Feels like home - Norah Jones Testbericht

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ab 18,64
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von jhfhello

Norah Jones Zweitwerk mit Durchhängern

3
  • Cover-Design:  schlecht
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

DVD mit vier Livesongs und ausführlichem Interview

Kontra:

Kann die Qualität des Vorgängeralbums nicht erreichen

Empfehlung:

Ja

Schon sehr gespannt habe ich die 2. CD von Norah Jones erwartet. Eigentlich ist ihre Musik mit Jazzeinfluss nicht mein Ding, aber nach einiger Zeit des Einhörens gefiel mir der Stil und die Stimme ausgesprochen gut. Hier nun meine Einschätzung des Albums.

Die CD habe ich bei im bei www.cd-wow.net zum Preis von 19,99 Euro einschl. Versand vorbestellt und wenige Tage nach Erscheinen am 20.09.2004 erhalten. Es ist eigentlich nicht meine Art eine CD vorzubestellen, aber wegen des außergewöhnlichen Vorgängeralbums konnte ich es kaum erwarten neue Songs von ihr zu hören. Da der Aufpreis für die Deluxe Version nur gering war und umfangreiches zusätzliches Material enthalten ist, habe ich mich für diese Version entschieden. Die Deluxe Edition enthält auf der Audio CD drei zusätzliche Stücke. Aktuell ist das Album im Juni 2005 für 17 Euro z.B. bei www.jpc.de zu haben, Amazon verlangt 22 Euro, liefert dafür aber kostenlos.


Cover & Booklet

Das oben bei yopi abgebildete Bild zeigt nicht das Cover der hier besprochenen Deluxeversion. Das Cover ist in verschiedenen Pastelltönen gehalten und zeigt vorne das Foto der jungen Musikerin. Ich habe schon bessere Bilder von ihr gesehen. Das Gesamtkonzept des Covers strahlt nichts Originelles aus. Störend sind die deutlichen und großen Hinweise auf die Deluxe Edition und auf das Bonusmaterial, ebenso der fette Aufdruck „Copy Controlled“, der dem Ganzen die Krone des schlechten Geschmacks aufsetzt. Also insgesamt für mich ein miserables Cover. Auf der Rückseite finden sich in gut lesbarer Form die Titel der CD & DVD, sonst nichts. Die CD steckt in einer Pappschachtel.

Das Booklet hat vorne das Originalcover der Einzel CD. Dieses gefällt mir sehr viel besser und man fragt sich schon, welcher Marketingexperte die Deluxeedition unbedingt ohne Not so verschandeln musste. Im Booklet gibt es für die meisten Stücke einschließlich der Bonustracks den Songtext in gut lesbarer Form und Infos zu den Komponisten und beteiligten Musikern. Deutsche Übersetzungen gibt es nicht, ebenso wenig Fotos der Musiker. Warum einigen Songtexte fehlen bleibt offen. Hinten stehen die Credits. Insgesamt ist das Booklet sehr schmucklos, aber immerhin kann man alle Texte nachlesen.

Die Songs

01. Sunrise
02. What am I to you
03. Those sweet words
04. Carnival town
05. In the morning
06. Be here to love me
07. Creepin\' in
08. Toes
09. Humble me
10. Above ground
11. The long way home
12. The prettiest thing
13. Don\'t miss you at all + Bonustracks:
14. Sleepless nights
15. Moon song
16. I turned your picture to the wall

Die CD ist kopiergeschützt. Es könnte also sein, dass sie z.B. im Auto nicht abspielbar ist.

DVD:
01. In the morning (live)
02. She (live)
03. The long way home (live)
04. Creepin\' in (live)
05. Sunrise (music video)
06. What am I to you (music video)
07. Norah interview (17:29)

Die Original CD erreicht in den USA Billboard Album Charts die #1.

Album Credits
Arif Mardin Producer, String Arrangements
Kevin Breit Guitar (Acoustic), Banjolin, Guitar (Resonator), Foot Percussion, Vocals (Background)
Rob Burger Organ (Pump)
Andrew Borger Drums, Drums (Snare), Box
Lee Alexander Bass, Lap Steel Guitar, Bass (Electric), Bass (Acoustic)
Adam Levy Guitar (Electric)
Norah Jones Piano, Wurlitzer, Organ (Pump), Producer, Vocals, Piano (Electric)
David Gold Viola
Brian Blade Drums
Garth Hudson Accordion
Dolly Parton Vocals

Die CD hat eine Länge von 56:28 Min.

Biographie & Discographie

Norah Jones wurde am am 30. März 1979 in New York geboren. Norah ist die nichteheliche Tochter der indischen Sitar-Legende Ravi Shankar, vielleicht einigen bekannt als Sitarlehrer von George Harrison oder aus dem Concert for Bangla Desh 1971. Norah Jones ging im Alter von vier Jahren mit ihrer Mutter Sue Jones nach Grapevine, einer Vorstadt des texanischen Dallas.

