen um Rat. Doch wen kann man da fragen und wer ist wirklich vertrauenswürdig? Wird mir der Allianzfachmann verraten, das seine von ihm als ultimative Lösung angebotene Versicherung eigentlich überteuert ist? Oder wird der liebe Herr Kaiser zugeben, dass ich die Versicherung, die er mir gerade anbietet, eigentlich gar nicht benötige? Oder wenn ich mal etwas gespart habe und anlegen möchte; wird mir da die Bank verraten, das die von ihnen angebotenen Investitionsmöglichkeiten im Vergleich zu von anderen angebotenen Varianten doch nicht so glorreich abgeschnitten haben, wie es uns vielleicht die Hochglanzprospekte und Werbebroschüren weismachen wollen? Kümmert sich die Bank wirklich um die Details oder sind sie nicht vielmehr daran interessiert, selbst den größten Gewinn zu machen (Auch wenn gegenüber dem Kunden immer behauptet wird, er wäre der wichtigste)?

Es muss also ein unabhängiger Fachmann her. Doch da stellt sich wiederum die Frage, wer ist wirklich unabhängig. Die Vertreter der Banken und Versicherungen mit Sicherheit nicht, denn die verdienen ja daran, dass man mit ihnen und keinem anderen Verträge abschließt. Eine andere Möglichkeit wären die sogenannten Versicherungsvermittler (DVAG, OVB, AFA, AFD, Deutsche Proventus, HMI...). Diese behaupten ja, dass sie angeblich unabhängig wären und nur am Wohl des Kunden interessiert wären und daher in jedem Fall die günstigsten Versicherungen heraussuchen würden. Doch bei genauerer Betrachtungsweise fällt auf, dass diese Gesellschaften meist doch nicht so unabhängig sind, wie sie gern behaupten. Meist sind diese Vermittler vertraglich oder über Gesellschafts- oder Aktienbeteiligungen an zwei oder drei große Versicherungen gebunden und versuchen daher vorrangig, die Verträge dieser Gesellschaften an den Mann zu bringen. (siehe dazu meine gesonderten Bericht zur AFA und AFD). Für eine unverbindliche Beratung sind diese Gesellschaften durchaus geeignet, aber für eine abschließende Beurteilung sollte man sich in jedem Fall noch andere Meinungen einholen.

Eine weiter Möglichkeit wären die unzähligen „Fachmagazine“, die im Zeitschriftenhandel zu haben sind, wie zum Beispiel „Capital“, „Der Fond“ oder „DM“. Doch auch hier stellt sich meist die Frage nach der Unabhängigkeit. Die meisten Zeitungen werden zum Großteil über die mit abgedruckte Werbung finanziert. Das senkt zwar den Verkaufspreis, doch kann man dann noch von Unabhängigkeit sprechen? Wird eine Zeitung auf einer Seite Werbung für eine Bank machen und auf der gegenüberliegenden Seite Kritik an dieser Bank übern? Oder könnt ihr euch vorstellen, dass im unteren Teil Werbung für eine Versicherung zu finden ist, während oben von gerade dieser Versicherung abgeraten wird? Also ich denke, das ist eher unwahrscheinlich, da ja die Verlage ihre Werbekunden behalten möchten. Also scheidet auch diese Möglichkeit aus.

Bei meiner Suche nach wirklich brauchbaren Hinweisen und Tipps bin ich dann zufällig auf die monatlich erscheinende Zeitschrift „FINANZTEST“ der Stiftung Warentest gestoßen. Die Stiftung Warentest wurde 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegründet, um dem Verbraucher durch die vergleichenden Tests von Waren und Dienstleistungen eine unabhängige und objektive Unterstützung zu bieten. Durch die Stiftung Warentest werden die Zeitschriften „test“ und „FINANZTEST“ herausgegeben. Die letztere beschäftigt sich, wie schon der Name sagt, vorrangig mit Finanzen und auf diese möchte ich jetzt etwas näher eingehen.

Die Zeitschrift ist von außen relativ neutral gehalten. Meist ist der Titel lediglich eine einfarbige Seite (in wechselnden Farbtönen), auf dem die Hauptthemen der jeweiligen Ausgabe aufgedruckt sind. Die angegebenen Überschriften sind ebenfalls ziemlich neutral und verzichten auf eine reißerische Aufmachung á la BILD-Zeitung. Der Preis der Monats-Zeitschrift beträgt im Moment 3,80 EUR. Dies scheint nur auf den ersten Blick viel zu sein. Wenn man die Zeitschrift durchblättert, fällt des Fehlen der sonst meist übermäßigen Werbung auf. Lediglich in der Mitte der Zeitschrift sind einige Seiten Eigenwerbung für Sonderausgaben der Zeitschrift enthalten. Fremdwerbung von außenstehenden, welche der Zeitschrift zusätzliche Einnahmen bringen würde, fehlen dagegen gänzlich. Allerdings wird dadurch eine Unabhängigkeit erreicht, die meiner Meinung nach ihresgleichen auf dem Zeitschriftenmarkt sucht.

Was steht nun drin in der Zeitschrift „FINANZTEST“?

Nun, als Erstes findet man in der Zeitschrift eine Doppelseite mit Leserbriefen. Drin werden sowohl lobende Worte geäußert, als auch kritische Meinungen zu dem einen oder anderen Artikel oder Thema.

Als nächstes folgt der Magazinteil. Dort findet man aktuelle Meldungen aus der Welt der Finanzen, seien es Versicherungen, Renten, Banken oder Immobilieninvestitionen. Die besprochenen Themen sind eher allgemeiner Natur und werden kurz und bündig aber informativ abgehandelt.

Dann kommt der Hauptteil, das Titelthema. Dabei werden in jeder Ausgabe andere Themen in mehreren Artikeln behandelt. So wurden in den letzten Monaten beispielsweise Krankenkassen untersucht, Möglichkeiten der Altersvorsorge mit Fondsparplänen gezeigt, die Autorversicherungen verglichen sowie Unfall- und Lebensversicherungen. In diesem Teil der Zeitschrift wird dabei zunächst ausführlich erläutert, wie die jeweilige Versicherung oder Geldanlage aufgebaut ist. Dann werden die auf dem Markt verfügbaren Angebote verglichen und die Vergleichskriterien erläutert. Dadurch ist es mir möglich, meinen persönlichen Favoriten zu finden. Sollte eine bestimmte Bedingung für mich nicht zutreffen, so kann ich dieses Kriterium einfach weglassen und mir dann eine eigene Meinung bilden. Dann werden noch andere möglich Alternativen kurz vorgestellt.

In den weiteren Teilen sind immer erst eine Doppelseite mit aktuellen Kurzinfos gefolgt von mehreren Seiten (meist 4-8) zu einem speziellen Thema.

So befasst sich ein weiterer Teil der Zeitschrift mit „Privatfinanzen“. Dort werden einige Urteile vorgestellt, die Auswirkungen auf meine privaten Finanzen haben könnten. Auch erfahre ich dort so manchen Hinweis, wie man Problemen von vorn herein aus dem Weg gehen kann. Hier finden sich z. B. Testberichte über Autovermietungen, Existenzgründungen, Bausparkassen, Kontoführung, Online-Banking und Stromanbieter.

Die nächste Rubrik befasst sich vorrangig mit „Geldanlage“, in welcher Form auch immer. So werden verschiedene Fonds untersucht, auch der Geldmarkt wird unter die Lupe genommen. Es sind auch Hinweise zu verschiedenen Anlagestrategien zu finden mit den jeweiligen Chancen und Risiken. Auch finde ich hier Tests von Riester-Banksparplänen, Vermögensanlagen, Anleihen und vermögenswirksamen Leistungen.

Dann folgen einige Seiten „Grauer Kapitalmarkt“. Dort finde ich Informationen zu verschiedenen zweifelhaften Anbietern und Angeboten sowie Hinweise, welche Rechte man als Kunde der jeweiligen Gesellschaften hat. So wird hier unter anderem auf die Risiken geschlossener Immobilienfonds, dubioser Tippgemeinschaften, hoch verzinster Anleihen, momentan laufende Verfahren und Folgen einer Falschberatung eingegangen. Die erwähnten Urteile sind mit Aktenzeichen aufgeführt.

Das Thema „Steuern“ behandelt eigentlich alles, was im weiteren Sinne damit etwas zu tun hat. Hier finde ich Tipps und Tricks, wie ich durch verschiedene Maßnahmen Steuern sparen kann, also welche Möglichkeiten aber auch welche Grenzen ich habe. So wird z. B. gezeigt, wie man durch die Eigenheimzulage Steuern spart, ob sich eine betriebliche Altersvorsorge steuerlich lohnt und welche Änderungen die Steuerreform bringt.

Nun kommen mehrere Seiten „Recht“. Hier werden aktuelle Urteile im Finanzrecht erwähnt und kurz erläutert sowie auf aktuelle Änderungen auf finanziellen Rechtsgebieten, sei es Hausbau, Mietrecht oder Verwaltungsrecht, eingegangen. Es wird beispielsweise gezeigt, was ein Bauvertrag enthalten sollte, wie Banken haften, welche Rechte man als Arbeitnehmer bei einem Betriebsverkauf hat, worauf man bei Leasingverträgen achten sollte oder wie eine Mietnebenkostenabrechnung zu prüfen ist.

Jetzt kommt ein etwas umfangreicherer Abschnitt über „Versicherungen“. Hier werden verschiedene Versicherungsarten unter die Lupe genommen und erklärt, wie diese funktionieren, welche Angebote seriös oder unseriös sind, was eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Versicherungsverträgen ist und worauf man doch eher verzichten kann. So wurden unter anderem Krankenhauszusatzversicherungen genauso untersucht wie Lebensversicherungen, Unfallversicherungen, Riester-Rentenverträge, Krankenversicherungen oder KFZ-Versicherungen; um nur einige zu nennen. Dabei werden auch aktuelle Änderungen der Versicherungsbedingungen erwähnt, die uns als Versicherungsnehmer oftmals gar nicht auffallen würden, weil sie im Kleingedruckten versteckt sind und über deren Tragweite man sich manchmal nicht bewusst ist. Und man erhält hilfreiche Hinweise darauf, wie man sich im Versicherungsfall verhalten soll, um die Versicherung dann bestmöglich zu nutzen.