Mit fünf Jahren begann Norah im Kirchenchor zu singen und nahm mit sieben erste Klavierstunden. Mit 15 ging sie auf die renommierte Booker T. Washington High School for the Performing and Visual Arts. Noch auf der High School gewann sie 1996/1997 drei Down Beat Student Music Awards: \"Best Jazz Vocalist\" (2x) und \"Best Original Composition\".

Norah Jones erwarb einen Major in \"jazz piano\" an der für ihre Musikkurse bekannte University of North Texas. Daneben sang sie in einer Jazzrock-Band. 1999 zog sie nach New York City, wo sie regelmäßig für rund ein Jahr mit den TripHop-Elektronikern der Gruppe Wax Poetic auftrat.

Schnell gründete Norah Jones ihre eigene Band um ihre eigenen musikalischen Vorstellungen umzusetzen. Mitglieder der Band war der Gitarrist und Songwriter Jesse Harris, der Bassist und Songwriter Lee Alexander sowie der Schlagzeuger Dan Rieser. Im Oktober 2000 nahmen die vier Musiker ein Demo für Blue Note Records auf von dem sie im Selbstvertrieb eine eigene CD veröffentlichte. Blue Note Records, ein zu EMI gehörendes Label, schloss mit ihr im Januar 2001 einen Vertrag.

Jazz ist eigentlich absolut nicht meine Musikrichtung. Norah Jones versteht es aber verschiedene Stilrichtungen miteinander zu verschmelzen. Ich persönlich habe etwa gebraucht mich in ihre Musik einzuhören, auch in das hier besprochene Album.

Discographie (Stand Juni 2005)
2000 - Peter Malick Group feat. Norah Jones: New York City (7 Song EP)
2002 - Come away with me
2004 - Feels like home

Websites: www.norahjones.com und www.norahjones.info


01. Sunrise - persönliche Bewertung *****
Der Titel sagt eigentlich schon alles. Ein schöner relaxter Song über den Sonnenausgang. Spärlich instrumentiert, wie auch die meisten anderen Songs. Die Stimme von Norah Jones steht eben in ihrer Musik im Vordergrund. Nur etwas mehr Text hätte ihr schon einfallen können. Mir gefällt’s trotzdem.

02. What am I to you - persönliche Bewertung *****

Hier ein etwas komplexeres Stück. Wunderschöne Gitarrensolos wechseln sich ab mit dem Gesang und dieses mal gibt es tatsächlich viel mehr Text.
....
What am I to you
Tell me darling true
To me you are the sea
Fast as you can be
And deep the shade of blue
….

03. Those sweet words - persönliche Bewertung ****

What did you say
I know I saw you saying it
My ears won\'t stop ringing
Long enough to hear
Those sweet words
And your simple melody

Man kann glaube ich aus den zwei Textauszügen leicht sehen, dass sich Norah Jones in einer einfachen und leicht verständlichen Sprache ausdrückt. Der Song hat eine schöne Melodie.

04. Carnival town - persönliche Bewertung **
Dieser Song ist mir persönlich etwas zu kitschig. Einige Streicher im Mittelteil sind etwas zu rührselig. Auf der anderen Seite gibt es im letzten Drittel ein schönes Klaviersolo.

05. In the morning - persönliche Bewertung ****
Nach dem „Sunrise“ kommt jetzt der Morgen. Es dauert etwas bis sich die Melodie entwickelt. Die Instrumentierung ist dieses mal etwas vielseitiger und der Gesang hat einen größeren Spannungsbogen.

06. Be here to love me - persönliche Bewertung **

Dieser Song gehört für mich zu den schwächeren Stücken. Er ist mir zu eintönig und kommt irgendwie nicht von der Stelle.

07. Creepin\' in - persönliche Bewertung *****

Das Gegenteil ist bei „Creepin’ in“ der Fall, ein Song mit Dolly Parton. Ein tolles und schnelleres Stück. Die beiden Stimmen der beiden Damen harmonieren wirklich sehr gut miteinander. Ein toller Song, mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Albums.

08. Toes - persönliche Bewertung ***

„Toes“ erinnert schon am Anfang an Songs des ersten Albums. Die Instrumentierung bewegt sich im typischen Norah Jones Spektrum. Da ist „Creepin\' in“ erfrischend anders. Ein wunderschönes Gitarrensolo im Mittelteil gefällt mir sehr gut, aber insgesamt bleibt es ein mittelmäßiger Song.

09. Humble me - persönliche Bewertung **

Der Song beginnt mit einem ausführlichen Intro einer akustischen Gitarre. Erst später kommen neben dem Gesang weitere Instrumente hinzu, aber natürlich wie sonst auch bleibt alles fast „unplugged“. Ein Song ohne Höhepunkte und geringem Spannungsbogen.

10. Above ground - persönliche Bewertung ***

Das nächste Stücke klingt sehr viel interessanter, insbesondere die Gitarren.