Damit kommen wir zum letzten gro0ßen Thema, dem „Marktplatz“. Hier werden die aktuellen Tarife für Kredite, Handy- und Strom, Krankenkassen, Versicherungen, Zinsen usw. aufgelistet. Besonders für Anleger dürfte der Fondsmonitor interessant sein, da hier die Kurse von einer Vielzahl von Aktien und Fonds von mehreren Märkten (Europa, Amerika, Asien, Welt...) aufgeführt wird und jeweils gleich mit gezeigt ist, wie sich die Aktie oder der Fond im Vergleich zum jeweiligen Marktdurchschnitt entwickelt hat. Dieser Teil des Heftes besteht größtenteils aus Tabellen und Diagrammen.


Mein Fazit:
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Ich finde die Zeitschrift FINANZTEST sehr gut. Besonders die im Titelthema behandelten Themengebiete werden leicht verständlich und objektiv bewertet. Im Fordergrund der Testberichte stehen mehr die Fakten. Auch werden die Bewertungskriterien erläutert, auf die man bei einer Entscheidung achten sollte. Meistens sind dann auf mehreren Doppelseiten verteilt Tabellen und Diagramme zu finden, welcher Anbieter welche Produkte/Angebote hat. Die einzelnen Angebote werden dann mit einer Bewertung irgendwo zwischen ausgezeichnet und mangelhaft eingeschätzt. Allerdings sind die Vergleichsangebote oft nur schematisch, da doch jeder andere Vorraussetzungen hat und daher individuelle Angebote benötigt. Daher wird auch auf die Markierung eines eindeutigen Testsiegers verzichtet, da jeder andere Kriterien für wichtig erachtet. Aber nach der Lektüre aller in dem Heft zu diesem Thema erschienenen Artikel ist es oftmals bedeutend einfacher, eine Vorauswahl der in Frage kommenden Anbieter zu treffen und die Angebote entsprechend der persönlichen Erfordernisse abzufordern und zu beurteilen.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass bei den Vergleichstests auch angegeben wird, wer kein Vergleichsangebot abgegeben hat. Dabei wird auch keine Rücksicht auf bekannte oder große Gesellschaften genommen. So war beim letzten Test der Unfallversicherungen zu lesen, das Gesellschaften, wie die Allianz keine Unterlagen zur Verfügung gestellt haben. Doch wenn eine Gesellschaft seine Angaben nicht vergleichen lassen möchte, liegt der Verdacht nahe, dass die vielleicht etwas zu verbergen haben – ohne jetzt etwas zu unterstellen – aber man wird dann doch vorsichtiger im Umgang mit diesen Gesellschaften.

Auch die Anlagetipps und Hinweise zum Geldmarkt sind sehr gut recherchiert. So kann man viel besser entscheiden, wo denn das Geld gut aufgehoben ist. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Artikel unter der Rubrik „Grauer Kapitalmarkt“. Die Hinweise dort helfen einem ungemein, die schwarzen Schafe der Branche zu erkennen und zu meiden.

Besonders die Hinweise und Tipps zu den Versicherungen haben mir schon so manchen EURO erspart. Und wenn man diese Zeitschrift über längere Zeit regelmäßig ließt, kann man viele Fragen in Verbindung mit allen möglichen Finanzthemen bereits selbst beantworten. So habe ich schon einige „Finanzfachleute“ mit gezielten Fragen nach Details ins Schwitzen gebracht.

Was mir auch positiv aufgefallen ist, die Angaben in der Zeitschrift werden zum Einen oftmals auch in externen Berichten als Quelle angeführt und gelten somit offenbar allgemein als vertrauenswürdig. Zum Anderen werden die Angaben auch nur ganz selten im Nachhinein korrigiert, was auf eine sehr gute und allumfassende Recherche schließen lässt. Oftmals sind Korrekturen eher noch als Hinweise zu möglichen Sonderfällen und Ausnahmen zu werten, als als wirkliche Korrektur.

Auch an der Unabhängigkeit der Zeitschrift habe ich keinen Grund zu Zweifeln. Die Testberichte bewerten keine Gesellschaft von vorn herein besser oder schlechter als andere. Auch Schleichwerbung, wie Erwähnung einer bestimmten Versicherungsgesellschaft oder Bank auf der Titelseite oder in einer Artikelüberschrift konnte ich bisher nicht feststellen. Vielmehr werden wirklich alle Angebote objektiv verglichen und unter gleichen Bedingungen beurteilt.

Ich kann diese Zeitschrift also jedem, der sich mit Finanzen etwas beschäftigen möchte, nur wärmstens empfehlen. Schließlich geht es, wie der Untertitel der Zeitschrift „FINANZTEST“ auch aussagt – um „IHR GELD UNDIHR RECHT“!


(geschrieben von © niehls0815 am 23.03.2004)

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bei Ciao am: 23.03.2004
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Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.

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