11. The long way home - persönliche Bewertung *

Man wartet nun schon etwas länger auf neue zündende Ideen auf dem Album. „The long way home“ enttäuscht den Hörer auf der ganzen Linie. Der Songtext fehlt außerdem im Booklet, eher kein Verlust, denn außer der Textzeile gibt es kaum weiteren Text.

12. The prettiest thing - persönliche Bewertung ****

Nach dem langweiligen Song vorher ist man froh wieder einen besseren Song mit facettenreicheren Gesang zu hören. Mit gefällt auch die Instrumentierung. Aber was ist denn nun das schönste Ding was Norah Jones je sah?
….
The prettiest thing
I ever did see
Was dusty as the handle on the door
Rusty as a nail stuck in the old pine floor
Looks like home to me


13. Don\'t miss you at all - persönliche Bewertung ***

Nur mit Klavierbegleitung singt Norah auf dem letzten Song des Originalalbums. Ein Stück, was mit Sicherheit als Filmmusik einsetzbar wäre. Nur etwas origineller könnte es schon sein.

14. Sleepless nights - persönliche Bewertung ***

Das Album enthält drei Bonussongs, die auf der Standard CD nicht enthalten sind. „Sleepless Nights“ ist OK. Hier sehnt Norah Jones ihren Lover herbei und fragt sich warum er ging. Ein schlichter Text mit schlichter Musik, Durchschnitt.

15. Moon song - persönliche Bewertung *****

Der Moon Song ist einer der Pluspunkte der Deluxeedition. Hier passt die Stimmung gut zusammen mit einer abwechslungsreichen Instrumentierung.

16. I turned your picture to the wall - persönliche Bewertung ***

Nun hat sie sich doch noch entschieden, sie will ihren Lover doch nicht mehr wieder sehen und schmeißt sein Bild weg... Hier gibt es neben dem Gesang nur eine Gitarre zu hören. Ein durchschnittlicher Song und der Abschluss eines eher durchwachsenen und nur leicht überdurchschnittlichen Albums.


Zur DVD

Die DVD enthält vier Livesongs:
01. In the morning (live)
02. She (live)
03. The long way home (live)
04. Creepin\' in (live)

Live kommt das rüber was Norah Jones ausmacht. Begleitet von hervorragenden Musikern erlebt man wie sie ihren Songs Leben einhaucht. Dagegen wirken die Studioversionen von „Feels Like Home“ richtig steril. Diese Version von „In The Morning“ hat für mich ohne Zweifel fünf Sterne verdient, ebenso das nächste Stück „She“. Diesen Song gibt es nur auf dieser Live DVD. Live kling sogar der schwächste Song des Studioalbums „The long way home” hörenswert. Dolly Parton ist live zwar nicht dabei, dafür entschädigt der fantastische Mandolineneinsatz von „Creepin\' in“. Die vier Livesongs haben mich begeistert und sind für mich ein Argument die Deluxe Version zu kaufen. Die optische und akustische Qualität der DVD ist sehr gut. Dolby Digital 5.1 und Dolby Stereo sind wählbar. Außerdem bietet das Menü Untertitel in 7 Sprachen, die allerdings nur beim Interview eingeblendet werden, allerdings etwas unglücklich fast mitten im Bild.

Als weiteren Bonus gibt zwei Musikvidoes „Sunrise“ und „What am I to you”. Sunrise ist das originellere Video der beiden.

Am Ende ist noch ein ausführliches Interview mit Norah Jones zu sehen, aufgenommen am 23.4.2004 in London. Sie erzählt über ihren musikalischen Werdegang und Einflüsse. Dieses ist eine Reiche Fundgrube mehr über sie zu erfahren. Sie sitzt allerdings in ihrem Hotelzimmer und erzählt. Ich habe schon optisch originellere Interviews gesehen, für mich ist es aber trotzdem OK.


Mein Fazit

Mein Fazit ist wie immer subjektiv, auch bei der Einschätzung jedes einzelnen Songs. Die Erwartungen nach dem ersten Album waren bei mir sehr hoch. Als Livekonzertesammler ist es mir gelungen eine ganze Reihe ihrer Konzerte zu bekommen, die mich sehr begeistert haben. Insgesamt war ich dann vom zweiten Album eher enttäuscht. Norah Jones bleibt ihrem Stil treu, d.h. Fans kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten. Für mich enthält das Album aber zu viele eher durchschnittliche Songs und es kommt durchaus Langeweile auf. Gut, man kann das Album im Hintergrund laufen lassen, aber ich denke Norah Jones verkauft sich hier deutlich unter Wert. Wahrscheinlich sollte dem erfolgreichen Erstlingswerk schnell ein kommerziell erfolgreiches Album folgen. Sehenswert ist aber auf jeden Fall die DVD. Dafür gibt es von mir einen Bonus Stern.

Vielen Dank an alle fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!


(c) jhfhello 2005

33 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Overknees

    11.06.2005, 19:50 Uhr von Overknees
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag sie sehr... in kleinen Dosen ;). Aber live ist sie wirklich gut. Dein Bericht? Sehr lesenswert! *greetz* Marc A.